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Geschrieben am 08.02.2017 2017-02-08| Aktualisiert am
08.02.2017
Besucht am 04.02.2017Besuchszeit: Mittagessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 780 EUR
Für gute Restaurants nehmen wir häufig weite Wege auf uns. Manchmal in andere Länder, manchmal in die abgelegensten Gegenden, die kaum von einem Navigationssystem erfasst sind.
Eines der weltbesten Restaurants allerdings liegt quasi vor der Haustür meines Zweitwohnsitzes und ist bequem mit der Straßenbahn zu erreichen. Was für ein Luxus!
Heute gönnen wir uns den mal wieder in Form des Mittagsangebots, das es im Vendôme immer samstags und sonntags gibt. Hat man erst mal den Berg zum imposanten Schloss Bensberg erklommen und das Kavaliershaus zur Rechten betreten, ist klar, dass die nächsten drei Stunden dem puren Verwöhnen gewidmet sein werden. Vorbei an der Glasfront, die den Blick in die Küche erlaubt, werden wir von Joachim Wissler begrüßt, bevor es in den eleganten, hellen Speiseraum geht.
Beim Champagner werden die ersten Grüße serviert und zu meiner großen Freude gibt es auch dieses Mal wieder Wisslers hinreißende Version eines Toffifees. Hier in Form eines zart schmelzenden Gänseleberkaramells mit einer Piemonteser Haselnuss. Mit Sicherheit ist dies mittlerweile der bekannteste Snack zum Apéritif in Deutschlands Spitzengastronomie.
Begleitet wird dies separat von zwei Nationalgerichten, die Joachim Wissler auf originelle Weise uminterpretiert. Der Borschtsch kommt als Macaron, der die erdigen Aromen dieses russischen Eintopfs typisch transportiert. Der Croque Monsieur findet sich als schlotzige Angelegenheit im Ei mit Schaum, Creme, krossen Miniwürfeln, dazu ein luftig, knuspriges Gebäck – stark!
Bevor es mit dem Menü losgeht, noch zwei filigran gearbeitete Dim Sums vom Pulled Pork, die in einem dezent scharfen Sud aus Kimchi-Ibericosaft baden. Ebenfalls sehr schön.
Mit der Vorspeise befinde ich mich augenblicklich an einem Frühlingstag am Meer. Das Thunfischtatar ist fein abgeschmeckt, die Jakobsmuschel als Rosette obenauf nur ganz kurz abgeflämmt, aber noch weitestgehend roh. Darüber leicht salziger Sojakaviar. Das Ganze wunderschön umrahmt von Avocadocreme, Gurke, Salat und einigen sehr prägnanten und unterschiedlich schmeckenden Algenspitzen. Angegossen wird eine leicht gelierte Tomaten-Ponzuvinaigrette. Das changiert zwischen frisch, säuerlich, salzig, jodig und ist ausgesprochen harmonisch komponiert.
Im Glas dazu ein 2011 Riesling Saarburger Rausch Diabas vom Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken, der mit seinem ausgewogenen Säure-Süße-Spiel den Gang hervorragend begleitet.
Es folgt Saibling aus dem Lechtal, von wo Joachim Wissler häufig seine Fische bezieht. Und auch dieses leicht geräucherte Exemplar ist von ausgezeichneter Qualität und perfekt gegart. Das Gericht ist von grünem Spargel und einer milden Topinambur-Meerrettichbutter relativ klassisch eingefasst. À part gibt es, wie häufig zu den Lechtal-Fischen, den fluffigen Blini, diesmal mit Saiblingstatar, aber wie so oft, unter der mit Rauch gefüllten Glasglocke.
Auch dieser Gang ist absolut stimmig und sofort zugänglich. Wissler stellt hier ein ausgezeichnetes Produkt in den Mittelpunkt und gibt ihm Begleiter an die Seite, die ergänzen, aber nicht irritieren.
In der Weinbegleitung geht es nach Kalifornien ins südliche Napa Valley. Der füllige Chardonnay mit der etwas kryptischen Bezeichnung SR/246 vom Weingut Zotovich hat eine ausgeprägte Barriquenote, die gut zum Rauchton des Fisches und des Blinis passt, ist aber nicht fett, sondern trotz seines ordentlichen Alkoholgehaltes von 14,5% noch mit einer relativ kühlen Aromatik ausgestattet.
Im Hauptgang bin ich dankbar, nach zahllosen Reh- oder Hirschgängen mal eine veritable Alternative zu bekommen. Es gibt Hasenrücken, und nach der Farbe zu urteilen, muss es sich um einen Wildhasen gehandelt haben. Dazu etwas geschmorte Schulter und eine Scheibe von der Leber. Wir sind noch im Winter und da sind die gefüllten Rosenkohlblätter und die Scheibe Butterkürbis die geeigneten Begleiter. Die Rouennaiser Sauce, mit Blut abgebunden, ist dicht, dunkel und konzentriert. So zeitgemäß die Optik des Tellers ist, so klassisch ist erneut die Kombination – und so gut gelungen ebenfalls.
Im Glas dazu ein 2009 Saint-Emilion Grand Cru vom Château Teyssier. Die Cuvée aus Merlot und Cabernet Franc unterstützt mit seiner leichten Kräuterwürze das Gericht sehr schön, erschlägt den Gang aber nicht.
Zum Abschluss des Menüs folgt ein Teller, der mich erneut überrascht, weil ich bei Wissler in der Vergangenheit oft Verspielteres erlebt habe. Hier kommt eine beeindruckend perfekte Passionsfruchttarte und ein fabelhaftes Basilikum-Sauerrahmeis. Angegossen ein fruchtiger, aber dennoch leicht würziger Safran-Aprikosenjus. Die übrigen Beilagen, vor allem den zwar optisch auffälligen, aber ansonsten auch hier geschmacklich eher entbehrlichen Sponge, hätte ich gar nicht unbedingt benötigt, denn die drei Hauptkomponenten waren für sich bereits perfekt. Aber natürlich ist der Anspruch eines Dreisterne-Hauses wie diesem, dass es jetzt auch nicht zu reduziert sein darf...
In der Weinbegleitung geht es nach Andalusien. Der 2012 Málaga MR von Telmo Rodriguez ist erstaunlicherweise nicht so süß, wie ich es erwartet hätte. Sehr gut, aber trotzdem hätte ich mir hier eher einen deutschen Süßwein mit etwas mehr Säurespiel gewünscht.
Das Duo Markus Klaas als Gastgeber und Marco Franzelin als Sommelier funktioniert wie immer sehr harmonisch und professionell. Der Service agiert effizient, herzlich und aufmerksam, aber dezent. Selbst bei der zweiten Nachfrage zu den Algen in der Vorspeise kam die Antwort nach Rückfrage postwendend.
Dass das Essen auch dieses Mal wieder ausgezeichnet sein würde, hatte ich von Anfang an nicht bezweifelt. Überrascht war ich jedoch über die in meinen Augen durchaus klassische Anmutung aller Gänge. Sicher waren sie modern und zeitgemäß präsentiert. Und auch die Kombinationen waren bestimmt nicht durchweg konventionell. Aber in Summe folgten alle Gänge einem konsequent harmonischem Gesamtbild.
Da verschiedentlich darüber diskutiert wird, ob Wisslers Küche immer noch zu intellektuell sei (was ich schon seit einiger Zeit nicht mehr finde) und auch ohne entsprechende „Vorerfahrung“ zu verstehen sei, kann ich heute für mich mehr denn je feststellen, dass dies ohne Frage so ist.
Joachim Wissler kocht souverän, mitunter auch mit einem deutlichen Augenzwinkern, komplex ja, aber auf jeden Fall leicht verständlich. Sollte diese Entwicklung nicht nur eine Momentaufnahme sein, sondern eine generelle Ausrichtung auf eine modernisierte Klassik bedeuten – ich wäre dabei. Aber da ich ja eh nur in die Straßenbahn steigen muss, kann ich das sowieso beizeiten wieder überpüfen.
Für gute Restaurants nehmen wir häufig weite Wege auf uns. Manchmal in andere Länder, manchmal in die abgelegensten Gegenden, die kaum von einem Navigationssystem erfasst sind.
Eines der weltbesten Restaurants allerdings liegt quasi vor der Haustür meines Zweitwohnsitzes und ist bequem mit der Straßenbahn zu erreichen. Was für ein Luxus!
Heute gönnen wir uns den mal wieder in Form des Mittagsangebots, das es im Vendôme immer samstags und sonntags gibt. Hat man erst mal den Berg zum imposanten Schloss Bensberg erklommen und... mehr lesen
Vendôme · Gourmetrestaurant · Althoff Grandhotel Schloss Bensberg
5.0 stars -
"Drei-Sterne-Lunch am Schloss" tischnotizenFür gute Restaurants nehmen wir häufig weite Wege auf uns. Manchmal in andere Länder, manchmal in die abgelegensten Gegenden, die kaum von einem Navigationssystem erfasst sind.
Eines der weltbesten Restaurants allerdings liegt quasi vor der Haustür meines Zweitwohnsitzes und ist bequem mit der Straßenbahn zu erreichen. Was für ein Luxus!
Heute gönnen wir uns den mal wieder in Form des Mittagsangebots, das es im Vendôme immer samstags und sonntags gibt. Hat man erst mal den Berg zum imposanten Schloss Bensberg erklommen und
Besucht am 22.01.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 184 EUR
Manchmal braucht es einen deutlichen Schnitt, um erfolgreich zu sein. Marc und Nadine Flogaus haben vor einigen Jahren ihr damals hochgelobtes „Flogaus“ gründlich umgekrempelt. Wir waren seinerzeit zwar nie dort, aber wenn ich es noch recht erinnere, war es ein ambitioniertes Restaurant mit ebensolcher Preisgestaltung, Mehrgang-Menü und eben dem, was es halt so braucht, wenn man die einschlägigen Restaurantführer beeindrucken und vielleicht auf einen Stern hinarbeiten will.
Ob es sich auf Dauer nicht gerechnet hat oder einfach nicht mehr das war, was die beiden in ihrem Restaurant machen wollten, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war downsizing angesagt. Rustikaleres, aber dennoch gemütliches Ambiente, blanke Tische, eine übersichtliche Karte mit einfacheren Gerichten, die im besten Sinne bürgerlich sind und abgespeckten Preisen.
Schlechter gekocht wird seitdem sicherlich nicht, nur eben anders. Und das wird auch vom Michelin anerkannt, der hier seinen Bib Gourmand verteilt, mit dem gute Qualität zu vernünftigem Preis auszeichnet wird.
Die beiden Male, die wir nun im umbenannten „Metzger & Marie“ waren, war es jedesmal ausgebucht. Herzlichen Glückwunsch kann man da nur sagen: Neukonzeption offensichtlich geglückt.
Die Gerichte auf der Karte werden wahlweise ihm, Metzger, oder ihr, Marie (beides wohl Spitznamen von Marc und Nadine Flogaus) zugeschrieben, wobei sie mehr für Fisch und vegetarisch und er fürs Fleischliche zuständig ist. Ein deutlicher österreichischer Einschlag ist unverkennbar.
Die Küche grüßt mit Laugenstangen, Butter und köstlichem Schinken und Leberwurst. Das ist originell und von ausgezeichneter Qualität.
Wir wählen zum Start Marie's Rote Garnele und Färöerlachs, was als Salat kommt, der gut angemacht ist und von einer Avocadocreme begleitet ist. Der Lachs ist geräuchert, die Garnelen kurz gebraten. Alles in allem ein ordentlicher Einstieg.
Metzger's Backhendl ist als Vorspeisenportion gedacht und daher auch gut zu bewältigen. Es kommen drei knusprig ausgebackene Stücke vom Stubenküken, saftig und makellos, dazu leckerer Kartoffelsalat und Remoulade. Nun bin ich etwas voreingenommen, was Remoulade angeht, weil ich meine eigene so wundervoll finde, dass es alle anderen einfach schwer haben. Und auch diese hier ist mir zu wenig kräutrig und insgesamt zu flach und mayonnaisig, aber die Backhendl-Stücke und der Salat machen das wett.
Im „Metzger & Marie“ werden, und das finde ich äußerst lobenswert, auch den Innereien angemessenen Platz eingeräumt. Wo sonst kann man regelmäßig auch Kutteln oder Kalbsbries bekommen? Einen Stammplatz auf der Karte, weil scheinbar eines der beliebtesten Gerichte hier, haben die Kalbsknochen, aus denen das Mark mit Schnittlauch gelöffelt wird und zu dem es nichts weiter als geröstetes Brot gibt. Das hat etwas archaisches, ist fettig, aber ungemein g'schmackig.
Im Hauptgang wird es erneut fleischig. Zum einen kommt eine stattliche Portion geschmorter Lammhaxe auf den Tisch, mit getrockneten Tomaten, Artischocken und Kartoffelpüree leicht mediterran angehaucht. In Summe aber ist dies ein rustikales Wohlfühlgericht, das gut zur kalten Jahreszeit passt.
Mein Cordon Bleu steht dem in nichts nach. Besonders erwähnenswert sind hier aber die ganz ausgezeichneten Beilagen, wobei neben den leckeren Speckkroketten vor allem das saure Karottenpüree herauszuheben ist. Hier war ich beim Lesen der Karte erst skeptisch, aber tatsächlich schmeckt das stückige und in der Tat säuerliche Püree ganz fabelhaft. Den Kniff geben hier gepickelte Karotten und Reisessig, wie wir auf Nachfrage erfahren.
Nach so viel Fleisch reicht es nur noch für ein Dessert zum Teilen. Der Bananensplit kommt in dekonstruierter, aber nicht wirklich schlankerer Form im Glas. Mascarpone tut hier einen ordentlichen Dienst, um das Bananenkompott bloß nicht zu gesund wirken zu lassen. Das ist schon eine recht mächtige Angelegenheit, der wir dringend mit einigen der ausgezeichneten Obstbrände zu Leibe rücken müssen.
Die Weinkarte listet einige interessante deutsche und österreichische Weine und bei den offenen Weinen verfährt man so, dass die Flasche auf dem Tisch gelassen wird und anschließend nach Verbrauch abgewogen und abgerechnet wird. Gefährlich, weil man meistens doch mehr nimmt, als man will, aber unterm Strich auf jeden Fall fair berechnet.
Dass das „Metzger & Marie“ auch sonntags geöffnet hat, ist ein weiterer Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist, weil die Auswahl da in Köln doch überschaubar ist. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn man an so einem Abend das ein oder andere bekannte Gesicht an anderen Tischen erblickt.
Und wer vom Metzger & Marie auch etwas mit nach Hause nehmen will, kann speziell dafür konzipierte Gerichte auch im Weckglas erstehen. Nicht die schlechteste Idee.
Manchmal braucht es einen deutlichen Schnitt, um erfolgreich zu sein. Marc und Nadine Flogaus haben vor einigen Jahren ihr damals hochgelobtes „Flogaus“ gründlich umgekrempelt. Wir waren seinerzeit zwar nie dort, aber wenn ich es noch recht erinnere, war es ein ambitioniertes Restaurant mit ebensolcher Preisgestaltung, Mehrgang-Menü und eben dem, was es halt so braucht, wenn man die einschlägigen Restaurantführer beeindrucken und vielleicht auf einen Stern hinarbeiten will.
Ob es sich auf Dauer nicht gerechnet hat oder einfach nicht mehr das war,... mehr lesen
4.0 stars -
"Rustikale Küche mit Pfiff" tischnotizenManchmal braucht es einen deutlichen Schnitt, um erfolgreich zu sein. Marc und Nadine Flogaus haben vor einigen Jahren ihr damals hochgelobtes „Flogaus“ gründlich umgekrempelt. Wir waren seinerzeit zwar nie dort, aber wenn ich es noch recht erinnere, war es ein ambitioniertes Restaurant mit ebensolcher Preisgestaltung, Mehrgang-Menü und eben dem, was es halt so braucht, wenn man die einschlägigen Restaurantführer beeindrucken und vielleicht auf einen Stern hinarbeiten will.
Ob es sich auf Dauer nicht gerechnet hat oder einfach nicht mehr das war,
Geschrieben am 31.01.2017 2017-01-31| Aktualisiert am
31.01.2017
Besucht am 20.01.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 300 EUR
Das Al Dente ist eine Perle unter den italienischen Restaurants im Bergischen Land. Ich kann die vorherigen Beiträge einfach nur bestätigen.
Wir hatten einen wundervollen Abend mit unserem lieben ehemaligen (leider) User Bobby und seiner Dame, 2 Wochen zuvor hatte ich telefonisch einen Tisch für 18.30 Uhr reserviert.
Im Service wie üblich Vater und Sohn sowie eine weitere männliche Servicekraft, das Wohlbefinden der Gäste liegt der Familie Paggiotta sehr am Herzen, „Mann“ agiert professionell, aufmerksam und außerordentlich freundlich ohne dabei in irgendeiner Weise aufgesetzt oder gestelzt zu wirken, einfach perfekt und dennoch authentisch, das hat wirklich Seltenheitswert.
Nun gibt es ja Nordlichter für die „Moin-Moin“ schon Gesabbel ist, da reicht ein einfaches „Moin“. DAS! kann aber keinem in unserer netten Runde nachgesagt werden und so kam das überaus aufgeschlossene Auftreten des Juniors bei allen gut an. Wie der Kollege kgsbus schon schrieb, dem einen oder anderen mag es eventuell „too much“ sein….uns gefällt`s!
Eine Homepage gibt es nicht, nur eine nicht ganz aktuelle Facebook-Seite, aber aufgrund der detaillierten Beiträge der lieben GG-Kollegen war ich mir sicher, dass auch mein Mr. Special hier etwas „essbares“ finden würde. Die Speisekarte wird in Form einer groooooßen handgeschriebenen Tafel am Tisch präsentiert und bestens erläutert. Pizza gibt es hier nicht. Wir werden schnell fündig, für mich heute klassisch Antipasto Al Dente (14,- €) und Saltimbocca alla Romana (26,- €), nebenan entscheidet man sich auch für die Antipasto und ein Kalbskarree, gegenüber waren es vorweg Scampi mit Linsen und Spaghetti Vongole, und als Hauptgang Seeteufel in Safransauce und Entrecôte auf Rucola mit einer phantastischen Balsamicojus, wir haben probiert.
Vorweg grüßt die Küche mit 3 verschiedenen Dips und knusprigem Brot mit schön fluffiger Krume.
Wir waren durch die Bank weg alle sehr zufrieden, unsere "Antipasto" Vitello Tonnato, Culatello-Schinken, Caponata, Auberginenlasagne, Zucciniplätzchen und grüne Peperoncini geschmacklich und qualitativ genial. Mein Saltimbocca so wie es sein muss, butterweiches Kalbfleisch auf einem Träumchen von Sauce. Als Beilage wird zum Hauptgang ein kleiner Teller mit Mangold, Zuckerschoten, süßen Möhrchen und etwas Kartoffelgratin gereicht. Salz- und Pfeffermühle stehen auf dem Tisch, wurden aber nicht benötigt, so soll es sein.
Das war wirklich gut und so lechze ich heute nach Dessert. Für Zabaione (mit oder ohne Valnille-Eis) braucht man einen Verbündeten, mein lieber Mann streikt, aber Bobby und ich sind uns einig. Zum Glück.....das war mit Abstand meine beste Zabaione, leicht warm, nicht allzu süß, guter Masala, davon nicht zu viel und nicht zu wenig. Klasse! Wir hatten selbstverständlich das Vanille-Eis dazu.
Das Zitronen-Sorbet mit Prosecco habe ich auch probiert. Gut…..aber wenn schon sündigen, dann richtig!!
Eine Getränkekarte haben wir nicht gesehen, aber der Sohn den Hauses ist natürlich auch beim Wein etc. bestens im Thema. Prosecco trinke ich üblicherweise nicht so gerne, da für mich bei vielen Italienern deutlich zu süß, dieser hier hat ganz ordentlich geschmeckt, wenn ich mich richtig erinnere eine Brut-Variante von Berlucchi (6,50 €). Danach hatte die weibliche Fraktion einige Gläschen Falanghina DOC, Weingut Borgo di Colloredo, Molise (0,2l / 8,- €), für die Herren gab es einen schön fruchtigen Primitivo (7,50 €). Die Preise für Wasser, Pils a-frei (schmeckt nicht) und Espresso habe ich leider nicht mehr parat. Franciacorta gibt es für 89,- € das Fläschchen, den trinken wir dann lieber „to Hus“.
Wir haben zu viert etwas über 300,- Euronen gezahlt, das halte ich bei dem hier Gebotenen für völlig angemessen.
Das Ambiente hat für uns gepasst, zwar nicht unser Fall dafür aber mit schlichter Deko und gerader Linie (siehe bitte die weiteren User-Fotos).
Unbedingt wieder…keine Frage. Wir müssen halt für italienische Küche jenseits des Mainstreams einige Kilometer fahren, das ist es uns aber auf jeden Fall wert.
Das Al Dente ist eine Perle unter den italienischen Restaurants im Bergischen Land. Ich kann die vorherigen Beiträge einfach nur bestätigen.
Wir hatten einen wundervollen Abend mit unserem lieben ehemaligen (leider) User Bobby und seiner Dame, 2 Wochen zuvor hatte ich telefonisch einen Tisch für 18.30 Uhr reserviert.
Im Service wie üblich Vater und Sohn sowie eine weitere männliche Servicekraft, das Wohlbefinden der Gäste liegt der Familie Paggiotta sehr am Herzen, „Mann“ agiert professionell, aufmerksam und außerordentlich freundlich ohne dabei in irgendeiner... mehr lesen
Al Dente
Al Dente€-€€€Restaurant0217598204Ostlandweg 24, 42799 Leichlingen
5.0 stars -
"Mein Lieblingsitaliener!!" Ehemalige UserDas Al Dente ist eine Perle unter den italienischen Restaurants im Bergischen Land. Ich kann die vorherigen Beiträge einfach nur bestätigen.
Wir hatten einen wundervollen Abend mit unserem lieben ehemaligen (leider) User Bobby und seiner Dame, 2 Wochen zuvor hatte ich telefonisch einen Tisch für 18.30 Uhr reserviert.
Im Service wie üblich Vater und Sohn sowie eine weitere männliche Servicekraft, das Wohlbefinden der Gäste liegt der Familie Paggiotta sehr am Herzen, „Mann“ agiert professionell, aufmerksam und außerordentlich freundlich ohne dabei in irgendeiner
Geschrieben am 25.01.2017 2017-01-25| Aktualisiert am
25.01.2017
Besucht am 04.11.2016Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 77 EUR
Im traurigen Monat November war's, ... da reist ich nach Kölle hinüber. Und zwar wie jedes Jahr für zwei Nächte. Hatte ich am ersten Abend im Taku (wunderbar umsorgt von der ganzen Crew im Allgemeinen und einer außergewöhnlich reizenden Dame im Besonderen!) asiatisch beeinflusste Sterneküche genossen, stand mir nun der Sinn nach "einfacherer" Küche. Ich ließ also das Ox & Klee links (eigentlich ja rechts) liegen und schlenderte vom Schokoladenmuseum kommend im schon recht kalten Wind den Rhein aufwärts. Die Kranhäuser an der hippen Vorzeigepromenade durchschritt ich noch im Hellen, doch nach und nach gingen die Lichter an und ließen mich einen Blick in die vielerorts offenen Küchen werfen, in denen die letzten Vorbereitungen für das Abendgeschäft liefen. Nach langem Abwägen vor den erfreulicherweise überall auch außen angebrachten Speisekarten (und ständig größer werdendem Appetit) entschied ich mich, kulinarisch mal wieder nach Hellas zu reisen. Besonders die kreativ klingenden Meze hatten hier den Ausschlag gegeben.
Um einen hier mitunter verwendeten Begriff zu bemühen: Nein, das Limani ist sicher kein Blau-Weiß-Grieche.
Im Gegenteil. Im langgezogenen Gastraum geben die bodentiefen Fenster den Weg zur Terrasse und die Sicht auf den Schicksalsstrom frei. Der Raum scheint auf den ersten Blick in Brauntönen zu ertrinken
Aber mit dem zweiten sieht man das stimmige Konzept besser. Auf dem warmen Parkett stehen am Fenster dunkles Holzstühle. Auf der Raumseite Eames-Sessel, die mit ungewöhnlichem, hochwertigem Stoff bezogen sind. Zudem nicht nur stilvoll, sondern auch bequem. Über der langen Lederbank mit einzelnen Kissen eine große Wand aus Naturstein-Riemchen, die an mehreren Stellen im Raum zitiert wird. Weiter oben ein Flaschenregal mit indirekter Beleuchtung und kleinen LED. Kleinere Lichtkuben schaffen ein warmes, loungiges Licht. Dazu genau die passende Musik. Die gegenüber liegende Wand nur hell getüncht. Die Stirnseite komplett mit einem bronzenen Prägedruck bedeckt - für mich der Hingucker. Einzelne Fotografien, natürlich in Sepiabraun. Hier wird nicht gekleckert, sondern ein optisches Statement abgegeben. Auf der Höhe des Jahrzehnts, ohne die gelegentliche Kühle moderner Konzepte.
Auf den Holztischen keine Decken, aber hübsch drapierte weiße Stoffservietten. Ein Wein- und ein hohes Wasserglas. Nur einmal Besteck, Teelicht im dicken Glas"Aschenbecher" eine niedrige Topfrose, Brotteller, Pfeffermühle und ein griechisches P.D.O.-Olivenöl
Ganz schön was los auf den nicht sonderlich großen Möbeln, die an der Wand sehr eng stehen. Im Raum ist es nur etwas besser, aber die hier sicherlich augentränend hohe Pacht will verdient sein.
Ich darf mir als einer der ersten Gäste des Abends einen der wenigen nicht reservierten Tische aussuchen und wähle bewusst einen Platz in der Nähe der Küche. Zum einen, weil man dort immer Zugriff auf das vorbei eilende Personal hat. Und zum anderen, weil es meist das eine oder andere zu hören oder zu sehen gibt. Die wohl situierten Pärchen oder Freundinnengruppen schienen mir da weniger unterhaltsam.
Die beiden vollbärtigen Herrn im Service waren viel freundlicher, professioneller und bemühter, meine Wünsche zu erfüllen, als ihr etwas hipstereskes Äußeres nach meinem Vorurteil hätte erwarten lassen. Mehrere griechische Weine wurden mir sowohl passend empfohlen, als auch zum Probieren angeboten, überzeugt hat mich aber schließlich keiner. Aufmerksam serviert und zur rechten Zeit nach der Zufriedenheit gefragt. Meine Fragen wurden offenbar als anspornend, nicht als nervig empfunden. Es wurde bedauert, dass der Chef nicht anwesend sei (um mich hinaus zu werfen?), um besser Auskunft zu geben. Notfalls auch das Internet bemüht. Und zum unbekannten Käse wurde der Koch an den Tisch gebeten, der mir ebenfalls bereitwillig antwortete.
Ein junger, engagierter, fachlich nicht zu beanstandender Service, dessen Lockerheit hier gut passt und niemals kumpelhaft wurde. Sehr angenehm.
Für den ersten Hunger wurde knuspriges Weißbrot gereicht, das mit dem Olivenöl und einigen Salzflocken krachend mundete. Dazu nicht der aus Hannover stets empfohlene Rote, sondern ein Port rosé (4,9€) aus der Quinta do Tedo, der einen Tick kühler hätte sein dürfen. Die Flasche Selters schlug mit 6,5€ zu Buche.
Aus der abwechslungsreichen Meze-Karte wählte ich Wintergemüse mit gerösteten Pinienkernen (6,8€) sowie Stifado mit Kaninchen für einen Euro mehr. Den gefüllten, frittierten Schafskäse von der Tageskarte verschmähte ich als zu mächtig.
Nicht vorübergehen lassen konnte ich dagegen das Angebot Filet vom Txogitxu mit Kartoffelgratin (32€).
Bis auf das Wasser erwiesen sich Preise als angemessen bis günstig.
Beide Vorspeisen überzeugten.
Stielkohl und Rübchen waren bissfest und angenehm saftig, kräftig mit Zitrone und (grenzwertig) viel Olivenöl abgeschmeckt Wintergemüse
und mit einer vernehmlichen, aber nicht unangenehmen Knoblauchnote versehen. Das kontrastierte gut zu den leichten Bittertönen des Gemüses. An den angerösteten Pinienkerne war nicht gespart worden. Guter vegetarischer Auftakt.
Das Kaninchenfleisch der zweiten Vorspeise konnte voll mithalten, zart, weich, saftig, kein bißchen trocken
Die typischen Perlzwiebeln hatten noch Biss. Endlich mal nicht zu ängstlich verwendete Gewürze - Pfeffer, Lorbeer, Zimt - sorgten für eine gleichzeitig pikante wie süße Geschmackswelt, die Fleisch und Zwiebel noch genug Platz ließ. Auch wenn ich nicht häufig beim Griechen einkehre, meine ich doch: Ein hervorragendes kleines Stifado-Gericht!
Auch das Hauptgericht war fast perfekt. Das schon mit Pfeffer und Salzflocken servierte Fleisch war sehr dunkel, mürbe und schmeckte typisch nach Fett
Der gewünschte Gargrad war genau eingehalten. Ein Genuss für Fleischliebhaber, wobei der Streit um das "beste" Fleisch müßig ist. Entscheidend ist doch, ob das gerade vor einem stehende Gericht glücklich macht!
Das Gratin war angenehm weich und schön gebräunt. Mir war es etwas zu "kartoffelig", will heißen, etwas Sahne oder gar Béchamel-Sauce hätten es nicht schlechter gemacht. Gegen die Bohnen war nichts zu sagen und über die Kräuterschnipsel schaute ich milde gestimmt hinweg.
Eigentlich wäre jetzt Schluss gewesen. Aber etwas Käse mit (dem unvermeidlichen) Feigensenf zum Abschluss geht ja immer (10,5€). Zumal mich das frittierte Angebot schließlich doch reizte. Ich bekam eine zusätzliche Probierportion für gastfreundliche 2€.
Die Präsentation war etwas phantasievoller als der übliche Geometriegrundkurs
auch die Nüsse machten zerstoßen machten gleich mehr her. (Vermutlich gehöre ich zu den von Vincent Klink Geschmähten, die mit den Augen essen...) Der mir bislang unbekannt gewesene Graviera war eine mit Rauke gefüllte und dann eingerollte flache Platte ohne besonders viel Eigengeschmack zumindest für Schafsmilch
Vermutlich in der Pfanne ausgebacken und dadurch außen leicht knusprig, innen weich. Durch das Grünzeug und mit Honig nicht schlecht. Kann man mal machen. Allerdings nichts zum Abnehmen...
Dazu einen Vin Santo (6,5€), der schon stark oxydiert war, da fehlte Frische. Trotzdem, wenn schon mal die Gelegenheit besteht, ein "Original" zu trinken... (Aus der Abteilung Besserwisser: Die Bezeichnung dürfte ursprünglich eher auf die Herkunft von der Insel Santorin verweisen, als auf etwas Heiliges.)
Ich wurde herzlich verabschiedet und schritt frohen Sinnes wieder Richtung Heumarkt. Die Lichter an Vater Rheins Gestaden leuchteten mir den Weg und ich dachte zufrieden:
Das war ein angenehmer Abend, bei dem alles stimmte. Gerne wieder!
Im traurigen Monat November war's, ... da reist ich nach Kölle hinüber. Und zwar wie jedes Jahr für zwei Nächte. Hatte ich am ersten Abend im Taku (wunderbar umsorgt von der ganzen Crew im Allgemeinen und einer außergewöhnlich reizenden Dame im Besonderen!) asiatisch beeinflusste Sterneküche genossen, stand mir nun der Sinn nach "einfacherer" Küche. Ich ließ also das Ox & Klee links (eigentlich ja rechts) liegen und schlenderte vom Schokoladenmuseum kommend im schon recht kalten Wind den Rhein aufwärts. Die... mehr lesen
4.0 stars -
"Gehobene (nicht nur) griechische Küche in stimmigem Ambiente. Klare Empfehlung!" DerBorgfelderIm traurigen Monat November war's, ... da reist ich nach Kölle hinüber. Und zwar wie jedes Jahr für zwei Nächte. Hatte ich am ersten Abend im Taku (wunderbar umsorgt von der ganzen Crew im Allgemeinen und einer außergewöhnlich reizenden Dame im Besonderen!) asiatisch beeinflusste Sterneküche genossen, stand mir nun der Sinn nach "einfacherer" Küche. Ich ließ also das Ox & Klee links (eigentlich ja rechts) liegen und schlenderte vom Schokoladenmuseum kommend im schon recht kalten Wind den Rhein aufwärts. Die
Ich war ganz zufrieden mit meinem ersten Besuch in "Tino's Steakhaus". Es gab sogar Hausmannskost. Dort wird gut gekocht. Wenn man Glück hat ist auch eine nette Bedienung anwesend! Denn beim 2.ten Besuch war eine Bedienung mit Scheuklappen am Werk. Insgesamt ist dieses Restaurant zu empfehlen.
Ich war ganz zufrieden mit meinem ersten Besuch in "Tino's Steakhaus". Es gab sogar Hausmannskost. Dort wird gut gekocht. Wenn man Glück hat ist auch eine nette Bedienung anwesend! Denn beim 2.ten Besuch war eine Bedienung mit Scheuklappen am Werk. Insgesamt ist dieses Restaurant zu empfehlen.
Tino's Steakhaus
Tino's Steakhaus€-€€€Restaurant0217142473Opladener Platz 5, 51379 Leverkusen
3.0 stars -
"Gutes Essen für kleines Geld" Thommi2000Ich war ganz zufrieden mit meinem ersten Besuch in "Tino's Steakhaus". Es gab sogar Hausmannskost. Dort wird gut gekocht. Wenn man Glück hat ist auch eine nette Bedienung anwesend! Denn beim 2.ten Besuch war eine Bedienung mit Scheuklappen am Werk. Insgesamt ist dieses Restaurant zu empfehlen.
Geschrieben am 24.01.2017 2017-01-24| Aktualisiert am
24.01.2017
Besucht am 22.01.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 61 EUR
Gleißende LED-Strahler beleuchten an diesem kalten Winterabend des 22. Januar die Seitenwand eines Anbaus eines 352 Jahre alten Fachwerkhauses in der Kapellenstraße im Sankt Augustiner Stadtteil Hangelar. „Traubenwirt – Kulinarik, Wein & Kaffeehaus“ lesen meine Liebste und ich schon von weitem, nachdem wir unser Gefährt auf einem Parkplatz in der Nähe des Restaurants abgestellt haben. Traubenwirt
Das Ambiente ****/*****
Das historische Gebäude stammt in seinen Anfängen aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg, so erzählt es jedenfalls die Web-Seite http://www.traubenwirt-hangelar.de/historie/. Im Haus lesen wir auf einem Anschlag neben der ehemaligen Haupteingangstür, daß nach einem dendrochronologischen Gutachten das Holz einiger Fachwerkbalken aus den 1660er Jahren stamme. In dieser Zeit ist das Haus auch gebaut worden.
Wir betreten das Fachwerkhaus über den Hof, der im Sommer weinüberrankt zum Wein- und Speisegenuß einlädt. Traubenwirt – Terrasse
Jetzt ist es bitterkalt, und wir retten uns in die wohlige Wärme der Gaststube. Gaststube (1)
Auf Fliesenboden in Rottönen formieren sich rustikale, aber dennoch elegante braune Holztische mit umstehenden, bequem gepolsterten, braunen Stühlen oder Bänken zu Sitzgruppen. Kerze und Echeverie
Die Tische sind mit gelben Servietten, Bestecken und Gläsern, Kerzen in Ständern und einer Echeverie im Topf eingedeckt. Stämmige Fachwerkständerbalken, die den Raum unterteilen, vermitteln das Gefühl von Separées. Bilder mit historischen Aufnahmen und Gemälden, alte Schmiedewerkzeuge und Hufeisen lockern die in gebrochenem Weiß getünchten Wände auf.
Neben unserem Tisch steht auf der einen Seite eine Tischreihe für 10 Personen … Gaststube (2)
… und auf der anderen Seite hinter Fachwerkständerbalken eine Sitzgruppe mit etwas anderer Bestuhlung für sechs Personen. Gaststube (3)
Das Ambiente gefällt uns sehr gut. Wir sitzen sehr gemütlich, die heimelige Atmosphäre verdient viereinhalb Sterne.
Der Service ***
Wir werden von einem Herrn, offensichtlich dem (Trauben-)Wirt sehr freundlich begrüßt. Wir haben nicht reserviert, was aber auch angesichts vieler freier Tische nicht notwendig gewesen ist. Im Laufe des Abends kommen dann noch ein paar Gäste hinzu.
Der Herr bietet uns zwei Tische zur Auswahl an, wir entscheiden uns für den an der ehemaligen Haupteingangstür. Der Gastgeber überläßt uns zügig die Speisekarte, fragt nach den gewünschten Getränken, erkundigt sich nach dem Servieren der Gerichte, ob alles recht sei und später dann, ob es geschmeckt habe.
Der freundliche und fürsorgliche Eindruck, den unser Gastgeber vermittelt, wird allerdings etwas getrübt durch die Wartezeiten auf das Essen und mehrfache auch längere Abwesenheit des Wirtes im Gastraum, währenddessen er augenscheinlich in der Küche hilft. Selbst die in der Karte angepriesene frische Zubereitung vorausgesetzt, erscheint uns eine Wartezeit von einer Dreiviertelstunde für unsere Gerichte angesichts der wenigen Gäste als etwas zu lange. Beim Nachtisch, der nach einer halben Stunde ab Bestelliung serviert wird, muß meine Frau eine in der Karte erwähnte, aber dann fehlende Zutat anmahnen, die aber prompt nachgereicht wird.
Bezahlt haben wir mit EC-Karte und PIN – problemlos.
So pendelt sich unsere Bewertung des Service bei drei Sternen, im Schnitt also okay, ein.
Essen und Getränke ****
Nachdem wir die Speisekarten erhalten haben, ordert meine Frau auf die entsprechende Nachfrage des Wirtes eine • Flasche Mineralwasser (0,75 l für 5,70 €).
Ich entscheide mich für einen • Grauburgunder (0,2 l für 7.- €),
nachdem der Traubenwirt auf meine Frage hin trockene Weißweine aufgezählt hat, die er anbietet.
Die Getränke kommen zügig und richtig temperiert. Das Wasser ist ein italienisches Coralba-Mineralwasser, eine Marke, die uns erstmalig unterkommt. Der Wein ist ein 2015er badischer Grauer Burgunder vom Weinkontor Villa Baden. Getränke
Die Speisekarte ist klein, drei Vorspeisen, vier Salatteller, ein halbes Dutzend Hauptgerichte und vier Nachspeisen. Bei den Hauptgerichten dominiert die deutsche Küche, die anderen Speisen erinnern an die internationale Küche. Preislich liegen die Gerichte im üblichen Rahmen, teilweise etwas darüber.
Wir entscheiden uns schließlich für • Filets von der roten Meerbarbe mit Ratatouille-Gemüse und Wildreis (16,90 €) für meine Liebste und • „Welser Hirschgulasch“ mit Rosenkohl und hausgemachten Spätzle (17,50 €) für mich.
Nach einer Dreiviertelstunde Wartezeit serviert der Chef meiner Frau die Meerbarbenfilets. Filets von der roten Meerbarbe mit Ratatouille-Gemüse und Wildreis
In einer grauen Tellerschale liegen drei Meerbarbenfilets, dekoriert mit einem Rosmarinzweig, auf Ratatouille-Gemüse neben einer Wildreis-Halbkugel. Schade, daß es nur drei kleine Filets gibt, denn das zarte hellrosafarbige Fleisch ist köstlich. Leicht mehliert und auf der Haut knusprig perfekt gegart wird das kräftig würzige Aroma nicht überdeckt. Das Ratatouille dagegen hätte mehr Würze gut vertragen. Leider entpuppt sich das Gemüse eher als eine etwas zerkochte Tomaten-Paprika-lastige Sauce mit einigen wenigen, wenigstens bißfesten Zucchini- und Auberginen-Stücken. Der Wildreis ist okay.
Weil wr etwas nachwürzen wollen, suchen wir vergeblichen Blickes nach dem Gastgeber. Erst als er nach einer Weile wieder aus der Küche kommt, können wir um Salz und Pfeffer bitten. Beides erhalten wir in Mühlen.
Mir serviert der Hausherr den Hirschgulasch aus den Welser Ländereien. „Welser Hirschgulasch“ mit Rosenkohl und hausgemachten Spätzle
Eine stattliche Anzahl Hirschgulaschstücke, umschlossen von Sauce und ebenfalls garniert mit einem Rosmarinzweig, liegen auf einer grauen Tellerschale zwischen neun Rosenkohlröschen und einer guten Portion leicht angebratener Spätzle. Der Gulasch ist überwiegend zart und zerfällt auf der Zunge. Gelegentlich erwische ich aber auch ein festeres Fleischstückchen, allerdings kein einziges hartes, zähes oder knorpeliges. Die Fleischsoße paßt von der Würzung her bestens zu dem Fleisch. Die Spätzle sind auf den Punkt gegart, und ihre leichte Röstung gibt zusätzliches Aroma. Die Rosenkohlröschen sind bißfest, ihr Geschmack läßt an nichts zu wünschen übrig. Mit ein wenig Salz und Pfeffer muß ich allerdings nachwürzen.
Meiner Angetrauten steht nach dem Hauptgericht der Sinn auf etwas Süßes. Sie bestellt eine • Bourbon-Vanille Eis-Praline an marinierten Orangen mit Pistazien und hausgemachten gebrannten Mandeln (6,50 €).
Mir ist ein • Birnenbrand (0,02 l für 3,80 €) und ein weiteres Gläschen • Grauburgunder (0,1 l für 3,50 €)
lieber.
Der Birnenbrand und der Grauburgunder werden schnell serviert. Der Birnenbrand schmeckt ausgezeichnet und intensiv und geht im wortwörtlichen Sinne runter wie Öl. Ein feiner Gebrannter. Meine Frau hingegen wartet eine halbe Stunde auf die Eis-Praline, die der Wirt schließlich serviert. Bourbon-Vanille Eis-Praline an marinierten Orangen mit Pistazien und hausgemachten gebrannten Mandeln
Zwei Eiskugeln, ummantelt mit Gewürzspekulatius, wie uns der Traubenwirt auf Nachfrage meiner Frau erläutert, liegen auf einem Curaçao-Spiegel und sind umrahmt von Orangenstückchen, Pistaziensplittern und drei halben Kumquats. Von hausgemachten gebrannten Mandeln keine Spur. Bei nächster Gelegenheit fragt meine Frau nach den Mandeln, der Hausherr besorgt sie umgehend und serviert sie in einer kleinen Löwenkopfterrine.
Die Eis-Pralinen kommen direkt aus dem Tiefkühlfach und benötigen eine Weile, um aufzutauen und ihr Aroma zu entfalten. Das Eis schmeckt dann gut nach Vanille, die Spekulatiusummantelung ist eher geschmacklos. Der Curaçao-Spiegel unter den eisigen Eis-Pralinen soll augenscheinlich die Marinade der Orangenstückchen sein. Mariniert sind die Orangen nicht. Wir meinen, daß der Curaçao schon allein wegen des Alkoholgehaltes in der Karte hätte erwähnt werden müssen.
Die hausgemachten gebrannten Mandeln schmecken vorzüglich und bilden einen knusprigen Kontrast zu den letztendlich doch cremigen Eis-Pralinen.
Und nun zur Bewertung: Ich bin mit meinem Hirschgulasch sehr zufrieden, meine Frau mit ihren Meerbarbenfilets wegen des Ratatouille-Gemüse nicht ganz so, aber wegen der gut zubereiteten Fischfilets dennoch zufrieden. Unter dem Strich verdient die Küche beim Traubenwirt eine gute Note: Vier Sterne!
Die Sauberkeit ****
Der Gastraum ist sauber. Tische, Geschirr und Bestecke sind makellos. Die Toiletten haben wir nicht aufgesucht. Vier Sterne für die Sauberkeit!
Das Preis-/Leistungsverhältnis ***/****
Essen und Getränke haben wir als gut bewertet, den Service wegen verschiedener kleinerer Schwächen als okay. Der Abend hat uns knapp 61.- Euro gekostet. Diesen Preis für die gebotene Leistung sehen wir zwischen okay und gut angesiedelt, also dreieinhalb Punkte für das Preis-/Leistungsverhältnis.
Das Fazit ****
Alles in allem verdient der „Traubenwirt“ eine Empfehlung. Wir haben einen angenehmen Abend in schönem Ambiente bei gutem Essen gehabt. Wir kehren gerne wieder hier ein und vergeben unter dem Strich vier Punkte als Fazit.
Gleißende LED-Strahler beleuchten an diesem kalten Winterabend des 22. Januar die Seitenwand eines Anbaus eines 352 Jahre alten Fachwerkhauses in der Kapellenstraße im Sankt Augustiner Stadtteil Hangelar. „Traubenwirt – Kulinarik, Wein & Kaffeehaus“ lesen meine Liebste und ich schon von weitem, nachdem wir unser Gefährt auf einem Parkplatz in der Nähe des Restaurants abgestellt haben.
Das Ambiente ****/*****
Das historische Gebäude stammt in seinen Anfängen aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg, so erzählt es jedenfalls die Web-Seite http://www.traubenwirt-hangelar.de/historie/. Im Haus lesen... mehr lesen
4.0 stars -
"Lecker gegessen und gemütlich gesessen in einem uralten Fachwerkhaus!" HuckGleißende LED-Strahler beleuchten an diesem kalten Winterabend des 22. Januar die Seitenwand eines Anbaus eines 352 Jahre alten Fachwerkhauses in der Kapellenstraße im Sankt Augustiner Stadtteil Hangelar. „Traubenwirt – Kulinarik, Wein & Kaffeehaus“ lesen meine Liebste und ich schon von weitem, nachdem wir unser Gefährt auf einem Parkplatz in der Nähe des Restaurants abgestellt haben.
Das Ambiente ****/*****
Das historische Gebäude stammt in seinen Anfängen aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg, so erzählt es jedenfalls die Web-Seite http://www.traubenwirt-hangelar.de/historie/. Im Haus lesen
Geschrieben am 24.01.2017 2017-01-24| Aktualisiert am
24.01.2017
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Kölner Weinkeller
Besucht am 23.01.2017Rechnungsbetrag: 69 EUR
Als Mitglied im YouDinner-Club bekomme ich Hinweise auf alle Veranstaltungen. Mit großer Freude habe ich mich zu einer Weinprobe in Köln angemeldet.
Der Kölner Weinkeller an der Stollberger Straße in Köln-Braunsfeld feierte gerade sein 80-jähriges Bestehen. In dem Kellergewölbe lagern bei etwa 18 Grad mehr als 200.000 Flaschen von insgesamt rund 6500 Weingütern.
Auf den ersten Blick wirkt der Kölner Weinkeller im Hinterhof in einem Industriegebiet unweit der Rewe-Unternehmenszentrale eher unscheinbar.
1937 eröffnete der Einzelhändler Cornelius Stüssgen seinen Weinkeller. Er wurde aus Stahlbeton gebaut und später mit Ziegelsteinen zum Kellergewölbe ausgebaut. Bis in die 80er Jahre wurde dort tatsächlich einfacher Supermarkt-Wein für die Stüssgen-Märkte abgefüllt. Es war also eher ein Fasslager und kein Verkaufsraum.
Dann übernahm Rewe die Filialen und der Weinkeller wurde zuerst ein Getränkemarkt.
Aber 1992 wurden die Räume, die sich unterirdisch über 100 Meter Länge auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern erstrecken, renoviert.
Heute ist es einer der größten Wein-Fachmärkte in Deutschland. Zusätzlich werden hier Veranstaltungen rund um Essen und Trinken durchgeführt.
Ambiente
Ein besonderer Teil des Weinkellers ist die Schatzkammer: Hinter einer schmiedeeisernen Gittertüre sieht man einen langer Holztisch mit Sitzen und Regale voller Wein-Raritäten. Der Raum wird nur besondere Anlässe geöffnet.
Vor Jahren war ich bereits bei Führungen und Weinproben Im Kölner Weinkeller. Und von Zeit zu Zeit kaufe ich dort auch aus dem großen Sortiment etwas ein. Schon ein Rundgang durch die Bestände lässt das Herz eines Weinfreundes höher schlagen. Die Mitarbeiter haben mir jeweils wertvolle Tipps geben können und passende Getränke vorgeschlagen.
YouDinner hätte also für seine Weinprobe mit Marco Franzelin, der zur Zeit als Chef-Sommelier im Restaurant Vendome *** in Bergisch Gladbach arbeitet, keinen schöneren Ort aussuchen können.
Der gebürtige Österreicher (mit deutschen Wurzeln) stellt uns dabei Weine aus seiner Heimat vor.
Service
Marco Franzelin habe ich bei Besuchen im Vendome als großartigen Weinberater und umsichtigen Servicemitarbeiter erleben können. Seine Vorschläge zu der Speisebegleitung waren stets Volltreffer für mich. Aber als Gast wird man von ihm niemals belehrt, was passend ist. Er bietet gerne auch Alternativen an oder erfüllt die Wünsche des Besuchers: Wein soll Spaß machen ist sein Credo.
Catharina Boll und Miguel Calero, die als Gastgeber von YouDinner stets dabei sind, haben früher auch im Vendome gearbeitet. Ihren Arbeitsplatz haben sie gewechselt, aber ihre Kompetenz, Umsicht und Freundlichkeit haben sie behalten.
Das Thema
SPITZENTYP | SPITZENWEIN | SPITZENORT - ÖSTERREICHISCHE WEINPROBE MIT DEUTSCHLANDS SOMMELIER DES JAHRES IN DER SCHATZKAMMER
Das Programm
Meet & Greet: Ein persönlicher Abend mit dem Spitzensommelier Marco Franzelin
Einführung in die Welt der österreichischen Weine in 5 besonderen Flights
Zünftige Wurst- und Käsespezialitäten
Weinprobe in der Schatzkammer des Kölner Weinkellers
Die verkosteten Weine
Alle Produkte sind im Kölner Weinkeller zu erwerben und gehören zur Kollektion des Hauses.
Marco Franzelin hatte seine Verkostung in sechs Schritte geteilt.
0. Begrüßung
2015 Gelber Muskateller Steirische Klassik - Tement (13,90 €)
Frische Aromen nach Holunder, Limetten und süßen Trauben. Der Geschmack feinwürzig und sehr saftig mit sortentypischer Feinsäurigkeit im Ausklang.
Diese Rebsorte war früher nur für seine süßen Exemplare bekannt. Hier handelte es sich aber um einen trockenen Ausbau. Mit seinen 11,5 % wirkt er auch nicht zu schwer. Marco Franzelin wählte ihn, weil er gut gekühlt erfrischt und einen guten Einstieg in den Abend ermöglicht. In Österreich wird diese Art gerne jung getrunken, weil er dann seine Stärken am besten zeigt.
Dieser war noch von 2015 wusste aber noch gut zu überzeugen.
I. DAC – Was bedeutet das ?
Die Bezeichnung DAC wird von regionalen Weinkomitees an jene Weine vergeben, die ihre Herkunftsregion in unverkennbarer Weise repräsentieren. Im Jahr 2002 wurde mit der Einführung des Appellationssystems DAC (Districtus Austriae Controllatus) in Österreichs Weinhierarchie erstmals die Herkunft über die Rebsorte gestellt. Ziel ist es, typische Weine einer Region unter einer gemeinsamen Marke zusammenzufassen und damit größere Weinmengen mit einer zuordenbaren Stilistik zu schaffen.
Marco Franzelin erläuterte die Entstehung und verwies auch darauf, dass man gut daran tut sich den Winzer und seine Lagen genau anzusehen, aber zumindest sind es grobe Orientierungen.
2016 Wiener Gemischter Satz - Fritz Wieninger (12,90 €)
Der Wiener Gemischter Satz ist ein Klassiker. Traditionell pflanzten die Winzer bis zu 20 verschiedene Rebsorten in einem Weinberg an. Dadurch konnten sie Jahrgangsschwankungen ausgleichen.
Der Wein ist duftig und frisch, am Gaumen elegant und süffig mit einer lebendigen Säurestruktur.
Weil hier der Winzer einigen Spielraum hat, meinte Marco Franzelin, dass es sich lohnt genau hinzusehen; denn die Zusammensetzung hat große Auswirkungen auf das Gesamtergebnis.
Anders als bei einer Cuvee werden die Reben nämlich gemeinsam verarbeitet. Der größte Sortenanteil darf nicht höher als 50 % sein und es müssen mindestens drei sein. Unter anderen werden verwendet: Grüner Veltliner, Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Neuburger, Gewürztraminer, Rosenmuskateller, Jubiläumsrebe, Österreichisch Weiß.
2015 Riesling Langenlois - Fred Loimer (11,00 €)
Die Kamptal DAC hat zwei Paradesorten: Grüner Veltliner und Riesling. Er ist geradlinig, offenbart Pfirsich- und Grapefruitnoten sowie eine feine Kräuterwürze.
Mir hat der Riesling besser gemundet – aber in der Runde gab es auch andere Meinungen. Wenn man an einer Tafel sitzt hat man gute Gelegenheit sich mit dem linken und rechten Nachbarn und dem Gegenüber darüber auszutauschen. Und das geschah aus ausgiebig – nach den Ausführungen des Sommeliers.
2015 Grüner Veltliner Loiserberg - Fred Loimer (15,90 €)
Dem Loiser Berg spürt man seinem sonnigen Jahrgang an: Er hat einen vollen Körper, feinen Schmelz und ist geprägt von reifem Kernobst. Die typisch würzige Art des Grünen Veltliners hat Loimer gut abgebildet.
Mir war die Säure etwas zu stark betont; doch seine Ecken und Kanten forderten damit meinen Gaumen heraus.
2013 Grüner Veltliner Mühlpoint Smaragd - Leo Alzinger (19,90 €)
Facetenreicher Grüner Veltliner vom Vorzeigewinzer aus der Wachau. Grapefruit und Blütenhonig geben sich die Ehre. Frische Birnenfrüchte, leicht kräutiger Abgang.
Smaragd ist eine Marke, die für die höchste Qualitätsstufe von Weinen der Vinea Wachau-Winzer steht. Der Name stammt nicht vom Edelstein ab, sondern von der Smaragdeidechse, die in den Wachauer Weinbergterrassen häufig zu finden ist und zum Symbol für diesen Wein wurde. Die Bezeichnung ist geschützt.
In der Wachau sind die Alkoholgrade meist höher, weil die Reben oft voll- oder sogar überreif geerntet werden. Dadurch wirkt der Wein runder und auch etwas cremiger. Mir schmeckte das besser. Aber Marco Franzelin bemerkte dazu, dass er leichtere Weine bevorzuge, weil sie mehr Lust auf mehr haben; die schwereren Exemplare schmecken vollmundig, sättigen aber auch schneller.
Das Lehrbuch sagt über den Zweigelt: „bevorzugt nicht allzu schwere, humusreichere Böden”. Und dort, wo er auf rot-schottrigem Boden steht, läuft er gelegentlich zu Höchstleistungen auf. Im Weingut Heinrich ist es die flächenmäßig verbreitetste Sorte.
Mittleres Violettrubin, Duft nach Kirschen und Veilchen, am Gaumen begleitet von Lakritze und Schokolade.
Marco Franzelin bemerkte, dass diese Rebsorte recht ertragreich sein kann und dann zu einfachen Weinen führt – ähnlich wie in Deutschland Portugieser oder Barbera in Italien.
Bei einer Mengenbeschränkung sind die Weine aber oft recht dicht und komplex.
Der Zweigelt von Heinrich hat mir gut zugesagt.
2013 Cuvee vom Berg - Muhr-van der Niepoort (13,50 €)
Für die Cuvée vom Berg verwendet das Weingut Muhr- van der Niepoort Syrahtrauben von jenen Stellen am Spitzerberg, die dank etwas tiefgründigerer Böden ein wenig mehr Wasser speichern können und daher sehr fruchtbetonte, würzige Weine hervorbringen. Diese vermählt Dorli Muhr mit dem ebenfalls sehr fruchtigen St. Laurent.
Mir war der Wein etwas zu eckig und die leichten Bittertöne störten mich etwas. Aber der Sommelier meinte, dass bei längerer Lagerung sich diese Effekte abschwächen und ebenfalls ein komplexer Wein mit Pfeffernoten neben der Fruchtaromatik deutlicher werden.
Gernot Heinrich ist berühmt für seine Blaufränkisch-Kreationen. Diese Rebsorte hat in Österreich das Potential zu ganz großen Weinen. Sie erinnern in der Farbe an Nebbiolo aus Italien und auch im Geschmack sind oft kräftig.
Das Gut Heinrich verfolgt verstärkt den bilogischen Anbau. Die Originalität des Terroirs soll dadurch noch stärker zum Ausdruck kommen. Zunächst verzichtete man auf Pestizide und seit 2006 arbeitet Gernot Heinrich komplett biodynamisch.
Ich habe die Weine von Heinrich stets geschätzt: sein Pannobile, Gabarinza oder gar Salzberg sind für mich Referenzweine für das Gebiet am Neusiedlersee.
Hier spürte ich Bittertöne, Waldboden, Trüffelnoten oder gar Ponyhof. Wenn der Wein etwas länger im Glas stand, nahmen diese Eindrücke nach und nach ab. Doch Begeisterung klingt anders.
2012 Pinot Noir Reserve - Gerhard Markowitsch (32,50 €)
Einst war Carnuntum Hauptstadt der römischen Provinz Oberpannonien. Die mit Wein gefüllten Amphoren sind heute Barriques gewichen, in den modernen Weinkellern selbstbewusster Winzer. Gerhard Markowitsch ist einer von ihnen, ein geborener "Allrounder". Er ist ehrgeizig, konsequent in seiner Arbeit und dennoch mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität. Es macht ihm Spaß, verschiedene Rebsorten und unterschiedliche Stile zu vinifizieren.
Für mich war dieser Wein geschmeidig und rund. Marco Franzelin erläuterte, dass hier das Holz des Barrique vorbildlich eingebunden wurde. Für mich der beste Wein bei den Roten des Abends. V: Respektgruppe!
respekt-BIODYN ist ein Verein, dem 19 Weingüter aus Österreich, Deutschland, Italien und Ungarn angehören. Der Vereinssitz ist in Österreich.
respekt-BIODYN, das bedeutet Menschen, die sich dem Ziel verschrieben haben mit biodynamischen Methoden Wein von höchster Qualität zu erzeugen.
Mit der Aufnahme der deutschen VDP-Winzer Clemens Busch, Steffen Christmann, Hansjörg Rebholz und Philipp Wittmann im Jahr 2015 etabliert sich respekt-BIODYN neben Demeter und Biodyvin als weitere wichtige Kraft im biodynamischen Weinbau. Runde 5: Neuburger Freyheit
2015 Neuburger Freyheit - Gernot Heinrich (19,90 €)
Gernot Heinrich erzeugt mit der Freyheit Serie einen extremen Wein. Frei von Regeln und Zwängen sind Wein und Winzer: Heinrich nennt es vinophilen Expressionismus.
Mit dem Neuburger Freyheit verhilft er der seltenen, autochthonen Rebsorte ins Rampenlicht. Die Trauben werden nicht entrappt, bleiben 24 Stunden auf der Maische, vergären spontan, reifen im großen Eichenfass auf der Hefe, bleiben unfiltriert und ungeschwefelt. Freie Entfaltung ist also angesagt.
Ein Wein-Original für experimentierfreudige Weintrinker.
So nennen es die Anhänger dieser Richtung; andere Kritiker sind nicht so angetan:
Naturweine, auch „Orange Wines“ genannt, sind in aller Munde, duften aber nach Schnaps und alter Suppe und entpuppen sich meist als untrinkbar. Dabei sollen sie verblüffen und nicht verstören.
Marco Franzelin hält sich da mit Wertungen zurück. Der Wein wurde wie ein Rotwein zubereitet und dann nur wenig weiter verarbeitet.
Er meinte zum Ergebnis, dass es sicher Speisen gibt, die dazu gut passen. Eine ganze Flasche aus Spaß am Abend zu trinken, hält er für gewagt. Aber wer solche Weine verkosten möchte, kann sie bei ihm im Restaurant Vendome bekommen; denn sie werden im Keller vorgehalten.
Mich hat der Wein im Glas verschreckt: Er sieht trübe aus, unfertig, wie Most. Der Geruch erinnerte mich sofort an Feuerstein. Der Geschmack war dann gar nicht so schlimm, wie befürchtet: hefig und mostig - aber brauche ich das?
Mir fiel gleich ein: Aus Neugier habe ich einmal vor einiger Zeit eine Flasche Grüner Veltliner Qvevre gekauft. Es ist Amphorenwein aus Österreich. Der Winzer grub die Gefäße in den Löß am Wagram ein. Er hatte sie mit ausgewählten Beeren gefüllt und dann sich selbst überlassen. Das Ergebnis war ein Wein in sehr puristischen Form. Nach dem Öffnen soll er Luft bekommen, um sich richtig zu zeigen. - Ich werde von Bernhard Ott weiterhin seine normalen Weine verkosten. Für die Spezialität bin ich (noch) nicht zu haben.
2011 Riesling Steinmassl - Fred Loimer (0,75 l – 29,00 € - 1,5 l - 65,00 € - Doppelmagnum – 130,00 €)
Der Steinmassl Riesling von Fred Loimer erfreut zunächst die Nase mit Aromen von Weinbergspfirsich, Orangeblüten, Ananas und Kumquat. Am Gaumen zeigt er eine lebendige Säure, eine Saftigkeit und einen langen Abgang: es bleibt sicher nicht beim ersten Glas.
Wie der Name schon andeutet ist die Lage – in Österreich Ried genannt - Steinmassl reich an Steinen. Diese sind ausgezeichnete Wärmespeicher und lassen die Rieslingtrauben bestens ausreifen.
Er nennt diesen Wein – wie in Deutschland bei Spitzenprodukten – erste Lage.
Marco Franzelin öffnete eine Doppelmagnum (3 Liter). Er meinte, dass dieser Wein ein würdiger Abschluss sei – und so war es denn auch. Gerne nahmen die Teilnehmer davon noch ein weiteres Gläschen.
Vor Jahren hatte mir schon ein Mitarbeiter des Kölner Weinkellers die Weine von Loimer empfohlen. Nach einer kleinen Probe an der Theke waren für mich Langenlois Spiegel Grüner Veltliner und Steinmassl Riesling meine Lieblingslagen. Das wurde heute wieder bestätigt.
Fazit 5 - unbedingt wieder: Der Kölner Weinkeller feiert seinen Geburtstag zum Beispiel mit seiner Hausmesse am 20. Mai. 2017 von 11:00 - 16:00 Uhr (eine Eintrittskarten habe ich schon erworben).
Auch die nächsten YouDinner-Veranstaltungen, die ich gerne besuchen möchte, stehen schon auf meiner Liste.
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“) Datum des Besuchs: 23. Januar 2017 – abends
Als Mitglied im YouDinner-Club bekomme ich Hinweise auf alle Veranstaltungen. Mit großer Freude habe ich mich zu einer Weinprobe in Köln angemeldet.
Der Kölner Weinkeller an der Stollberger Straße in Köln-Braunsfeld feierte gerade sein 80-jähriges Bestehen. In dem Kellergewölbe lagern bei etwa 18 Grad mehr als 200.000 Flaschen von insgesamt rund 6500 Weingütern.
Auf den ersten Blick wirkt der Kölner Weinkeller im Hinterhof in einem Industriegebiet unweit der Rewe-Unternehmenszentrale eher unscheinbar.
Eine kleine Treppe führt in den Eingangsbereich.
Mit einem großen... mehr lesen
Kölner Weinkeller
Kölner Weinkeller€-€€€Catering, Weinkeller, Eventlocation02211397280Stolberger Str. 92, 50933 Köln
5.0 stars -
"Eine Reise in die Welt der österreichischen Weine" kgsbusAls Mitglied im YouDinner-Club bekomme ich Hinweise auf alle Veranstaltungen. Mit großer Freude habe ich mich zu einer Weinprobe in Köln angemeldet.
Der Kölner Weinkeller an der Stollberger Straße in Köln-Braunsfeld feierte gerade sein 80-jähriges Bestehen. In dem Kellergewölbe lagern bei etwa 18 Grad mehr als 200.000 Flaschen von insgesamt rund 6500 Weingütern.
Auf den ersten Blick wirkt der Kölner Weinkeller im Hinterhof in einem Industriegebiet unweit der Rewe-Unternehmenszentrale eher unscheinbar.
Eine kleine Treppe führt in den Eingangsbereich.
Mit einem großen
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Eines der weltbesten Restaurants allerdings liegt quasi vor der Haustür meines Zweitwohnsitzes und ist bequem mit der Straßenbahn zu erreichen. Was für ein Luxus!
Heute gönnen wir uns den mal wieder in Form des Mittagsangebots, das es im Vendôme immer samstags und sonntags gibt. Hat man erst mal den Berg zum imposanten Schloss Bensberg erklommen und das Kavaliershaus zur Rechten betreten, ist klar, dass die nächsten drei Stunden dem puren Verwöhnen gewidmet sein werden. Vorbei an der Glasfront, die den Blick in die Küche erlaubt, werden wir von Joachim Wissler begrüßt, bevor es in den eleganten, hellen Speiseraum geht.
Beim Champagner werden die ersten Grüße serviert und zu meiner großen Freude gibt es auch dieses Mal wieder Wisslers hinreißende Version eines Toffifees. Hier in Form eines zart schmelzenden Gänseleberkaramells mit einer Piemonteser Haselnuss. Mit Sicherheit ist dies mittlerweile der bekannteste Snack zum Apéritif in Deutschlands Spitzengastronomie.
Begleitet wird dies separat von zwei Nationalgerichten, die Joachim Wissler auf originelle Weise uminterpretiert. Der Borschtsch kommt als Macaron, der die erdigen Aromen dieses russischen Eintopfs typisch transportiert. Der Croque Monsieur findet sich als schlotzige Angelegenheit im Ei mit Schaum, Creme, krossen Miniwürfeln, dazu ein luftig, knuspriges Gebäck – stark!
Bevor es mit dem Menü losgeht, noch zwei filigran gearbeitete Dim Sums vom Pulled Pork, die in einem dezent scharfen Sud aus Kimchi-Ibericosaft baden. Ebenfalls sehr schön.
Mit der Vorspeise befinde ich mich augenblicklich an einem Frühlingstag am Meer. Das Thunfischtatar ist fein abgeschmeckt, die Jakobsmuschel als Rosette obenauf nur ganz kurz abgeflämmt, aber noch weitestgehend roh. Darüber leicht salziger Sojakaviar. Das Ganze wunderschön umrahmt von Avocadocreme, Gurke, Salat und einigen sehr prägnanten und unterschiedlich schmeckenden Algenspitzen. Angegossen wird eine leicht gelierte Tomaten-Ponzuvinaigrette. Das changiert zwischen frisch, säuerlich, salzig, jodig und ist ausgesprochen harmonisch komponiert.
Im Glas dazu ein 2011 Riesling Saarburger Rausch Diabas vom Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken, der mit seinem ausgewogenen Säure-Süße-Spiel den Gang hervorragend begleitet.
Es folgt Saibling aus dem Lechtal, von wo Joachim Wissler häufig seine Fische bezieht. Und auch dieses leicht geräucherte Exemplar ist von ausgezeichneter Qualität und perfekt gegart. Das Gericht ist von grünem Spargel und einer milden Topinambur-Meerrettichbutter relativ klassisch eingefasst. À part gibt es, wie häufig zu den Lechtal-Fischen, den fluffigen Blini, diesmal mit Saiblingstatar, aber wie so oft, unter der mit Rauch gefüllten Glasglocke.
Auch dieser Gang ist absolut stimmig und sofort zugänglich. Wissler stellt hier ein ausgezeichnetes Produkt in den Mittelpunkt und gibt ihm Begleiter an die Seite, die ergänzen, aber nicht irritieren.
In der Weinbegleitung geht es nach Kalifornien ins südliche Napa Valley. Der füllige Chardonnay mit der etwas kryptischen Bezeichnung SR/246 vom Weingut Zotovich hat eine ausgeprägte Barriquenote, die gut zum Rauchton des Fisches und des Blinis passt, ist aber nicht fett, sondern trotz seines ordentlichen Alkoholgehaltes von 14,5% noch mit einer relativ kühlen Aromatik ausgestattet.
Im Hauptgang bin ich dankbar, nach zahllosen Reh- oder Hirschgängen mal eine veritable Alternative zu bekommen. Es gibt Hasenrücken, und nach der Farbe zu urteilen, muss es sich um einen Wildhasen gehandelt haben. Dazu etwas geschmorte Schulter und eine Scheibe von der Leber. Wir sind noch im Winter und da sind die gefüllten Rosenkohlblätter und die Scheibe Butterkürbis die geeigneten Begleiter. Die Rouennaiser Sauce, mit Blut abgebunden, ist dicht, dunkel und konzentriert. So zeitgemäß die Optik des Tellers ist, so klassisch ist erneut die Kombination – und so gut gelungen ebenfalls.
Im Glas dazu ein 2009 Saint-Emilion Grand Cru vom Château Teyssier. Die Cuvée aus Merlot und Cabernet Franc unterstützt mit seiner leichten Kräuterwürze das Gericht sehr schön, erschlägt den Gang aber nicht.
Zum Abschluss des Menüs folgt ein Teller, der mich erneut überrascht, weil ich bei Wissler in der Vergangenheit oft Verspielteres erlebt habe. Hier kommt eine beeindruckend perfekte Passionsfruchttarte und ein fabelhaftes Basilikum-Sauerrahmeis. Angegossen ein fruchtiger, aber dennoch leicht würziger Safran-Aprikosenjus. Die übrigen Beilagen, vor allem den zwar optisch auffälligen, aber ansonsten auch hier geschmacklich eher entbehrlichen Sponge, hätte ich gar nicht unbedingt benötigt, denn die drei Hauptkomponenten waren für sich bereits perfekt. Aber natürlich ist der Anspruch eines Dreisterne-Hauses wie diesem, dass es jetzt auch nicht zu reduziert sein darf...
In der Weinbegleitung geht es nach Andalusien. Der 2012 Málaga MR von Telmo Rodriguez ist erstaunlicherweise nicht so süß, wie ich es erwartet hätte. Sehr gut, aber trotzdem hätte ich mir hier eher einen deutschen Süßwein mit etwas mehr Säurespiel gewünscht.
Mit der üblichen Parade an Petits Fours sowie der schon obligaten Trüffelparade geht ein höchst entspannter und genussreicher Mittag zuende.
Das Duo Markus Klaas als Gastgeber und Marco Franzelin als Sommelier funktioniert wie immer sehr harmonisch und professionell. Der Service agiert effizient, herzlich und aufmerksam, aber dezent. Selbst bei der zweiten Nachfrage zu den Algen in der Vorspeise kam die Antwort nach Rückfrage postwendend.
Dass das Essen auch dieses Mal wieder ausgezeichnet sein würde, hatte ich von Anfang an nicht bezweifelt. Überrascht war ich jedoch über die in meinen Augen durchaus klassische Anmutung aller Gänge. Sicher waren sie modern und zeitgemäß präsentiert. Und auch die Kombinationen waren bestimmt nicht durchweg konventionell. Aber in Summe folgten alle Gänge einem konsequent harmonischem Gesamtbild.
Da verschiedentlich darüber diskutiert wird, ob Wisslers Küche immer noch zu intellektuell sei (was ich schon seit einiger Zeit nicht mehr finde) und auch ohne entsprechende „Vorerfahrung“ zu verstehen sei, kann ich heute für mich mehr denn je feststellen, dass dies ohne Frage so ist.
Joachim Wissler kocht souverän, mitunter auch mit einem deutlichen Augenzwinkern, komplex ja, aber auf jeden Fall leicht verständlich. Sollte diese Entwicklung nicht nur eine Momentaufnahme sein, sondern eine generelle Ausrichtung auf eine modernisierte Klassik bedeuten – ich wäre dabei. Aber da ich ja eh nur in die Straßenbahn steigen muss, kann ich das sowieso beizeiten wieder überpüfen.