Geschrieben am 19.02.2018 2018-02-19| Aktualisiert am
20.02.2018
Besucht am 20.12.2017Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Prolog:
Die Auswahl an Gastronomien, die eine passable mittägliche Einkehr erlauben, ist in meinem Arbeitsort Wörth am Rhein recht überschaubar. Früher verschlug es uns ab und zu nach Altwörth, um bei „Toni’s Pizzaexpress“ einzukehren. Oder in den Döner- und Pizzaladen namens „La Luna“ ein paar Meter weiter. Letzterer befindet sich nun etwas „weg vom Schuss“ am Ortsrand. Und die Pizzen von Toni waren schon damals keine Offenbarung. Genau so wenig wie die vom „Pizza-Amore“ im alten Einkaufszentrum auf dem Dorschberg. Der Nachteil dieser Italo-Kaschemme: man riecht danach so intensiv nach italienischem Backwerk und geschmolzenem Käse, dass man sich kaum noch zurück auf die Arbeit traut, da die Kollegen dort – übrigens völlig zu Recht – angewidert die Nase rümpfen.
Von den Vertretern der örtlichen Grillzunft ist mir nur das „Amadeus“ bei der Bienwaldhalle bekannt. Ein Standardgrieche, der mich schon damals nicht besonders überzeugte. Der Bayrische Hof in der Ottstraße, in dem ebenfalls griechisch aufgetischt wird, muss hingegen noch ausgetestet werden. Genau wie das in der Rheinhalle zu Maximiliansau ansässige, recht neue Restaurant „El Greco“. Dessen guter Ruf nach kulinarischer Evaluierung schreit.
Eine Aufbesserung der kulinarischen Lage am Mittag versprach das vor zehn Jahren eröffnete „Maximiliancenter“, das auch einige Gastrobetriebe beherbergt. Lässt man mal die üblichen Fast-Food-Verdächtigen McDonald’s und Subway außen vor, so beschränkt sich die mittägliche Suche nach Essbarem im Wesentlichen auf den dort ansässigen Asia Wok namens „Le Viet“, das Eiscafé Florenz, den Pizza Max (der auch Döner anbietet), die Warmtheke der Metzgerei Zeiss sowie auf einen weiteren Döner-Imbiss mit mediterraner Feinkostauslage. Diese Läden besuche ich nun schon seit einigen Jahren mehr oder weniger regelmäßig. Die langweiligen Asia-Nudeln vom Chinesen habe ich schon lange über und auch den Döner empfinde ich als sättigenden Notnagel, der lediglich den Magen füllt und mit Genuss doch recht wenig zu tun hat.
Eine eingeschränkte Situation also, die mich zwang, meinen Fokus etwas mehr nach Osten zu richten. Die Stadt Karlsruhe liegt ja bekanntlich gerade gegenüber auf der anderen Rheinseite. Kaum hat man die Rheinbrücke passiert, befindet man sich schon in Knielingen, dem nordwestlichsten Stadtteil der Fächerstadt und dem nach Durlach flächenmäßig zweitgrößten. Hier begann meine Suche nach schmackhaften Mittagsangeboten. Über sie werde ich nun in einer mehrteiligen Reihe („Karlsruher Mittagstisch“) berichten. Den Anfang macht dabei das Fischerhaus.
Das Fischerhaus
Beim Stöbern im digitalen Reiseratgeber mit dem Eulen-Logo stieß ich auf die am Vereinssee der Sportfischervereinigung Knielingen gelegene Gastwirtschaft. Diese befindet sich etwas außerhalb im Grüngürtel zwischen Rheinbergstraße und Bruchweg, unmittelbar am bereits erwähnten Fischgewässer einer ehemaligen Kiesgrube. Die Online-Beschreibungen beschränkten sich zwar auf wenig aussagekräftige Attribute wie „lecker“, „empfehlenswert“ und „prima Auswahl“, aber mein Interesse war geweckt. Ich war gespannt auf das „tolle Personal“, die „fairen Preise“ und das „super Essen“, das mir die weltweit größte Reisewebseite versprach.
Kurz vor den Weihnachtsferien besuchte ich das Lokal dann zum ersten Mal. Es war ganz schön was los an diesem vorweihnachtlichen Mittwochnachmittag. Der großangelegte, jedoch nahezu komplett belegte Parkplatz vor dem Haus deutete darauf hin. Ich hatte schon die Befürchtung keinen Platz zu bekommen und sah mich schon wieder in Richtung Wörth zurück fahren, kleinlaut einen halben Döner oder ein Stück aufgewärmte Pizza verdrückend. Doch es kam alles anders.
Der üppig behangene, im Zentrum platzierte Weihnachtsbaum erinnerte mich gleich nach dem Betreten der Gaststube an das nahende Fest der Liebe. Frau Nermina Hrle, Chefin und Serviceleiterin zugleich, begrüßte mich freundlich und wies mir einen Tisch im vorderen Gastraum gleich gegenüber der Theke zu. Da saß ich nun und hatte ein wenig Zeit mich umzuschauen. Drinnen regierte zeitlose Gutbürgerlichkeit, die an den gastwirtschaftlichen Charme der 80er Jahre erinnerte. Kugelleuchten hingen von der mit dunklen Balken durchzogenen Holzdecke. Die Holzpaneelen an der Decke waren in hellem Beige gestrichen. Gut vorstellbar, dass die vor 30 Jahren noch in dunklerem Ton gehalten waren.
Auch das Mobiliar atmete den Geist vergangener Tage. Die etwas altbacken wirkenden Holzstühle, die mit gepolsterter Fläche und Rückenlehne für recht bequeme Sitzverhältnisse sorgten, standen um einfache Tische mit weißem Leinenüberzug. Über grau gefliesten Boden ging es am Tresen vorbei in einen zweiten, deutlich offeneren Gastraum, der sich durch eine Falttür auch für größere Gesellschaften separieren ließe. Die großen Fenster fluteten das Innere des Lokals mit ausreichend Licht, was die etwas dunklere Einrichtung schnell vergessen machte. An den Wänden kündeten ein paar präparierte Prachtkerle von den Erfolgen der Knielinger Sportfischer. Daneben unterbrachen diverse Regale mit feilgebotenen Weinflaschen sowie einige gerahmte Bilder das monotone Weiß der Wände. Auf den weihnachtlich dekorierten Tischen standen Salz- und Pfeffermühle bereit. Für Kaffee- und Kuchenfreunde durfte der obligatorische Zuckerstreuer nicht fehlen.
Davon machte das überwiegend aus älteren Semestern bestehende Publikum regen Gebrauch. Viele Pensionäre fanden den Weg in das Fischerhaus. Die Art und Weise, wie die Chefin ihre Gäste begrüßte bzw. verabschiedete ließ auf eine große Stammklientel schließen. Schon über 20 Jahre lang ist das Lokal in der Hand der Betreiberfamilie Hrle, wie mir der freundliche junge Mann hinter dem Tresen versicherte. In so einer Zeit lässt sich ein stabiler Kundenstamm aufbauen – wenn die Qualität stimmt.
Die meisten Gäste schienen ihre Mahlzeit aus der kleinen Mittagskarte zu wählen. Hier standen sechs verschiedene Gerichte zwischen 7,90 und 8,50 Euro zur Auswahl. Alle mit einem kleinen, vorweg gereichten Salatteller inklusive. Wer lieber à la Carte essen wollte, konnte sich die Speisenkarte bringen lassen und aus dem vollen Repertoire schöpfen. Zwischen dem Salat mit Geflügelleber, zweimal Seelachsfilet (paniert und natur) sowie drei verschiedenen Fleischtellern durfte ich mich entscheiden. Bei Vegetariern wird mittags scheinbar improvisiert – kein einziges „Gericht ohne“ befand sich auf der Tageskarte. Dies ist wohl dem fleischaffinen Ü60-Publikum geschuldet. Diese hier vornehmlich einkehrende Spezies will sich wohl nicht mit zu viel gesundem Grünzeug belasten. Oder an nicht zu viel belastetem Grünzeug gesunden? Alles reine Ansichtssache.
Gleich vorweg: bei meinen bisherigen drei Besuchen im Fischerhaus gelang es mir etwa die Hälfte der angebotenen Mittagsteller auch durchzuprobieren, denn ein paar Gerichte standen als feste Größen bei jedem meiner Besuche zur Wahl. Das restliche Angebot wird wohl je nach Marktlage bzw. Laune des Küchenchefs ergänzt. Der mit leicht süßlichem Dressing angemachte Salat eröffnete dabei jeden Mittagsschmaus. Da gab’s nichts zu meckern. Lediglich die ungeliebten Scheiben von der Salatgurke ignorierte ich jedes Mal beflissentlich.
Beim Erstbesuch wählte ich das saftig in der Pfanne gebratene, panierte Zigeuner-Schnitzel mit Pommes (7,90 Euro). Kein Fehler, denn das Teil war appetitlich gewürzt und hatte einen mürbe geklopften Fleischkern. Kein Exemplar der Marke Schwäbisch-Hall („…auf diese Schweine können sie bauen!“), aber auch kein TK-Schrott aus Pressfleisch. Die Pommes, ordentliche Durchschnittsware, schienen ihr Fritteusenbad in frischem Fett absolviert zu haben. In der nicht besonders pikanten Zigeunersoße tummelten sich zu meiner Verwunderung noch ein paar Erbsen bzw. Karottenwürfel (wohl aus der Kühltheke). Zum Nachtisch gönnte ich mir eine mit Vanille-Eis gefüllte Palatschinke (5,50 Euro), die ihr kulinarisches Soll ebenfalls erfüllte.
Beim nächsten Besuch entschied ich mich für das panierte Alaska-Seelachsfilet, das man mir wunschgemäß mit Bandnudeln in Rieslingrahmsauce (8,50 Euro) kredenzte. Auch hier war der Teller in sich stimmig. Die Sauce war etwas leise gewürzt, was wohl den älteren Herrschaften kulinarisch eher zupass kam. Für mich hätte sie ruhig etwas mehr Schmackes haben können. Zumal ihr Duft nach Weißwein eher verhalten daher kam. Die Nudeln badeten ein wenig zu lange im Salzwasser, was mich jedoch nicht besonders störte, denn der Fisch hatte das passende Würzgerüst, um sich gegen die krosse Panade geschmacklich zu behaupten.
Bei der letzten Einkehr nahm ich einen Kollegen mit ins Fischerhaus. Auch er entschied sich für den beschriebenen Fischteller mit Rahmnudeln und war sehr zufrieden. Klar erwartet man hier keine kulinarischen Offenbarungen, aber die Küche bietet eine ordentliche Qualität, die doch deutlich über Kantinenniveau liegt. Außerdem hatte ich nach jedem Besuch ein angenehmes Bauchgefühl, was bei dieser Art von Küche nicht immer selbstverständlich ist.
So ein mittägliches Pola Pola (7,90 Euro) mit fünf Cevapcici, einem Fleischspieß, Djuvec-Reis, Pommes frites, Ajvar und rohen Zwiebeln durchschlägt für gewöhnlich ein dreistöckiges Wohnhaus wie ein Asteroid. Keine Ahnung, was es mit meinem Magen anstellen würde, so mein Gedanke bei der Bestellung. Meine Sorge war erst verflogen, als ich den Balkangrillteller verdrückt hatte. Klar, das war keine leichte Kost, aber alles schmeckte frisch zubereitet und die Zwiebeln ließ ich eh außen vor. Ausgezeichnet gewürzt erschienen mir insbesondere die Hackfleischröllchen. Der mit Erbsen und Karotten verfeinerte Paprikareis gefiel durch ein kräftiges Aroma. Lediglich der Schweinespieß war mir etwas zu durchwachsen und tanzte da geschmacklich wie qualitativ etwas aus der Reihe.
Wie in der Überschrift schon erwähnt, passt hier das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Getränkepreise sind mit Bodenhaftung kalkuliert – 2,20 Euro für ein großes Mineralwasser (0,4 l) gehen in Ordnung – und die Servicekräfte machen einen tadellosen Job. Für rund 10 Euro ein Wagnis, das man zur Mittagszeit durchaus eingehen kann. Da braucht es keine gewaltigen Portionen oder mehrgängige Menüfolgen, sondern in allererster Linie ehrlich gekochte Hausmannskost, die nicht allzu schwer im Magen liegt und von freundlich-umsichtigem Personal serviert wird.
Prolog:
Die Auswahl an Gastronomien, die eine passable mittägliche Einkehr erlauben, ist in meinem Arbeitsort Wörth am Rhein recht überschaubar. Früher verschlug es uns ab und zu nach Altwörth, um bei „Toni’s Pizzaexpress“ einzukehren. Oder in den Döner- und Pizzaladen namens „La Luna“ ein paar Meter weiter. Letzterer befindet sich nun etwas „weg vom Schuss“ am Ortsrand. Und die Pizzen von Toni waren schon damals keine Offenbarung. Genau so wenig wie die vom „Pizza-Amore“ im alten Einkaufszentrum auf dem Dorschberg.... mehr lesen
3.5 stars -
"Karlsruher Mittagstisch – Teil 1: Gutbürgerliche Zufallsentdeckung, die mit preiswerter Balkanküche, deutschen Klassikern und zuvorkommendem Service punktet" Ehemalige UserProlog:
Die Auswahl an Gastronomien, die eine passable mittägliche Einkehr erlauben, ist in meinem Arbeitsort Wörth am Rhein recht überschaubar. Früher verschlug es uns ab und zu nach Altwörth, um bei „Toni’s Pizzaexpress“ einzukehren. Oder in den Döner- und Pizzaladen namens „La Luna“ ein paar Meter weiter. Letzterer befindet sich nun etwas „weg vom Schuss“ am Ortsrand. Und die Pizzen von Toni waren schon damals keine Offenbarung. Genau so wenig wie die vom „Pizza-Amore“ im alten Einkaufszentrum auf dem Dorschberg.
Besucht am 09.02.2018Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Ohne einen Gutschein eines bekannten Anbieters wäre das Restaurant „Süßwasser“ vermutlich nicht in unseren Fokus geraten. Wir sind zwar schon am eher unscheinbaren und für Fahrzeuge unerreichbaren Lokal vorbei spaziert, haben aber ein Essen hier nicht favorisiert, zumal die Dichte guter bis sehr guter Restaurants in der Nähe nicht unerheblich ist.
Hat man die Räumlichkeiten dann betreten, stellt man schnell fest, dass das Süßwasser den Vergleich in Sachen Einrichtung und Service zu den Nachbarn nicht scheuen muss.
Das Lokal bot ein Fünf-Gänge-Menü an, das sich nicht nur gut anhörte, sondern auch ebenso gut schmeckte.
- Parmesan-Schaumsüppchen mit Lachstatar
- Nudeltaschen, gefüllt mit roter Bete, Trüffelschaum
- Knusprig gebratene Enten-Praline
- Geschmorte Ochsenbacke auf Butternut-Kürbis-Püree und gebratenen Austernpilzen
- Schokoladenparfait, Mousse au chocolat und Bromnie
Zum Essen werden auch die passenden, z.T. offenen Weine angeboten.
Die Qualität der Speisen und Getränke ist hochklassig, die Preise sind es aber auch.
Und man hat auch hier einen sehr guten Blick auf die Elbe.
Ohne einen Gutschein eines bekannten Anbieters wäre das Restaurant „Süßwasser“ vermutlich nicht in unseren Fokus geraten. Wir sind zwar schon am eher unscheinbaren und für Fahrzeuge unerreichbaren Lokal vorbei spaziert, haben aber ein Essen hier nicht favorisiert, zumal die Dichte guter bis sehr guter Restaurants in der Nähe nicht unerheblich ist.
Hat man die Räumlichkeiten dann betreten, stellt man schnell fest, dass das Süßwasser den Vergleich in Sachen Einrichtung und Service zu den Nachbarn nicht scheuen muss.
Das Lokal bot ein Fünf-Gänge-Menü... mehr lesen
4.5 stars -
"Sehr gut Essen mit Elbblick" Ehemalige UserOhne einen Gutschein eines bekannten Anbieters wäre das Restaurant „Süßwasser“ vermutlich nicht in unseren Fokus geraten. Wir sind zwar schon am eher unscheinbaren und für Fahrzeuge unerreichbaren Lokal vorbei spaziert, haben aber ein Essen hier nicht favorisiert, zumal die Dichte guter bis sehr guter Restaurants in der Nähe nicht unerheblich ist.
Hat man die Räumlichkeiten dann betreten, stellt man schnell fest, dass das Süßwasser den Vergleich in Sachen Einrichtung und Service zu den Nachbarn nicht scheuen muss.
Das Lokal bot ein Fünf-Gänge-Menü
An den Lokal ein Hinweis, dass es schön war, Gäste hier zu begrüßen. Es waren aber zu wenig und der Preiskampf groß. Daher wird dies Lokal wieder aufgegeben - schade für die Mettmanner Innenstadt.
An den Lokal ein Hinweis, dass es schön war, Gäste hier zu begrüßen. Es waren aber zu wenig und der Preiskampf groß. Daher wird dies Lokal wieder aufgegeben - schade für die Mettmanner Innenstadt.
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"Nach nur kurzer Zeit Aufgabe!" Ehemalige UserAn den Lokal ein Hinweis, dass es schön war, Gäste hier zu begrüßen. Es waren aber zu wenig und der Preiskampf groß. Daher wird dies Lokal wieder aufgegeben - schade für die Mettmanner Innenstadt.
Besucht am 13.02.2018Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 30 EUR
Allgemein
Faschings-Dienstag, wolkenloser Himmel, 2 Grad minus. Man muss nach den bisherigen tristen und verregneten drei Wintermonaten jeden Sonnenstrahl aufsaugen und genießen. Also entschlossen wir uns, heute mal wieder während eines längeren Spaziergangs zum Mittagessen einzukehren.
Da beide von uns ins Auge gefassten Restaurants, die normalerweise dienstags ihren Ruhetag haben, zwar wegen Fasching geöffnet waren, aber leider erst ab 15 Uhr, resp. 16.30 Uhr, wollten wir eine Einkehr auf den frühen Abend verschieben.
Doch es kam anders. Nach ca. einer Stunde zu Fuß kamen wir am Café Zimt vorbei und entschieden uns spontan für einen Linksschwung, durchquerten das Call-Center und rein ging‘s ins Bistro Café Zimt.
Service
Ein schneller Rundum-Blick zeigte uns, dass guter Betrieb herrschte. Der Service ist reichlich bestückt mit freundlichen Damen und Herren, die gerade viel zu tun hatten. Also suchten wir uns selbstständig einen freien Fensterplatz aus. Da die angebotenen Getränke und Speisen aus den auf den Tischen liegenden Flyern ersichtlich sind, konnten wir uns gleich mal schlau machen, auf was wir heute Appetit hätten. Die fünf Minuten, die wir dafür brauchten, waren gerade vorbei, als wir von einer weiblichen Servicekraft besucht wurden. Eine freundliche Begrüßung war obligatorisch und wir konnten ihr auch gleichzeitig unsere Wünsche aufsagen.
Die Getränke wurden zügig und schön gekühlt serviert. Die Wartezeit aufs Essen war angenehm. Auch die Nachfragen nach unserer Zufriedenheit wurden nicht vergessen. Beim Abräumen der Teller erlaubte ich mir, ihr ein großes Lob an die Küche für mein Essen auszusprechen. Beim Bezahlvorgang, der nach einem einmaligen Winken meinerseits flott mit korrekten Bon über die Bühne ging, gab sie mir ein Dankeschön des Küchenpersonals auf den Heimweg mit.
Lobenswert wie immer das freundliche Service-Personal, das mir glatte 5 Sterne wert ist.
Essen
Wir waren ja bis heute nur entweder zum Frühstück oder aber zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag dort eingekehrt. Heute sollte es zum ersten Mal ein Mittagessen sein. Diese Speisen stehen zwischen 12 und 14 Uhr bereit. Die Auswahl ist nicht sehr groß, aber es gibt auch Tagesgerichte, die im Angebot stehen. Und da alles frisch zubereitet wird ist dies völlig in Ordnung und ausreichend, wie ich meine.
Meine Wahl war schnell getroffen. Zarte Ochsenbäckchen mit selbstgemachten Haselnuss-Spätzle sowie in Butter geschwenktem Rosenkohl (14,90 €).
Ich weiß, manch einer wird beim Betrachten des Fotos denken, dass die Portion ziemlich klein ist. Für mich war sie gerade richtig. Die vier Bäckchen superzart, ordentlich gewürzt, damit ein toller Gaumenschmaus, der durch die dazugegebene, hervorragend würzige Soße nochmal verbessert wurde. Der Rosenkohl perfekt, bissfest, klasse. Auch die selbstgemachten Spätzle, die möglicherweise im Ländle Knöpfle heißen, passten bestens dazu. Für mich die besten Rindsbäckchen, die ich jemals gegessen habe. Da hatten auch die für mich ungewöhnlichen Sättigungsbeilagen einen ordentlichen Anteil dran, da ich als Beilage zu diesem Gericht bisher immer nur Kartoffelstampf bzw. Selleriepüree kannte. Superzarte Ochsenbäckchen
Ein sehr schön eingeschenktes Paulaner Hefeweizen hell (0,5 l, 3,80 €, ein stolzer Preis in unserer Gegend) war zu diesem hervorragenden Essen der flüssige Begleiter.
Schätzchen wollte schon öfter, wenn wir zum Frühstücken waren, das Birnen-Schafskäse-Omelette (7,90 €) probieren. Heute hatte sie zum Mittagessen die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Und dabei hatte sie noch Glück gehabt, denn beim Servieren wurde ihr von der freundlichen Servicedame offeriert, dass dieses Gericht eigentlich nur in der Frühstückszeit angeboten wird. Die Küche hat aber den Wunsch des Gastes trotzdem erfüllt.
Das Omelett hat jedenfalls die Geschmacksprobe ordentlich bestanden. Es hat ihr sehr gut geschmeckt. Satt wurde sie auch, denn ein Brötchen und Butter gab es noch dazu. Einzig die Birnenscheiben hatten in dieser Jahreszeit noch nicht ganz das Aroma. Dieses kleine Manko wurde aber durch den schmackhaften Schafskäse kompensiert. Birnen-Schafskäse-Omelette
Ihren Durst löschte ein Johannisbeerensaft von Rapp (0,2 l, 2,30 €)
Ambiente
Das Café Zimt ist aus meiner Sicht toll eingerichtet und gestaltet. Eine große Café- und Tortenbar mittendrin. Schönes, bequemes Mobiliar. In der warmen Jahreszeit kann man sich auch auf der großen hölzernen Veranda unter riesigen Sonnenschirmen niederlassen und die Köstlichkeiten genießen. Das Ganze in einer hervorragenden Atmosphäre. Hierzu lohnt sich auch ein Blick auf die wirklich informative Website. Besonders auch die Impressionen aus dem Café Zimt, da kann man sich ein viel besseres Bild machen als mit meinen Fotos. Tisch-Deko
Sauberkeit
Weder Sanitäranlagen noch das Café selber geben Anlass zur Kritik. Im Café wird in kurzen Abständen sogar mit einem Mob den runtergefallenen Krümeln der Garaus gemacht. Lobenswert!
Fazit:
Ob Frühstück, Mittagssnack, Kaffee oder Kuchen, das Café Zimt kann man zu jeder Tageszeit besuchen. Und man wird nicht enttäuscht sein. Also eine klare Empfehlung von mir.
Allgemein
Faschings-Dienstag, wolkenloser Himmel, 2 Grad minus. Man muss nach den bisherigen tristen und verregneten drei Wintermonaten jeden Sonnenstrahl aufsaugen und genießen. Also entschlossen wir uns, heute mal wieder während eines längeren Spaziergangs zum Mittagessen einzukehren.
Da beide von uns ins Auge gefassten Restaurants, die normalerweise dienstags ihren Ruhetag haben, zwar wegen Fasching geöffnet waren, aber leider erst ab 15 Uhr, resp. 16.30 Uhr, wollten wir eine Einkehr auf den frühen Abend verschieben.
Doch es kam anders. Nach ca. einer Stunde zu Fuß... mehr lesen
4.5 stars -
"Spontane Einkehr, die sich wieder Mal als sehr gute Wahl erwies!" Ehemalige UserAllgemein
Faschings-Dienstag, wolkenloser Himmel, 2 Grad minus. Man muss nach den bisherigen tristen und verregneten drei Wintermonaten jeden Sonnenstrahl aufsaugen und genießen. Also entschlossen wir uns, heute mal wieder während eines längeren Spaziergangs zum Mittagessen einzukehren.
Da beide von uns ins Auge gefassten Restaurants, die normalerweise dienstags ihren Ruhetag haben, zwar wegen Fasching geöffnet waren, aber leider erst ab 15 Uhr, resp. 16.30 Uhr, wollten wir eine Einkehr auf den frühen Abend verschieben.
Doch es kam anders. Nach ca. einer Stunde zu Fuß
Besucht am 09.02.2018Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 23 EUR
Betritt man das kleine Gasthaus zwischen dem ehemaligen Freihafen und dem Autobahnzubringer, denkt man, die Zeit ist stehen geblieben, Gebäude und Einrichtung verströmen den Charme der 60ger Jahre. Bis man allerdings die Gaststätte betreten darf, muss am Ende einer mehr oder weniger langen Schlange gewartet werden. Leere Plätze gibt es im Gastraum eigentlich nicht, geht jemand, wird aus der Schlange aufgefüllt. Das hat auch einen gewissen Reiz, da man schnell mit den Nachbarn ins Gespräch kommt.
Dass der Schwerpunkt bei Fischgerichten liegt, sagt schon der Name, der Renner scheint Fischfilet zu sein. Der wird mit Kartoffelsalat in drei Portionsgrößen serviert, schon die mittlere Größe mit fünf Filets reicht, um einen „guten Esser“ satt zu machen.
Der Fisch ist frisch, der Salat auch, die Zubereitung ist konservativ und kommt ohne modernen Schnickschnack aus. Das macht wohl auch den Reiz dieses Lokals aus.
Die Preise sind moderat, Fisch und Softdrink für ca. 12€.
Dieses Lokal ist „Kult“ und konnte wohl auch nur hier am Hafenrand über die Jahre bestehen und wird hoffentlich auch noch lange erhalten bleiben.
Betritt man das kleine Gasthaus zwischen dem ehemaligen Freihafen und dem Autobahnzubringer, denkt man, die Zeit ist stehen geblieben, Gebäude und Einrichtung verströmen den Charme der 60ger Jahre. Bis man allerdings die Gaststätte betreten darf, muss am Ende einer mehr oder weniger langen Schlange gewartet werden. Leere Plätze gibt es im Gastraum eigentlich nicht, geht jemand, wird aus der Schlange aufgefüllt. Das hat auch einen gewissen Reiz, da man schnell mit den Nachbarn ins Gespräch kommt.
Dass der Schwerpunkt bei Fischgerichten... mehr lesen
4.0 stars -
"Kult am Hafen" Ehemalige UserBetritt man das kleine Gasthaus zwischen dem ehemaligen Freihafen und dem Autobahnzubringer, denkt man, die Zeit ist stehen geblieben, Gebäude und Einrichtung verströmen den Charme der 60ger Jahre. Bis man allerdings die Gaststätte betreten darf, muss am Ende einer mehr oder weniger langen Schlange gewartet werden. Leere Plätze gibt es im Gastraum eigentlich nicht, geht jemand, wird aus der Schlange aufgefüllt. Das hat auch einen gewissen Reiz, da man schnell mit den Nachbarn ins Gespräch kommt.
Dass der Schwerpunkt bei Fischgerichten
Geschrieben am 11.02.2018 2018-02-11| Aktualisiert am
16.09.2018
Besucht am 10.02.2018Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 54 EUR
Es war unser 2. Besuch dieses Jahr. Wir waren schon mal hier und sehr zufrieden. Letzte Woche Freitag gab es Zeugnisse, ein guter Grund zum Feiern.
Filius Gernesser wollte gern ins Haus Hohenstein, denn beim 1. Besuch waren wir schon sehr zufrieden.
Der Anruf dort ergab, daß so kurzfristig nichts zu machen war. Also wurde der Tisch für gestern reserviert.
Um kurz vor 18.00 Uhr trafen wir ein, wurden sehr nett empfangen und an den Tisch geleitet. Dieser war mit einer sauberen Tischdecke, blitzblankem Besteck und hochwertigen Papierservietten eingedeckt.
Die Lampen über den Tischen beleuchten alles gut, ohne zu blenden. Die Laternen im Restaurant sind mit flackernden Elektrokerzen bestückt, auf den Tischen stehen echt brennende Lämpchen und kleine Topfpflanzen. Ich finde es gemütlich. Alles hier ist sehr sauber, da gibt es keine Mängel.
Das Restaurant ist mit vielen Wein- und Spirituosenflaschen in sehr ungewöhnlichen Grössen dekoriert. Das sieht interessant aus und regte Filius zu Überlegungen an, wieviele Leute davon trinken können... Über unserem Tisch hängt ein Regal, auf dem Likörflaschen, welche an Parfumflakons erinnern, liegen, so konnte ich sie gut betrachten. Das gefällt mir. Der einzige Mangel ist die Säule neben dem Tisch, wer etwas "mehr" ist, hat es etwas eng.
Die Bedienung kam mit den Speisekarten, fragte, ob wir für ein Getränk erst in die Karte schauen wollen oder schon einen Wunsch haben. Wir bestellten alkoholfreies Weizen (3,70 €) und der Filius eine kleine Cola (2,10€).
Die Getränke kamen schnell, gut gekühlt und unsere Weizen mit Krone.
Dann schauten wir in die Karte. Filius entschied sich für ein Schnitzel Wiener Art (12,50 €), Herr Gernesser wählte den Räuberspiess (16,50€) und ich den Balkanteller (14,80€).
Die Bedienung erschien wieder, nahm unsere Bestellung auf, ( ich bat um ein paar Pommes und dafür etwas weniger Reis), schaute Filius an und sagte "Du magst doch Deinen Salat aus Gurken und Tomaten mit wenig Dressing, oder?" Filius war platt. Sie hatte es sich seit kurz nach Weihnachten gemerkt. Das ist toll. Die Beilagensalate hier sind sehr frisch, mit Rucola, Paprika und knusprigen leckeren hausgemachten Croutons und ertrinken nicht im selbstgemachten Dressing.
Unser Essen wurde serviert. Hmmm, dieser Duft. Ich war begeistert. Liebevoll angerichtete, große Portionen. Der Spieß hatte die Größe eines Säbels, verschiedene Fleischsorten und Gemüse steckten darauf. Filius freute sich über die knusprigen Pommes und sein leckeres Schnitzel und ich war etwas überfordert. Wo sollte ich anfangen? Beim "kleinen" überbackenenen Biftki mit Füllung? Oder dem Knoblauchwürstchen? Dem Cevapcici? Oder doch dem knusprigen Speck? Ich wählte das Minischnitzel. Wow, ich teile Filius' Begeisterung, es schmeckte prima. Alle Fleischsorten waren sehr sehr lecker, der Djuvecreis schön gewürzt, nicht totgekocht, sondern noch mit etwas Biss und feingeschnibbeltem Gemüse. Das begeistert mich. Die Pommes waren auch gut. Herr Gernesser bekam noch Fleisch von mir, kämpfte aber selbst etwas... Die bestellte, extra gereichte Majo fand sich später nicht auf der Rechnung.
Nach dem Essen waren wir alle sehr zufrieden.
Die erbetene Rechnung kam, wir zahlten mit ec-Karte und wurden sehr nett verabschiedet. Wir kommen auf jeden Fall wieder.
Vor dem Restaurant gibt es 4 Parkplätze, das ist etwas wenig. Vielleicht kann man die Schulparkplätze benutzen?
Edit(h) hat am 16.09. noch einen Rechtschreibfehler gefunden. ...
Es war unser 2. Besuch dieses Jahr. Wir waren schon mal hier und sehr zufrieden. Letzte Woche Freitag gab es Zeugnisse, ein guter Grund zum Feiern.
Filius Gernesser wollte gern ins Haus Hohenstein, denn beim 1. Besuch waren wir schon sehr zufrieden.
Der Anruf dort ergab, daß so kurzfristig nichts zu machen war. Also wurde der Tisch für gestern reserviert.
Um kurz vor 18.00 Uhr trafen wir ein, wurden sehr nett empfangen und an den Tisch geleitet. Dieser war mit einer sauberen Tischdecke,... mehr lesen
Haus Hohenstein
Haus Hohenstein€-€€€Restaurant0202553298Hohenstein 119, 42283 Wuppertal
4.5 stars -
"Gutes, reichliches Essen in gemütlicher Atmosphäre mit dem Potential zum Lieblingsrestaurant" Ehemalige UserEs war unser 2. Besuch dieses Jahr. Wir waren schon mal hier und sehr zufrieden. Letzte Woche Freitag gab es Zeugnisse, ein guter Grund zum Feiern.
Filius Gernesser wollte gern ins Haus Hohenstein, denn beim 1. Besuch waren wir schon sehr zufrieden.
Der Anruf dort ergab, daß so kurzfristig nichts zu machen war. Also wurde der Tisch für gestern reserviert.
Um kurz vor 18.00 Uhr trafen wir ein, wurden sehr nett empfangen und an den Tisch geleitet. Dieser war mit einer sauberen Tischdecke,
Besucht am 27.12.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 43 EUR
Das Leben ist Veränderung. In der Gastronomie sowieso. Keine neuartige Erkenntnis, schon gar nicht für Angelo Centamore, dem neuen Inhaber des früheren „La Calma“, das sich seit Juli 2017 „Calma & Gusto“ nennt. Sein sardischer Vorgänger mit dem wohlklingenden Nachnamen Murgia, bei dem ich im März 2016 noch zu Gast war, zählt bereits zur Bremer Gastro-Geschichte. Dieser arbeitet wieder als Maurer in seinem alten Beruf, wohnt in der Nähe und kommt noch regelmäßig zum Essen in seinem ehemaligen Ristorante vorbei. So jedenfalls berichtete uns das der neue Calma-Wirt.
Angelo ist gebürtiger Mannheimer mit deutlich vernehmbaren Kurpfälzer Zungenschlag. Klar, dass auch er sofort den Pfälzer am Tisch witterte. Der ehemalige Maschinenschlosser, der früher im Mannheimer Omnibuswerk mit dem großen Stern tätig war, wechselte schon vor Jahren in die Gastronomie und ist dabei viel herumgekommen. Über München, Bad Schwartau, Lübeck, Nürnberg und Köln landete der Kurpfälzer mit sizilianischen Wurzeln in Bremen, wo er drei Jahre lang Restaurantleiter in der mittlerweile geschlossenen Pizzeria „La Dolce Vita“ am Bahnhofsplatz war. In eben jenen Räumlichkeiten, in denen nun der frühere Werder-Spieler Nelson Valdez zusammen mit seinen Schwiegereltern die „Südtiroler Hütte“ betreibt.
Zusammen mit Sana, die ihn beim Service den Rücken frei hält und einer kleinen Küchencrew schmeißt er den Laden im Hulsberg-Viertel. Seinem Konzept einer mediterranen Frischeküche mit sizilianischem Akzent huldigt er in Form einer recht übersichtlichen Speisenauswahl. Genau wie bei seinem Vorgänger erhält der Gast eine Speisenkarte im DIN-A4-Format, die auf einem Klemmbrett heftet. Darauf befanden sich etwa fünf Antipastigerichte, viermal Pasta, ein wenig Fleisch und Fisch (Kalbsmedaillons, Scampi und Lachsfilet) sowie ca. zehn verschiedene Pizzen. Ergänzt wurde das Programm durch ein paar Empfehlungen, die in weißer Kreide geschrieben auf diversen Schiefertafeln an den Wänden hingen. Darunter mediterrane Leckereien wie gegrillte Dorade (18 Euro) und Kabeljau sizilianischer Art (18,50 Euro).
Schon beim Eintreten fiel uns auf, dass am Innenleben nicht viel verändert wurde. Ein paar neue Bilder zierten die Wände. Die Tische waren etwas anders angeordnet, was wohl zu mehr Plätzen geführt hat. Dennoch sitzt man hier nicht beengt, sondern äußerst komfortabel auf bequem gepolsterten Plastikschalenstühlen. Die Textilien, die ehemals von der Decke baumelten, hat Angelo entsorgt. Die klobigen Hängeleuchten hingen dagegen schon beim Vorgänger. Sie werden von ein paar Strahlern unterstützt und sorgen weiterhin für angenehme Lichtverhältnisse. Das Einrichtungssammelsurium von damals wurde ein wenig reduziert. Weniger ist ja oft mehr. In den Regalen tummeln sich diverse sizilianische Flaschenweine, hochwertiger Espresso der Marke „S-caffe“ von der renommierten Kaffeerösterei Schreyögg aus Südtirol sowie etwas italienische Feinkost.
Es war an jenem Abend recht ruhig im Lokal und wir entschieden uns für einen Platz vor der Fensterfront. Mit Blick nach draußen orderten wir ein Glas Lambrusco (0,2l für 3,50 Euro) und eine kleine Apfelsaftschorle (naturtrüb, 2,20 Euro). Die Flasche Mineralwasser von Surgiva, einem hierzulande eher selten anzutreffenden, natriumarmen Gletscherwasser aus dem Trentino, war eine willkommene Abwechslung für uns San Pellegrino Geschädigten. Erst beim Schreiben dieser Zeilen und der genaueren Durchsicht der Rechnung fiel mir ihr Fehlen auf eben jener auf. Danke Angelo für die sicherlich unbeabsichtigte „Wasserspende“, die ich erst im Nachhinein bemerkte.
Zur Einstimmung wurde ein Schälchen Pesto mit frischem Weißbrot gereicht. Eine kleine, aromatische Aufmerksamkeit der Küche, die wir dankend annahmen. Danach machte uns eine tadellos zubereitete Bruschetta (5,50 Euro) so richtig Laune. Auf leicht geröstetem Brot lagen klein gewürfelte Cherrytomaten, die zusammen mit roten Zwiebeln, Basilikum und gutem Olivenöl eine wohlschmeckende Allianz eingingen.
Bei unserem letzten Besuch hatten wir eine vorzügliche Feinkostplatte aus der Toskana genossen. Nun firmiert unter dem Namen „Antipasti misto a modo nostro“ (9 Euro) ein üppig belegter Antipasti-Teller, mit dem mir der Patrone im Vorübergehen den Mund wässrig machte. Hätten wir nicht schon unsere Pizzen bestellt gehabt, wären wir um diese verlockend aussehende Vorspeisensammlung wohl nicht herum gekommen.
Die mit Büffelmozzarella aus Kampanien belegten Rundbackwaren aus dem Steinofen waren von beträchtlichem Umfang. Auch ohne das Lineal zu bemühen waren das sicherlich gute 30 cm Durchmesser, die meine pikante „Diablo“ (11 Euro) auf den Teller brachte. Ihr fehlte trotz würziger Salami calabrese und Feta etwas die versprochene Schärfe. Angelos selbst angerührtes Chili-Öl machte diesen Umstand jedoch schnell vergessen und mir brannte alsbald die „Gosch“ wie der Kurpfälzer zu sagen pflegt. Der dünne Pizzaboden war schön knusprig gebacken. Einziger kleiner Kritikpunkt: sie hätte etwas saftiger ausfallen können. Mir persönlich schmeckt sie am besten, wenn es auf der Oberfläche richtig tomatig zugeht. Aber da gehen die Meinungen ja bekanntlich auseinander.
Aus der bestellten Pizza Parma (12 Euro) meiner Begleitung wurde am Tisch eine Pizza Bresaola (13 Euro). Anscheinend hatte die Küche den Parmaschinken gegen luftgetrockneten Rinderschinken eingetauscht. Egal, auch diese mit Rucola und frisch geriebenem Parmesan belegte Variante zeugte vom tadellosen Handwerk des Pizzabäckers.
Zum Abschluss karamellisierte uns Angelo die Crème brulée (4,50 Euro) mit dem Bunsenbrenner direkt am Tisch. Das genoss der ehemalige Maschinenschlosser sichtlich. Genau wie wir die nach Vanille schmeckende Süßspeise im Tonschälchen. Für unsere Lieben daheim nahmen wir noch ein „Tiramisu to go“ (5 Euro) mit auf den Heimweg. Nicht ohne vorher zu versprechen, die leere Glasschale am nächsten Tag wieder vorbei zu bringen. Das köstliche Schichtdessert aus Venetien sollte den Abend nicht lange überdauern.
Und so war es auch unter dem neuen Betreiber ein beschaulicher Abend bei delikater Italo-Kost und amüsanten Geschichten, die der sympathische Patrone in lockerer Art zum Besten gab. Seine sizilianischen Gaumenfreuden werde ich dann beim nächsten Besuch so richtig austesten. Direkt nach den opulenten Weihnachtstagen…scusa, era troppo per me.
Das Leben ist Veränderung. In der Gastronomie sowieso. Keine neuartige Erkenntnis, schon gar nicht für Angelo Centamore, dem neuen Inhaber des früheren „La Calma“, das sich seit Juli 2017 „Calma & Gusto“ nennt. Sein sardischer Vorgänger mit dem wohlklingenden Nachnamen Murgia, bei dem ich im März 2016 noch zu Gast war, zählt bereits zur Bremer Gastro-Geschichte. Dieser arbeitet wieder als Maurer in seinem alten Beruf, wohnt in der Nähe und kommt noch regelmäßig zum Essen in seinem ehemaligen Ristorante vorbei.... mehr lesen
Calma & Gusto
Calma & Gusto€-€€€Restaurant042147895665Bei den drei Pfählen 12, 28205 Bremen
4.5 stars -
"In der Ruhe liegt ja bekanntlich der Geschmack oder: warum es im ehemals sardischen Ristorante nun sizilianisch zugeht" Ehemalige UserDas Leben ist Veränderung. In der Gastronomie sowieso. Keine neuartige Erkenntnis, schon gar nicht für Angelo Centamore, dem neuen Inhaber des früheren „La Calma“, das sich seit Juli 2017 „Calma & Gusto“ nennt. Sein sardischer Vorgänger mit dem wohlklingenden Nachnamen Murgia, bei dem ich im März 2016 noch zu Gast war, zählt bereits zur Bremer Gastro-Geschichte. Dieser arbeitet wieder als Maurer in seinem alten Beruf, wohnt in der Nähe und kommt noch regelmäßig zum Essen in seinem ehemaligen Ristorante vorbei.
"Wieder mal ist viel passiert: Lino ist wieder da! Bei Essen und Trinken am Brill an der Ecke Bayreuther und Funckstraße im unteren Briller Viertel hat eine Wuppertaler Gastro-Legende seit ein paar Wochen Küche und Service in die Hand genommen: Lino Monticciolo, der zuletzt in Remscheid aktiv war, und sein Team bieten Pizza, Pasta, Fisch und Fleisch auf klassisch italienische Art".
....gerade in der Wuppertaler Rundschau gelesen
"Wieder mal ist viel passiert: Lino ist wieder da! Bei Essen und Trinken am Brill an der Ecke Bayreuther und Funckstraße im unteren Briller Viertel hat eine Wuppertaler Gastro-Legende seit ein paar Wochen Küche und Service in die Hand genommen: Lino Monticciolo, der zuletzt in Remscheid aktiv war, und sein Team bieten Pizza, Pasta, Fisch und Fleisch auf klassisch italienische Art".
Essen und Trinken am Brill
Essen und Trinken am Brill€-€€€Restaurant0202 69372628Bayreuther Str. 91, 42115 Wuppertal
stars -
"Zurück in Wuppertal" Ehemalige User....gerade in der Wuppertaler Rundschau gelesen
"Wieder mal ist viel passiert: Lino ist wieder da! Bei Essen und Trinken am Brill an der Ecke Bayreuther und Funckstraße im unteren Briller Viertel hat eine Wuppertaler Gastro-Legende seit ein paar Wochen Küche und Service in die Hand genommen: Lino Monticciolo, der zuletzt in Remscheid aktiv war, und sein Team bieten Pizza, Pasta, Fisch und Fleisch auf klassisch italienische Art".
Geschrieben am 07.02.2018 2018-02-07| Aktualisiert am
07.02.2018
Besucht am 13.01.2018Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Pizza gibt es nicht, dafür aber modern interpretierte Klassiker sowie ständig wechselnde und für uns immer wieder neue Tagesempfehlungen. Ein Wiener Schnitzel findet man ebenfalls auf der übersichtlichen Standard-Karte….italienische Küche mit internationalen Einflüssen also. Im Dezember gab es sogar ein Gänse-Menü. Ich weiß gar nicht mehr wie oft wir seit der Neueröffnung Anfang September letzten Jahres hier waren, zufrieden waren wir jedenfalls bei jedem unserer Besuche, einzig die Bobbies hatten einmal mit den Garnelen in Knoblauch als Vorspeise etwas Pech, die sollen doch etwas belanglos und ohne Würze dahergekommen sein.
Nun ein paar kleine Impressionen:
Vorweg wird frisches Brot mit verschiedenen Dips und Olivenöl serviert....das Foto ist verschollen.
Sous vide gegartes Kalbfleisch/Thunfischsauce/karamellisierte Kapern (11,50)
Hervorragendes Vitello….beim nächsten Mal für mich bitte ein wenig mehr Tonnato, so präsentiert gefällt und schmeckt es mir allemal besser als bei so manchem Standard-Italiener.
Antipasti ( für 1 Person 8,50)
Auf Wunsch ohne Fisch und Meeresgetier. Sonderwünsche, wenn machbar, sind kein Problem. Die Antipasti können auch für 2 Personen zu 15,50? bestellt werden.
Wildfanggarnele mit Milchaioli und Krustentierschaum (ca. 20,-) von der Tageskarte
Lasagne a la nonna Angela (11,50)
Tagliatelle mit Rindfleisch in bunter Pfefferrahmsauce und Mascarpone (14,50)
Lachsfilet/Orangen-Gin-Sauce von der Tageskarte
Schweinefilet/Gorgonzolasauce/Apfel/Walnuss (16,90)
Crème brûlée mit Mangoeis und Früchten (7,-)
Beim Dessert musste ich bislang immer streiken, ich durfte aber mal probieren….so muss Crème brûlée, beim nächsten Mal steht unbedingt „Tiramisu wie er mir gefällt“ auf dem Plan.
Weitere Einblicke findet man unter „Fotos“.
Die verwendeten Zutaten sind superfrisch und von sehr guter Qualität. „Aus der Tüte“ kommt hier sicher nicht „in die Tüte“….und Saucen kann man.
Das Lokal liegt etwas zurückgesetzt in der Besenbruchstraße, die hier ansässigen Firmen weisen auf ein striktes Parkverbot hin. Ein Parkplatz findet sich aber in der Regel mehr oder weniger in der Nähe auf der Friedrich-Engels-Allee.
Giovanni D´Aquila (rechts) war zuvor Küchenchef im „Grigio“ am Katernberg und hat vor ein paar Jahren im Team Poletto in der TV-Kochshow "The Taste" gekocht. Sein Geschäftspartner David Liensdorf ist für den Servicebereich zuständig. Im Restaurant haben wir die zwei immer sauber und ordentlich gekleidet angetroffen ;-). Wenn es unter der Woche oder am Sonntag etwas ruhiger zugeht, serviert Signore D’aquila schon mal selbst. Reservieren ist ratsam aber nicht zwingend erforderlich. Wir haben auch schon an den Wochenenden kurzfristig Glück gehabt…..eine sehr gute Alternative wenn man wieder einmal im Luisenviertel scheitert.
Die verwinkelten Räumlichkeiten im Gewölbekeller einer alten Weberei gefallen uns sehr gut. Das Mobiliar scheint noch, zumindest teilweise, vom Vorbesitzer „Il Camino“ zu sein, einige Stühle haben doch eine relativ kleine Sitzfläche. Wir reservieren jedoch fast immer im hinteren Restaurantbereich an einem der großen runden Tische für 4 oder mehr Personen (siehe Website). Hier sitzt man auf bequemen Stühlen mit Armlehne, hat genügend Abstand zu den Nachbartischen und der Geräuschpegel war selbst in größerer Runde immer im akzeptablen Bereich.
Das PLV bewerte ich mit 5 Sternen, die Preise für Speis und Trank sind sehr fair kalkuliert. Die Auswahl an offenen Weinen dürfte für mich etwas umfangreicher sein, Regaleali oder einen Lugana bekommt man nur als Flaschenwein. Zumindest aber gibt es einen ordentlichen Sauvignon Blanc von Gilda Moll aus dem schönen pfälzischen St. Martin ( 0,2 l zu 5,50).
Die anfänglichen Kinderkrankheiten im Service haben sich nun überwiegend auch gelegt, jedenfalls macht die männliche Fraktion hier einen sehr guten Job. Sehe gerade….lt. Kassenbeleg wurden wir von Ruven bedient oder eher gesagt umsorgt.
Zu zweit haben wir beim letzten Mal 74,50 € für zwei Vorspeisen, zweimal Pasta und Getränke inkl. Espresso gezahlt.
Klare Empfehlung!
Nachtrag: Gerade auf der Website entdeckt...nächste Woche gibt es ein verlockendes Valentins-Menü. Hmmh, eigentlich gehen wir an solchen Tagen eher nicht essen.
Pizza gibt es nicht, dafür aber modern interpretierte Klassiker sowie ständig wechselnde und für uns immer wieder neue Tagesempfehlungen. Ein Wiener Schnitzel findet man ebenfalls auf der übersichtlichen Standard-Karte….italienische Küche mit internationalen Einflüssen also. Im Dezember gab es sogar ein Gänse-Menü. Ich weiß gar nicht mehr wie oft wir seit der Neueröffnung Anfang September letzten Jahres hier waren, zufrieden waren wir jedenfalls bei jedem unserer Besuche, einzig die Bobbies hatten einmal mit den Garnelen in Knoblauch als Vorspeise etwas Pech,... mehr lesen
4.5 stars -
"Ein nicht alltäglicher Italiener" Ehemalige UserPizza gibt es nicht, dafür aber modern interpretierte Klassiker sowie ständig wechselnde und für uns immer wieder neue Tagesempfehlungen. Ein Wiener Schnitzel findet man ebenfalls auf der übersichtlichen Standard-Karte….italienische Küche mit internationalen Einflüssen also. Im Dezember gab es sogar ein Gänse-Menü. Ich weiß gar nicht mehr wie oft wir seit der Neueröffnung Anfang September letzten Jahres hier waren, zufrieden waren wir jedenfalls bei jedem unserer Besuche, einzig die Bobbies hatten einmal mit den Garnelen in Knoblauch als Vorspeise etwas Pech,
Besucht am 04.02.20183 Personen
Rechnungsbetrag: 65 EUR
Das Gasthaus Q 21 ist auf dem ehemaligen Gelände des Krankenhauses Barmbek gelegen. Aus einer großen Halle ist durch Umbau ein Restaurant mit mindestens zwei saalartigen Räumen entstanden, das modern rustikal eingerichtet wurde. Durch die großen Räume entsteht schnell eine nicht unerhebliche Geräuschkulisse.
Am Sonntag zum Frühstück war das Lokal sehr gut besucht. Zum Frühstück wird ein sehr reichhaltiges Buffet angeboten, beispielhaft für warmes Essen Rührei, Bacon, Würstchen, Fleisch, dazu Kartoffeln, Gemüse usw., Aufschnitt, Lachs, Mett mit Brot und Brötchen und quasi als Nachtisch diverse süße Naschereien wie Götterspeise, Schokopudding und Obstsalate und Quark. Diese willkürliche Aufzählung ist bei weitem nicht abschließend und alle Speisen wurden zeitnah frisch und warm „nachgefüllt“.
Der Service ist nett und freundlich, kann aber bei dem Andrang auch nicht zaubern, manche Wunder (hier Getränkewunsch) dauern etwas länger.
Bei Preisen von 14,90€ plus Getränken sind 20€ pro Person schnell überschritten, ob das angemessen ist, muss jeder selbst beurteilen, uns hat es jedenfalls gefallen.
Das Gasthaus Q 21 ist auf dem ehemaligen Gelände des Krankenhauses Barmbek gelegen. Aus einer großen Halle ist durch Umbau ein Restaurant mit mindestens zwei saalartigen Räumen entstanden, das modern rustikal eingerichtet wurde. Durch die großen Räume entsteht schnell eine nicht unerhebliche Geräuschkulisse.
Am Sonntag zum Frühstück war das Lokal sehr gut besucht. Zum Frühstück wird ein sehr reichhaltiges Buffet angeboten, beispielhaft für warmes Essen Rührei, Bacon, Würstchen, Fleisch, dazu Kartoffeln, Gemüse usw., Aufschnitt, Lachs, Mett mit Brot und Brötchen und... mehr lesen
Quartier 21
Quartier 21€-€€€Restaurant, Gasthaus, Biergarten, Loungebar040/57015371Fuhlsbüttler Straße 405, 22047 Hamburg
3.5 stars -
"Das Gasthaus an der Fuhle" Ehemalige UserDas Gasthaus Q 21 ist auf dem ehemaligen Gelände des Krankenhauses Barmbek gelegen. Aus einer großen Halle ist durch Umbau ein Restaurant mit mindestens zwei saalartigen Räumen entstanden, das modern rustikal eingerichtet wurde. Durch die großen Räume entsteht schnell eine nicht unerhebliche Geräuschkulisse.
Am Sonntag zum Frühstück war das Lokal sehr gut besucht. Zum Frühstück wird ein sehr reichhaltiges Buffet angeboten, beispielhaft für warmes Essen Rührei, Bacon, Würstchen, Fleisch, dazu Kartoffeln, Gemüse usw., Aufschnitt, Lachs, Mett mit Brot und Brötchen und
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Die Auswahl an Gastronomien, die eine passable mittägliche Einkehr erlauben, ist in meinem Arbeitsort Wörth am Rhein recht überschaubar. Früher verschlug es uns ab und zu nach Altwörth, um bei „Toni’s Pizzaexpress“ einzukehren. Oder in den Döner- und Pizzaladen namens „La Luna“ ein paar Meter weiter. Letzterer befindet sich nun etwas „weg vom Schuss“ am Ortsrand. Und die Pizzen von Toni waren schon damals keine Offenbarung. Genau so wenig wie die vom „Pizza-Amore“ im alten Einkaufszentrum auf dem Dorschberg. Der Nachteil dieser Italo-Kaschemme: man riecht danach so intensiv nach italienischem Backwerk und geschmolzenem Käse, dass man sich kaum noch zurück auf die Arbeit traut, da die Kollegen dort – übrigens völlig zu Recht – angewidert die Nase rümpfen.
Von den Vertretern der örtlichen Grillzunft ist mir nur das „Amadeus“ bei der Bienwaldhalle bekannt. Ein Standardgrieche, der mich schon damals nicht besonders überzeugte. Der Bayrische Hof in der Ottstraße, in dem ebenfalls griechisch aufgetischt wird, muss hingegen noch ausgetestet werden. Genau wie das in der Rheinhalle zu Maximiliansau ansässige, recht neue Restaurant „El Greco“. Dessen guter Ruf nach kulinarischer Evaluierung schreit.
Eine Aufbesserung der kulinarischen Lage am Mittag versprach das vor zehn Jahren eröffnete „Maximiliancenter“, das auch einige Gastrobetriebe beherbergt. Lässt man mal die üblichen Fast-Food-Verdächtigen McDonald’s und Subway außen vor, so beschränkt sich die mittägliche Suche nach Essbarem im Wesentlichen auf den dort ansässigen Asia Wok namens „Le Viet“, das Eiscafé Florenz, den Pizza Max (der auch Döner anbietet), die Warmtheke der Metzgerei Zeiss sowie auf einen weiteren Döner-Imbiss mit mediterraner Feinkostauslage. Diese Läden besuche ich nun schon seit einigen Jahren mehr oder weniger regelmäßig. Die langweiligen Asia-Nudeln vom Chinesen habe ich schon lange über und auch den Döner empfinde ich als sättigenden Notnagel, der lediglich den Magen füllt und mit Genuss doch recht wenig zu tun hat.
Eine eingeschränkte Situation also, die mich zwang, meinen Fokus etwas mehr nach Osten zu richten. Die Stadt Karlsruhe liegt ja bekanntlich gerade gegenüber auf der anderen Rheinseite. Kaum hat man die Rheinbrücke passiert, befindet man sich schon in Knielingen, dem nordwestlichsten Stadtteil der Fächerstadt und dem nach Durlach flächenmäßig zweitgrößten. Hier begann meine Suche nach schmackhaften Mittagsangeboten. Über sie werde ich nun in einer mehrteiligen Reihe („Karlsruher Mittagstisch“) berichten. Den Anfang macht dabei das Fischerhaus.
Das Fischerhaus
Beim Stöbern im digitalen Reiseratgeber mit dem Eulen-Logo stieß ich auf die am Vereinssee der Sportfischervereinigung Knielingen gelegene Gastwirtschaft. Diese befindet sich etwas außerhalb im Grüngürtel zwischen Rheinbergstraße und Bruchweg, unmittelbar am bereits erwähnten Fischgewässer einer ehemaligen Kiesgrube. Die Online-Beschreibungen beschränkten sich zwar auf wenig aussagekräftige Attribute wie „lecker“, „empfehlenswert“ und „prima Auswahl“, aber mein Interesse war geweckt. Ich war gespannt auf das „tolle Personal“, die „fairen Preise“ und das „super Essen“, das mir die weltweit größte Reisewebseite versprach.
Kurz vor den Weihnachtsferien besuchte ich das Lokal dann zum ersten Mal. Es war ganz schön was los an diesem vorweihnachtlichen Mittwochnachmittag. Der großangelegte, jedoch nahezu komplett belegte Parkplatz vor dem Haus deutete darauf hin. Ich hatte schon die Befürchtung keinen Platz zu bekommen und sah mich schon wieder in Richtung Wörth zurück fahren, kleinlaut einen halben Döner oder ein Stück aufgewärmte Pizza verdrückend. Doch es kam alles anders.
Der üppig behangene, im Zentrum platzierte Weihnachtsbaum erinnerte mich gleich nach dem Betreten der Gaststube an das nahende Fest der Liebe. Frau Nermina Hrle, Chefin und Serviceleiterin zugleich, begrüßte mich freundlich und wies mir einen Tisch im vorderen Gastraum gleich gegenüber der Theke zu. Da saß ich nun und hatte ein wenig Zeit mich umzuschauen. Drinnen regierte zeitlose Gutbürgerlichkeit, die an den gastwirtschaftlichen Charme der 80er Jahre erinnerte. Kugelleuchten hingen von der mit dunklen Balken durchzogenen Holzdecke. Die Holzpaneelen an der Decke waren in hellem Beige gestrichen. Gut vorstellbar, dass die vor 30 Jahren noch in dunklerem Ton gehalten waren.
Auch das Mobiliar atmete den Geist vergangener Tage. Die etwas altbacken wirkenden Holzstühle, die mit gepolsterter Fläche und Rückenlehne für recht bequeme Sitzverhältnisse sorgten, standen um einfache Tische mit weißem Leinenüberzug. Über grau gefliesten Boden ging es am Tresen vorbei in einen zweiten, deutlich offeneren Gastraum, der sich durch eine Falttür auch für größere Gesellschaften separieren ließe. Die großen Fenster fluteten das Innere des Lokals mit ausreichend Licht, was die etwas dunklere Einrichtung schnell vergessen machte. An den Wänden kündeten ein paar präparierte Prachtkerle von den Erfolgen der Knielinger Sportfischer. Daneben unterbrachen diverse Regale mit feilgebotenen Weinflaschen sowie einige gerahmte Bilder das monotone Weiß der Wände. Auf den weihnachtlich dekorierten Tischen standen Salz- und Pfeffermühle bereit. Für Kaffee- und Kuchenfreunde durfte der obligatorische Zuckerstreuer nicht fehlen.
Davon machte das überwiegend aus älteren Semestern bestehende Publikum regen Gebrauch. Viele Pensionäre fanden den Weg in das Fischerhaus. Die Art und Weise, wie die Chefin ihre Gäste begrüßte bzw. verabschiedete ließ auf eine große Stammklientel schließen. Schon über 20 Jahre lang ist das Lokal in der Hand der Betreiberfamilie Hrle, wie mir der freundliche junge Mann hinter dem Tresen versicherte. In so einer Zeit lässt sich ein stabiler Kundenstamm aufbauen – wenn die Qualität stimmt.
Die meisten Gäste schienen ihre Mahlzeit aus der kleinen Mittagskarte zu wählen. Hier standen sechs verschiedene Gerichte zwischen 7,90 und 8,50 Euro zur Auswahl. Alle mit einem kleinen, vorweg gereichten Salatteller inklusive. Wer lieber à la Carte essen wollte, konnte sich die Speisenkarte bringen lassen und aus dem vollen Repertoire schöpfen. Zwischen dem Salat mit Geflügelleber, zweimal Seelachsfilet (paniert und natur) sowie drei verschiedenen Fleischtellern durfte ich mich entscheiden. Bei Vegetariern wird mittags scheinbar improvisiert – kein einziges „Gericht ohne“ befand sich auf der Tageskarte. Dies ist wohl dem fleischaffinen Ü60-Publikum geschuldet. Diese hier vornehmlich einkehrende Spezies will sich wohl nicht mit zu viel gesundem Grünzeug belasten. Oder an nicht zu viel belastetem Grünzeug gesunden? Alles reine Ansichtssache.
Gleich vorweg: bei meinen bisherigen drei Besuchen im Fischerhaus gelang es mir etwa die Hälfte der angebotenen Mittagsteller auch durchzuprobieren, denn ein paar Gerichte standen als feste Größen bei jedem meiner Besuche zur Wahl. Das restliche Angebot wird wohl je nach Marktlage bzw. Laune des Küchenchefs ergänzt. Der mit leicht süßlichem Dressing angemachte Salat eröffnete dabei jeden Mittagsschmaus. Da gab’s nichts zu meckern. Lediglich die ungeliebten Scheiben von der Salatgurke ignorierte ich jedes Mal beflissentlich.
Beim Erstbesuch wählte ich das saftig in der Pfanne gebratene, panierte Zigeuner-Schnitzel mit Pommes (7,90 Euro). Kein Fehler, denn das Teil war appetitlich gewürzt und hatte einen mürbe geklopften Fleischkern. Kein Exemplar der Marke Schwäbisch-Hall („…auf diese Schweine können sie bauen!“), aber auch kein TK-Schrott aus Pressfleisch. Die Pommes, ordentliche Durchschnittsware, schienen ihr Fritteusenbad in frischem Fett absolviert zu haben. In der nicht besonders pikanten Zigeunersoße tummelten sich zu meiner Verwunderung noch ein paar Erbsen bzw. Karottenwürfel (wohl aus der Kühltheke). Zum Nachtisch gönnte ich mir eine mit Vanille-Eis gefüllte Palatschinke (5,50 Euro), die ihr kulinarisches Soll ebenfalls erfüllte.
Beim nächsten Besuch entschied ich mich für das panierte Alaska-Seelachsfilet, das man mir wunschgemäß mit Bandnudeln in Rieslingrahmsauce (8,50 Euro) kredenzte. Auch hier war der Teller in sich stimmig. Die Sauce war etwas leise gewürzt, was wohl den älteren Herrschaften kulinarisch eher zupass kam. Für mich hätte sie ruhig etwas mehr Schmackes haben können. Zumal ihr Duft nach Weißwein eher verhalten daher kam. Die Nudeln badeten ein wenig zu lange im Salzwasser, was mich jedoch nicht besonders störte, denn der Fisch hatte das passende Würzgerüst, um sich gegen die krosse Panade geschmacklich zu behaupten.
Bei der letzten Einkehr nahm ich einen Kollegen mit ins Fischerhaus. Auch er entschied sich für den beschriebenen Fischteller mit Rahmnudeln und war sehr zufrieden. Klar erwartet man hier keine kulinarischen Offenbarungen, aber die Küche bietet eine ordentliche Qualität, die doch deutlich über Kantinenniveau liegt. Außerdem hatte ich nach jedem Besuch ein angenehmes Bauchgefühl, was bei dieser Art von Küche nicht immer selbstverständlich ist.
So ein mittägliches Pola Pola (7,90 Euro) mit fünf Cevapcici, einem Fleischspieß, Djuvec-Reis, Pommes frites, Ajvar und rohen Zwiebeln durchschlägt für gewöhnlich ein dreistöckiges Wohnhaus wie ein Asteroid. Keine Ahnung, was es mit meinem Magen anstellen würde, so mein Gedanke bei der Bestellung. Meine Sorge war erst verflogen, als ich den Balkangrillteller verdrückt hatte. Klar, das war keine leichte Kost, aber alles schmeckte frisch zubereitet und die Zwiebeln ließ ich eh außen vor. Ausgezeichnet gewürzt erschienen mir insbesondere die Hackfleischröllchen. Der mit Erbsen und Karotten verfeinerte Paprikareis gefiel durch ein kräftiges Aroma. Lediglich der Schweinespieß war mir etwas zu durchwachsen und tanzte da geschmacklich wie qualitativ etwas aus der Reihe.
Wie in der Überschrift schon erwähnt, passt hier das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Getränkepreise sind mit Bodenhaftung kalkuliert – 2,20 Euro für ein großes Mineralwasser (0,4 l) gehen in Ordnung – und die Servicekräfte machen einen tadellosen Job. Für rund 10 Euro ein Wagnis, das man zur Mittagszeit durchaus eingehen kann. Da braucht es keine gewaltigen Portionen oder mehrgängige Menüfolgen, sondern in allererster Linie ehrlich gekochte Hausmannskost, die nicht allzu schwer im Magen liegt und von freundlich-umsichtigem Personal serviert wird.