Geschrieben am 13.10.2026 2026-10-13| Aktualisiert am
13.10.2026
Besucht am 12.10.2026Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 60 EUR
Wir lieben die indische Küche mit ihrer faszinierenden Aromenvielfalt und dem raffinierten Wechselspiel zwischen feuriger Schärfe und milder Frische. Neben den klassischen Fleischgerichten schätzen wir besonders die eigenständige vegetarische Tradition, die ganz ohne modische Fleischimitate auskommt. Hier muss die Karotte schließlich kein Schnitzel spielen, um kulinarisch ernst genommen zu werden.
Eine Adresse, an der wir diese Küche schon früh schätzen lernten, war das Restaurant Kashmir in Leonberg, das Tilkraj Mehra im Jahr 2000 eröffnete. Das Konzept ging auf: Das Lokal erfreute sich großer Beliebtheit und war stets gut besucht. Auch wir gehörten zu den regelmäßigen Gästen, fühlten uns dort ausgesprochen wohl und schätzten vor allem die Küche, die sich qualitativ und geschmacklich erfreulich deutlich vom üblichen Durchschnitt indischer Restaurants abhob.
Der Erfolg machte offenbar Lust auf mehr. Gemeinsam mit seinen Brüdern expandierte Mehra und eröffnete August 2013 ein zweites Kashmir im Echterdinger Industriegebiet. Im Jahr 2017 folgte schließlich ein dritter Standort in Stuttgart-Weilimdorf.
Nach der Eröffnung in Echterdingen waren wir einige Male zu Gast, mussten allerdings feststellen, dass die Küchenleistung zunächst nicht an das gewohnte Leonberger Niveau heranreichte. Der indische Funke wollte hier anfangs noch nicht so recht überspringen. Erfreulicherweise hat sich das im Laufe der Jahre geändert. Mittlerweile wird auch in Echterdingen auf vergleichbar hohem Niveau indisch gekocht, mit einer Küche, die durchaus authentische Züge trägt. Dafür spricht zumindest auch die zahlreiche indische Kundschaft, die man regelmäßig bei ausgiebigen Mahlzeiten beobachten kann. Offenbar weiß man auch fern der Heimat zu schätzen, was hier aus den Kochtöpfen kommt. Äußerlich allerdings ist das Kashmir kein Schmuckstück. Mitten im Industriegebiet, integriert in ein Gebäude mit einem Motorrad-, Sport- und Freizeitgeschäft, versprüht das Restaurant wenig gastronomischen Charme. Die ursprüngliche Terrasse mit Blick auf den Parkplatz bot außer dem freien Himmel kaum landschaftliche Reize. Inzwischen wurde sie zu einem Wintergarten umgebaut – ein Zugewinn an wettergeschützten Sitzplätzen, aber nicht unbedingt an architektonischer Eleganz. Immerhin: Zum Essen kommen wir schließlich wegen der Küche und nicht zur Besichtigung eines preisverdächtigen Bauwerks. Im Inneren sieht die Sache freundlicher aus. Der Gastraum ist ansprechend gestaltet und mit den erwartbaren indischen Accessoires ausgestattet, die den Besucher schon beim Betreten auf die kulinarische Reise einstimmen. Bei der musikalischen Untermalung hat man erfreulicherweise auf eine Dauerbeschallung mit traditioneller Sitar Musik verzichtet und sich für eine dezente, eher europäisch geprägte Hintergrundmusik entschieden. Indische Klänge können durchaus ihren Reiz haben, über die gesamte Dauer eines ausgedehnten Essens aber auch etwas anstrengend werden. Schließlich möchten wir unsere Geschmacksknospen auf eine Indienreise schicken und nicht unbedingt auch noch die Gehörgänge. Auch Service und Sauberkeit verdienen ein ausdrückliches Lob. Wir werden freundlich begrüßt und zu einem Zweiertisch begleitet. Die beiden offenbar indischstämmigen Herren im Service sind während unseres gesamten Aufenthalts aufmerksam, präsent und ausgesprochen zuvorkommend, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Beide sprechen ausgezeichnet Deutsch, sodass auch Fragen und Sonderwünsche problemlos besprochen und berücksichtigt werden können. Der gesamte Restaurantbereich präsentiert sich zudem ausgesprochen sauber, ordentlich und gepflegt. Hier scheint man nicht nur die Küche, sondern auch den Restaurantbetrieb bestens im Griff zu haben.
Die Speisekarte erfreut auch mit eigenständigen Gerichten und beschränkt sich nicht, wie so manche asiatische Fusionsküche, auf ein kulinarisches Baukastensystem nach dem Motto: Garnele, Huhn, Ente oder Rind – dazu Sauce Nummer 17. Hier finden sich erfreulicherweise auch individuelle Kompositionen mit eigenständigem Charakter. salziges Lassi - mit geröstetem KorianderZum Studium der Speisekarte gönne ich mir traditionell ein salziges Lassi, das hier mit etwas geröstetem Koriander verfeinert wird. Eine ausgesprochen angenehme Kombination: kühl, leicht säuerlich, dezent salzig und mit einer feinen aromatischen Note. Für mich ohnehin der ideale Einstieg in ein indisches Essen.
Unsere Wahl fällt auf zwei Klassiker: Murgh Jalfrezi, Hühnerfleisch mit gemischtem Gemüse, sowie Mutton Vindaloo, Lammfleisch mit Kartoffeln in einer traditionell sehr scharfen Currysauce. Dazu bestellen wir Kheera Raita, Joghurt mit Gurken und Gewürzen, ein Garlic Naan sowie Mango-Chutney. Eine großzügige Portion duftender Basmatireis gehört ohnehin zu beiden Hauptgerichten – wunderbar locker, mit langen, fein voneinander getrennten Körnern und genau jenem zarten Biss, den ein perfekt gegarter Basmatireis haben sollte. Bei der Bestellung wird selbstverständlich nach dem gewünschten Schärfegrad gefragt. Wir entscheiden uns in beiden Fällen für die scharfe Variante, wobei das Murgh Jalfrezi erwartungsgemäß etwas moderater ausfällt. Vindaloo gehört schließlich zu den feurigsten Vertretern der indischen Curryküche. Hier darf die Zunge durchaus etwas gefordert werden – schließlich soll das Vindaloo den milden Beilagen einen feurigen Kontrapunkt entgegensetzen und die Papillae linguales ein wenig aus ihrer Komfortzone locken.
An diesem Mittag ist das Restaurant nur etwa zu einem Drittel besetzt. Entsprechend hält sich die Wartezeit angenehm in Grenzen, und sämtliche Speisen erreichen uns erfreulich heiß. Bei indischen Currys ist das zwar nicht ganz unwichtig, aber die eigentliche Wärmeentwicklung soll schließlich erst beim Essen einsetzen. Mutton VindalooDas Mutton Vindaloo überzeugt mit schön zartem Lammfleisch in einer kräftigen, pikant-scharfen Sauce. Fleisch und Kartoffelstücke teilen sich die Hauptrolle ungefähr zu gleichen Teilen. zartes LammfleischDie Kartoffeln nehmen dabei reichlich von der Sauce auf und sind keineswegs nur sättigendes Beiwerk. Die Schärfe ist ordentlich, ohne die übrigen Aromen unter einer alles überlagernden Chili-Attacke zu begraben. So soll es sein: Feuer im Mund, aber kein Flächenbrand. Murgh JalfreziBeim Murgh Jalfrezi findet sich neben dem Hühnerfleisch reichlich Gemüse, garniert mit etwas Tomate. Das Gemüse ist durch das längere Garen in der Sauce erwartungsgemäß weich geworden und bietet kaum noch Biss. Das mag man bedauern, gehört bei dieser Zubereitungsart aber durchaus zum Charakter des Gerichts. Entscheidend ist hier ohnehin das harmonische Zusammenspiel der Zutaten. Garlic NaanBesonders erfreulich das Garlic Naan: frisch, warm, wunderbar weich und mit einer ansprechenden Portion Knoblauch versehen. So muss ein gutes Naan sein – ideal, um auch noch die letzten Reste der köstlichen Currysaucen aufzunehmen. Schließlich wäre es beinahe ein kulinarisches Vergehen, diese auf dem Teller zurückzulassen. Kheera RaitaDas Kheera Raita sorgt mit seiner kühlen, mild-säuerlichen Frische für einen willkommenen Gegenpol zur pikanten Schärfe. Und ein kleiner Klecks Mango-Chutney auf dem Reis oder zusammen mit etwas Currysauce bringt eine fruchtig-süße Komponente ins Spiel. Gerade diese geschmacklichen Wechselwirkungen machen für mich einen besonderen Reiz der indischen Küche aus. Mal meldet sich die Chili temperamentvoll zu Wort, dann kommt der Joghurt als freundliche Feuerwehr daher, während das Mango-Chutney mit einem fruchtigen Augenzwinkern für Abwechslung sorgt.
Mit den beiden Hauptgerichten und unseren zusätzlichen Beilagen haben wir uns eine recht üppige Auswahl zusammengestellt. Wir schaffen zwar alles, sind anschließend aber so angenehm und nachhaltig gesättigt, dass diesmal selbst ein Dessert keine Chance mehr bekommt. Der Geist wäre vielleicht noch neugierig gewesen, der Magen hatte seine Entscheidung allerdings bereits getroffen.
Als Getränk zum Essen wählen wir schlichtes stilles Tafelwasser. Ein Liter für 5,40 Euro – eine erfreulich moderate Preisgestaltung, die man in der Gastronomie inzwischen keineswegs mehr als selbstverständlich betrachten darf. Mancherorts wird Wasser mittlerweile schließlich beinahe wie ein edler Tropfen aus dem Weinkeller kalkuliert. Fazit: Das Kashmir in Echterdingen hat seine anfänglichen Schwächen längst hinter sich gelassen. Die Küche präsentiert sich heute auf einem erfreulich hohen Niveau und erinnert uns wieder an jene Qualität, mit der uns die Familie Mehra einst in Leonberg für ihre indische Küche begeistert hat. Freundlicher, aufmerksamer Service, gepflegte Räumlichkeiten und eine Küche mit aromatischem Tiefgang machen den Besuch rundum erfreulich.
Die äußere Erscheinung mag wenig Appetit machen, doch bekanntlich sollte man weder ein Buch nach seinem Einband noch ein indisches Restaurant nach seiner Industriegebietsfassade beurteilen. Entscheidend ist, was aus den Töpfen kommt – und das kann sich hier wirklich schmecken lassen.
Wir lieben die indische Küche mit ihrer faszinierenden Aromenvielfalt und dem raffinierten Wechselspiel zwischen feuriger Schärfe und milder Frische. Neben den klassischen Fleischgerichten schätzen wir besonders die eigenständige vegetarische Tradition, die ganz ohne modische Fleischimitate auskommt. Hier muss die Karotte schließlich kein Schnitzel spielen, um kulinarisch ernst genommen zu werden.
Eine Adresse, an der wir diese Küche schon früh schätzen lernten, war das Restaurant Kashmir in Leonberg, das Tilkraj Mehra im Jahr 2000 eröffnete. Das Konzept ging auf: Das Lokal erfreute... mehr lesen
Kashmir
Kashmir€-€€€Restaurant, Catering071199763816Esslinger Str. 11, 70771 Leinfelden-Echterdingen
4.0 stars -
"Außen kühles Industriegebiet, innen indisches Feuer" GastonWir lieben die indische Küche mit ihrer faszinierenden Aromenvielfalt und dem raffinierten Wechselspiel zwischen feuriger Schärfe und milder Frische. Neben den klassischen Fleischgerichten schätzen wir besonders die eigenständige vegetarische Tradition, die ganz ohne modische Fleischimitate auskommt. Hier muss die Karotte schließlich kein Schnitzel spielen, um kulinarisch ernst genommen zu werden.
Eine Adresse, an der wir diese Küche schon früh schätzen lernten, war das Restaurant Kashmir in Leonberg, das Tilkraj Mehra im Jahr 2000 eröffnete. Das Konzept ging auf: Das Lokal erfreute
Geschrieben am 30.09.2026 2026-09-30| Aktualisiert am
30.09.2026
Besucht am 17.09.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 80 EUR
Manche Restaurantbesuche beginnen mit einem kleinen Anflug von Wehmut. Im ehemaligen Stephan’s Restaurant und Brasserie kochte der viel zu früh verstorbene Peter Stefan einst mit sicherer Hand zwischen schwäbischer Bodenständigkeit und französischer Finesse. Das Stephans war für uns und viele Gäste südlich von Stuttgart eine ausgezeichnete Adresse. Nach seinem Tod gelang es den Erben leider nicht, das Haus im vertrauten Geist weiterzuführen. Es stand eine Weile leer, wurde zum Jahreswechsel 2026 entrümpelt und renoviert – und bald war klar: Hier zieht eine andere kulinarische Welt ein. Heute heißt das Restaurant Le Poke und serviert asiatische Fusionsküche mit vietnamesischem Schwerpunkt und reichlich Sushi. Während ich meine Eindrücke aus drei Besuchen sortierte, las ich Gourmägglers Rezension des Tokyo Tower in Hagenbach. Ein Déjà-vu! Das Konzept und so manche Telleroptik schienen sich zu kennen. Ein paar Unterschiede gibt es aber schon, und mein Eindruck vom Le Poke fällt etwas positiver aus. Die frühere Brasserie ist innen kaum wiederzuerkennen. Der Umbau war gründlich, das Ergebnis allerdings nicht überall harmonisch. Draußen, wo früher ein paar Tische für Tabakliebhaber standen, wird der Platz inzwischen gründlich ausgenutzt. Auf den Holzbänken sitzt man dicht Rücken an Rücken. Gemütliche Großzügigkeit sieht anders aus – bei der Planung wurde wohl eher mit Konfektionsgrößen als mit schwäbischen Genussbiografien gerechnet.
Dafür läuft der Service erfreulich rund. Das junge Team unter Inhaber Nguyen Viet Quoc ist freundlich, aufmerksam und gut organisiert. Die meisten Mitarbeiterinnen sprechen ausgezeichnet Deutsch – besser als mancher Schwabe. Man darf bei der Bestellung getrost den Namen des Gerichts aussprechen, statt nur Nummern aufzusagen. Fragen wurden kompetent beantwortet, Sonderwünsche verstanden und umgesetzt. Selbst bei gut gefülltem Haus blieben die Wartezeiten dank des emsigen Teams im angenehmen Rahmen.
Die Speisekarte kommt einem bekannt vor: Dieses Baukastenprinzip begegnet einem in der asiatischen Fusionsgastronomie inzwischen öfter. Anfangs waren Fleisch und Fisch noch gezielter den jeweiligen Gerichten und Soßen zugeordnet. Mittlerweile lässt sich fast alles mit fast allem kombinieren. Das freut vermutlich manchen Gast, führt aber nicht zwangsläufig zu glücklichen Ehen auf dem Teller. Auch kulinarisch sollte man schließlich nicht jeden mit jedem verkuppeln.
Das Tiger-Bier (Born in Singapur) war einen Versuch wert, doch künftig halte ich mich lieber an regionale Sorten oder gleich an Wein. Der hat inzwischen ebenfalls den Weg auf die Karte gefunden. Mango-LassiDazu gibt es eine ordentliche Auswahl an Mixgetränken mit und ohne Alkohol. Mein Mango-Lassi – ein kleiner geschmacklicher Ausflug nach Indien – war im Sommer angenehm erfrischend.
Bei den Speisen ging es auf und ab, insgesamt aber eher aufwärts. GyozaDie Gyoza kamen hübsch im Keramikfächer: vier Teigtaschen, wahlweise mit Gemüse oder Garnelen. Beide Varianten habe ich probiert. Die Gemüse-Gyoza waren etwas trocken und sparsam gefüllt – ein netter Auftakt, aber keiner, für den ich eigens wiederkommen würde. Bò né - vietnamesisches FrühstücksgerichtMehr Eindruck hinterließ das Bò né, eigentlich ein vietnamesisches Frühstücksgericht aus der heißen Pfanne: Spiegelei, Zwiebeln, Tomaten, Gurken und Koriander mit Rindfleischstreifen, dazu Baguette. Es war ansprechend gewürzt und hatte eine durchaus fordernde Schärfe. „Leicht scharf“ ist hier offenbar eine Frage der persönlichen Auslegung. Meine Geschmacksnerven waren jedenfalls wach – auch ohne Frühstückskaffee. Mien Xao - mit RindfleischAuch die Mien Xao gefielen meiner Partnerin: gebratene Glasnudeln mit Ei, Gemüse, Pak Choi, Sojasoße und Röstzwiebeln. Das dazu bestellte Rinderfilet war zart und saftig, das Ganze fein abgeschmeckt. So darf der Baukasten gern zusammenfinden. California Inside OutAls Vorspeise teilten wir uns die California Inside Out mit Krebsfleischimitat, Gurke, Sesam und Tobiko. Die wollte ich nach längerer Zeit wieder einmal probieren. Frisch und leicht waren sie durchaus. California Inside Out - SurimiAus dem Krebsfleischimitat wird allerdings auch mit Tobiko außen herum kein echtes Krebsfleisch. Tuna Don BowlDie Tuna Don Bowl kam mit reichlich frischem Thunfisch auf Salat und Gemüse, dazu Surimi-Stick, Nori-Blätter, Gari und preiswertes Wasabi-Imitat. An einem warmen Sommerabend eine erfreulich leichte Sache. Der Fisch am Gaumen machte eindeutig mehr Vergnügen als das Sitzfleisch auf der harten Holzbank der Terrasse. Xa Ot mit Barbarie-EntenbrustDas pikante Xa Ot kombiniert gebratenes Gemüse, Zitronengras, Chili und Reisnudeln mit Salat, Erdnüssen, Koriander und Limetten-Dressing. Dazu wählten wir Barbarie-Entenbrust, die ihr Knusperversprechen hielt. Meiner Partnerin hat’s geschmeckt; ich habe Ente schon etwas zarter und saftiger gegessen. Das Gericht lebt vom gelungenen Kontrast zwischen warmen, würzig-scharfen Zutaten und kühlen, erfrischenden Komponenten. Man musste allerdings erst den Salat beiseiteschieben und sich zu Nudeln und Gemüse vorarbeiten. Das hatte meine Partnerin zunächst versäumt – ihre Zufriedenheit stieg deshalb mit zunehmender Schürftiefe. Sushi-Show mit Trockeneis-NebelSchließlich noch ein Sushi-Menü mit Fried Rolls aus Lachs im Tempuramantel, acht Kappa Maki und drei Thunfisch-Nigiri. Beim Servieren kam ein Schuss warmes Wasser in die kleine Vase, woraufhin Trockeneisnebel spektakulär ums Sushi waberte. Ein bisschen Bühnenzauber muss offenbar sein. Thunfisch-Nigiri, Kappa Maki und Lachs in TempuraDen Thunfisch gibt’s gegen Aufpreis anstelle von Lachs zum Nigiri – eine Wahl, die ich nicht bereut habe. Die Fried Rolls kamen als zwei Türmchen mit je drei Scheiben und erhielten die offenbar obligatorische Soßendusche. Die optische Verwandtschaft zu Gourmägglers Beobachtungen war kaum zu übersehen, aber zum Glück wurden die Röllchen hier nicht ertränkt. hinten rechts - Fried Rolls aus Lachs im TempuramantelAls sich der Nebel lichtete, konnte ich sie genüsslich verspeisen – ganz ohne kitschige Plastikpalme ;-)
Wer dem alten Stephans nachtrauert, wird im Le Poke keinen Ersatz dafür finden. Das neue Restaurant hat seinen eigenen, bisweilen etwas schablonenhaften Stil. Der freundliche, routinierte Service und einige wirklich gelungene Gerichte machen für mich aber manche Schwäche wett. Nach drei Besuchen komme ich gern wieder. Beim nächsten Mal wünsche ich mir beim Sitzmöbel etwas bequemes und bei den Fried Rolls eine leichte Hand an der Soßenflasche. Den Nebel dürfen sie beibehalten – solange ich mein Essen wiederfinde.
Bericht aus 3 Besuchen in 2026 - Rechnungsbetrag jewils ca. 35 bis 45 EUR pro Person.
Manche Restaurantbesuche beginnen mit einem kleinen Anflug von Wehmut. Im ehemaligen Stephan’s Restaurant und Brasserie kochte der viel zu früh verstorbene Peter Stefan einst mit sicherer Hand zwischen schwäbischer Bodenständigkeit und französischer Finesse. Das Stephans war für uns und viele Gäste südlich von Stuttgart eine ausgezeichnete Adresse. Nach seinem Tod gelang es den Erben leider nicht, das Haus im vertrauten Geist weiterzuführen. Es stand eine Weile leer, wurde zum Jahreswechsel 2026 entrümpelt und renoviert – und bald war klar: Hier... mehr lesen
LePoke Sushi Bar & Asiatische Küche
LePoke Sushi Bar & Asiatische Küche€-€€€Restaurant0711 96892025Bahnhofstraße 37, 70771 Leinfelden-Echterdingen
3.5 stars -
"Smoke on the Sushi" GastonManche Restaurantbesuche beginnen mit einem kleinen Anflug von Wehmut. Im ehemaligen Stephan’s Restaurant und Brasserie kochte der viel zu früh verstorbene Peter Stefan einst mit sicherer Hand zwischen schwäbischer Bodenständigkeit und französischer Finesse. Das Stephans war für uns und viele Gäste südlich von Stuttgart eine ausgezeichnete Adresse. Nach seinem Tod gelang es den Erben leider nicht, das Haus im vertrauten Geist weiterzuführen. Es stand eine Weile leer, wurde zum Jahreswechsel 2026 entrümpelt und renoviert – und bald war klar: Hier
Geschrieben am 27.09.2026 2026-09-27| Aktualisiert am
30.09.2026
Besucht am 15.09.2026Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 35 EUR
Der Wiesengarten im Sommerhofenpark liegt ziemlich genau dort, wo man mitten in Sindelfingen eine derart große grüne Oase eigentlich gar nicht vermuten würde. Der Sommerhofenbach gab dem Tal seinen Namen, und mittendrin findet sich mit dem Wiesengarten ein ausgesprochen schnuckeliger Biergarten.
Ein kleiner Blick zurück lohnt sich: Seine heutige Gestalt verdankt der Sommerhofenpark im Wesentlichen der Landesgartenschau 1990. Aus dem früheren, teilweise asphaltierten Festplatz wurde damals Sindelfingens „grüne Visitenkarte“ – mit weitläufigen Wiesen, Staudenbeeten, Wildpflanzen, Feuchtbiotopen, Rosengarten und jeder Menge Platz für Spaziergänger, Jogger und sonstige Frischluftwillige. SommerhofenparkAuch gastronomisch ist der Platz nicht ganz ohne Vergangenheit. Wo heute der Wiesengarten residiert, befand sich zuvor das alte „Café Wies’n“. Das war irgendwann zwar durchaus legendär, aber offenbar auch ein wenig in die Jahre gekommen. Nach einer gründlichen Sanierung – die Stadt ließ sich das immerhin rund 850 TEuro kosten – wurde die Anlage am 30. April 2019 als Wiesengarten wiedereröffnet. Seitdem darf hier wieder zeitgemäß im Grünen gespeist und getrunken werden. WiesengartenReichlich alter Baumbestand sorgt für Schatten, die Gastroanlage ist großzügig dimensioniert und scheint auch bei größerem Gästeansturm nicht gleich in gastronomische Schnappatmung zu geraten. Dazu verschiedene Biere – natürlich auch frisch vom Fass –, Weine aus der Region und die üblichen alkoholfreien Durstlöscher. Man muss also keineswegs zwingend dem Gerstensaft huldigen, nur weil man in einem Biergarten sitzt.
Kulinarisch bleibt man auf dem Boden der Tatsachen: solides Biergartenniveau, nichts Grandioses, aber reell und ordentlich. Neben den üblichen Verdächtigen gefallen besonders die Salad Bowls mit wechselnden Beilagen und verschiedenen Fleischstreifen. Eine erfreuliche Alternative für alle, die nicht jedes Freiluftessen mit Schnitzel, Wurst und Pommes bestreiten möchten. SelbstbedienungBestellt wird auf Selbstbedienungsbasis. Als Belohnung bekommt man einen dieser mehr oder weniger geliebten Pager in die Hand gedrückt. Irgendwann blinkt, summt oder vibriert das gute Stück und teilt einem unmissverständlich mit, dass die Zeit des entspannten Herumsitzens vorüber ist und man sein Essen nun höchstpersönlich abholen möge. Fortschritt muss schließlich sein.
Ansonsten sitzt es sich hier ausgesprochen gemütlich. Direkt angrenzend eine großzügige Rasenfläche, viel Grün und reichlich Platz. Familien mit Kindern und größere Gruppen dürften sich besonders wohlfühlen. Und wer nach einem Spaziergang durch den Park lediglich unter schattigen Bäumen ein frisch gezapftes Bier oder ein Glas Wein aus der Region genießen möchte, sowieso.
Wer noch Bewegung braucht, findet im Park reichlich Gelegenheit dazu – und sogar eine Dampfbahn, die ihre Runden durch den Sommerhofenpark dreht. Sie gab es übrigens bereits vor der Landesgartenschau und wurde für diese 1990 umfassend umgebaut. Während der 157 Tage der Gartenschau beförderte sie seinerzeit mehr als 100.000 Fahrgäste.
Kein Gourmettempel und auch kein gastronomischer Wallfahrtsort – aber das will der Wiesengarten vermutlich gar nicht sein. Dafür ein unkomplizierter, gemütlicher Biergarten mit etwas Geschichte an einem der schönsten grünen Flecken Sindelfingens. Und manchmal reicht genau das vollkommen aus.
Fußgängerweg durch den BiergartenNun aber zu dem, weswegen man sich in einem Biergarten neben der Flüssigkeitsaufnahme gelegentlich auch noch mit fester Nahrung beschäftigt.
Die beiden Rindfleischfrikadellen kamen ordentlich gebräunt auf den Teller, innen noch angenehm saftig und von einer durchaus kräftigen Bratensauce begleitet. Handwerklich solide, geschmacklich allerdings etwas auf Dienst nach Vorschrift getrimmt. Eine Prise guter Majoran, etwas mehr edelsüßes Paprikapulver und ein Hauch Muskatnuss hätten dem Teigling durchaus gutgetan – und würden mich vermutlich häufiger zu einem Boxenstopp hierher locken. Zwei Rindfleischfrikadellen mit Bratensauce, Krautsalat und PommesDer frische, knackige Krautsalat brachte erfreulichen Schwung und etwas Leichtigkeit in die ansonsten eher deftige Veranstaltung. Dazu eine ansehnliche Portion Pommes frites: goldgelb, ordentlich kross und frei von unnötigen Experimenten. Die Kartoffel hatte ihren Job verstanden – und erledigte ihn überzeugender als die Frikadelle. Alles in allem ein deftiges Biergartengericht – sättigend und ohne unnötige Kapriolen. Kein Teller, für den man eigens nach Sindelfingen pilgern müsste, aber einer, den man nach einer Radtour durchaus zufrieden leer bekommt. Und weil der Selbstservice hier konsequent zu Ende gedacht wird, darf man den leeren Teller anschließend auch höchstpersönlich zurückbringen.
Flannkuchen - Elsässer ArtDer klassische elsässische Flammkuchen kam warm und frisch aus dem Ofen, ordentlich kross gebacken und geschmacklich so, wie man ihn erwartet. Kein Lothringer Erweckungserlebnis, aber solide gemacht – und bei einem Flammkuchen ist mir das allemal lieber als eine kreative Neuinterpretation. Portion Obatzda mit Brot & BrezelDas Brettchen mit Obatztem präsentierte sich ebenfalls ganz nett und eher überschaubar. Der Obatzte ordentlich, die Begleitung erwartungsgemäß. Nur der tiefere Sinn des zusätzlich gereichten Gläschens Senf erschloss sich mir nicht so ganz. Vielleicht eine schwäbisch-bayerische Annäherung auf diplomatischem Wege? Ich ließ beide Parteien vorsichtshalber getrennt voneinander weiterleben. Paniertes Schweineschnitzel mit Kartoffelsalat und SalatbukettDann das klassische Schnitzel: schön herausgebacken, dünn, saftig und mit anständiger Panade. Dazu schwäbischer Kartoffelsalat, erfreulicherweise schön schlotzig und nicht jene trockene Kartoffelansammlung, bei der man vorsorglich zum Bierglas greift. Ein paar Zwiebeln mehr und eine etwas beherztere Begegnung mit der Pfeffermühle (keineskalls Tischasche) hätten ihm allerdings nicht geschadet.
Begleitet wurde das Ganze von grünem Blattsalat und einer Gurkenscheibe – letztere vermutlich zuständig für den ernährungsphysiologischen Ausgleich zum Schnitzel.
Und wer nach Essen und Getränken plötzlich das Bedürfnis verspürt, die aufgenommenen Kalorien zumindest symbolisch wieder loszuwerden, findet direkt neben dem Biergarten zwei ordentliche Boulebahnen. Boule (Pétanque) Bahnen sogar mit FlutlichtDas ist körperliche Ertüchtigung in einer Intensität, die auch dem fortgeschrittenen Rentner durchaus noch zugemutet werden kann: ein paar Schritte gehen, konzentriert eine Metallkugel werfen und anschließend ausgiebig darüber diskutieren, welche nun tatsächlich näher am Schweinchen liegt.
Wer möchte, kann sich dort problemlos unter die bereits aktiven Boulespieler mischen. Und sollte die sportliche Betätigung wider Erwarten doch zu anstrengend werden, ist der Weg zurück zum frisch gezapften Bier erfreulich kurz. Eingang zum Wiesengarten ;-)
Der Wiesengarten im Sommerhofenpark liegt ziemlich genau dort, wo man mitten in Sindelfingen eine derart große grüne Oase eigentlich gar nicht vermuten würde. Der Sommerhofenbach gab dem Tal seinen Namen, und mittendrin findet sich mit dem Wiesengarten ein ausgesprochen schnuckeliger Biergarten.
Ein kleiner Blick zurück lohnt sich: Seine heutige Gestalt verdankt der Sommerhofenpark im Wesentlichen der Landesgartenschau 1990. Aus dem früheren, teilweise asphaltierten Festplatz wurde damals Sindelfingens „grüne Visitenkarte“ – mit weitläufigen Wiesen, Staudenbeeten, Wildpflanzen, Feuchtbiotopen, Rosengarten und jeder Menge Platz... mehr lesen
3.5 stars -
"Sommerhofenpark zwischen Flammkuchen, Pager und Schweinchen" GastonDer Wiesengarten im Sommerhofenpark liegt ziemlich genau dort, wo man mitten in Sindelfingen eine derart große grüne Oase eigentlich gar nicht vermuten würde. Der Sommerhofenbach gab dem Tal seinen Namen, und mittendrin findet sich mit dem Wiesengarten ein ausgesprochen schnuckeliger Biergarten.
Ein kleiner Blick zurück lohnt sich: Seine heutige Gestalt verdankt der Sommerhofenpark im Wesentlichen der Landesgartenschau 1990. Aus dem früheren, teilweise asphaltierten Festplatz wurde damals Sindelfingens „grüne Visitenkarte“ – mit weitläufigen Wiesen, Staudenbeeten, Wildpflanzen, Feuchtbiotopen, Rosengarten und jeder Menge Platz
Geschrieben am 07.09.2026 2026-09-07| Aktualisiert am
08.09.2026
Besucht am 06.09.20262 Personen
Rechnungsbetrag: 53 EUR
Der Biergarten an der Insel in Gern bei Ornbau ist zu einem kleinen Paradies im fränkischen Seenland geworden. Während anderswo der Tourismus die Eigenheiten glattgebügelt hat, hat Peter Hahn hier aus einem schlichten Kiosk mit Herzblut und einer Prise Humor ein echtes Ausflugsziel gemacht. Und das Besondere: Trotz Biergarten-Atmosphäre gibt es hier Bedienung am Tisch. Keine lästigen Piepser, keine Lautsprecherdurchsagen, die die Idylle zerreißen. Stattdessen kommt das Essen ganz entspannt an den Platz. Saure ZipfelFränkische Bratwurst im EssigsudDazu gibt es ehrliche fränkische Klassiker wie Bratwürste, Saure Zipfel, also in Essig-Zwiebel-Sud gegarte Würste, Brotzeiten und saisonale Schmankerl, manchmal auch fast vergessene Kleinigkeiten wie den legendären Boxer, ein Mohnkopf in der Semmel. Humor blitzt ebenfalls durch. Wer ein Radler-Sauer bestellen wollte, fand augenzwinkernd den Hinweis auf eine Zehn-Euro-Strafe – ein Vergehen an der fränkischen Braukunst. Heute führt Peter Hahn den Biergarten meist selbst, mit Schiebermütze und ehrlichem Lächeln. Sauerbraten mit Semmelknödeln und PreiselbeerenDie Karte ist bewusst überschaubar gehalten, aber die Qualität stimmt. Schäufele mit Kartoffelklößen... innen saftig und zartaußen krosse Schwarte mit KümmelSonntags lockt das Schäufele mit kräftiger Soße und zwei Klößen – ein Preis-Leistungs-Hit, selbst wenn die Zeiten andere sind. ZwetschgendatschiApfelküchleUnd auch die klassischen Kaffeebesucher kommen nicht zu kurz. Am Nachmittag gibt es selbstverständlich Kaffee und Kuchen, ganz so, wie es sich für einen Ausflug gehört. Der Blick über den Altmühl-Zuleiter zur kleinen Biberinsel, das frische Wasser, der Sandstrand und die Liegewiese daneben – keine städtische Kulisse, nur Natur – das rundet den Besuch ab und macht ihn fast zu einer kleinen Auszeit. So entsteht durch ehrliche Küche, persönliche Handschrift und die fast postkartenreife Lage am Wasser ein stimmiges Gesamtbild. Ein Biergarten, der zeigt, dass es mehr sein kann als schnelle Abfertigung – nämlich ein Platz, an dem man gern verweilt.
Der Biergarten an der Insel in Gern bei Ornbau ist zu einem kleinen Paradies im fränkischen Seenland geworden. Während anderswo der Tourismus die Eigenheiten glattgebügelt hat, hat Peter Hahn hier aus einem schlichten Kiosk mit Herzblut und einer Prise Humor ein echtes Ausflugsziel gemacht.
Und das Besondere: Trotz Biergarten-Atmosphäre gibt es hier Bedienung am Tisch. Keine lästigen Piepser, keine Lautsprecherdurchsagen, die die Idylle zerreißen. Stattdessen kommt das Essen ganz entspannt an den Platz.
Dazu gibt es ehrliche fränkische Klassiker wie Bratwürste,... mehr lesen
Biergarten an der Insel Gern
Biergarten an der Insel Gern€-€€€Biergarten01705258936Am Anger 2, 91737 Ornbau
4.5 stars -
"Zehn Jahre Paradies „An der Insel“" GastonDer Biergarten an der Insel in Gern bei Ornbau ist zu einem kleinen Paradies im fränkischen Seenland geworden. Während anderswo der Tourismus die Eigenheiten glattgebügelt hat, hat Peter Hahn hier aus einem schlichten Kiosk mit Herzblut und einer Prise Humor ein echtes Ausflugsziel gemacht.
Und das Besondere: Trotz Biergarten-Atmosphäre gibt es hier Bedienung am Tisch. Keine lästigen Piepser, keine Lautsprecherdurchsagen, die die Idylle zerreißen. Stattdessen kommt das Essen ganz entspannt an den Platz.
Dazu gibt es ehrliche fränkische Klassiker wie Bratwürste,
Geschrieben am 07.09.2026 2026-09-07| Aktualisiert am
12.09.2026
Der Forellenhof Hechlingen, geführt von Marcus Zäh, liegt in Hechlingen am See, nördlich des Hahnenkammsees im Fränkischen Seenland. Der See ist nicht an die Main-Donau-Überleitung angeschlossen. Sein Einzugsgebiet ist vergleichsweise wenig besiedelt und landwirtschaftlich kaum belastet, was zu einer hervorragenden Wasserqualität beiträgt. Der familiengeführte Hof bietet eine großzügige Hotelanlage mit komfortablen Zimmern und ein Restaurant mit Schwerpunkt auf frischen Forellen aus benachbarter Zucht sowie Damwild. Der Gastraum ist mit viel Holz in klassisch fränkischem Stil gestaltet und vermittelt eine warme, bodenständige Atmosphäre. Unter der Woche ist abends geöffnet, an Wochenenden meist auch mittags. Der Service ist sehr freundlich und aufmerksam. Kulinarisch setzt die Küche auf regionale, bewusst unprätentiöse Zubereitung. Die Forelle wird beispielsweise als Forelle Blau mit zerlassener Butter oder gebacken jeweils mit klassischen Salzkartoffeln angeboten. Die Präsentation ist schlicht, aber handwerklich sauber und geschmacklich überzeugend. Die Frische des Fischs ist deutlich wahrnehmbar, was auf die regionale Herkunft aus der nahegelegenen Zucht hinweist. Insgesamt eine Küche, die auf solide Qualität und ehrliche Aromen setzt und damit überzeugt.
Der Forellenhof Hechlingen, geführt von Marcus Zäh, liegt in Hechlingen am See, nördlich des Hahnenkammsees im Fränkischen Seenland. Der See ist nicht an die Main-Donau-Überleitung angeschlossen. Sein Einzugsgebiet ist vergleichsweise wenig besiedelt und landwirtschaftlich kaum belastet, was zu einer hervorragenden Wasserqualität beiträgt. Der familiengeführte Hof bietet eine großzügige Hotelanlage mit komfortablen Zimmern und ein Restaurant mit Schwerpunkt auf frischen Forellen aus benachbarter Zucht sowie Damwild. Der Gastraum ist mit viel Holz in klassisch fränkischem Stil gestaltet und vermittelt eine warme,... mehr lesen
Restaurant im Landhotel Forellenhof
Restaurant im Landhotel Forellenhof €-€€€Restaurant09833705Unterhoferstraße 20, 91719 Heidenheim
4.0 stars -
"Forellen oder Damwild am Hahnenkammsee" GastonDer Forellenhof Hechlingen, geführt von Marcus Zäh, liegt in Hechlingen am See, nördlich des Hahnenkammsees im Fränkischen Seenland. Der See ist nicht an die Main-Donau-Überleitung angeschlossen. Sein Einzugsgebiet ist vergleichsweise wenig besiedelt und landwirtschaftlich kaum belastet, was zu einer hervorragenden Wasserqualität beiträgt. Der familiengeführte Hof bietet eine großzügige Hotelanlage mit komfortablen Zimmern und ein Restaurant mit Schwerpunkt auf frischen Forellen aus benachbarter Zucht sowie Damwild. Der Gastraum ist mit viel Holz in klassisch fränkischem Stil gestaltet und vermittelt eine warme,
Geschrieben am 06.09.2026 2026-09-06| Aktualisiert am
07.09.2026
Besucht am 25.08.2026Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 80 EUR
Mitten am malerischen Marktplatz von Gunzenhausen, in einem gepflegten historischen Eckhaus, liegt das Isola Bella – ein kleines Stück Sizilien in fränkischer Umgebung. Das Restaurant eröffnete 2022 zunächst als Kooperation; seit 2024 führt die sizilianische Familie di Pietro das Haus in Eigenregie. Und spätestens beim Blick auf die Speisekarte wird klar: Benvenuti in Sicilia!
Das 2022 neu gestaltete Restaurant empfängt seine Gäste mit einem dezent klassischen, angenehm unaufgeregten Interieur. Eine Sizilien-Karte mit dem Herkunftsort der Familie im Hinterland von Syrakus erinnert daran, wo die kulinarischen Wurzeln liegen. Der lang gezogene Gastraum führt nach hinten zu einem gemütlichen Sitzbereich mit stimmungsvoll beleuchtetem Weinregal. Vorne, rund um Kasse und Pizza-Ausgabe, kann es naturgemäß etwas lebhafter und bisweilen hektisch zugehen – ein wenig italienisches Temperament gehört schließlich dazu. Wer es ruhiger mag, zieht sich nach hinten oder in den Nebenraum zurück. Und bei schönem Wetter sitzt man auf der großzügigen, von Schirmen beschatteten Terrasse direkt am Gunzenhäuser Marktplatz. Vielleicht nicht ganz so bequem wie im Restaurant, dafür entschädigen ein leichter Windhauch und der Blick auf die altehrwürdige fränkische Stadtkulisse. Der Marktplatz ist dabei weniger Platz im klassischen Sinne als die verkehrsberuhigte Straße durch die historische Stadtmitte – der geringe Verkehr stört die entspannte Atmosphäre jedoch kaum.
Chef Giuseppe di Pietro kocht kreativ und authentisch sizilianisch, seine Frau führt herzlich, aufmerksam und souverän durch den Service – und auch der Pizzaiolo versteht sein Handwerk. Pizza ’Nduja mit BurrataDie Pizza kommt mit luftig-fluffigem Rand und aromatischem Belag auf den Tisch: così deve essere – so soll es sein.
Für uns wird es allerdings noch interessanter, wenn man die Pizzaabteilung verlässt und sich den sizilianischen Fisch-, Fleisch- und Gemüsegerichten widmet. Frische Zutaten, kräftige mediterrane Aromen, appetitliche Präsentation – und Portionen, bei denen offensichtlich niemand Gefahr laufen soll, hungrig den Marktplatz zu verlassen. Gemischte Fisch-Vorspeise – Arancina, Sardelle „a Beccafico“, Bruschetta, marinierte Sardellen, Meeresfrüchtesalat, marinierter Lachs, frittierte Calamari, Fisch-CaponataDas zeigt bereits der Vorspeisenteller für zwei mit Arancini, Alici und verschiedenen Meeresfrüchten. Was zunächst nach einem gemütlichen Auftakt klingt, entwickelt sich schnell zu einer ernst zu nehmenden Mahlzeit. Die Familie di Pietro meint es mit ihren Gästen ausgesprochen gut: Wer diesen Teller zu zweit bewältigt, sollte beim Hauptgang entweder sehr optimistisch sein – oder gleich den direkten Weg zum Dessert ins Auge fassen. Mamma mia, hier wird nicht mit der Pinzette portioniert! Oktopus „Uranga“Besonders überzeugte uns der Oktopus „Uranga“: wunderbar zart und auf den Punkt gegart, begleitet von Kirschtomaten, roten Zwiebeln und einer fein abgestimmten Barbecue-Sauce. Oktopus „Uranga“Eine ungewöhnliche, aber ausgesprochen schmackhafte Kombination. Nur der Name „Uranga“ gibt uns weiterhin Rätsel auf. Was genau sich dahinter verbirgt, blieb ungeklärt – ein guter Grund, beim nächsten Besuch nachzufragen. Schließlich braucht man ja einen Anlass, wiederzukommen. Fischfilet in würziger Brotkruste mit Sizilianischem Salat, Kirschtomaten, Zwiebeln, Kapern, Oliven und BasilikumNicht weniger gelungen war das Fischfilet in würziger Brotkruste: optimal gegart und wunderbar saftig, dazu ein sizilianischer Salat mit Kirschtomaten, roten Zwiebeln, Kapern, Oliven und Basilikum. Frisch, mediterran und aromatisch – ein Gericht, bei dem man gedanklich den Gunzenhäuser Marktplatz kurz gegen eine Terrasse am Mittelmeer eintauscht. Tenuta Iuzzolini - Donna Giovanna 2025Zum Oktopus machte sich der Donna Giovanna 2025 aus Kalabrien ausgezeichnet. Überhaupt gefällt die Getränkekarte: Neben regionalem Bier findet sich eine schöne Auswahl italienischer Weine, und erfreulicherweise werden auch die Flaschenweine zu erstaunlich fairen Preisen angeboten. Das macht die Entscheidung für eine ganze Flasche deutlich leichter – salute! CannoloUnd wer entgegen aller Erwartungen noch ein kleines Eckchen im Magen findet, landet natürlich bei den Cannoli. Typisch sizilianisch und geschmacklich sehr gut; lediglich die Teigrolle hätte für unseren Geschmack etwas mürber und weniger hart sein dürfen. Aber nach diesem Essen wäre es Jammern auf ziemlich hohem – und vor allem gut gefülltem – Niveau.
Der herzliche und aufmerksame Service rundet das Gesamtbild ab. Das Motto des Hauses, die „Liebe zu frischen Zutaten und gutem Geschmack“, ist hier erfreulicherweise nicht nur Homepage-Lyrik, sondern landet tatsächlich auf dem Teller. Fazit: Authentische sizilianische Küche, ausgezeichnete Pizza, hervorragend gegarter Fisch, großzügige Portionen und eine erfreulich faire Weinauswahl. Dazu Gastgeber, bei denen man spürt, dass sie ihre Gäste nicht nur bewirten, sondern ihnen etwas Gutes tun wollen. Ein schönes Stück Sizilien mitten in Gunzenhausen – oder, um es italienisch zu sagen: Ci vediamo! Wir sehen uns wieder.
P.S. Die beschriebenen Gerichte haben wir zu zweit an zwei verschiedenen Abenden im August im Isola Bella genossen; pro Abend lagen wir bei etwa 80 Euro. Angesichts der Qualität, der Frische und der wirklich üppigen Portionen empfinden wir das als stimmiges, faires Preis-Leistungs-Verhältnis.
Mitten am malerischen Marktplatz von Gunzenhausen, in einem gepflegten historischen Eckhaus, liegt das Isola Bella – ein kleines Stück Sizilien in fränkischer Umgebung. Das Restaurant eröffnete 2022 zunächst als Kooperation; seit 2024 führt die sizilianische Familie di Pietro das Haus in Eigenregie. Und spätestens beim Blick auf die Speisekarte wird klar: Benvenuti in Sicilia!
Das 2022 neu gestaltete Restaurant empfängt seine Gäste mit einem dezent klassischen, angenehm unaufgeregten Interieur. Eine Sizilien-Karte mit dem Herkunftsort der Familie im Hinterland von Syrakus erinnert... mehr lesen
4.5 stars -
"Isola Bella – ein Stück Sizilien in Gunzenhausen" GastonMitten am malerischen Marktplatz von Gunzenhausen, in einem gepflegten historischen Eckhaus, liegt das Isola Bella – ein kleines Stück Sizilien in fränkischer Umgebung. Das Restaurant eröffnete 2022 zunächst als Kooperation; seit 2024 führt die sizilianische Familie di Pietro das Haus in Eigenregie. Und spätestens beim Blick auf die Speisekarte wird klar: Benvenuti in Sicilia!
Das 2022 neu gestaltete Restaurant empfängt seine Gäste mit einem dezent klassischen, angenehm unaufgeregten Interieur. Eine Sizilien-Karte mit dem Herkunftsort der Familie im Hinterland von Syrakus erinnert
Die malerische Gunzenhäuser Kultkneipe mit wechselvoller Geschichte schließt nach dem erfolgversprechenden Neustart im Jahr 2024 bereits nach 2 Jahren wieder.
Info der Nürnberger Nachrichten:
"Gastronomie in Gunzenhausen: Kult-Wirt „Bello“ hört im Holzwurm auf - die Gesundheit!
Gunzenhausen - Das ist keine gute Nachricht für seine vielen Stammgäste: Gesundheitliche Gründe zwingen den Gunzenhäuser Kult-Gastronomen Semsettin Türüc nach Jahrzehnten im Gastgewerbe zum Schlussstrich."
Die malerische Gunzenhäuser Kultkneipe mit wechselvoller Geschichte schließt nach dem erfolgversprechenden Neustart im Jahr 2024 bereits nach 2 Jahren wieder.
Info der Nürnberger Nachrichten:
"Gastronomie in Gunzenhausen: Kult-Wirt „Bello“ hört im Holzwurm auf - die Gesundheit!
Gunzenhausen - Das ist keine gute Nachricht für seine vielen Stammgäste: Gesundheitliche Gründe zwingen den Gunzenhäuser Kult-Gastronomen Semsettin Türüc nach Jahrzehnten im Gastgewerbe zum Schlussstrich."
https://www.nn.de/region/gunzenhausen/gastronomie-in-gunzenhausen-kult-wirt-bello-hort-im-holzwurm-auf-die-gesundheit-1.15182371
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"Erneutes Aus für den Holzwurm" GastonDie malerische Gunzenhäuser Kultkneipe mit wechselvoller Geschichte schließt nach dem erfolgversprechenden Neustart im Jahr 2024 bereits nach 2 Jahren wieder.
Info der Nürnberger Nachrichten:
"Gastronomie in Gunzenhausen: Kult-Wirt „Bello“ hört im Holzwurm auf - die Gesundheit!
Gunzenhausen - Das ist keine gute Nachricht für seine vielen Stammgäste: Gesundheitliche Gründe zwingen den Gunzenhäuser Kult-Gastronomen Semsettin Türüc nach Jahrzehnten im Gastgewerbe zum Schlussstrich."
https://www.nn.de/region/gunzenhausen/gastronomie-in-gunzenhausen-kult-wirt-bello-hort-im-holzwurm-auf-die-gesundheit-1.15182371
Geschrieben am 14.05.2026 2026-05-14| Aktualisiert am
14.05.2026
Seit vergangenem Jahr beweist das Gebauer’s Edeka-Center in Bonlanden eindrucksvoll, dass man für ein französisches Fine-Dining-Erlebnis nicht zwingend nach Paris reisen muss – manchmal reicht auch ein Einkaufswagen als Alternative zum TGV. OrangerieMitten im Supermarkt befindet sich die Orangerie, eine stilvolle französische Brasserie rund um einen prächtigen Orangenbaum, geführt von Chefkoch Mohammed Ez-Zaky.
Die Speisekarte liest sich wie ein Kurzurlaub in Frankreich: Austern, Hummer, Quiche Lorraine oder Bouillabaisse – hier kann man sich kulinarisch verwöhnen lassen. Wem der Sinn nach Fleisch steht, findet vom Wagyu-Burger über Entrecôte bis hin zum Dry-Aged Irish Tomahawk-Steak (750 Gramm) alles, was Herz und Gaumen begehren.
Gruß aus der KücheBereits der Gruß aus der Küche macht klar, dass man sich hier nicht in der üblichen Supermarkt-Gastronomie befindet. Serviert wurde eine herrliche Oliventapenade mit zwei Brotsorten – darunter das legendäre rote „Teufelchen“-Brot aus der Eselsmühle in Leinfelden. Rote Bete, Apfel, Walnüsse und eine feine Meerrettichnote verbinden sich hier zu einem Brot, bei dem man kurz vergisst, dass man eigentlich „nur“ im EDEKA ist.
Canard à l’Orange - Sauce au Grand MarnierWir bleiben klassisch bei der berühmten Canard à l’Orange: butterzarte rosa Entenbrust, sous-vide gegart und knusprig auf der Haut gegrillt, serviert mit Sauce au Grand Marnier, cremigem Gratin Dauphinois und aromatischem Ratatouille. Très magnifique!
Bouillabaisse MarseillaiseEin weiteres Highlight war die Bouillabaisse Marseillaise: eine klassische französische Fischsuppe mit Safran-Kartoffeln, edlen Mittelmeerfischen, Muscheln, Garnelen, Gruyère, Rouille und knusprigen Croûtons – Garpunkt und Aroma exzellent.Gruyère, Rouille auf knusprigem Croûton
Dazu ein hervorragend passender LaCheteau Sancerre AOC 2024 im Offenausschank (0,2 l für unter 10 €).
Tresen mit Tür zur WeinabteilungZwar stehen lediglich sechs weitere offene Weine auf der Karte, doch darüber hinaus warten in den direkt ans Restaurant angrenzenden Weinregalen über 2.000 Positionen auf ihren großen Auftritt. Gegen äußerst faire 5 Euro Korkgeld wird die Wunschflasche fachgerecht serviert, gekühlt oder auf Wunsch dekantiert.
Der aufmerksame und sympathische Service durch Philipp rundet den Nachmittag perfekt ab: freundlich, professionell und mit genau dem richtigen Gespür zwischen gehobener Gastronomie und entspannter Brasserie-Atmosphäre.
Die Orangerie schafft etwas, das wir sehr schätzen: echtes Fine Dining ohne steife Attitüde.
Zudem ein Ort, an dem man erst Bouillabaisse schlürft und danach noch kurz Vacherin, Kartoffeln, Baguette und einen Fendant für den gemeinsamen Abend zuhause einkauft. Savoir-vivre trifft Filderstadt – und das überraschend grandios. Am 12. Mai 2026 haben wir hier zu zweit dafür faire 85 € + Trinkgeld bezahlt.
Seit vergangenem Jahr beweist das Gebauer’s Edeka-Center in Bonlanden eindrucksvoll, dass man für ein französisches Fine-Dining-Erlebnis nicht zwingend nach Paris reisen muss – manchmal reicht auch ein Einkaufswagen als Alternative zum TGV. Mitten im Supermarkt befindet sich die Orangerie, eine stilvolle französische Brasserie rund um einen prächtigen Orangenbaum, geführt von Chefkoch Mohammed Ez-Zaky.
Die Speisekarte liest sich wie ein Kurzurlaub in Frankreich: Austern, Hummer, Quiche Lorraine oder Bouillabaisse – hier kann man sich kulinarisch verwöhnen lassen. Wem der Sinn nach Fleisch... mehr lesen
4.5 stars -
"Fine Dining neben Gemüseabteilung und Wursttheke" GastonSeit vergangenem Jahr beweist das Gebauer’s Edeka-Center in Bonlanden eindrucksvoll, dass man für ein französisches Fine-Dining-Erlebnis nicht zwingend nach Paris reisen muss – manchmal reicht auch ein Einkaufswagen als Alternative zum TGV. Mitten im Supermarkt befindet sich die Orangerie, eine stilvolle französische Brasserie rund um einen prächtigen Orangenbaum, geführt von Chefkoch Mohammed Ez-Zaky.
Die Speisekarte liest sich wie ein Kurzurlaub in Frankreich: Austern, Hummer, Quiche Lorraine oder Bouillabaisse – hier kann man sich kulinarisch verwöhnen lassen. Wem der Sinn nach Fleisch
Geschrieben am 05.04.2026 2026-04-05| Aktualisiert am
05.04.2026
Besucht am 05.12.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 240 EUR
Auf unserer Entdeckungstour durch die Freiburger Innenstadt suchten wir nach einer Gastronomie, die nicht nur sättigt, sondern begeistert. Der Weihnachtsmarkt mit Glühwein, heißen Maronen und Bratwurst lockte zwar die Masse, doch uns stand der Sinn an diesem Abend nach feinerer Küche – wir wollten nicht nur essen, sondern genießen. Die ersten beiden Kandidaten? Enttäuschend auf den ersten Blick. Also entschieden wir uns für den „umgekehrten Weg“: nicht von unten nach oben, nicht von Rostbratwurst zum Flammkuchen, sondern gleich gezielt ins Gourmet-Revier südlich des Münsters.
Wolfshöhle oder …? Da kam uns die Löwengrube in den Sinn, unweit davon in der Konviktstraße – unsere Erwartung: etwas legerer und preislich zugänglicher als die besternte Wolfshöhle. Telefonisch blitzschnell reserviert – und schon standen wir im Portal zu einem kulinarischen Abenteuer
(unser Erstbesuch).
Ambiente: Die Löwengrube kombiniert die charmante Patina einer alten Weinstube mit modernem, gemütlichem Flair. Holzvertäfelungen, elegante Tischdekorationen und dezente Beleuchtung schaffen eine warme, einladende Stimmung – perfekt für ein entspanntes Gourmet-Erlebnis abseits des Weihnachtsmarkttrubels und Glühweinarien.
Kulinarische Philosophie: Chef de Cuisine und Inhaber Amadeus Kura liebt regionale, saisonale Zutaten und interpretiert sie kreativ, modern und manchmal mit einem kleinen Augenzwinkern. Die kleine, feine Speisekarte wechselt regelmäßig und ist ein Fest für alle, die klassische Gerichte in überraschend neuer Gestalt genießen wollen.
Startschuss: Eine Focaccia vom „Brotbruder“ (ebenfalls aus Freiburg südlich der Dreisam) – schlicht, mit vollem Sauerteigaroma, einer dezenten Kräuternote und etwas nativem Olivenöl.
Ein Auftakt, der sagt: „Die einfachsten Genüsse sind manchmal die außergewöhnlichsten.“
Wein:
Wir entschieden uns heute für eine einzige, aber ausgesuchte Flasche. Die Weinkarte ist sorgfältig kuratiert,
legt den Fokus auf Baden und Pfalz, Bioweine und seltene Kleinproduzenten – ein Fest für Weinliebhaber.
Der Sommelier war sachlich-streng, aber kompetent. Gemeinsam landeten wir bei: Bernhard Huber, Malterdinger Chardonnay 2022. Elegant, klar, ein kräftiger Begleiter, der nie zu laut ist, aber durch das Holzfass bereits Charakter entwickelt hat.
Vorspeise: Poschiertes Ei, Topinambur, Pilz, Soja – luftig, cremig, feines Pilzaroma, das sich wie eine Wolke um das perfekt gegarte Ei legt. Jeder Bissen eine kleine Textur- und Aromarevolution – ein Auftakt, der das Genießer-Herz höherschlagen lässt.
Hauptgang 1: Rochenflügel mit Aztec Gold, Kapern und Miesmuscheln – außen herrlich angebräunt, innen glasig, leicht angewärmter Kern. Goldgelbe Kartoffeln schwimmen in einem buttrigen Fisch-Muschelfond, während die ausgelösten Miesmuscheln den edlen Fischflügel krönen. Jeder Bissen: wie eine Mini-Reise in die Bretagne.
Hauptgang 2: Hirschkalb, Rosenkohl, Gnocchi, Birne – rosa, leicht geröstet, zart und perfekt gegart (Sous-Vide?). Die Gnocchi in Törtchenform mit Maronen, Rosenkohlblätter angebraten, marinierte Birnenstücke kunstvoll wieder zu einer Birne geformt – alles auf einer feinen Wildfondreduktion. Ein Gericht, das nicht nur die Augen, sondern auch den Gaumen verwöhnt.
Käse: Auswahl Waltmann, Apfelsenf, Früchtebrot – ein kleines Weihnachtsmärchen auf dem Teller. Maître Affineur Waltmann aus Erlangen liefert eine Auswahl vom Feinsten: optimale Reife, intensives Aroma, dazu die jahreszeitlich passende Beilage – süß, würzig, festlich zugleich.
Dessert: Apfel, Zimt, Karamell – Apfel-Zimt-Sahneeis mit Crunch auf Apfel-Karamell-Kreation. Leicht, frisch, aber mit dem süß-würzigen Kick, der sofort ein Lächeln auf die Lippen zaubert.
Espresso: Mit gebrannten Mandeln – ein letzter Augenzwinkerer an den Weihnachtsmarkt.
Fazit:
Die Löwengrube ist ein Refugium für alle, die Genuss ernst nehmen – aber auch lockere, unkomplizierte Leichtigkeit schätzen. Chef Amadeus Kura zaubert Gerichte, die auf der einen Seite weltbürgerlich und experimentierfreudig sind, auf der anderen Seite farm-to-table: saisonale, regionale Produkte, kreativ kombiniert. Zeitgemäß, leicht und überraschend – nie langweilig, nie konventionell. Wein, Service, Ambiente – alles passt stimmig zusammen. Sicherlich nicht nur zur Adventszeit eine Fluchtburg für Genießer. Die relativ hohe Zahl von Sternerestaurants in Freiburg ist sicher ein Ansporn für die Küche, unsere Erwartungen hat sie voll und ganz erfüllt – in einem angenehmen Rahmen mit ebenso angenehmem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir waren begeistert.
Auf unserer Entdeckungstour durch die Freiburger Innenstadt suchten wir nach einer Gastronomie, die nicht nur sättigt, sondern begeistert. Der Weihnachtsmarkt mit Glühwein, heißen Maronen und Bratwurst lockte zwar die Masse, doch uns stand der Sinn an diesem Abend nach feinerer Küche – wir wollten nicht nur essen, sondern genießen. Die ersten beiden Kandidaten? Enttäuschend auf den ersten Blick. Also entschieden wir uns für den „umgekehrten Weg“: nicht von unten nach oben, nicht von Rostbratwurst zum Flammkuchen, sondern gleich gezielt ins... mehr lesen
Löwengrube by Amadeus Kura
Löwengrube by Amadeus Kura€-€€€Restaurant076176991188Konviktstr. 12, 79098 Freiburg im Breisgau
5.0 stars -
"Löwengenuss satt Glühweinstress" GastonAuf unserer Entdeckungstour durch die Freiburger Innenstadt suchten wir nach einer Gastronomie, die nicht nur sättigt, sondern begeistert. Der Weihnachtsmarkt mit Glühwein, heißen Maronen und Bratwurst lockte zwar die Masse, doch uns stand der Sinn an diesem Abend nach feinerer Küche – wir wollten nicht nur essen, sondern genießen. Die ersten beiden Kandidaten? Enttäuschend auf den ersten Blick. Also entschieden wir uns für den „umgekehrten Weg“: nicht von unten nach oben, nicht von Rostbratwurst zum Flammkuchen, sondern gleich gezielt ins
Geschrieben am 03.04.2026 2026-04-03| Aktualisiert am
03.04.2026
7-Mühlental am ReichenbachDie Kochenmühle im Siebenmühlental ist ein wildromantisches Ausflugsziel für Radler, Wanderer und alle, die nach ein paar Kilometern Natur dringend eine ehrliche Stärkung brauchen. Die ehemalige Mühle liegt idyllisch am Reichenbach und gehört zu den historischen Mühlen des Siebenmühlentals, die über Jahrhunderte hinweg das Leben und Arbeiten in der Region geprägt haben. Einst wurde hier mit Wasserkraft gemahlen – heute werden eher Wanderer „aufgetankt“. .... der Besen hängt draußenBewirtschaftet wird in der Regel von Freitag bis Sonntag - und wie es sich für einen echten schwäbischen Geheimtipp gehört, gilt: Hängt draußen der Besen, ist geöffnet. Ein zuverlässigeres Leitsystem als jede App.
Ab Herbst gibt es dann den hauseigenen Most, frisch, ehrlich und mit ausreichend Charakter - solange der Vorrat reicht - also vielleicht bis ins nächste Frühjahr. Kalbsbratwurst mit KartoffelsalatFleischküchle mit Kartoffel- und KrautsalatDie deftigen Gerichte werden frisch zubereitet und schmecken genau so, wie man es sich nach einer Wanderung vorstellt: bodenständig, großzügig und absolut ohne Schnickschnack. Kalorien zählen hier höchstens die Wanderuhren, nicht die Gäste. Kurz gesagt: Ein Ort, an dem man eigentlich nur kurz einkehren wollte - und plötzlich sehr überzeugende Gründe findet, noch ein wenig sitzen zu bleiben da man mit den netten Tischnachbarn ins Plaudern gekommen ist. Ein kleines Stück gelebter Mühlengeschichte - mit sehr angenehmen Nebenwirkungen.
Die Kochenmühle im Siebenmühlental ist ein wildromantisches Ausflugsziel für Radler, Wanderer und alle, die nach ein paar Kilometern Natur dringend eine ehrliche Stärkung brauchen. Die ehemalige Mühle liegt idyllisch am Reichenbach und gehört zu den historischen Mühlen des Siebenmühlentals, die über Jahrhunderte hinweg das Leben und Arbeiten in der Region geprägt haben. Einst wurde hier mit Wasserkraft gemahlen – heute werden eher Wanderer „aufgetankt“.
Bewirtschaftet wird in der Regel von Freitag bis Sonntag - und wie es sich für einen echten... mehr lesen
4.5 stars -
"Wo der Reichenbach rauscht und der Besen hängt" GastonDie Kochenmühle im Siebenmühlental ist ein wildromantisches Ausflugsziel für Radler, Wanderer und alle, die nach ein paar Kilometern Natur dringend eine ehrliche Stärkung brauchen. Die ehemalige Mühle liegt idyllisch am Reichenbach und gehört zu den historischen Mühlen des Siebenmühlentals, die über Jahrhunderte hinweg das Leben und Arbeiten in der Region geprägt haben. Einst wurde hier mit Wasserkraft gemahlen – heute werden eher Wanderer „aufgetankt“.
Bewirtschaftet wird in der Regel von Freitag bis Sonntag - und wie es sich für einen echten
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Eine Adresse, an der wir diese Küche schon früh schätzen lernten, war das Restaurant Kashmir in Leonberg, das Tilkraj Mehra im Jahr 2000 eröffnete. Das Konzept ging auf: Das Lokal erfreute sich großer Beliebtheit und war stets gut besucht. Auch wir gehörten zu den regelmäßigen Gästen, fühlten uns dort ausgesprochen wohl und schätzten vor allem die Küche, die sich qualitativ und geschmacklich erfreulich deutlich vom üblichen Durchschnitt indischer Restaurants abhob.
Der Erfolg machte offenbar Lust auf mehr. Gemeinsam mit seinen Brüdern expandierte Mehra und eröffnete August 2013 ein zweites Kashmir im Echterdinger Industriegebiet. Im Jahr 2017 folgte schließlich ein dritter Standort in Stuttgart-Weilimdorf.
Nach der Eröffnung in Echterdingen waren wir einige Male zu Gast, mussten allerdings feststellen, dass die Küchenleistung zunächst nicht an das gewohnte Leonberger Niveau heranreichte. Der indische Funke wollte hier anfangs noch nicht so recht überspringen. Erfreulicherweise hat sich das im Laufe der Jahre geändert. Mittlerweile wird auch in Echterdingen auf vergleichbar hohem Niveau indisch gekocht, mit einer Küche, die durchaus authentische Züge trägt. Dafür spricht zumindest auch die zahlreiche indische Kundschaft, die man regelmäßig bei ausgiebigen Mahlzeiten beobachten kann. Offenbar weiß man auch fern der Heimat zu schätzen, was hier aus den Kochtöpfen kommt.
Die Speisekarte erfreut auch mit eigenständigen Gerichten und beschränkt sich nicht, wie so manche asiatische Fusionsküche, auf ein kulinarisches Baukastensystem nach dem Motto: Garnele, Huhn, Ente oder Rind – dazu Sauce Nummer 17. Hier finden sich erfreulicherweise auch individuelle Kompositionen mit eigenständigem Charakter.
Unsere Wahl fällt auf zwei Klassiker: Murgh Jalfrezi, Hühnerfleisch mit gemischtem Gemüse, sowie Mutton Vindaloo, Lammfleisch mit Kartoffeln in einer traditionell sehr scharfen Currysauce. Dazu bestellen wir Kheera Raita, Joghurt mit Gurken und Gewürzen, ein Garlic Naan sowie Mango-Chutney. Eine großzügige Portion duftender Basmatireis gehört ohnehin zu beiden Hauptgerichten – wunderbar locker, mit langen, fein voneinander getrennten Körnern und genau jenem zarten Biss, den ein perfekt gegarter Basmatireis haben sollte.
An diesem Mittag ist das Restaurant nur etwa zu einem Drittel besetzt. Entsprechend hält sich die Wartezeit angenehm in Grenzen, und sämtliche Speisen erreichen uns erfreulich heiß. Bei indischen Currys ist das zwar nicht ganz unwichtig, aber die eigentliche Wärmeentwicklung soll schließlich erst beim Essen einsetzen.
Mit den beiden Hauptgerichten und unseren zusätzlichen Beilagen haben wir uns eine recht üppige Auswahl zusammengestellt. Wir schaffen zwar alles, sind anschließend aber so angenehm und nachhaltig gesättigt, dass diesmal selbst ein Dessert keine Chance mehr bekommt. Der Geist wäre vielleicht noch neugierig gewesen, der Magen hatte seine Entscheidung allerdings bereits getroffen.
Als Getränk zum Essen wählen wir schlichtes stilles Tafelwasser. Ein Liter für 5,40 Euro – eine erfreulich moderate Preisgestaltung, die man in der Gastronomie inzwischen keineswegs mehr als selbstverständlich betrachten darf. Mancherorts wird Wasser mittlerweile schließlich beinahe wie ein edler Tropfen aus dem Weinkeller kalkuliert.
Fazit: Das Kashmir in Echterdingen hat seine anfänglichen Schwächen längst hinter sich gelassen. Die Küche präsentiert sich heute auf einem erfreulich hohen Niveau und erinnert uns wieder an jene Qualität, mit der uns die Familie Mehra einst in Leonberg für ihre indische Küche begeistert hat. Freundlicher, aufmerksamer Service, gepflegte Räumlichkeiten und eine Küche mit aromatischem Tiefgang machen den Besuch rundum erfreulich.
Die äußere Erscheinung mag wenig Appetit machen, doch bekanntlich sollte man weder ein Buch nach seinem Einband noch ein indisches Restaurant nach seiner Industriegebietsfassade beurteilen. Entscheidend ist, was aus den Töpfen kommt – und das kann sich hier wirklich schmecken lassen.