Besucht am 01.09.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 64 EUR
Am heutigen total verregneten Freitag waren wir mit dem Bus nach Bad Reichenhall gefahren, um dort ein wenig zu bummeln. Dabei reifte in uns die Erkenntnis, dass wir am wegen der schlechten Wetterprognose unseren Urlaub einen Tag früher beenden und schon am Samstag die Heimreise antreten.
Etwas abseits gelegen im Ortsteil Königssee und von uns durch Zufall zwei Tage vorher nach den ca. 1000 m Abstieg vom Jennerhang runter zum Königssee entdeckt. Beim Betreten der Café-Terrasse war nicht ein Gast anwesend, und so mussten wir nach drinnen gehen und fragen, ob überhaupt Gäste die nicht im Haus logieren bedient werden. Die freundliche Dame, die uns entgegenkam und wohl die Chefin des Hauses war, bejahte dies und so konnten wir draußen Platz nehmen. Es war Nachmittag, und nach der anstrengenden Wanderung gelüstete es die Frauen nach Kaffee und Kuchen. Eine kleine Auswahl von selbstgebackenen Kuchen wurde unseren Damen mündlich offeriert. Die Entscheidung fiel auf den frisch gebackenen Zwetschgendatschi, der später mit 3,- € auf dem Bon abgerechnet wurde, dazu jeweils ein Haferl Kaffee für 2,90 €. Ein schön großes Stück belegte den Teller, dazu noch genügend Sahne. Der Datschi entzückte unsere beiden Begleiterinnen sowohl was den Geschmack als auch die Konsistenz betraf. Der Kaffee ordentlich heiß, wie man es sich wünscht.
Die 0,5 l Helles vom Fass aus der Berchtesgadener Brauerei für den Schönauer Tiefpreis von 3,20 € zischten gut gekühlt durch die Kehlen der Männer.
Da wir von hinten am Haus vorbei auf die Terrasse gelangten, entdeckte ich vorne beim Weggehen einen Schaukasten, in dem etliche warme und kalte Gerichte für die Zeit zwischen 17.30 und 21 Uhr angeboten wurden. Hier lag die Preisgestaltung deutlich unter dem Niveau, das wir bisher in Schönau vorfanden, also behielten wir den Brandtnerhof mal in unserem Hinterkopf.
Für unser letztes Abendessen in Schönau entschieden wir uns dann am Freitagabend für den Brandtnerhof. Da wir für die Rückfahrt noch tanken wollten und es weiter stark regnete, fuhren wir mit dem Auto hin.
Wir betraten gegen 18 Uhr die gute Stube und waren tatsächlich die ersten Gäste. Die Chefin begrüßte uns freundlich, ohne sich anmerken zu lassen, dass sie uns wieder erkannte und überließ uns freie Platzwahl.
Die Speisekarte wurde gereicht und darauf aufmerksam gemacht, dass bei den warmen Gerichten ein Salat inkludiert ist, den man sich aus Glasschüsseln auf einem Tisch vor der Theke selber zusammenstellen kann.
Unsere Getränke waren schnell bestellt: Die Frauen Rotwein aus dem Burgenland (0,25 l, 3,50 €), nichts Herausragendes, aber gut trinkbar zum Essen. Für die Herren das mittlerweile übliche Helle aus Berchtesgaden zum gleichen Preis wie unter der Woche, nämlich 3,20 € für die Halbe. Flott wurden die Getränke serviert und wir konnten dann auch gleich die Essensbestellung aufgeben.
Wir machten es der Küche einfach. Beide Paare bestellten identisch. Die Mädels Schweizer Leckerli, ein Schweinerückensteak mit Käse und Pilzen überbacken, dazu Röstitaler (11,80 €) und die Buben Schweinelendchen mit Pfefferrahmsauce und Pommes.
Nach vollzogener Bestellung machten wir uns direkt auf, um den Salat von der Theke zusammenzustellen. Kleine Schüsseln standen dafür bereit. Ca. acht verschiedene Salate, frisch angemacht, drei verschiedene Dressings zur Auswahl, dazu noch verschiedene geröstete Körner zur Auswahl. Völlig ausreichend und auch noch gut schmeckend.
Während wir uns mit dem Salat beschäftigten füllte sich der Gastraum zusehends mit überwiegend Hausgästen, die Halbpension gebucht hatten. Auch ein paar externe Gäste fanden sich ein, so dass die Chefin, die alleine den Service schmiss, doch viel zu tun hatte. Unaufgeregt und freundlich hatte sie aber alles im Griff. In der Küche werkelten, was ich so gesehen habe, drei Personen. Die Wartezeit aufs Essen war angenehm. Kurz, nachdem wir unseren Salat aufgegessen hatten, wurden schon die Hauptgerichte serviert.
Die Portion für die Mädels war recht groß. Ihr Schweinerückensteak etwas dicker, aber trotzdem zart, darüber gebacken der gehaltvolle Käse mit den Pilzen. Ein Rahmsaucenspiegel verteilte sich rund um das Fleisch. Vier Röstitaler sowie auch eine kleine Salatdeko vervollständigten als Sättigungsbeilage den prall gefüllten Teller. Tapfer trotz Sättigunggefühls kämpften sie bis zum Schluss und ließen nichts mehr auf dem Teller zurück. Ein Indiz dafür, dass es ihnen geschmeckt hat. Schweizer Leckerli
Die Schweinelendchen für mich und den Schwager hätten auf einem etwas größeren Teller serviert werden müssen. So sah das Ganze auf dem Teller etwas zusammengepfercht aus. Außerdem hatten wir unter Schweinelendchen eine andere Vorstellung als die zwei dünnen Exemplare Fleisch auf dem Teller. Wir vermuteten unisono, dass es sich hierbei auch eher um plattgekloppten Schweinerücken handelte, der durchgebraten war. Vielleicht ist das in der Gegend so üblich. Fakt ist allerdings auch, dass die Pfefferrahmsauce außerordentlich gut war. Angenehme Schärfe, nicht zu viele grüne Pfefferkörner, gelungen würde ich sagen. Okay, den Klecks Sahne hätte ich nicht gebraucht. Die Pommes waren auch zu unserer Zufriedenheit. Nicht zu fettig, gut im Biss, eigentlich genauso wie wir sie mögen. Schweinelendchen Pfefferrahmsauce
Typischer Gastraum mit Fußboden und Einrichtung typisch wie man es seit den 1980er Jahren kennt. Alles sauber. Tische ordentlich mit Tischdecken versehen. Eine Kerze wurde angezündet, kleine Pfeffer- und Salzmühlen sowie ein kleines Blümchen in einer kleinen Vase vervollständigten das Tischensemble. Die Wände mit Bildern und Fotos voll gepflastert. Die Sitzgelegenheiten bequem, so dass Gemütlichkeit aufkommt. Gastraum
Zur Toilette muss man in das Kellergeschoss gehen. Eine breite Treppe des Treppenhauses führt nach unten, wo sich dann nagelneue, modernste, picco bello saubere Örtlichkeiten befinden, in denen man sein großes oder kleines Geschäft erledigen kann. Fazit:
Unseren Zufallstreffer fanden wir okay. Sollten wir wieder einmal an den Königssee kommen, würden wir garantiert dort auch mal wieder einkehren. Wer sich für einen Aufenthalt im Brandtnerhof interessiert, der kann sich auf der ordentlichen Website des Hauses informieren. Für die Rezi musste ich das Haus erst neu auf GG eintragen. Für Leute, die mal etwas weniger Geld in der Gegend ausgeben wollen, als in den meisten anderen Restaurants, durchaus ein Geheimtipp.
Am heutigen total verregneten Freitag waren wir mit dem Bus nach Bad Reichenhall gefahren, um dort ein wenig zu bummeln. Dabei reifte in uns die Erkenntnis, dass wir am wegen der schlechten Wetterprognose unseren Urlaub einen Tag früher beenden und schon am Samstag die Heimreise antreten.
Etwas abseits gelegen im Ortsteil Königssee und von uns durch Zufall zwei Tage vorher nach den ca. 1000 m Abstieg vom Jennerhang runter zum Königssee entdeckt. Beim Betreten der Café-Terrasse war nicht ein Gast anwesend,... mehr lesen
Brandtnerhof
Brandtnerhof€-€€€Cafe, Pension086522336Brandtnerstraße 18, 83471 Schönau am Königssee
3.5 stars -
"Sehr preisgünstig für die Gegend, aber trotzdem okay!" Ehemalige User
Am heutigen total verregneten Freitag waren wir mit dem Bus nach Bad Reichenhall gefahren, um dort ein wenig zu bummeln. Dabei reifte in uns die Erkenntnis, dass wir am wegen der schlechten Wetterprognose unseren Urlaub einen Tag früher beenden und schon am Samstag die Heimreise antreten.
Etwas abseits gelegen im Ortsteil Königssee und von uns durch Zufall zwei Tage vorher nach den ca. 1000 m Abstieg vom Jennerhang runter zum Königssee entdeckt. Beim Betreten der Café-Terrasse war nicht ein Gast anwesend,
Besucht am 31.08.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 54 EUR
Nach vier Tagen mit Einkehr in Gaststätten bzw. Restaurants mit Hauptaugenmerk auf bayrische Küche beschlossen wir, heute mal die Pizzeria Jolly zum Abendessen aufzusuchen. Von unserer Unterkunft aus ist das Jolly schon zu sehen. Also auch ruck, zuck fußläufig zu erreichen. Für Autofahrer leider nur mit ein paar wenigen Parkplätzen vor dem Haus ausgestattet.
Am Vormittag, als wir an der 30 m entfernten Bushaltestelle auf unseren Bus, der uns nach Ramsau zum Hintersee fahren sollte, wartete, haben Schwager und ich schon mal einen Blick auf die im Schaukasten hängende Speisekarte geworfen. Allerdings festgestellt, dass diese wohl schon mehrere Jahre im Kasten hängt und mittlerweile vergilbt ist, sozusagen ein Muster ohne Wert darstellt.
Um 18 Uhr traten wir zu Fuß den Weg dorthin mit aufgespannten Schirmen an. Ein Stimmenwirrwarr und Gewusele, wie es schon der geschätzte Kollege Schwalmwellis in seiner Rezi formulierte, schlug uns durch die geöffnete Eingangstür entgegen. Ein paar Hartgesottene saßen trotz Regens vor dem Haus unter Sonnenschirmen und waren schon fleißig am Essen und Trinken.
Uns schwante Übles, da wir ja nicht reserviert hatten. Entschlossen betraten wir das Innere. Hier sah alles proppenvoll auf. Ein Kellner kam auf uns zu, begrüßte uns freundlich, um uns gleichzeitig mitzuteilen, dass kein Platz mehr frei ist. Meine Argusaugen entdeckten aber einen 4er-Tisch auf dem ein Schild stand: Reserviert ab 20 Uhr. Ich sprach den Kellner darauf an: „Okay, wenn sie bis 20 Uhr fertig sind, können sie dort Platz nehmen“, die Antwort. „Wenn ihr uns zügig bedient, ist dies kein Problem“, so mein Konter. Also führte er uns zum Tisch.
Der Tisch war schon eingedeckt. Es mussten also nur die Speisekarten gebracht werden und unsere Getränke- und Essenswünsche aufgenommen werden. Okay, es war jetzt brechend voll, ständig kamen Gäste, die bestellte Pizzen abholten, und immer mehr Gäste, die vom Personal wegen Platzmangels freundlich darauf hingewiesen wurden, dass sie keinen mehr aufnehmen können. Bis unsere Speisekarten gereicht wurden dauerte es einige Minuten. Wiederum mehrere Minuten vergingen, und wir konnten unsere Getränke bestellen. Die Herren mal kein Helles oder Dunkles, sondern ein Hefeweizen (0,5 l-Glas, 3,90 €, gezapft, Brauerei nicht angegeben, ich tippe mal vom Geschmack her auf Erdinger). Die Damen Rotwein, Merlot (0,2 l-Glas, 4,30 €, die Herkunft nicht angegeben, aber geschmacklich für unsere besseren Hälften okay).
Bis die Getränke kamen, verging wieder einige Zeit. Ich hatte direkten Blick auf die Theke: Zwei Pizzabäcker, die laut Plakat an der Theke Pizza-Weltmeister sind, belegten Pizzen im Akkord. Ein großer Pizzaofen konnte eine ganze Menge davon aufnehmen. Die Pizzen gibt es in zwei Versionen: 33 cm Durchmesser, 45 cm Durchmesser und für die Abholer noch größere Familienpizzen, die man aber auch in der Pizzeria bestellen kann. Jede Menge verschiedene Pizzen aller Couleur standen zur Auswahl, gefühlt so 50 bis 60, oder auch mehr, ich habe sie nicht gezählt. Drei vegane Pizzen sind auch im Angebot. Dazu ein paar Pastagerichte, diverse Salate. Nichts Fleischiges, nichts Fischiges. Pizzeria ist deshalb auch die korrekte Bezeichnung des Lokals.
Wir brauchten auch einige Zeit, bis ein jeder von uns unter der großen Auswahl fündig wurde. Ich winkte nach eines jeden Entscheidung einen Kellner herbei, der unsere Bestellung in seinen Block aufnahm.
Einziger Pizzaesser an unserem Tisch mein Schwager. Pizza gehört sozusagen zu seinen liebsten Essensaufnahmen. Er bestellte die Pizza Piccantissima in der Version 33 cm (8,40 €). Hier heißt Piccantissima wohl schon beim Lesen der Zutaten, dass diese sehr scharf ist. Der knusprige Teig war belegt mit Tomaten, Mozzarella, Pepperoniwurst, scharfen Pepperoni sowie Pepperoncini. Und in der Tat. Die Schärfe nahm von Bissen zu Bissen mehr zu. Beim Teig konnte man ob dessen gar nicht mehr herausschmecken, ob er nun ordentlich gewürzt war oder nicht. Auf alle Fälle ließ er sich gut schneiden, so dass mein Schwager die Stücke so zu recht schneiden konnte, wie sie bei uns in der Gegend schon vorgeschnitten sind und deshalb schön aus der Hand zu essen sind. Auch mit der Größe hatte er zu kämpfen. Sättigungsgrad hoch, geschmacklich gesehen, hat er schon bessere gegessen, also okay. Pizza Piccantissima
Schätzchen und ich entschieden sich für Pasta. Spaghetti mit Tomaten, Rucola, Parmesanspänen für 9,- €. Die Nudeln perfekt im Biss. Tomatensauce sowie angebratene Tomatenstücke auf dem Tellerboden, ordentlich Rucola auf den Spaghetti, ganz obendrauf thronten die Parmesanspäne. Ein betörender Duft stieg in die Nase. Ein Löffel wurde dazu gereicht. Der kam dann am Schluss zum Einsatz, um die geschmacklich und aromatisch voll überzeugende restliche Sauce mit Tomatenstücken noch mit einzunehmen. Wir waren uns einig, dass wir eine gute Wahl getroffen hatten. Spaghetti Rucola Tomaten Parmesan
In die gleiche Kerbe haute dann auch der Kommentar ihrer Schwester, die Pasta à la casa (8,40 €) bestellte und auch voll und ganz zufrieden war. Auch ihr Teller wurde ratzeputz geleert. Auf der Speisekarte im Internet stand dieses Gericht nicht drauf, deshalb konnte ich heute nicht mehr nachvollziehen, was sich im Einzelnen auf ihrem Teller befand. Die Portionen waren nicht allzu groß, aber reichten zur Sättigung.
Pizza okay, Pasta gut, also 3,5 GG Sterne.
Ambiente unmöglich zu beschreiben. Der Gastraum ist in diffusem Licht etwas dunkel. Die Tische eng gestellt. Oberflächliche Betrachtung lässt eine gute Sauberkeit erkennen. So dass ich nichts in der Richtung zu bemängeln habe.
Fazit:
Eine Unmenge von Mitnahmepizzen verließ während unseres Aufenthaltes die Pizzeria., dazu ein Haus voller Gäste, kein Ruhetag, sozusagen eine Goldgrube. Viele Ferienwohnungsgäste, besonders mit Kindern, auf Urlaub in Schönau sorgen dabei für ein schönes Zusatzgeschäft. Es handelt sich hier auch um die einzige Pizzeria in Schönau. Ein Ableger davon ist übrigens in Bad Reichenhall angesiedelt.
Wem das Gewusel und die Lautstärke im Lokal nichts ausmacht, der kann dort satt und zufrieden nach Hause gehen. Länger als man zum Essen braucht, sollte man sich dort aber nicht aufhalten. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Gemütlichkeit darf man hier nicht erwarten.
Nach vier Tagen mit Einkehr in Gaststätten bzw. Restaurants mit Hauptaugenmerk auf bayrische Küche beschlossen wir, heute mal die Pizzeria Jolly zum Abendessen aufzusuchen. Von unserer Unterkunft aus ist das Jolly schon zu sehen. Also auch ruck, zuck fußläufig zu erreichen. Für Autofahrer leider nur mit ein paar wenigen Parkplätzen vor dem Haus ausgestattet.
Am Vormittag, als wir an der 30 m entfernten Bushaltestelle auf unseren Bus, der uns nach Ramsau zum Hintersee fahren sollte, wartete, haben Schwager... mehr lesen
Pizzeria Jolly
Pizzeria Jolly€-€€€Restaurant, Pizzeria0865264500Waldhauser Straße 18, 83471 Schönau am Königssee
3.0 stars -
"Eine Pizzeria, deren Konzept offensichtlich aufgeht, und die brummt!" Ehemalige User
Nach vier Tagen mit Einkehr in Gaststätten bzw. Restaurants mit Hauptaugenmerk auf bayrische Küche beschlossen wir, heute mal die Pizzeria Jolly zum Abendessen aufzusuchen. Von unserer Unterkunft aus ist das Jolly schon zu sehen. Also auch ruck, zuck fußläufig zu erreichen. Für Autofahrer leider nur mit ein paar wenigen Parkplätzen vor dem Haus ausgestattet.
Am Vormittag, als wir an der 30 m entfernten Bushaltestelle auf unseren Bus, der uns nach Ramsau zum Hintersee fahren sollte, wartete, haben Schwager
Geschrieben am 10.09.2017 2017-09-10| Aktualisiert am
10.09.2017
Besucht am 07.08.2017Besuchszeit: Mittagessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 33 EUR
Mal was Schnelles zwischendurch. Dachten wir, als sich während unseres Einkaufsbummels durch die Bremer City der gemeine Hunger zur Mittagszeit meldete. Gut, dass wir ein paar Tage vorher von Borgi persönlich durch dessen „Fressmeile“ geführt wurden. Topaz, Charles und das Alto im Atlantic Grand Hotel wurden dabei von der Bremer Gastroeminenz als mittägliche Einkehrmöglichkeiten dem angereisten Pfälzer Landei empfohlen.
Am „Jackie Su“ kamen wir bei unserem kleinen kulinarischen Spaziergang auch vorbei, doch ihm schenkte der Szenekenner kaum Beachtung. Wollte er mir etwas verheimlichen? Durchtrieben genug wäre er. Oder hat er etwa im benachbarten Asia-Lokal „Pochana Thai“ Aktien drin? Fragen, die nur der veritable Wesergaumen selbst beantworten kann.
Panasiatischer Küchenmix versus Thai-Food. Wir entschieden uns für die erstere Variante. Das hübsch gestaltete Logo des „Jackie Su“ trug die zeitgemäßen Worte „urban street kitchen“ schon im Namen. Das darauf abgebildete Mädchen mit den Ess-Stäbchen wirkte wie frisch aus einem Manga-Comic entsprungen. Bild, Name und Unterschrift suggerierten Internationalität. Und einem Pfälzer aus der Provinz würde ein bisschen Weltläufigkeit auch ganz gut zu Gesicht stehen. Das Wetter passte auch und wir ließen uns auf der „Straßenterrasse“ direkt vor dem Betonbau nieder.
Nun ja, besonders bequem waren die aufgestellten Sitzbänke aus Metall und Kunststoff nun wahrlich nicht. Wenigstens ein paar Kissen hätten dem schmucklos wirkenden Terrassenmobiliar gut getan. Unseren Allerwertesten übrigens auch. Urban-trendiger Stil ok, aber man muss aufpassen, dass man bei aller optischen Schlichtheit nicht ins Anspruchslose abdriftet.
Der flink agierende Service war von geschäftstüchtiger Effizienz. Er reichte uns zeitnah die aufklappbare Speisenkarte, die von einem zusätzlichen Wochenangebot ergänzt wurde. Letzteres hielt weitere sechs panasiatische Gerichte zwischen 5,70 Euro und 8,90 Euro bereit. Das überschaubare „Normalprogramm“ bestand aus asiatischen Suppenklassikern (Pho, Zitronengrassuppe), ein paar Curries (Gemüse-, Fisch- und Hähnchencurry), diverse Salate (z.B. Couscous-Salat) sowie einer Reihe Specials wie Bratreis, Pad Thai oder Hähnchen-Saté-Spieße. Mit 11,50 Euro stand das thailändische Fischcurry mit Spinat, Cashewkernen und Reis preislich an der Spitze. Die große Portion scharfer Möhrensalat mit Erdnüssen und Koriander wurde für 6,50 Euro angeboten. Wahlweise konnte man diesen mit Tofu oder Saté-Spießen „upgraden“.
Bei den Getränken schwor man auf den bekannten indischen Joghurtdrink. Etliche Lassi-Variationen (mit Mango, Minze, Himbeer-Maracuja etc.) waren in der Karte zum Einheitspreis von 3,50 Euro für den Drittel-Liter (0,33 l) gelistet. Das kostete im Übrigen auch das Fläschchen Singha-Bier. Die Flasche Vio medium (0,75 l) setzte die recht „urbanen“ Getränkepreise fort. Stolze 5,90 Euro blätterten wir dafür hin. Die Flasche Holunder-Bionade wurde mit 3 Euro berechnet. Aber die unausgewogene Preispolitik beim Mittagstisch, die auf günstigem Essen und teuren Getränken beruht, ist ja kein unbekanntes Phänomen mehr.
Wir entschieden uns für das thailändische Gemüsecurry mit Tofu (8,50 Euro), das indische Dhal Curry mit Tomaten (7,80 Euro) und das indonesische Rinderhack-Curry mit Gemüse und Sojasauce (8,70 Euro) von der Wochenkarte. Bei jedem der Gerichte kam die Reisbeilage gleich mit dazu in die weiße Schüssel. Auch mit frischem Koriander wurde bei keiner Curry-Schale gespart. Vom Schärfegrad her war das Asia-Food eher zurückhaltend gewürzt. Lediglich das Thai-Gemüse-Curry brannte etwas auf der Zunge. Sehr positiv: das Gemüse kam bei jedem der drei Gerichte noch schön bissfest gewokt auf den Teller. Die panasiatischen Kombinationen waren allesamt stimmig abgeschmeckt und lagen nicht schwer im Magen. Insgesamt also eine gute Wahl für den schnellen Mittagslunch.
Der Besuch der Nassräume erlaubte mir einen kurzen Streifzug durch das schlauchartig angelegte Innere des Lokals. Dort traf ich zunächst auf unverputzte, mit chinesischen Schriftzeichen versehene Betonwände, die schlicht-urbanen Industriecharakter ausstrahlten. Hier befand sich auch die offene Küche, dem Reich von Chefköchin Suphada Ketla aus Thailand, die sich mit ihrem kleinen Team für die Leckereien aus den Woks verantwortlich zeichnete.
Im hinteren Bereich des „Jackie Su“ ließ mich die überdimensionale „Fototapete“ für einen kurzen Augenblick ins Nachtleben einer asiatischen Großstadt eintauchen. Zwischen dunklen Wänden und grauen Betonpfeilern sitzt man hier auf Hockern bzw. Bänken aus hellem Holz. Kein Zweifel, man setzt bei der Einrichtung auf klare Linien. Alles sehr funktional und wenig bequem. Bei der gastronomischen Ausrichtung des Restaurants ist das kein Wunder. Auch die Garküchen Asiens eignen sich kaum für ein romantisches Candle-Light-Dinner. Insofern passt das schon. Genau wie die Deckenspots und die pylonenartigen Hängeleuchten, welche die weißen Platten der Zweiertische ins rechte Licht rücken. Größere Personengruppen finden dagegen am langen „Sozial-Tisch“ in der Mitte des Raumes Platz. Wer die aufgereihte Sitzordnung mag, kann sich einfach dazu setzen.
Früher gehörten zur Gastro-Familie des „Jackie Su“ noch zwei weitere Läden („Madame Ho“ und „Vivien Wu“), die mittlerweile geschlossen sind. Schade eigentlich, denn diese Form der leichten, frisch zubereiteten Straßenküche bietet tatsächlich eine schmackhafte Alternative zum fleischlastig-fettigen Fastfood wie es fast an jeder Ecke lauert. Für uns stellten die leckeren Schüsselgerichte eine willkommene kulinarische Abwechslung dar. Das überwiegend junge Publikum, das sich sein Essen auch gerne zum Mitnehmen einpacken ließ, sah das wahrscheinlich genauso. Und ich wette, dass mein kulinarischer Komplize von der Weser dort auch schon den ein oder anderen Mittagslunch genossen hat. Mal gespannt, ob er sich „outet“...
Mal was Schnelles zwischendurch. Dachten wir, als sich während unseres Einkaufsbummels durch die Bremer City der gemeine Hunger zur Mittagszeit meldete. Gut, dass wir ein paar Tage vorher von Borgi persönlich durch dessen „Fressmeile“ geführt wurden. Topaz, Charles und das Alto im Atlantic Grand Hotel wurden dabei von der Bremer Gastroeminenz als mittägliche Einkehrmöglichkeiten dem angereisten Pfälzer Landei empfohlen.
Am „Jackie Su“ kamen wir bei unserem kleinen kulinarischen Spaziergang auch vorbei, doch ihm schenkte der Szenekenner kaum Beachtung. Wollte er... mehr lesen
Restaurant Jackie Su
Restaurant Jackie Su€-€€€Bistro, Take Away042156518536Langenstraße 10-12, 28195 Bremen
4.0 stars -
"Schmackhafte panasiatische Mittagskost in urbaner Umgebung" Ehemalige UserMal was Schnelles zwischendurch. Dachten wir, als sich während unseres Einkaufsbummels durch die Bremer City der gemeine Hunger zur Mittagszeit meldete. Gut, dass wir ein paar Tage vorher von Borgi persönlich durch dessen „Fressmeile“ geführt wurden. Topaz, Charles und das Alto im Atlantic Grand Hotel wurden dabei von der Bremer Gastroeminenz als mittägliche Einkehrmöglichkeiten dem angereisten Pfälzer Landei empfohlen.
Am „Jackie Su“ kamen wir bei unserem kleinen kulinarischen Spaziergang auch vorbei, doch ihm schenkte der Szenekenner kaum Beachtung. Wollte er
Diesen Sommer wollten wir mal an den Königssee fahren. Schätzchen war als 7-jährige schon mal auf einer Kindererholung in Schönau und hatte noch viele schöne Erinnerungen daran im Kopf. Ich hingegen war noch niemals dort und so begab ich mich Ende April im Netz auf die Suche nach einer Unterkunft in Schönau.
Vorderfront Eingang
Nach tagelangem Stöbern entschieden wir uns für das Hotel Hanauerlehen in Schönau. Deren gut aufgemachte Website machte mir einen Urlaub in dem Hause schon nach dem ersten Klick schmackhaft. Zimmer gibt es 38, in verschiedenen Größen und Lagen. Ich buchte online über deren Website das 28 qm große Zimmer Königssee im Haupthaus mit Südbalkon und Blick auf den Watzmann.
· 7 Übernachtungen inklusive reichhaltigem Frühstücksbuffet
· 1 x Begrüßungswein am Zimmer
· 1 x Kaffee & Kuchen am Nachmittag
· 1 x Infrarot-Wärmekabine
· ganztägige Hallenbad- und Fitnessraumbenützung
· Sauna von 16 - 20 Uhr
Und zur Auswahl stehen 2 von 3 Ausflugszielen:
1 x Bootsfahrt über den Königssee nach St. Bartholomä und Salet
1 x SalzZeitReise in das Salzbergwerk Berchtesgaden
1 x Busfahrt zum historischen Kehlsteinhaus
Als Sommerpauschalwoche angeboten für 369,00 € pro Person; zuzüglich Kurtaxe. Gültig in der Zeit vom 21.05.2017 bis 30.09.2017.
Schon nach kurzer Zeit hatte ich eine Buchungsbestätigung per E-Mail in meinem Account. Willkommen geheißen mit den Worten: Wir, die Familie Höllbacher und unsere lieben Mitarbeiter werden Ihnen diesen Aufenthalt zu einem besonderen Urlaub machen. Lassen Sie sich in einer schönen Umgebung verwöhnen und freuen Sie sich schon jetzt auf eine erholsame Zeit in unserem Haus.
Wie es so ist im Leben, erzählten wir im Verwandtenkreis, dass wir in Schönau gebucht hätten. Und so hat eine Schwester meiner Frau mit ihrem Mann von unserem Erzählen und eigenen Eindrücken von der Website her Lunte gerochen und wollten uns begleiten. Leider war in der von uns gebuchten Woche aber kein Zimmer mehr frei, so dass Frau Höllbacher uns telefonisch anbot, dass wir zusammen eine Woche später anreisen, da wären noch zwei Zimmer in der von mir gebuchten Kategorie frei. Sehr aufmerksam, wie ich finde. Und so buchten wir um.
Blick vom Zimmer aus
Während unseres einwöchigen Aufenthaltes fühlten wir uns dort sehr wohl. Die Zimmer waren mit einem nagelneuen Bad versehen, der Zustand 1a. Die Damen und ein Herr vom Zimmerservice waren teilweise aus Osteuropa und nicht unbedingt der deutschen Sprache mächtig, gleichten dies aber mit einer fröhlichen, herzlichen Art aus. Sie agierten flott, kaum hatten wir uns zum Frühstück begeben, wurde schon mit der täglichen Reinigung und dem Betten machen begonnen. Und als wir fertig gefrühstückt hatten, was das Zimmer wieder picco bello in Schuss.
Gefrühstückt wurde vom Buffet, das keine Wünsche offen ließ. Für ein 3-Sterne-Garni-Hotel fanden wir dieses sehr gut bestückt. Der Kaffee oder Tee wurde von freundlichen einheimischen Mitarbeiterinnen serviert, leere Teller vom Tisch entfernt, so dass der Nachschub wieder Platz hatte. Überhaupt war die Atmosphäre zwischen Personal und Gast angenehm entspannt. Und die Inhaber taten mit guten Vorschlägen und immer offenem Ohr für Fragen ein Übriges dazu.
Wenn wir vom aushäusigen Abendessen zurückkamen, nahmen wir im Brotzeitstüberl Platz, um Karten zu spielen. Für die Getränkeversorgung für uns und auch andere Gäste im Stüberl wurde entweder von einer einheimischen Bedienung oder der Tochter des Hauses gesorgt. Um 21 Uhr gab es die last order, man bezahlte seine Getränke und konnte theoretisch sitzenbleiben bis zum Morgen.
Die Lage des Hotels ist 1A, mitten im Ort auf einer plateauähnlichen Anhöhe, mit sehr schönen Blicken auf die umliegenden Berge. Von den im Ort durchfahrenden Autos ist nicht zu hören. Auch die Zimmer sind nicht hellhörig, so ergab sich eine angenehm erholsame Ruhe. Mehrere durchaus gute Einkehrmöglichkeiten liegen fußläufig in einem Radius von ca. 5 bis 10 Gehminuten. Die Bushaltestellen für Fahrten nach Ramsau, Berchtesgaden, Bad Reichenhall oder auch Salzburg, überwiegend kostenlos. Nach Salzburg 5 Euro für Hin- und Rückfahrt. Parkplätze gibt es genügend vor und hinter den Gebäuden. Blick vom hinteren Parkplatz auf den Hotelkomplex
Ein weiterer Vorteil: Für die Schifffahrt auf dem Königssee bekommt man schon die Fahrkarten im Hotel, da braucht man sich am See nicht in die 100 m langen Schlangen von Chinesen, Japanern etc. vor den Kassenhäuschen einreihen, sondern kann direkt in ein Schiff einsteigen.
Fazit:
Wir und unsere Begleiter können das Hotel Hanauerlehen gerne empfehlen. Ein Blick auf die Website lohnt sich für Interessenten. Auf der informativen Webseite des Hauses kann man sich im Voraus schon ein Bild der Location machen. Falls es uns wieder einmal gelüstet, an den Königssee zu fahren, werden wir auf alle Fälle wieder im Hotel Hanauerlehen unser Quartier aufschlagen.
Diesen Sommer wollten wir mal an den Königssee fahren. Schätzchen war als 7-jährige schon mal auf einer Kindererholung in Schönau und hatte noch viele schöne Erinnerungen daran im Kopf. Ich hingegen war noch niemals dort und so begab ich mich Ende April im Netz auf die Suche nach einer Unterkunft in Schönau.
Nach tagelangem Stöbern entschieden wir uns für das Hotel Hanauerlehen in Schönau. Deren gut aufgemachte Website machte mir einen Urlaub in dem Hause schon nach dem ersten Klick... mehr lesen
Alpencafé im Hotel Hanauerlehen
Alpencafé im Hotel Hanauerlehen€-€€€Cafe, Hotel086523970Hanauerweg 6, 83471 Schönau am Königssee
4.0 stars -
"Empfehlenswertes Hotel garni!" Ehemalige UserDiesen Sommer wollten wir mal an den Königssee fahren. Schätzchen war als 7-jährige schon mal auf einer Kindererholung in Schönau und hatte noch viele schöne Erinnerungen daran im Kopf. Ich hingegen war noch niemals dort und so begab ich mich Ende April im Netz auf die Suche nach einer Unterkunft in Schönau.
Nach tagelangem Stöbern entschieden wir uns für das Hotel Hanauerlehen in Schönau. Deren gut aufgemachte Website machte mir einen Urlaub in dem Hause schon nach dem ersten Klick
Besucht am 30.08.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 60 EUR
Allgemein
An dem heißen, sonnigen Tag, sind wir mit dem Bus mit Umstieg in Berchtesgaden nach Hinterbrand gefahren, um von dort aus weiter zur Mittelstation der Jenner-Bergbahn zu wandern. Die Bergbahn ist in diesem Jahr leider außer Betrieb, da sowohl Tal- als auch Mittel- und Bergstation große Baustellen für die sich im Bau befindliche neue Seilbahn geworden sind. Nachdem wir ca. 50 Höhenmeter über der Mittelstation an der Baustelle vorbeigingen, kam ich ins Grübeln, ob das tatsächlich bis zum Frühjahr 2018 alles fertig wird. Ich denke eher: Berliner Flughafen, Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 lassen grüßen. Wir gingen dann weiter, um zum Gipfel des Jenner hochzugehen. Eine Beschilderung am Abzweig avisierte uns, dass von dort aus ca. 3 Stunden Aufstieg einzuplanen sind. Aus Zeitgründen verwarfen wir dieses Vorhaben. Mit Aufenthalt auf dem Gipfel und dann wieder an den Punkt zurück, danach noch 2 Stunden Abstieg zum Königssee, das war uns dann doch des Guten zu viel. Also Plan B. Erstmal am Hang entlang, dann in einer der Almen stärken und Flüssigkeit tanken, bevor wir uns auf die 1400 Höhenmeter Abstieg zum Königssee machten.
Als wir dann unten im Ortsteil Königssee ankamen, machten wir noch mal Rast in einem Café, dazu in den nächsten Tagen in einer separaten Rezi, bevor wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft machten.
Fünf Minuten vom Haus entfernt liegt das Alpenhotel Brunneck auf einer Anhöhe an einer Straßengabelung. Wenn man von unten kommt, kann man sich schon mal mit der Speisekarte in einem Glaskasten an einer Mauer vertraut machen, bevor man über etliche steile Stufen nach oben geht. Ich opferte mich und bewältigte die Stufen, um für den Abend einen Tisch auf der Terrasse zu reservieren, während die anderen schon der Straße entlang nach oben zur Unterkunft gingen.
Oben, vor dem Hotel-Restaurant gibt es Parkplätze und man kann ebenerdig ins Restaurant gehen. Auch im Inneren des Restaurants und auf der Terrasse dürfte es für Gehandicapte keinerlei Problem geben. Eingang mit Parkplatz
Service
Mein Reservierungswunsch für 18 Uhr wurde von einer jungen weiblichen Servicekraft gerne entgegengenommen. Terrasse geht, aber kein Tisch explizit wählbar. Wer zuerst kommt, kann sich einen der reservierten Tische, die noch frei sind, aussuchen Also, Terrasse war sicher, ob wir aber einen Premiumblick-Tisch ergattern oder nicht, lag daran, ob schon viele oder aber wenige Gäste vor uns eintrafen.
Also beeilten wir uns, und trafen 10 Minuten vor der Zeit ein. Die freundliche Maid vom Nachmittag führte uns auf die Terrasse. Leider trat ein, was ich befürchtet hatte, die Tische mit dem Premiumblick waren schon alle besetzt. Also blieb nur noch die Wahl, an der Hauswand in der Nähe des Eingangs oder im hinteren Bereich ohne irgendwelche schöne Aussicht. Wir entschieden uns für einen Tisch an der Hauswand, direkt neben dem Eingang ins Restaurant-Innere. Da hat es die Bedienung nicht weit zu uns, und wir nicht weit zum Salatbuffet, das bei den meisten Gerichten im Preis inkludiert war. Höflich wie wir sind, setzten wir unsere Mädels für den schönen Ausblick mit dem Rücken an die Hauswand und wir Herren erfreuten uns am Anblick unserer immer noch gut aussehenden besseren Hälften.
Servicekräfte gab es zur Genüge, junge weibliche im Dirndl sowie junge männliche in Krachledernen. Allen kann man eine große Freundlichkeit und Spaß an ihrem Beruf attestieren. Sämtliche Attribute, wie guten Appetit wünschen, Getränkenachschub erfragen, nach der Befindlichkeit des Gastes fragen, leere Teller schnell abräumen, nachdem alle am Tisch fertig gegessen hatten, dem Bezahlwunsch zügig nachkommen, einen guten Nachhauseweg wünschen, waren vorhanden. Dass beim Abräumen leerer Teller es öfter mal auf den Terrassenfliesen schepperte, weil ein Messer oder eine Gabel herabfielen oder ein Gericht an einem falschen Tisch serviert werden wollte, geschenkt. Die hatten ganz schön zu tun, und da kann so etwas schon mal vorkommen.
4 GG-Sterne finde ich fair bewertet.
Essen
Auch in diesem Restaurant lag das Hauptaugenmerk der Speisenkarte auf bayrisch, regional, aber auch internationalen Spezialitäten.
Mir fiel nach dem Blick in die Speisekarte die Wahl leicht, da ich schon beim Anschauen der Karte im Schaukasten mich für die Pfifferlinge mit Semmelknödel in Rahmsauce (11,90 €) begeisterte. Und so lautete dann auch meine Bestellung. Optisch sehr schön in einem tiefen weißen Porzellanteller ein wunderbarer Semmelknödel mit einer kleinen Scheibe gebratenen Speck obendrauf. Für die Lokalpatrioten steckte im Knödel noch die weißblaue Fahne als zusätzlicher Blickfang. Aber was nützt der schönste Blickfang? Das Essen muss schmecken. Und das war so. Der Knödel superklasse in Konsistenz und Geschmack, die Rahmsauce mit den Pfifferlingen perfekt in Geschmack und Würzung mit Kräutern verfeinert. Die Pilze super bissig, kein knirschen, toller Pfifferlingsgeschmack. Das kleine beigegebene Tierchen aus Blätterteil passte auch, nicht nur als Optikverschönerung, sondern auch im Mund. Da dieses Gericht in der Pilzsaison zu meinen Lieblingsgerichten gehört, esse ich es öfter in Lokalen. Hier im Brunneck fand ich die diesjährige Krönung desselben. Semmelknödel in Pfifferlingsrahm
Überzeugend auch der vorab am Buffet selbst zusammengestellte Beilagensalat. Mindestens zehn bis zwölf in Schüsseln angemachte Salate standen zur Auswahl, dazu noch drei verschiedene Dressings. Und was mir dabei am meisten gefiel, nur ein Blattsalat. Ich legte mir Krautsalat, Gurkensalat, Oliven, Nudelsalat, Tomatensalat, Kidneybohnen in mein Schüsselchen. Da alle Salate angemachte waren, verzichtete ich auf Dressing und nahm lieber einen Löffel voll von den verschiedenen Körnern, die zur Auswahl standen. Was sonst noch an frischen Salaten im Angebot war, habe ich mir leider nicht mehr gemerkt.
Schätzchen hatte einen Bärenhunger von den Anstrengungen des Tages und entschied sich für ein Schweinerückensteak mit Käse überbacken (10,80 €), dazu Pommes und natürlich auch der gute Salat, natürlich in einer anderen Zusammenstellung wie bei mir. Welche Käsesorte es war, ist uns beiden nicht mehr präsent, da auf dem Bon nur Schweinerückensteak steht. Fakt ist: Zartes Fleisch, kräftiger Käse, frische, gut gemachte Pommes, ein leer gegessener Teller. Dies sollte aussagekräftig genug sein, dass sie sehr zufrieden war.
Kommen wir zum Schwager neben mir: Deftig sollte es sein, also Bauernschmaus (11,90 €) bestellt. Dieser wurde in einer Art Kochtopf gebracht. Ein weißer Porzellanteller daneben gestellt. Leider hat vom Service niemand Anstalten gemacht, den Bauernschmaus auf dem Teller anzulegen. Selbsthilfe war angesagt, schließlich wollte ich ja auch ein Foto machen. Ich denk, der Schwager hat es ganz ordentlich auf dem Teller hingekriegt. Bestandteile: ein genauso guter Semmelknödel wie bei mir, eine kräftige Scheibe Schweinebraten, deutlich besser als in einem anderen von mir bewerteten Restaurant, eine Scheibe Kassler, ein Wammerl, sowie ein Würstchen Wiener oder Frankfurter sowie Sauerkraut mit Speck. Es gab nichts auszusetzen vom ihm, außer dass im Sauerkraut viel Speck mit reingeschnitten war, der dafür sorgte, dass das Kraut zu salzig war. Bauernschmaus
Seine Frau isst nicht so die großen Portionen, lieber Salat oder andere Kleinigkeiten. Da heute ein Salatbuffet inkludiert war, begnügte sie sich zusätzlich mit einer Ofenkartoffel à la Allgäu mit Gemüse und Käse (7,90 €). Für mich wär es nix, aber ihr hat es sehr gut geschmeckt.
Leider konnte ich nur Fotos von den Tellern der Herren machen, da die Damen ein Ablichten verweigerten
Diesmal tranken Schwager und auch ich dasselbe Bier. Helles vom Fass von der einheimischen Brauerei (0,5 l, 3,70). Ein überall angebotener Blauer Zweigelt aus dem nahen Österreich mundete den Damen gut (0,25 l, 3,90 €). Da wollen wir mal nicht meckern. Er war sozusagen trinkbar und das reicht. Schließlich waren wir ja nicht in einem gehobenen Restaurant.
Auch in diesem Hotel-Restaurant sind 4 GG-Sterne von mir durchaus vertretbar.
Ambiente
Innen bayrische Gasthaus-Einrichtung, wie fast überall, ein bisschen duster vielleicht. Wir saßen ja im Freien, hatten mal richtig Glück mit dem Wetter und der Blick auf die Berge ist grandios.
Sauberkeit
Tische, Bestecke, Geschirr, alles tadellos sauber. Zu den Toiletten kann ich nichts sagen, habe sie nicht aufgesucht. Da die anderen diesbezüglich sich nach Besuch derselben nicht äußerten, gehe ich mal davon aus, dass es auch hier keinerlei Beanstandungen gibt.
Fazit:
Das Brunneck war eine Empfehlung unserer Hotel-Chefin. Und diesmal hat Sie voll ins Schwarze getroffen. Hier kann man auf alle Fälle gut essen, die bayerische Gemütlichkeit erleben. Sollten wir jemals wieder nach Schönau kommen, werden wir das Restaurant garantiert wieder aufsuchen, und deshalb erlaube ich mir, eine Empfehlung auszusprechen.
Allgemein
An dem heißen, sonnigen Tag, sind wir mit dem Bus mit Umstieg in Berchtesgaden nach Hinterbrand gefahren, um von dort aus weiter zur Mittelstation der Jenner-Bergbahn zu wandern. Die Bergbahn ist in diesem Jahr leider außer Betrieb, da sowohl Tal- als auch Mittel- und Bergstation große Baustellen für die sich im Bau befindliche neue Seilbahn geworden sind. Nachdem wir ca. 50 Höhenmeter über der Mittelstation an der Baustelle vorbeigingen, kam ich ins Grübeln, ob das tatsächlich bis zum Frühjahr 2018... mehr lesen
Alpengasthof Brunneck
Alpengasthof Brunneck€-€€€Restaurant, Hotel0865296310Im Weiherermoos 1, 83471 Schönau am Königssee
4.0 stars -
"Auf der Terrasse mit schönem Blick auf die Berge lässt es sich gut aushalten!" Ehemalige UserAllgemein
An dem heißen, sonnigen Tag, sind wir mit dem Bus mit Umstieg in Berchtesgaden nach Hinterbrand gefahren, um von dort aus weiter zur Mittelstation der Jenner-Bergbahn zu wandern. Die Bergbahn ist in diesem Jahr leider außer Betrieb, da sowohl Tal- als auch Mittel- und Bergstation große Baustellen für die sich im Bau befindliche neue Seilbahn geworden sind. Nachdem wir ca. 50 Höhenmeter über der Mittelstation an der Baustelle vorbeigingen, kam ich ins Grübeln, ob das tatsächlich bis zum Frühjahr 2018
Geschrieben am 06.09.2017 2017-09-06| Aktualisiert am
06.09.2017
Besucht am 28.08.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 140 EUR
Allgemein
Das Traditionswirtshaus Unterstoa, auf GG seit 2016 eingetragen vom geschätzten Userkollegen Huck war unsere Abendessen-Anlaufstelle am ersten Urlaubstag. Das Wirtshaus liegt an der Bundesstraße nach Berchtesgaden und war nicht weit weg von unserer Unterkunft. Ein sehr großer Biergarten lädt bei schönem Wetter geradezu zum Verweilen ein. Alle Bereiche sind ebenerdig und so auch für Gehandicapte gut geeignet.
Mit Regenschirmen bewaffnet machten wir uns gegen 18.30 auf den 10-minütigen Fußweg. Für draußen zu sitzen war das Wetter nix, also rein in die gute Stube. Am darauffolgenden Abend konnten wir dann bei unserem zweiten Besuch bei bestem Wetter draußen sitzen. Die Gaststätte und der Biergarten finden großen Anklang bei den Gästen. Eine Reservierung ist deshalb aufgrund der Eindrücke anzuraten. Wir hatten beide Male Glück, dass wir ohne Reservierung gerade noch einen Tisch für 4 Personen ergattern konnten.
Service
Sowohl am ersten Abend in der Gaststube, als auch am darauffolgenden Abend im Biergarten wurden wir von den freundlichen, kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Service, alle in bayrischer Montur, Dirndl bzw. Lederhose, zu unserer allgemeinen Zufriedenheit bedient. Speisekarten wurden in die Hand gereicht, Bestellungen nach angenehmer Wartezeit angenommen, Getränke zügig serviert, leere Gläser wahrgenommen, Nachschub nachgefragt und prompt ausgeführt. Die Essen kamen alle gleichzeitig an den Tisch. Dabei wurde immer ein guter Appetit gewünscht. Selbstverständlich war auch das Fragen, ob noch alles in Ordnung sei oder ob es gescheckt hat, was wir auch an Hand der immer leergeputzten Teller gerne bestätigten. Es herrschte eine lockere Atmosphäre zwischen Service und Gast, wie wir sie lieben.
Volle Sternenzahl von uns für den Service, immer von der Kategorie Gasthaus ausgehend.
Essen
Eine Speisekarte, in der der bayerische Einschlag der Gerichte dominierte. Auch aus einer Tageskarte konnte man interessante Gerichte auswählen. Am ersten Abend in der Stube fiel die Wahl von Schätzchen und mir auf das Gericht Wilderer aus der Tageskarte: Zwei Rehfrikadellen in Pilzrahmsauce, frische Preiselbeeren, hausgemachte Eierspätzle (9,90 €). Ein bis dato für uns völlig unbekanntes Gericht, das unsere Neugier weckte. Und wir wurden nicht enttäuscht. Die Rehfrikadellen waren von der Konsistenz her nicht zu fest. Der Rehgeschmack war deutlich zu spüren. Die schmackhafte, gut gewürzte Pilzrahmsauce mit den Waldpilzen sowie die frischen Preiselbeeren passten gut dazu. Auch die Eierspätzle wussten zu überzeugen. Die Sauce über den Frikadellen wie auch die Preiselbeeren auf den Eierspätzle, da wird manch einer wieder sagen, das geht doch gar nicht. Hier passte es sehr gut. Auf unseren Tellern blieb nichts übrig. Rehfrikadellen
Auf der Seite gegenüber machten das Holzfällersteak (9,90 €) beim Schwager sowie das Kohlrabischnitzel, mit Almkäse gefüllt, auf Knoblauchrahm-Spaghetti mit gebratenen Tomaten-Champignons (11,90 €) das Rennen.
Holzfällersteak
Das Steak kam aus dem Schweinenacken, war saftig gebraten, zart mit einer tollen Zwiebelsauce bedeckt. Dazu richtig frische Pommes. Schwager war satt und zufrieden. Ihm hat es geschmeckt.
Geradezu ins Schwärmen kam seine Frau, also die Schwester meiner Frau, über ihr Veggie-Gericht. Auch hier wurde Neuland betreten. Geschmacklich super, Zufriedenheitsgrad hoch. Kohlrabischnitzel
Leider ist es mir nicht gelungen, aufgrund der Lichtverhältnisse sowie der vollen Gaststube vernünftige Fotos zu machen, die ohne People sind. Ich hoffe, dass sie auf GG dann etwas besser rüberkommen und habe sie deshalb auch mal hochgeladen.
Die Fotos vom nächsten Tag im Biergarten sind dann wieder in Ordnung. Es war auch einfach: Schönes Wetter, gute Lichtverhältnisse und nur 2 Fotos zu machen.
Die Herren bestellten je einen Bayrischen Wurstsalat mit Roggen-Sauerteig-Brot als Beilage (6,90 €). Bayrischer Wurstsalat
In Streifen geschnittene Lyoner, kleine Gurkenstücke, Rettichraspeln sowie Ringe von roten Zwiebeln obendrauf. Ein Tomatenachtel als Deko. Ordentliche Portion, die Vinaigrette aus meiner Sicht etwas zu viel an Essig abbekommen, deshalb musste ordentlich zum Brot gegriffen werden. Alles in allem aber okay.
Die Damen waren sich auch einig: Schnitzel Wiener Art vom Schweinerücken mit Pommes und Salat. Den Salat gab es vorab. Auf einem kleinen Krautsalat thronten noch einige Blattsalate. Gut angemacht, schmeckte.
Die Schnitzel gut ausgebraten, mit schöner Panade, zwei Stück auf jedem Teller, ein Zitronenachtel obendrauf. Wunderbar zart das Fleisch, die Panade gut in der Würzung, etwas Zitrone drüber geträufelt, perfekt, so ihre Aussagen. Auch hier wurden die Teller leer gegessen. Schnitzel Wiener Art
An Getränken nahmen die Herren an beiden Tagen zusammen mehrere Helle oder Dunkle von der Bürgerbräu (0,5 l, 3,50 €) sowie die Damen mehrere Blaue Zweigelt (0,25-l-Glas, 4,20 €). Sowohl Biere als auch Wein waren der Kategorie Gasthaus angemessen und schmeckten ordentlich.
Summa summarum 4 GG-Sterne
Ambiente
Die aufschlussreiche, gut gestaltete Website des Wirtshauses gibt einen guten Eindruck des kompletten Anwesens wieder. Es gibt dort auch noch einen großen Saal, in dem sogenannte Heimatabende für die Touristen veranstaltet werden. Haben wir aber nicht besucht. Ansonsten eine typische bayerische Traditionswirtschaft, so wie man sie kennt und liebt.
Sauberkeit
Auch hier wieder top modern renovierte Toiletten, die in die heutige Zeit passen und bei denen es deshalb auch nichts zu bemängeln gibt. Dies gilt auch fürs Wesentliche, wie den Tisch, die Bestecke sowie Gläser und Geschirr.
Fazit:
Hier kann man auf alle Fälle gut essen, die bayerische Gemütlichkeit erleben. Aufgrund des Erlebten während unseres Besuches des Gasthauses erlaube ich mir, eine Empfehlung auszusprechen.
Allgemein
Das Traditionswirtshaus Unterstoa, auf GG seit 2016 eingetragen vom geschätzten Userkollegen Huck war unsere Abendessen-Anlaufstelle am ersten Urlaubstag. Das Wirtshaus liegt an der Bundesstraße nach Berchtesgaden und war nicht weit weg von unserer Unterkunft. Ein sehr großer Biergarten lädt bei schönem Wetter geradezu zum Verweilen ein. Alle Bereiche sind ebenerdig und so auch für Gehandicapte gut geeignet.
Mit Regenschirmen bewaffnet machten wir uns gegen 18.30 auf den 10-minütigen Fußweg. Für draußen zu sitzen war das Wetter nix, also rein in die... mehr lesen
Traditionsgaststätte zum Unterstoa
Traditionsgaststätte zum Unterstoa€-€€€Restaurant, Biergarten086526556055Untersteiner Straße 11, 83471 Schönau am Königssee
4.0 stars -
"Ein typisch bayerisches Gasthaus, in dem wir uns sehr wohl fühlten!" Ehemalige UserAllgemein
Das Traditionswirtshaus Unterstoa, auf GG seit 2016 eingetragen vom geschätzten Userkollegen Huck war unsere Abendessen-Anlaufstelle am ersten Urlaubstag. Das Wirtshaus liegt an der Bundesstraße nach Berchtesgaden und war nicht weit weg von unserer Unterkunft. Ein sehr großer Biergarten lädt bei schönem Wetter geradezu zum Verweilen ein. Alle Bereiche sind ebenerdig und so auch für Gehandicapte gut geeignet.
Mit Regenschirmen bewaffnet machten wir uns gegen 18.30 auf den 10-minütigen Fußweg. Für draußen zu sitzen war das Wetter nix, also rein in die
Besucht am 28.08.20174 Personen
Rechnungsbetrag: 32 EUR
Intro
Erster Urlaubstag in Schönau. Das Wetter sieht nicht so toll aus. Dunkle Wolken rundherum. Regen ist angesagt, aber frühmorgens ist es noch trocken. Nach dem sehr guten und ausgiebigen Frühstück in unserer Unterkunft entschlossen wir uns, den ersten Tag langsam anzugehen. Dies hieß im Klartext, erstmal den Königssee und damit das ganze touristische Treiben am See anschauen.
Nach gut einer halben Stunde zu Fuß waren wir dort. Wanderklamotten an, Regenjacken im Rucksack und auch Regenschirme als Wanderstock dabei. Und das war auch gut so. Kaum am See erste Eindrücke genossen oder besser gesagt bestaunt, verdunkelte sich der Himmel dramatisch. Ruck, zuck schüttete es wie aus Eimern und die Temperatur fiel um mindestens 10 Grad in den Keller.
An der Königssee-Info konnten wir uns unterstellen und auch gleich mal einem Fahrplan der kostenlosen Busse für 30 Cent kaufen. Währenddessen fing es an, mächtig zu hageln, so dass ich mir tatsächlich Sorgen um mein Auto auf dem Hotel-Parkplatz machte. Dies stellte sich am Abend dann Gottseidank als unbegründet heraus.
Die Wetterkapriolen waren nach ca. einer halben Stunde dann vorüber und wir entschlossen uns, einen Fußmarsch nach Berchtesgaden zu machen. Da gab es mehrere Optionen. Wir wählten den Weg über Schwöb, um dann hinter dem Ort runterzugehen an die Ache, deren Wanderweg zu den schönsten in Deutschland zählen soll.
Nach knapp zwei Stunden Fußmarsch kamen wir dann in Berchtesgaden an und mussten dann steil in die Ortsmitte gehen. Nach ca. einer weiteren Stunde, die zum Bummeln und Gucken, natürlich auch in diversen Geschäften, genutzt wurde, trafen wir am Café Forstner ein.
Im Café
Draußen sah es sehr voll aus. Mit Adleraugen erspähte Schätzchen dann einen gerade freigewordenen Tisch in der Mitte des Außenbereichs, den wir sofort in Beschlag nahmen. Mit Freude sahen wir, dass die Sonnenschirme so gestellt waren, dass zwischen den Schirmen so was Ähnliches wie Regenrinnen angebracht war und damit die Gefahr, dass man nass wird, fall es zu regnen anfängt gebannt war.
Und in der Tat: Kaum hatte uns ein Kellner im Trachtenlook freundlich begrüßt und unsere Wünsche abgefragt, fing es an, kräftig zu regnen und zu gewittern. Unsere Bestellung lautete: Ein Helles und ein Dunkles von der einheimischen Brauerei (0,5 l, 3,90 €) für die Herren sowie zwei Haferl Kaffee (je 3,60 €) für die Damen. Den Kuchen sollten sie sich drinnen aussuchen. Trotz der widrigen Wetterumstände kamen sie trockenen Fußes bis ins Innere des Cafés. Die Auswahl war wohl schwierig, ob des großen Angebotes. Es dauerte eine Weile, bis sie mit dem Bon in der Hand zurückkamen. Genau zu diesem Zeitpunkt servierte der Kellner den Herren ihr Bier und die zwei Haferl Kaffee. Da konnte er direkt die Kuchenbons mitnehmen, um dann in kurzer Zeit mit je einem schönen Stück Mozartkugeltorte zurückzukehren. Leider war es mir nicht möglich, in dem ganzen Unwettertohuwabohu ein brauchbares Foto zu machen.
Während die Frauen von ihrer Torte schwärmten fiel mein Blick auf einen Aufsteller auf der Tischplatte mit dem Wochentipp zum Mittag: Frisch geräucherte Forellenfilets mit Preiselbeeren, Sahnemeerrettich und Baguette zu 7,80 €. Das war doch was für meines Vaters Sohn: Als der Kellner wieder mal in der Nähe war, winkte ich ihn heran und bestellte. Auch hier dauerte es nicht lange und ein wirklich köstlicher kleiner Gaumenkitzler fand meinen großen Beifall.
Tip-Top-Toiletten im 1. Stock sind noch erwähnenswert.
Wer mehr über das Café wissen will, dem empfehle ich aus diesem Grund, die informative Website des Hauses anzuschauen.
Als der Regen nachließ, machten wir uns zufrieden auf den Heimweg über Oberschönau und das Wetter konnte uns mal.
Fazit:
Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gewesen. Nicht enttäuscht, sondern hochzufrieden das Café verlassen. Was bleibt also anderes übrig, als eine Empfehlung meinerseits auszusprechen, obwohl dies ob des sichtbaren großen Andrangs gar nicht nötig wäre.
Intro
Erster Urlaubstag in Schönau. Das Wetter sieht nicht so toll aus. Dunkle Wolken rundherum. Regen ist angesagt, aber frühmorgens ist es noch trocken. Nach dem sehr guten und ausgiebigen Frühstück in unserer Unterkunft entschlossen wir uns, den ersten Tag langsam anzugehen. Dies hieß im Klartext, erstmal den Königssee und damit das ganze touristische Treiben am See anschauen.
Nach gut einer halben Stunde zu Fuß waren wir dort. Wanderklamotten an, Regenjacken im Rucksack und auch Regenschirme als Wanderstock dabei. Und das... mehr lesen
4.0 stars -
"Zufällige Einkehr, die zu überzeugen wusste!" Ehemalige UserIntro
Erster Urlaubstag in Schönau. Das Wetter sieht nicht so toll aus. Dunkle Wolken rundherum. Regen ist angesagt, aber frühmorgens ist es noch trocken. Nach dem sehr guten und ausgiebigen Frühstück in unserer Unterkunft entschlossen wir uns, den ersten Tag langsam anzugehen. Dies hieß im Klartext, erstmal den Königssee und damit das ganze touristische Treiben am See anschauen.
Nach gut einer halben Stunde zu Fuß waren wir dort. Wanderklamotten an, Regenjacken im Rucksack und auch Regenschirme als Wanderstock dabei. Und das
Geschrieben am 04.09.2017 2017-09-04| Aktualisiert am
05.09.2017
Besucht am 02.09.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 391 EUR
Aus der Heimat der „Bunten Bentheimer“ kam Carsten samt Frau in die Landeshauptstadt, um sich im Großen Garten Herrenhausen an polnischen Feuerwerkskünsten und ein wenig Kleinkunst zu ergötzen. Fast wäre es schief gegangen, weil die Karten schneller vergriffen waren als vermutet. Aber man hilft sich ja unter GG-Kumpels. Es war schön, seine Frau kennen zu lernen. Carsten1972 ist ja ein Lorbass im Shaney-Format, seine Frau dagegen gertenschlank, so ein Mensch, der immer friert.
Da wir, wie meist, mit Taxi anreisten, waren wir ein wenig vor 17:30 Uhr da. Unser Taxifahrer war ein so kleiner schmächtiger Syrer, dass er kaum das Lenkrad überragte. Er meinte, dass auf der Autobahn ihm begegnende immer an ein autonom fahrendes Fahrzeug glaubten.
Empfangen wurden wir nett und zum reservierten Tisch in einer Ecke neben einem bodentiefen Fenster geleitet, durch das die tief stehende Sonne ziemlich heftig herein knallte. Die beiden Damen fanden Platz auf einer Lederwandbank mit gut patinierter übermannshoher Rückenlehne. Gedeckt war stilvoll auf blankem Holz mit modisch sich nach oben verjüngenden Gläsern mit Zauberlehrling-Logo. Unser Tisch
Eine Kerzenanzünderin war schnell zur Stelle. Am restlichen Abend bediente uns ein junger Mann, der einen hervorragenden Job machte, unaufdringlich und sehr aufmerksam. Er fragte, ob wir schon etwas trinken mögen oder noch warten wollten. Die beiden von der niedersächsisch-westfälischen Grenze trafen aber bald ein, so dass unser Servicemann seine Aperitif-Auswahl vorstellen konnte. Es gab etliches für uns Uninteressantes, aber auch einen deutschen Rosé-Winzersekt von Stilger. Meine Frau fragte aber dann, ob es auch Champagner gebe, was bejaht wurde Carsten und seine Frau schlossen sich eine wenig überrumpelt an, obwohl Carsten betonte, dass er deutsche Winzersekte eigentlich lieber möge. Nun denn – mitgefangen. Es kamen vier beschlagene Pol Roger (12,50) weiß in feinen Gläsern. Sehr typisch und ganz nach unserem Geschmack.
Die tadellosen schwarz eingebundenen Karten wurden uns aufgeschlagen gereicht. Es wurde klargestellt, dass nur 2 ½ Stunden Zeit seien wegen des Feuerwerks. Es wurde eine perfekte Punktlandung.
Knuspriges Brot in zwei Sorten kam mit Kräutercreme und Olivenöl. Als Amuse Gueule stellte man uns im Ring geformtes Kalbstatar, fein gehackt mit nicht zu scharfen Zwiebeln und Kerbel auf die Teller. Da meine Frau rohes Fleisch ebenso verschmäht wie rohen Fisch, hatte ich es zweimal. Toll. Es war harmonisch gewürzt, herber Kerbel, Schnittlauch und süße Zwiebel ergänzten sich perfekt. Salz- und Pfeffermühle blieben ungenutzt. Der „Sand“ aus glattblättriger Petersilie war mehr Gag als Geschmacksspender. Amuse Gueule
Fast alle wählten ein Drei-Gang-Menü, nur ich wollte vier. Mein vierter Gang wurde aber so geschickt eingebaut, dass es nicht störend war.
Nun folgte die Weinauswahlorgie aus der 50-seitigen Karte. Die Kalkulation ist fair, geht aber bis an 15.000 Euro heran. Roderick von Berlepsch ist großer Fan restsüßer Weine (Carsten nennt das immer fruchtsüß) und hat hier eine sehr große Bandbreite bis zum wohl ältesten Rheingauer Europas auf Flasche von 1727 (9999.-). Carsten hatte sich in seinen westfälischen Dickschädel (fängt das gleich hinter der Grenze an?)gesetzt, den Wein zu bezahlen und somit auch ganz undemokratisch auszusuchen. Trotz mehrfachen Einwandes von mir, dass meine Frau und ich mit einem frischen knarzigen Riesling immer glücklich seien, fand er eine Preislage unter 30 Euro wohl unwürdig. Er landete beim ersten Wein schließlich bei dem wohl bekannten Wegeler Geheimrat J Spätlese trocken (49.-), liebäugelte kurz mit dem von2000(zum selben Preis), bestellte aber wohl als Konzession an uns den 2014er. Damit kann man so gut wie nie etwas falsch machen.
Mein erster Gang bestand aus einer perfekt gegarten Garnele und einem pochierten 64-Grad-Ei. Die braune Krustentiersuppe (14.-) wurde erst am Tisch angegossen. Die Garnele streckte keck ihren Schwanz aus der Suppe und war somit trocken mit den Fingern zu fassen, um den endständigen Panzerrest auszusaugen. Der Krustentiergeschmack war sehr präsent. Die Würzung war fein, natürlich - wie ich später zu Hause merkte - mit dem unvermeidlichen Knoblauch. Krustentiersuppe
Als zweite Speise bekam ich Backe und Tasche vom Thüringer Landschwein (14.-) auf Blumenkohl und Fenchel. Die Backe war butterzart und saftig auf einem hervorragenden dunklen Jus. Zwei sehr große Tortelloni mit sehr fleischiger Füllung ergänzten das kleine Bäckchen sehr schön. Das Gemüse brachte ein rahmige Note hinzu. Schweinebacke
Meine Frau hatte die geräucherte Kartoffel mit Beluga-Linsen, Apfelkohl und Majoran (11.-). Der Teller wurde dekorativ mit einer kleinen rauchgefüllten Glaskuppel über der Kartoffel gebracht. Der Effekt war gut, geschmacklich hat es nichts gebracht. Ich denke, ich hatte die bessere Wahl. Räucherkartoffel/Beluga-Linsen
Nun begann für Carsten wieder die sich selbst auferlegte Qual der Weinauswahl wieder, die schließlich zu einem Bürgergarten Riesling Spätlese von Müller-Catoir aus dem Jahre 2008 führte (42.-). Carsten betonte mehrfach, dass es doch toll sei, dass dieser Wein nach so vielen Jahren noch so frisch schmecke. Ich bin eben ein Banause und erkenne einfach nicht dass Riesling in der Flasche ebenso genussbringend altert, wie Bordeaux oder Barolo. Ich denke eher, dass dieser Wein 2008/2009 sicher ein Knüller war.
Als Hauptspeise hatten wir alle das Feersisch (norddeutsches Edelrind) Entrecote mit Kartoffelgratin, Kräuterseitlingen und Rotweinzwiebeln (29.-). Der Schnitt des Entrecote erzwingt ja leider eine recht flache Form, wenn man nicht in den Halbkilo-Bereich vordringen will. Das rettet man zum medium rare eigentlich nur mit Shaneys Beefer. Im Zauberlehrling müssen sie aber wohl auch über den Temperaturbereich oberhalb der 500 Grad verfügen, denn das Fleisch war gut der Vorbestellung entsprechend. Das Gratin war für alle vier in einer Rechteckschale zubereitet worden, und so bekam jeder einen Streifen wie ein Stück Butterkuchen auf den Teller. Geschmacklich war es ein wenig blass. Carsten und ich einigten uns auf Einsatz einer falschen Käsesorte. Ansonsten war es aber gut in Konsistenz und Geschmack. Die Seitlinge lagen als Scheiben auf dem Gratin, konnten so also ihr eigenes Aroma nicht zur Geltung bringen. Ausgezeichnet war das Häufchen Rotweinzwiebeln auf den Steaks. Süß und sauer hielten perfekt die Waage, und schlotzig waren sie auch. Feersisch Entrecote
Als vierten Gang zum Dessert wählte ich wieder den kalten Hund (10.-), wohl wissend, dass das Sättigungsgefühl danach überwältigend sein wird. Er kam diesmal in einer Variation mit Hibiskuseis, Müsli und ordentlich frisch zubereitetem Klebekrokant, der sich nur langsam wieder von den Zahninnenseiten löste. Man muss den Zauberlehrling dafür feiern, dass die Tradition des kalten Hundes hier hoch gehalten wird. Es ist immer wieder etwas Besonderes, nicht so stilvoll wie ein fachgerecht zubereitetes Crêpe Suzette, aber ebenso reizvoll. Kalter Hund
Meine Frau nahm den Bienenstich (12.-) und dazu ein Glas von dem Stilger Rosé-Sekt brut. Der Bienstich war prima, der Sekt flach und eher nichtssagend . Später zu Hause hatten wir einen Rosé-Cava im Anbruch, und der war halb so teuer, aber doppelt so gut. Bienenstich
Um 19:58 Uhr hatten wir unsere Rechnungen bezahlt. Die beiden konnten bei nun wieder trockenem Wetter zum Feuerwerk, wir nach Hause.
Es war ein schöner Abend mit guter Verköstigung. Carsten drohte noch an, bei seinem nächsten Hannover-Besuch mit uns das Jante aufzusuchen. Ich sagte gleich, meine Frau werde das nicht tolerieren. Ich bin ja unkomplizierter und werde auch Schweinebauch mit Lakritzsoße oder andere abgedrehte Varianten verdrücken, obwohl ich angesagten Locations nicht so gern hinterher laufe. Wie ich Carsten nun kennen gelernt habe, bin ich sicher, dass er sich im Beef and Reef oder bei Stern (nach gezielter Vorbestellung und unter Vermeidung von Streit mit dem Chef) wohler fühlen würde.
Aus der Heimat der „Bunten Bentheimer“ kam Carsten samt Frau in die Landeshauptstadt, um sich im Großen Garten Herrenhausen an polnischen Feuerwerkskünsten und ein wenig Kleinkunst zu ergötzen. Fast wäre es schief gegangen, weil die Karten schneller vergriffen waren als vermutet. Aber man hilft sich ja unter GG-Kumpels. Es war schön, seine Frau kennen zu lernen. Carsten1972 ist ja ein Lorbass im Shaney-Format, seine Frau dagegen gertenschlank, so ein Mensch, der immer friert.
Da wir, wie meist, mit Taxi anreisten, waren... mehr lesen
Der Zauberlehrling
Der Zauberlehrling€-€€€Restaurant, Weinstube051189963633Geibelstraße 77, 30173 Hannover
4.5 stars -
"Nicht die Spitze, aber schon in der Oberklasse" Ehemalige UserAus der Heimat der „Bunten Bentheimer“ kam Carsten samt Frau in die Landeshauptstadt, um sich im Großen Garten Herrenhausen an polnischen Feuerwerkskünsten und ein wenig Kleinkunst zu ergötzen. Fast wäre es schief gegangen, weil die Karten schneller vergriffen waren als vermutet. Aber man hilft sich ja unter GG-Kumpels. Es war schön, seine Frau kennen zu lernen. Carsten1972 ist ja ein Lorbass im Shaney-Format, seine Frau dagegen gertenschlank, so ein Mensch, der immer friert.
Da wir, wie meist, mit Taxi anreisten, waren
Besucht am 06.08.2017Besuchszeit: Mittagessen 6 Personen
…verkündige dorten, du habest uns hier speisen gesehen, wie das Gesetz es befahl. So hätte wohl der antike griechische Geschichtsschreiber Herodot von unserem Besuch beim Lesumer Traditionsgriechen im Rahmen einer ausgedehnten Radtour berichtet. Doch anders als der spartiatische König Leonidas, der mit – so will es der Mythos – gerade einmal 300 Mann der persischen Übermacht trotzte und mit ihnen in der Schlacht bei den Thermopylen Anfang August 480 v. Chr. vernichtet wurde, wollten wir das griechische Lokal in Bremen-Lesum auch wieder lebend verlassen. Und es sollte uns gelingen…
Nun, die Tour, die uns von der Vahr aus durchs Blockland bis an die Wümme führte, war nicht die kürzeste, aber sicherlich eine der schönsten, die wir bisher zusammen unternahmen. Als wir in Lesum ankamen, waren die Frühstückskalorien natürlich schon lange verbraucht. Schon im pittoresken Örtchen Wasserhorst beschlichen mich erste Anzeichen von aufkommendem Hungergefühl. Doch der Lesumdeich musste ja noch bezwungen werden, ehe wir die Halbzeitpause unseres Sonntagsausflugs unter griechischen Bedingungen einläuten konnten.
Über das „Sparta“ hatte ich so gut wie keine Vorkenntnisse. Lediglich der ausgewiesene Gastro-Hellene „Hanseat1957“ hatte es in seiner mittlerweile legendären Rangliste griechischer Lokale in und um Bremen gelistet (siehe dessen GG-Rezension zum Innenstadtgriechen „Notos“). Vertraut man seiner fachkundigen Einteilung, befindet sich das „Sparta“ im kulinarischen Mittelfeld, das er als „sättigend ohne große Beanstandungen“ näher beschreibt. An einem seiner Favoriten, dem „Orpheas“ in Burg-Grambke sind wir auf dem Weg zum „Sparta“ sogar noch vorbei geradelt.
Das griechische Restaurant in Bremen-Lesum ist ohne Frage ein Traditionslokal. Schon seit mehr als 30 Jahren werden hier Gäste empfangen und verköstigt. Es befindet sich auf dem Gelände des Schützenvereins Lesum-Burgdamm und schon der groß angelegte Außenbereich kündet von einer Auslegung auf viele Gäste (ca. 80 Plätze allein im Sommergarten). Vor der Sonne schützt das große rote Zeltdach. Aufgrund der warmen Witterung haben die vereinzelt stehenden Wärmepilze heute „hitzefrei“. Abends sind sie für „Draußenesser“ sicherlich eine Wohltat. Wir sitzen auf recht bequemen Stühlen aus Kunststoffgeflecht an Bistrotischen mit dunkler Platte. Ob das nun Holz oder Kunststoff war, ist mir nicht mehr in Erinnerung. Simple Eindeckung mit Einfachbesteck, Papierserviette, Pfeffer-/Salzstreuer und einem eher schmucklosen Tischläufer als Unterlage.
Die freundlichen, komplett in einheitlichem Schwarz gekleideten Servicemädchen, hatten viel zu tun, denn der Lesumer Grieche füllte sich zusehends. Mit der Speisenkarte kam auch der erste Begrüßungsouzo an den Tisch. Der Pilavas-Schriftzug auf meinem Glas ließ mich auf seine Herkunft schließen. Dennoch kam er mir nicht ganz so stark vor, wie es die 40 Volumenprozent suggerierten. Ob es sich hier um eine „Verdünnung“ handelte, kann ich nicht bestätigen. Das frisch gezapfte Konzernpils (0,4 l für 3,60 Euro) kümmerte sich schließlich um den Ausgleich meines Flüssigkeitshaushaltes. Und der Einstiegsouzo war sowieso schnell „verdampft“.
Sechs hungrige Personen, die das obligatorisch üppige Standardangebot der Speisenkarte studierten, zählte unser Tisch. Jaja, die Speiseauswahl griechischer Lokale brachte schon so manchen Vegetarier an den Rand der Verzweiflung. Kein Wunder, fühlt man sich doch gegenüber dieser „Randgruppe“ in Anbetracht der Palette an Fleischgerichten hoch überlegen. Im Zeitalter des voranschreitenden Veganismus spenden solche Carnivoren-Enklaven den einfachen Grill-Gemütern besonderen gastronomischen Trost.
Die beiden Damen zu meiner Linken schien dies nicht zu tangieren. Sie bestellten trotzig die Vegetaria-Platte (14,50 Euro) mit den üblichen, kalt-warmen Hellas-Antipasti. Die übrigen Mitglieder unserer Tischgesellschaft agierten vernünftiger und gönnten sich schweinische Leckereien vom Grill. So sorgten natürlich auch Souvlaki, Gyros und Co. für das leibliche Wohl der Radsportgruppe. Ein mit zwei ansehnlichen Spießen belegter Souvlaki-Teller (11,50 Euro), gegrillte Putenfilets mit Pommes (12,80 Euro) sowie die Samos-Platte für zwei Personen (27,50 Euro) wurden von der Fleischfraktion geordert.
Der Krautsalat kam vorweg mit einem ordentlichen Klecks Tsatsiki, ein paar milden, in Essig eingelegten Peperoni, einer Tomatenscheibe und der obligatorischen schwarzen Olive, die auf dem Gurken-Joghurt-Dip thronte. Nun ist ja Krautsalat nicht ganz so mein Ding. Grüner wäre mir dann doch lieber gewesen. Egal, so ein Beilagensalat gehört zum üblichen Vorspeisengeplänkel beim Griechen einfach dazu. Abnicken und weiterreichen war hier die Devise. Denn die Fleischplatte nahte.
Zwei mächtige Souvlaki-Spieße lagen quer über dem zentralen Gyros-Massiv. Flankiert wurden sie von zwei nicht minder stattlichen Hacksteak-Inseln, hier Biftekis genannt. Komplettiert wurde die Grill-Landschaft von zwei Häufchen Tomatenreis und den üblichen rohen Zwiebelringen zur Stärkung des Immunsystems. Die dunklen Röststreifen kündeten von der Zubereitung über offenem Grillfeuer. So ein Fleischgericht bedarf einer gründlich überdachten Vorgehensweise, was die Reihenfolge der zu verzehrenden Grilladen betrifft. Niemals, aber auch wirklich niemals mit dem Gyros beginnen! Ein kulinarischer Anfängerfehler, den ich früher oft mit zähem Schweinefilet oder steinhartem Souvlaki-Spieß folgerichtig bezahlte. Klar, das Hacksteak muss auch nicht gleich das allererste Opfer unserer Gier nach Grillgut sein, denn seine Textur zeigt sich eher unbeeinflusst was das leichte Auskühlen angeht. Ganz anders der Schweinespieß. Hier hatten wir es gleich mit zwei Vertretern der Gattung „Porcus souvlakis“ zu tun. Dicke Tranchen hatte man da auf Edelstahl gespießt und danach Gott sei Dank nicht totgebraten.
Damit nahm die kulinarische Plattentektonik ihren Lauf. Um es vorweg zu nehmen: im Sparta stimmt die Qualität beim Fleisch. Dem saftigen Spieß folgte ein eher zurückhaltend gewürztes Bifteki, ehe der knusprige Gyros die letzten Zweifel in Sachen Fleischgenuss aus dem Weg räumte. Der Tomatenreis war erfreulich körnig und hatte genug Frucht, um das pikant-würzige Hellas-BBQ geschmacklich etwas aufzufangen. Und so schlugen wir uns ähnlich wacker wie der anfangs erwähnte Leonidas am Thermopylen-Pass. Jedoch mit dem Unterschied, dass wir unsere Samos-Platte „vernichteten“.
Der Rest der Radsportgruppe „Bremen-Vahr“ strahlte ähnliche Zufriedenheit über das Essen aus. Alte Geschichten von früheren Sparta-Besuchen wurden aufgetischt. Damals, als die Gyros-Portion keine zehn Mark kostete…
Die beiden „Aushilfsvegetarösen“ neben mir teilten sich die Vegetaria-Platte, wohlwissend dass dieses Beispiel griechischer Frittierkunst alleine kaum zu bewältigen gewesen wäre. Und wirklich, hier wurde nicht gekleckert, sondern so richtig draufgeklotzt. Gegrillte Peperoni mit ordentlich Knoblauch obendrauf, gefüllte Weinblätter, gebackener Schafskäse, überbackene Champignons, Gigantes-Bohnen in Tomatensauce, frittierte oder gebackene Scheiben von der Aubergine und der Zucchini. Gehaltvolles zum Reindippen (Schafskäsecreme und Tsatsiki) vervollständigten das Veggie-Glück. Für die 14,50 Euro war das Gebotene wirklich erstaunlich und die beiden Mädels genossen ihre Platte sichtlich.
Kurz bevor wir den Rückweg antraten, schaute ich mir noch den mit dunklen Holzbalken versehenen Hauptgastraum an. Ihn streifte ich auf dem Weg zur Toilette, die einen etwas heruntergekommen Eindruck machte und sicherlich kein Örtchen des Wohlfühlens darstellte. Der Gastraum wirkte wesentlich einladender, machte er doch schon aufgrund der dunklen Holzpfeiler einen leicht verwinkelten Eindruck. Gepolsterte Eckbänke und „eiserne Vorhänge“ ließen gemütliche Sitzecken entstehen, die zur heimeligen Atmosphäre passten. Im angrenzenden „Wintergarten“ ging es da schon etwas betriebsamer zu. Bei insgesamt 120 Innenplätzen wunderte das auch nicht, war an jenem Sonntagmittag nicht nur die Außenterrasse gut besucht.
Auf der Internet-Seite las ich von einem Buttersäure-Anschlag vor rund vier Jahren in eben jenem Gastraum. Die feigen Täter wurden scheinbar nie gefasst. Bleibt zu hoffen, dass der Betreiberfamilie Rempelos solche existenzgefährdenden Erlebnisse in Zukunft erspart bleiben und sie auch weiterhin so gute Qualität in Bremen-Lesum auf die Teller bringen. Ein wirklich lohnendes Ausflugsziel, das vor allem bei gutem Wetter seine Reize hat.
…verkündige dorten, du habest uns hier speisen gesehen, wie das Gesetz es befahl. So hätte wohl der antike griechische Geschichtsschreiber Herodot von unserem Besuch beim Lesumer Traditionsgriechen im Rahmen einer ausgedehnten Radtour berichtet. Doch anders als der spartiatische König Leonidas, der mit – so will es der Mythos – gerade einmal 300 Mann der persischen Übermacht trotzte und mit ihnen in der Schlacht bei den Thermopylen Anfang August 480 v. Chr. vernichtet wurde, wollten wir das griechische Lokal in Bremen-Lesum... mehr lesen
Restaurant Sparta
Restaurant Sparta€-€€€Restaurant0421637311Hindenburgstr. 14 a, 28717 Bremen
4.0 stars -
"Radfahrer kommst du nach Sparta…" Ehemalige User…verkündige dorten, du habest uns hier speisen gesehen, wie das Gesetz es befahl. So hätte wohl der antike griechische Geschichtsschreiber Herodot von unserem Besuch beim Lesumer Traditionsgriechen im Rahmen einer ausgedehnten Radtour berichtet. Doch anders als der spartiatische König Leonidas, der mit – so will es der Mythos – gerade einmal 300 Mann der persischen Übermacht trotzte und mit ihnen in der Schlacht bei den Thermopylen Anfang August 480 v. Chr. vernichtet wurde, wollten wir das griechische Lokal in Bremen-Lesum
Besucht am 27.08.2017Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 67 EUR
Allgemein
Heute war Anreisetag für unseren einwöchigen Urlaub am Königssee, bei dem wir eine Schwester meiner Frau mit ihrem Mann mit im Auto hatten. Trotz Sonntag war die Autobahn brechend voll durch hohes Verkehrsaufkommen. Etliche Staus wegen diverser Baustellen stellten unsere Geduld auf eine harte Probe. Fast sieben Stunden Fahrzeit, bevor wir unser Hauptquartier am frühen Nachmittag erreichten. Und das für 521 km.
Sei es drum. Nachdem die Frauen auf der Caféterrasse unseres Hotels erst mal ein Haferl Kaffee mit einem schönen Stück Kuchen einnahmen und die Herren ihr erstes kaltes Hefeweizen vor sich stehen hatten, war der Anreisestress schnell vergessen. Da in dem Hotel nur das öffentliche Café sowie ein Brotzeitstüberl bis 19 Uhr kleine Mahlzeiten anboten, sollte jeden Abend auswärts gegessen werden.
Nach Rücksprache mit der Chefin des Hauses empfahl sie uns drei Restaurants in maximal 5-minütiger Entfernung. Darunter auch das Grünsteinstüberl. Dieses wurde vom geschätzten Userkollegen Schwalmwellis auf GG in Berchtesgaden gelistet, steht aber in Schönau. Aufgrund seiner guten Erfahrungen in dem Haus und der Empfehlung unserer Stammfriseurin im Heimatort sowie einer ADAC-Angestellten, die uns beim Abholen gewisser Unterlagen für die Königsseegegend vom Grünsteinstüberl vorschwärmte, da ihr Mann dort angeblich das beste Stück Fleisch seines Lebens gegessen hatte, überzeugte ich meine drei Begleiter gleich mal davon, dass wir am Abend dort einkehren. Vorderfront mit seitlichem Biergarten
Service
Beim Anmarsch zu Fuß in das kleine abgelegene Gässchen sah alles schon mal vielversprechend aus, bis auf die Farbe des Himmels. Dunkle Wolken türmten sich hinter und über den umliegenden Bergen auf. Dieser Umstand sorgte dafür, dass wir nicht im schönen Biergarten Platz nahmen, sondern nach drinnen gingen.
Da sah es aus, wie in einer Rumpelkammer. Irgendwie müssen die wohl am Vorabend eine größere Veranstaltung gehabt haben. Wir durchstöberten alle vorhandenen kleinen Räumlichkeiten nach einem Plätzchen. Eine der Bedienungen folgte uns und bat, darum, dass wir nicht das hinterste Gastzimmer aussuchen, damit sie nicht so weit laufen müssen. Das mussten sie kurz darauf aber doch, da ein veritabler Regenguss dafür sorgte, dass alle Biergartengäste nach innen strömten.
Nachdem wir einen kleinen 4-er-Tisch für uns aussuchten, kam dann auch die junge, bestimmt einheimische Bedienung im flotten Dirndl an den Tisch, begrüßte uns freundlich, gab jedem die Speisekarte in die Hand und fragte auch gleich, wie sollte es auch anders sein, nach unserem Getränkewunsch. Da doch einige Seiten durchzublättern waren und der Schwager gern vorher wissen will, was das Bier kostet, baten wir um einige Minuten Geduld. Die wurden uns mit einem freundlichen „gerne“ gewährt.
Nach einiger Zeit bestellten wir unsere Getränke. Während wir darauf warteten, konnten wir die Speisekarte nach den Essensangeboten durchforsten. Als dann die gut gekühlten Getränke an den Tisch kamen, wurde den Damen ihr Wein (Blauer Zweigelt, 0,25 l, 4,20 €) aus einer Karaffe ins Glas eingeschenkt. Das Bier für die Herren war ein gut gezapftes Helles (0,5 l, 3,30 €). Ein freundliches „Zum Wohl“ erklang aus ihrer Kehle. Nun konnten die Speisewünsche aufgenommen werden. Studium der Speisenkarte
Sie kümmerte sich um unser Wohl. Alle Speisen wurden sozusagen gleichzeitig serviert, guten Appetit gewünscht und auch Nachfragen, obs schmeckt gab es. Getränkenachschubswünsche wurden erfragt und auch prompt in die Tat umgesetzt. Auch andere Bedienungen, die an unserem Tisch vorbeigingen, fragten nach, ob noch alles in Ordnung ist.
Die Rechnung wurde mit einem ordentlichen Bon vorgelegt und auf unseren Wunsch hin pro Paar getrennt abgerechnet. Normalerweise würden vier GG-Sterne von mir verteilt. Leider gab es dann beim Essen einen Grund, einen kleinen Abzug vorzunehmen. Also GG 3,5 Sterne
Essen
Nachdem ich mich schon im Vorfeld auf einen richtig guten Schweinebraten gefreut habe, fiel mir die Bestellung leicht. In der Karte war ein gscheiter Schweinsbraten mit Semmelknödel und Krautsalat (12,90 €) aufgeführt. Aber nicht in Dunkelbiersauce, wie es im Internet einzusehen ist, sondern im eigenen Saft geschmort. Was ich ja eigentlich ganz gut fand. Schätzchen und Schwager auch. Also bestellten wir alle Drei dieses Gericht.
Als dann serviert wurde, staunten wir nicht schlecht, ja die Augen glänzten. Zwei große, dicke Scheiben Fleisch, dazu zwei große Semmelknödel, bei jedem noch ein Stück Schwarte drauf. Allgemeiner Tenor: Herz, was willst du mehr.
Leider konnte das Fleisch den optischen Eindruck nicht bestätigen. Mehr als die Hälfte war zu zäh und trocken, kaum zu kauen. Das Stück Schwarte war nur bei Schätzchen kross, bei mir und dem Schwager labbrig. Der dünne Eigensaft konnte nicht wirklich einen tollen Geschmack erzeugen, war aber immerhin noch okay. Okay bis gut wurde der vorab servierte Krautsalat von uns empfunden.
Wir trösteten uns damit, dass wir die große Portion eh nicht gepackt hätten und aßen halt nur das kaubare und somit essbare Fleisch.
Als unsere Bedienung wieder einmal fragte, ob alles in Ordnung ist, bemängelte ich bei ihr den Zustand des Fleisches. Ein Achselzucken nach dem Motto Pech gehabt und ein: „Ich gebe es in der Küche weiter“ war die Reaktion. Rückantwort kann keine mehr, weder von ihr noch aus der Küche. Schweinebraten mit Semmelknödeln
Meine Schwägerin, die nicht auf Schweinebraten steht, bestellte den Teufelstoast (8,90). Ein Schweinerückensteak mit scharfer Cocktailsauce, Zwiebeln, Pommes und Salatgarnitur. Die Cocktailsauce ertränkte fast alles, was auf dem Teller zu finden war. Dieser war für diese Portion eindeutig zu klein gewählt. Da man außer dieser Sauce nur noch die Pommes und ein paar Salatblätter zu sehen bekam, habe ich auf ein Foto verzichtet. Optisch sah es also nix aus, aber geschmeckt hat es ihr. Sie musste halt das Fleisch unter der Sauce mit dem Messer finden, was doch etwas umständlich war.
2,5 GG-Sterne für das Essen, da der Schweinebraten nix war und beim Teufelstoast die Optik für die Augen, die ja bekanntlich mitessen, fehlte.
Ambiente
Eine urige Atmosphäre, viele mehr oder weniger kleine Gasträume mit einigem an Nippes ausgestattet, strahlen so etwas wie Gemütlichkeit aus. Stammtisch hinter uns
Sauberkeit
Trotz des vielen Nippes war eigentlich nichts zu bemängeln, auch wenn der eine oder andere Teppich schon sehr abgenutzt war. Die Toiletten sind sehr klein. Um hinein zu kommen, musste erst mal ein Wickeltisch beiseitegeschoben werden. Bei hohem Gastaufkommen, sind hier möglicherweise Wartezeiten zu befürchten.
Fazit:
Deutlich unter dem, was wir ob der vielen Empfehlungen im Vorfeld unseres Urlaubes erwartet haben.
Vielleicht haben wir ja nur mal einen
Allgemein
Heute war Anreisetag für unseren einwöchigen Urlaub am Königssee, bei dem wir eine Schwester meiner Frau mit ihrem Mann mit im Auto hatten. Trotz Sonntag war die Autobahn brechend voll durch hohes Verkehrsaufkommen. Etliche Staus wegen diverser Baustellen stellten unsere Geduld auf eine harte Probe. Fast sieben Stunden Fahrzeit, bevor wir unser Hauptquartier am frühen Nachmittag erreichten. Und das für 521 km.
Sei es drum. Nachdem die Frauen auf der Caféterrasse unseres Hotels erst mal ein Haferl Kaffee mit einem schönen... mehr lesen
Grünsteinstüberl
Grünsteinstüberl€-€€€Restaurant086525237Hirschenweg 6, 83471 Schönau am Königssee
3.5 stars -
"Aus unserer Sicht die vielen Vorschusslorbeeren nicht erfüllt!" Ehemalige User
Allgemein
Heute war Anreisetag für unseren einwöchigen Urlaub am Königssee, bei dem wir eine Schwester meiner Frau mit ihrem Mann mit im Auto hatten. Trotz Sonntag war die Autobahn brechend voll durch hohes Verkehrsaufkommen. Etliche Staus wegen diverser Baustellen stellten unsere Geduld auf eine harte Probe. Fast sieben Stunden Fahrzeit, bevor wir unser Hauptquartier am frühen Nachmittag erreichten. Und das für 521 km.
Sei es drum. Nachdem die Frauen auf der Caféterrasse unseres Hotels erst mal ein Haferl Kaffee mit einem schönen
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Am heutigen total verregneten Freitag waren wir mit dem Bus nach Bad Reichenhall gefahren, um dort ein wenig zu bummeln. Dabei reifte in uns die Erkenntnis, dass wir am wegen der schlechten Wetterprognose unseren Urlaub einen Tag früher beenden und schon am Samstag die Heimreise antreten.
Etwas abseits gelegen im Ortsteil Königssee und von uns durch Zufall zwei Tage vorher nach den ca. 1000 m Abstieg vom Jennerhang runter zum Königssee entdeckt. Beim Betreten der Café-Terrasse war nicht ein Gast anwesend, und so mussten wir nach drinnen gehen und fragen, ob überhaupt Gäste die nicht im Haus logieren bedient werden. Die freundliche Dame, die uns entgegenkam und wohl die Chefin des Hauses war, bejahte dies und so konnten wir draußen Platz nehmen. Es war Nachmittag, und nach der anstrengenden Wanderung gelüstete es die Frauen nach Kaffee und Kuchen. Eine kleine Auswahl von selbstgebackenen Kuchen wurde unseren Damen mündlich offeriert. Die Entscheidung fiel auf den frisch gebackenen Zwetschgendatschi, der später mit 3,- € auf dem Bon abgerechnet wurde, dazu jeweils ein Haferl Kaffee für 2,90 €. Ein schön großes Stück belegte den Teller, dazu noch genügend Sahne. Der Datschi entzückte unsere beiden Begleiterinnen sowohl was den Geschmack als auch die Konsistenz betraf. Der Kaffee ordentlich heiß, wie man es sich wünscht.
Die 0,5 l Helles vom Fass aus der Berchtesgadener Brauerei für den Schönauer Tiefpreis von 3,20 € zischten gut gekühlt durch die Kehlen der Männer.
Da wir von hinten am Haus vorbei auf die Terrasse gelangten, entdeckte ich vorne beim Weggehen einen Schaukasten, in dem etliche warme und kalte Gerichte für die Zeit zwischen 17.30 und 21 Uhr angeboten wurden. Hier lag die Preisgestaltung deutlich unter dem Niveau, das wir bisher in Schönau vorfanden, also behielten wir den Brandtnerhof mal in unserem Hinterkopf.
Für unser letztes Abendessen in Schönau entschieden wir uns dann am Freitagabend für den Brandtnerhof. Da wir für die Rückfahrt noch tanken wollten und es weiter stark regnete, fuhren wir mit dem Auto hin.
Wir betraten gegen 18 Uhr die gute Stube und waren tatsächlich die ersten Gäste. Die Chefin begrüßte uns freundlich, ohne sich anmerken zu lassen, dass sie uns wieder erkannte und überließ uns freie Platzwahl.
Die Speisekarte wurde gereicht und darauf aufmerksam gemacht, dass bei den warmen Gerichten ein Salat inkludiert ist, den man sich aus Glasschüsseln auf einem Tisch vor der Theke selber zusammenstellen kann.
Unsere Getränke waren schnell bestellt: Die Frauen Rotwein aus dem Burgenland (0,25 l, 3,50 €), nichts Herausragendes, aber gut trinkbar zum Essen. Für die Herren das mittlerweile übliche Helle aus Berchtesgaden zum gleichen Preis wie unter der Woche, nämlich 3,20 € für die Halbe. Flott wurden die Getränke serviert und wir konnten dann auch gleich die Essensbestellung aufgeben.
Wir machten es der Küche einfach. Beide Paare bestellten identisch. Die Mädels Schweizer Leckerli, ein Schweinerückensteak mit Käse und Pilzen überbacken, dazu Röstitaler (11,80 €) und die Buben Schweinelendchen mit Pfefferrahmsauce und Pommes.
Nach vollzogener Bestellung machten wir uns direkt auf, um den Salat von der Theke zusammenzustellen. Kleine Schüsseln standen dafür bereit. Ca. acht verschiedene Salate, frisch angemacht, drei verschiedene Dressings zur Auswahl, dazu noch verschiedene geröstete Körner zur Auswahl. Völlig ausreichend und auch noch gut schmeckend.
Während wir uns mit dem Salat beschäftigten füllte sich der Gastraum zusehends mit überwiegend Hausgästen, die Halbpension gebucht hatten. Auch ein paar externe Gäste fanden sich ein, so dass die Chefin, die alleine den Service schmiss, doch viel zu tun hatte. Unaufgeregt und freundlich hatte sie aber alles im Griff. In der Küche werkelten, was ich so gesehen habe, drei Personen. Die Wartezeit aufs Essen war angenehm. Kurz, nachdem wir unseren Salat aufgegessen hatten, wurden schon die Hauptgerichte serviert.
Die Portion für die Mädels war recht groß. Ihr Schweinerückensteak etwas dicker, aber trotzdem zart, darüber gebacken der gehaltvolle Käse mit den Pilzen. Ein Rahmsaucenspiegel verteilte sich rund um das Fleisch. Vier Röstitaler sowie auch eine kleine Salatdeko vervollständigten als Sättigungsbeilage den prall gefüllten Teller. Tapfer trotz Sättigunggefühls kämpften sie bis zum Schluss und ließen nichts mehr auf dem Teller zurück. Ein Indiz dafür, dass es ihnen geschmeckt hat.
Die Schweinelendchen für mich und den Schwager hätten auf einem etwas größeren Teller serviert werden müssen. So sah das Ganze auf dem Teller etwas zusammengepfercht aus. Außerdem hatten wir unter Schweinelendchen eine andere Vorstellung als die zwei dünnen Exemplare Fleisch auf dem Teller. Wir vermuteten unisono, dass es sich hierbei auch eher um plattgekloppten Schweinerücken handelte, der durchgebraten war. Vielleicht ist das in der Gegend so üblich. Fakt ist allerdings auch, dass die Pfefferrahmsauce außerordentlich gut war. Angenehme Schärfe, nicht zu viele grüne Pfefferkörner, gelungen würde ich sagen. Okay, den Klecks Sahne hätte ich nicht gebraucht. Die Pommes waren auch zu unserer Zufriedenheit. Nicht zu fettig, gut im Biss, eigentlich genauso wie wir sie mögen.
Typischer Gastraum mit Fußboden und Einrichtung typisch wie man es seit den 1980er Jahren kennt. Alles sauber. Tische ordentlich mit Tischdecken versehen. Eine Kerze wurde angezündet, kleine Pfeffer- und Salzmühlen sowie ein kleines Blümchen in einer kleinen Vase vervollständigten das Tischensemble. Die Wände mit Bildern und Fotos voll gepflastert. Die Sitzgelegenheiten bequem, so dass Gemütlichkeit aufkommt.
Zur Toilette muss man in das Kellergeschoss gehen. Eine breite Treppe des Treppenhauses führt nach unten, wo sich dann nagelneue, modernste, picco bello saubere Örtlichkeiten befinden, in denen man sein großes oder kleines Geschäft erledigen kann.
Fazit:
Unseren Zufallstreffer fanden wir okay. Sollten wir wieder einmal an den Königssee kommen, würden wir garantiert dort auch mal wieder einkehren. Wer sich für einen Aufenthalt im Brandtnerhof interessiert, der kann sich auf der ordentlichen Website des Hauses informieren. Für die Rezi musste ich das Haus erst neu auf GG eintragen. Für Leute, die mal etwas weniger Geld in der Gegend ausgeben wollen, als in den meisten anderen Restaurants, durchaus ein Geheimtipp.