Besucht am 22.01.2017Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 184 EUR
Manchmal braucht es einen deutlichen Schnitt, um erfolgreich zu sein. Marc und Nadine Flogaus haben vor einigen Jahren ihr damals hochgelobtes „Flogaus“ gründlich umgekrempelt. Wir waren seinerzeit zwar nie dort, aber wenn ich es noch recht erinnere, war es ein ambitioniertes Restaurant mit ebensolcher Preisgestaltung, Mehrgang-Menü und eben dem, was es halt so braucht, wenn man die einschlägigen Restaurantführer beeindrucken und vielleicht auf einen Stern hinarbeiten will.
Ob es sich auf Dauer nicht gerechnet hat oder einfach nicht mehr das war, was die beiden in ihrem Restaurant machen wollten, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war downsizing angesagt. Rustikaleres, aber dennoch gemütliches Ambiente, blanke Tische, eine übersichtliche Karte mit einfacheren Gerichten, die im besten Sinne bürgerlich sind und abgespeckten Preisen.
Schlechter gekocht wird seitdem sicherlich nicht, nur eben anders. Und das wird auch vom Michelin anerkannt, der hier seinen Bib Gourmand verteilt, mit dem gute Qualität zu vernünftigem Preis auszeichnet wird.
Die beiden Male, die wir nun im umbenannten „Metzger & Marie“ waren, war es jedesmal ausgebucht. Herzlichen Glückwunsch kann man da nur sagen: Neukonzeption offensichtlich geglückt.
Die Gerichte auf der Karte werden wahlweise ihm, Metzger, oder ihr, Marie (beides wohl Spitznamen von Marc und Nadine Flogaus) zugeschrieben, wobei sie mehr für Fisch und vegetarisch und er fürs Fleischliche zuständig ist. Ein deutlicher österreichischer Einschlag ist unverkennbar.
Die Küche grüßt mit Laugenstangen, Butter und köstlichem Schinken und Leberwurst. Das ist originell und von ausgezeichneter Qualität.
Wir wählen zum Start Marie's Rote Garnele und Färöerlachs, was als Salat kommt, der gut angemacht ist und von einer Avocadocreme begleitet ist. Der Lachs ist geräuchert, die Garnelen kurz gebraten. Alles in allem ein ordentlicher Einstieg.
Metzger's Backhendl ist als Vorspeisenportion gedacht und daher auch gut zu bewältigen. Es kommen drei knusprig ausgebackene Stücke vom Stubenküken, saftig und makellos, dazu leckerer Kartoffelsalat und Remoulade. Nun bin ich etwas voreingenommen, was Remoulade angeht, weil ich meine eigene so wundervoll finde, dass es alle anderen einfach schwer haben. Und auch diese hier ist mir zu wenig kräutrig und insgesamt zu flach und mayonnaisig, aber die Backhendl-Stücke und der Salat machen das wett.
Im „Metzger & Marie“ werden, und das finde ich äußerst lobenswert, auch den Innereien angemessenen Platz eingeräumt. Wo sonst kann man regelmäßig auch Kutteln oder Kalbsbries bekommen? Einen Stammplatz auf der Karte, weil scheinbar eines der beliebtesten Gerichte hier, haben die Kalbsknochen, aus denen das Mark mit Schnittlauch gelöffelt wird und zu dem es nichts weiter als geröstetes Brot gibt. Das hat etwas archaisches, ist fettig, aber ungemein g'schmackig.
Im Hauptgang wird es erneut fleischig. Zum einen kommt eine stattliche Portion geschmorter Lammhaxe auf den Tisch, mit getrockneten Tomaten, Artischocken und Kartoffelpüree leicht mediterran angehaucht. In Summe aber ist dies ein rustikales Wohlfühlgericht, das gut zur kalten Jahreszeit passt.
Mein Cordon Bleu steht dem in nichts nach. Besonders erwähnenswert sind hier aber die ganz ausgezeichneten Beilagen, wobei neben den leckeren Speckkroketten vor allem das saure Karottenpüree herauszuheben ist. Hier war ich beim Lesen der Karte erst skeptisch, aber tatsächlich schmeckt das stückige und in der Tat säuerliche Püree ganz fabelhaft. Den Kniff geben hier gepickelte Karotten und Reisessig, wie wir auf Nachfrage erfahren.
Nach so viel Fleisch reicht es nur noch für ein Dessert zum Teilen. Der Bananensplit kommt in dekonstruierter, aber nicht wirklich schlankerer Form im Glas. Mascarpone tut hier einen ordentlichen Dienst, um das Bananenkompott bloß nicht zu gesund wirken zu lassen. Das ist schon eine recht mächtige Angelegenheit, der wir dringend mit einigen der ausgezeichneten Obstbrände zu Leibe rücken müssen.
Die Weinkarte listet einige interessante deutsche und österreichische Weine und bei den offenen Weinen verfährt man so, dass die Flasche auf dem Tisch gelassen wird und anschließend nach Verbrauch abgewogen und abgerechnet wird. Gefährlich, weil man meistens doch mehr nimmt, als man will, aber unterm Strich auf jeden Fall fair berechnet.
Dass das „Metzger & Marie“ auch sonntags geöffnet hat, ist ein weiterer Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist, weil die Auswahl da in Köln doch überschaubar ist. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn man an so einem Abend das ein oder andere bekannte Gesicht an anderen Tischen erblickt.
Und wer vom Metzger & Marie auch etwas mit nach Hause nehmen will, kann speziell dafür konzipierte Gerichte auch im Weckglas erstehen. Nicht die schlechteste Idee.
Manchmal braucht es einen deutlichen Schnitt, um erfolgreich zu sein. Marc und Nadine Flogaus haben vor einigen Jahren ihr damals hochgelobtes „Flogaus“ gründlich umgekrempelt. Wir waren seinerzeit zwar nie dort, aber wenn ich es noch recht erinnere, war es ein ambitioniertes Restaurant mit ebensolcher Preisgestaltung, Mehrgang-Menü und eben dem, was es halt so braucht, wenn man die einschlägigen Restaurantführer beeindrucken und vielleicht auf einen Stern hinarbeiten will.
Ob es sich auf Dauer nicht gerechnet hat oder einfach nicht mehr das war,... mehr lesen
4.0 stars -
"Rustikale Küche mit Pfiff" tischnotizenManchmal braucht es einen deutlichen Schnitt, um erfolgreich zu sein. Marc und Nadine Flogaus haben vor einigen Jahren ihr damals hochgelobtes „Flogaus“ gründlich umgekrempelt. Wir waren seinerzeit zwar nie dort, aber wenn ich es noch recht erinnere, war es ein ambitioniertes Restaurant mit ebensolcher Preisgestaltung, Mehrgang-Menü und eben dem, was es halt so braucht, wenn man die einschlägigen Restaurantführer beeindrucken und vielleicht auf einen Stern hinarbeiten will.
Ob es sich auf Dauer nicht gerechnet hat oder einfach nicht mehr das war,
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Geschrieben am 25.01.2017 2017-01-25| Aktualisiert am
25.01.2017
Besucht am 04.11.2016Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 77 EUR
Im traurigen Monat November war's, ... da reist ich nach Kölle hinüber. Und zwar wie jedes Jahr für zwei Nächte. Hatte ich am ersten Abend im Taku (wunderbar umsorgt von der ganzen Crew im Allgemeinen und einer außergewöhnlich reizenden Dame im Besonderen!) asiatisch beeinflusste Sterneküche genossen, stand mir nun der Sinn nach "einfacherer" Küche. Ich ließ also das Ox & Klee links (eigentlich ja rechts) liegen und schlenderte vom Schokoladenmuseum kommend im schon recht kalten Wind den Rhein aufwärts. Die Kranhäuser an der hippen Vorzeigepromenade durchschritt ich noch im Hellen, doch nach und nach gingen die Lichter an und ließen mich einen Blick in die vielerorts offenen Küchen werfen, in denen die letzten Vorbereitungen für das Abendgeschäft liefen. Nach langem Abwägen vor den erfreulicherweise überall auch außen angebrachten Speisekarten (und ständig größer werdendem Appetit) entschied ich mich, kulinarisch mal wieder nach Hellas zu reisen. Besonders die kreativ klingenden Meze hatten hier den Ausschlag gegeben.
Um einen hier mitunter verwendeten Begriff zu bemühen: Nein, das Limani ist sicher kein Blau-Weiß-Grieche.
Im Gegenteil. Im langgezogenen Gastraum geben die bodentiefen Fenster den Weg zur Terrasse und die Sicht auf den Schicksalsstrom frei. Der Raum scheint auf den ersten Blick in Brauntönen zu ertrinken
Aber mit dem zweiten sieht man das stimmige Konzept besser. Auf dem warmen Parkett stehen am Fenster dunkles Holzstühle. Auf der Raumseite Eames-Sessel, die mit ungewöhnlichem, hochwertigem Stoff bezogen sind. Zudem nicht nur stilvoll, sondern auch bequem. Über der langen Lederbank mit einzelnen Kissen eine große Wand aus Naturstein-Riemchen, die an mehreren Stellen im Raum zitiert wird. Weiter oben ein Flaschenregal mit indirekter Beleuchtung und kleinen LED. Kleinere Lichtkuben schaffen ein warmes, loungiges Licht. Dazu genau die passende Musik. Die gegenüber liegende Wand nur hell getüncht. Die Stirnseite komplett mit einem bronzenen Prägedruck bedeckt - für mich der Hingucker. Einzelne Fotografien, natürlich in Sepiabraun. Hier wird nicht gekleckert, sondern ein optisches Statement abgegeben. Auf der Höhe des Jahrzehnts, ohne die gelegentliche Kühle moderner Konzepte.
Auf den Holztischen keine Decken, aber hübsch drapierte weiße Stoffservietten. Ein Wein- und ein hohes Wasserglas. Nur einmal Besteck, Teelicht im dicken Glas"Aschenbecher" eine niedrige Topfrose, Brotteller, Pfeffermühle und ein griechisches P.D.O.-Olivenöl
Ganz schön was los auf den nicht sonderlich großen Möbeln, die an der Wand sehr eng stehen. Im Raum ist es nur etwas besser, aber die hier sicherlich augentränend hohe Pacht will verdient sein.
Ich darf mir als einer der ersten Gäste des Abends einen der wenigen nicht reservierten Tische aussuchen und wähle bewusst einen Platz in der Nähe der Küche. Zum einen, weil man dort immer Zugriff auf das vorbei eilende Personal hat. Und zum anderen, weil es meist das eine oder andere zu hören oder zu sehen gibt. Die wohl situierten Pärchen oder Freundinnengruppen schienen mir da weniger unterhaltsam.
Die beiden vollbärtigen Herrn im Service waren viel freundlicher, professioneller und bemühter, meine Wünsche zu erfüllen, als ihr etwas hipstereskes Äußeres nach meinem Vorurteil hätte erwarten lassen. Mehrere griechische Weine wurden mir sowohl passend empfohlen, als auch zum Probieren angeboten, überzeugt hat mich aber schließlich keiner. Aufmerksam serviert und zur rechten Zeit nach der Zufriedenheit gefragt. Meine Fragen wurden offenbar als anspornend, nicht als nervig empfunden. Es wurde bedauert, dass der Chef nicht anwesend sei (um mich hinaus zu werfen?), um besser Auskunft zu geben. Notfalls auch das Internet bemüht. Und zum unbekannten Käse wurde der Koch an den Tisch gebeten, der mir ebenfalls bereitwillig antwortete.
Ein junger, engagierter, fachlich nicht zu beanstandender Service, dessen Lockerheit hier gut passt und niemals kumpelhaft wurde. Sehr angenehm.
Für den ersten Hunger wurde knuspriges Weißbrot gereicht, das mit dem Olivenöl und einigen Salzflocken krachend mundete. Dazu nicht der aus Hannover stets empfohlene Rote, sondern ein Port rosé (4,9€) aus der Quinta do Tedo, der einen Tick kühler hätte sein dürfen. Die Flasche Selters schlug mit 6,5€ zu Buche.
Aus der abwechslungsreichen Meze-Karte wählte ich Wintergemüse mit gerösteten Pinienkernen (6,8€) sowie Stifado mit Kaninchen für einen Euro mehr. Den gefüllten, frittierten Schafskäse von der Tageskarte verschmähte ich als zu mächtig.
Nicht vorübergehen lassen konnte ich dagegen das Angebot Filet vom Txogitxu mit Kartoffelgratin (32€).
Bis auf das Wasser erwiesen sich Preise als angemessen bis günstig.
Beide Vorspeisen überzeugten.
Stielkohl und Rübchen waren bissfest und angenehm saftig, kräftig mit Zitrone und (grenzwertig) viel Olivenöl abgeschmeckt Wintergemüse
und mit einer vernehmlichen, aber nicht unangenehmen Knoblauchnote versehen. Das kontrastierte gut zu den leichten Bittertönen des Gemüses. An den angerösteten Pinienkerne war nicht gespart worden. Guter vegetarischer Auftakt.
Das Kaninchenfleisch der zweiten Vorspeise konnte voll mithalten, zart, weich, saftig, kein bißchen trocken
Die typischen Perlzwiebeln hatten noch Biss. Endlich mal nicht zu ängstlich verwendete Gewürze - Pfeffer, Lorbeer, Zimt - sorgten für eine gleichzeitig pikante wie süße Geschmackswelt, die Fleisch und Zwiebel noch genug Platz ließ. Auch wenn ich nicht häufig beim Griechen einkehre, meine ich doch: Ein hervorragendes kleines Stifado-Gericht!
Auch das Hauptgericht war fast perfekt. Das schon mit Pfeffer und Salzflocken servierte Fleisch war sehr dunkel, mürbe und schmeckte typisch nach Fett
Der gewünschte Gargrad war genau eingehalten. Ein Genuss für Fleischliebhaber, wobei der Streit um das "beste" Fleisch müßig ist. Entscheidend ist doch, ob das gerade vor einem stehende Gericht glücklich macht!
Das Gratin war angenehm weich und schön gebräunt. Mir war es etwas zu "kartoffelig", will heißen, etwas Sahne oder gar Béchamel-Sauce hätten es nicht schlechter gemacht. Gegen die Bohnen war nichts zu sagen und über die Kräuterschnipsel schaute ich milde gestimmt hinweg.
Eigentlich wäre jetzt Schluss gewesen. Aber etwas Käse mit (dem unvermeidlichen) Feigensenf zum Abschluss geht ja immer (10,5€). Zumal mich das frittierte Angebot schließlich doch reizte. Ich bekam eine zusätzliche Probierportion für gastfreundliche 2€.
Die Präsentation war etwas phantasievoller als der übliche Geometriegrundkurs
auch die Nüsse machten zerstoßen machten gleich mehr her. (Vermutlich gehöre ich zu den von Vincent Klink Geschmähten, die mit den Augen essen...) Der mir bislang unbekannt gewesene Graviera war eine mit Rauke gefüllte und dann eingerollte flache Platte ohne besonders viel Eigengeschmack zumindest für Schafsmilch
Vermutlich in der Pfanne ausgebacken und dadurch außen leicht knusprig, innen weich. Durch das Grünzeug und mit Honig nicht schlecht. Kann man mal machen. Allerdings nichts zum Abnehmen...
Dazu einen Vin Santo (6,5€), der schon stark oxydiert war, da fehlte Frische. Trotzdem, wenn schon mal die Gelegenheit besteht, ein "Original" zu trinken... (Aus der Abteilung Besserwisser: Die Bezeichnung dürfte ursprünglich eher auf die Herkunft von der Insel Santorin verweisen, als auf etwas Heiliges.)
Ich wurde herzlich verabschiedet und schritt frohen Sinnes wieder Richtung Heumarkt. Die Lichter an Vater Rheins Gestaden leuchteten mir den Weg und ich dachte zufrieden:
Das war ein angenehmer Abend, bei dem alles stimmte. Gerne wieder!
Im traurigen Monat November war's, ... da reist ich nach Kölle hinüber. Und zwar wie jedes Jahr für zwei Nächte. Hatte ich am ersten Abend im Taku (wunderbar umsorgt von der ganzen Crew im Allgemeinen und einer außergewöhnlich reizenden Dame im Besonderen!) asiatisch beeinflusste Sterneküche genossen, stand mir nun der Sinn nach "einfacherer" Küche. Ich ließ also das Ox & Klee links (eigentlich ja rechts) liegen und schlenderte vom Schokoladenmuseum kommend im schon recht kalten Wind den Rhein aufwärts. Die... mehr lesen
4.0 stars -
"Gehobene (nicht nur) griechische Küche in stimmigem Ambiente. Klare Empfehlung!" DerBorgfelderIm traurigen Monat November war's, ... da reist ich nach Kölle hinüber. Und zwar wie jedes Jahr für zwei Nächte. Hatte ich am ersten Abend im Taku (wunderbar umsorgt von der ganzen Crew im Allgemeinen und einer außergewöhnlich reizenden Dame im Besonderen!) asiatisch beeinflusste Sterneküche genossen, stand mir nun der Sinn nach "einfacherer" Küche. Ich ließ also das Ox & Klee links (eigentlich ja rechts) liegen und schlenderte vom Schokoladenmuseum kommend im schon recht kalten Wind den Rhein aufwärts. Die
Geschrieben am 24.01.2017 2017-01-24| Aktualisiert am
24.01.2017
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Kölner Weinkeller
Besucht am 23.01.2017Rechnungsbetrag: 69 EUR
Als Mitglied im YouDinner-Club bekomme ich Hinweise auf alle Veranstaltungen. Mit großer Freude habe ich mich zu einer Weinprobe in Köln angemeldet.
Der Kölner Weinkeller an der Stollberger Straße in Köln-Braunsfeld feierte gerade sein 80-jähriges Bestehen. In dem Kellergewölbe lagern bei etwa 18 Grad mehr als 200.000 Flaschen von insgesamt rund 6500 Weingütern.
Auf den ersten Blick wirkt der Kölner Weinkeller im Hinterhof in einem Industriegebiet unweit der Rewe-Unternehmenszentrale eher unscheinbar.
1937 eröffnete der Einzelhändler Cornelius Stüssgen seinen Weinkeller. Er wurde aus Stahlbeton gebaut und später mit Ziegelsteinen zum Kellergewölbe ausgebaut. Bis in die 80er Jahre wurde dort tatsächlich einfacher Supermarkt-Wein für die Stüssgen-Märkte abgefüllt. Es war also eher ein Fasslager und kein Verkaufsraum.
Dann übernahm Rewe die Filialen und der Weinkeller wurde zuerst ein Getränkemarkt.
Aber 1992 wurden die Räume, die sich unterirdisch über 100 Meter Länge auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern erstrecken, renoviert.
Heute ist es einer der größten Wein-Fachmärkte in Deutschland. Zusätzlich werden hier Veranstaltungen rund um Essen und Trinken durchgeführt.
Ambiente
Ein besonderer Teil des Weinkellers ist die Schatzkammer: Hinter einer schmiedeeisernen Gittertüre sieht man einen langer Holztisch mit Sitzen und Regale voller Wein-Raritäten. Der Raum wird nur besondere Anlässe geöffnet.
Vor Jahren war ich bereits bei Führungen und Weinproben Im Kölner Weinkeller. Und von Zeit zu Zeit kaufe ich dort auch aus dem großen Sortiment etwas ein. Schon ein Rundgang durch die Bestände lässt das Herz eines Weinfreundes höher schlagen. Die Mitarbeiter haben mir jeweils wertvolle Tipps geben können und passende Getränke vorgeschlagen.
YouDinner hätte also für seine Weinprobe mit Marco Franzelin, der zur Zeit als Chef-Sommelier im Restaurant Vendome *** in Bergisch Gladbach arbeitet, keinen schöneren Ort aussuchen können.
Der gebürtige Österreicher (mit deutschen Wurzeln) stellt uns dabei Weine aus seiner Heimat vor.
Service
Marco Franzelin habe ich bei Besuchen im Vendome als großartigen Weinberater und umsichtigen Servicemitarbeiter erleben können. Seine Vorschläge zu der Speisebegleitung waren stets Volltreffer für mich. Aber als Gast wird man von ihm niemals belehrt, was passend ist. Er bietet gerne auch Alternativen an oder erfüllt die Wünsche des Besuchers: Wein soll Spaß machen ist sein Credo.
Catharina Boll und Miguel Calero, die als Gastgeber von YouDinner stets dabei sind, haben früher auch im Vendome gearbeitet. Ihren Arbeitsplatz haben sie gewechselt, aber ihre Kompetenz, Umsicht und Freundlichkeit haben sie behalten.
Das Thema
SPITZENTYP | SPITZENWEIN | SPITZENORT - ÖSTERREICHISCHE WEINPROBE MIT DEUTSCHLANDS SOMMELIER DES JAHRES IN DER SCHATZKAMMER
Das Programm
Meet & Greet: Ein persönlicher Abend mit dem Spitzensommelier Marco Franzelin
Einführung in die Welt der österreichischen Weine in 5 besonderen Flights
Zünftige Wurst- und Käsespezialitäten
Weinprobe in der Schatzkammer des Kölner Weinkellers
Die verkosteten Weine
Alle Produkte sind im Kölner Weinkeller zu erwerben und gehören zur Kollektion des Hauses.
Marco Franzelin hatte seine Verkostung in sechs Schritte geteilt.
0. Begrüßung
2015 Gelber Muskateller Steirische Klassik - Tement (13,90 €)
Frische Aromen nach Holunder, Limetten und süßen Trauben. Der Geschmack feinwürzig und sehr saftig mit sortentypischer Feinsäurigkeit im Ausklang.
Diese Rebsorte war früher nur für seine süßen Exemplare bekannt. Hier handelte es sich aber um einen trockenen Ausbau. Mit seinen 11,5 % wirkt er auch nicht zu schwer. Marco Franzelin wählte ihn, weil er gut gekühlt erfrischt und einen guten Einstieg in den Abend ermöglicht. In Österreich wird diese Art gerne jung getrunken, weil er dann seine Stärken am besten zeigt.
Dieser war noch von 2015 wusste aber noch gut zu überzeugen.
I. DAC – Was bedeutet das ?
Die Bezeichnung DAC wird von regionalen Weinkomitees an jene Weine vergeben, die ihre Herkunftsregion in unverkennbarer Weise repräsentieren. Im Jahr 2002 wurde mit der Einführung des Appellationssystems DAC (Districtus Austriae Controllatus) in Österreichs Weinhierarchie erstmals die Herkunft über die Rebsorte gestellt. Ziel ist es, typische Weine einer Region unter einer gemeinsamen Marke zusammenzufassen und damit größere Weinmengen mit einer zuordenbaren Stilistik zu schaffen.
Marco Franzelin erläuterte die Entstehung und verwies auch darauf, dass man gut daran tut sich den Winzer und seine Lagen genau anzusehen, aber zumindest sind es grobe Orientierungen.
2016 Wiener Gemischter Satz - Fritz Wieninger (12,90 €)
Der Wiener Gemischter Satz ist ein Klassiker. Traditionell pflanzten die Winzer bis zu 20 verschiedene Rebsorten in einem Weinberg an. Dadurch konnten sie Jahrgangsschwankungen ausgleichen.
Der Wein ist duftig und frisch, am Gaumen elegant und süffig mit einer lebendigen Säurestruktur.
Weil hier der Winzer einigen Spielraum hat, meinte Marco Franzelin, dass es sich lohnt genau hinzusehen; denn die Zusammensetzung hat große Auswirkungen auf das Gesamtergebnis.
Anders als bei einer Cuvee werden die Reben nämlich gemeinsam verarbeitet. Der größte Sortenanteil darf nicht höher als 50 % sein und es müssen mindestens drei sein. Unter anderen werden verwendet: Grüner Veltliner, Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Neuburger, Gewürztraminer, Rosenmuskateller, Jubiläumsrebe, Österreichisch Weiß.
2015 Riesling Langenlois - Fred Loimer (11,00 €)
Die Kamptal DAC hat zwei Paradesorten: Grüner Veltliner und Riesling. Er ist geradlinig, offenbart Pfirsich- und Grapefruitnoten sowie eine feine Kräuterwürze.
Mir hat der Riesling besser gemundet – aber in der Runde gab es auch andere Meinungen. Wenn man an einer Tafel sitzt hat man gute Gelegenheit sich mit dem linken und rechten Nachbarn und dem Gegenüber darüber auszutauschen. Und das geschah aus ausgiebig – nach den Ausführungen des Sommeliers.
2015 Grüner Veltliner Loiserberg - Fred Loimer (15,90 €)
Dem Loiser Berg spürt man seinem sonnigen Jahrgang an: Er hat einen vollen Körper, feinen Schmelz und ist geprägt von reifem Kernobst. Die typisch würzige Art des Grünen Veltliners hat Loimer gut abgebildet.
Mir war die Säure etwas zu stark betont; doch seine Ecken und Kanten forderten damit meinen Gaumen heraus.
2013 Grüner Veltliner Mühlpoint Smaragd - Leo Alzinger (19,90 €)
Facetenreicher Grüner Veltliner vom Vorzeigewinzer aus der Wachau. Grapefruit und Blütenhonig geben sich die Ehre. Frische Birnenfrüchte, leicht kräutiger Abgang.
Smaragd ist eine Marke, die für die höchste Qualitätsstufe von Weinen der Vinea Wachau-Winzer steht. Der Name stammt nicht vom Edelstein ab, sondern von der Smaragdeidechse, die in den Wachauer Weinbergterrassen häufig zu finden ist und zum Symbol für diesen Wein wurde. Die Bezeichnung ist geschützt.
In der Wachau sind die Alkoholgrade meist höher, weil die Reben oft voll- oder sogar überreif geerntet werden. Dadurch wirkt der Wein runder und auch etwas cremiger. Mir schmeckte das besser. Aber Marco Franzelin bemerkte dazu, dass er leichtere Weine bevorzuge, weil sie mehr Lust auf mehr haben; die schwereren Exemplare schmecken vollmundig, sättigen aber auch schneller.
Das Lehrbuch sagt über den Zweigelt: „bevorzugt nicht allzu schwere, humusreichere Böden”. Und dort, wo er auf rot-schottrigem Boden steht, läuft er gelegentlich zu Höchstleistungen auf. Im Weingut Heinrich ist es die flächenmäßig verbreitetste Sorte.
Mittleres Violettrubin, Duft nach Kirschen und Veilchen, am Gaumen begleitet von Lakritze und Schokolade.
Marco Franzelin bemerkte, dass diese Rebsorte recht ertragreich sein kann und dann zu einfachen Weinen führt – ähnlich wie in Deutschland Portugieser oder Barbera in Italien.
Bei einer Mengenbeschränkung sind die Weine aber oft recht dicht und komplex.
Der Zweigelt von Heinrich hat mir gut zugesagt.
2013 Cuvee vom Berg - Muhr-van der Niepoort (13,50 €)
Für die Cuvée vom Berg verwendet das Weingut Muhr- van der Niepoort Syrahtrauben von jenen Stellen am Spitzerberg, die dank etwas tiefgründigerer Böden ein wenig mehr Wasser speichern können und daher sehr fruchtbetonte, würzige Weine hervorbringen. Diese vermählt Dorli Muhr mit dem ebenfalls sehr fruchtigen St. Laurent.
Mir war der Wein etwas zu eckig und die leichten Bittertöne störten mich etwas. Aber der Sommelier meinte, dass bei längerer Lagerung sich diese Effekte abschwächen und ebenfalls ein komplexer Wein mit Pfeffernoten neben der Fruchtaromatik deutlicher werden.
Gernot Heinrich ist berühmt für seine Blaufränkisch-Kreationen. Diese Rebsorte hat in Österreich das Potential zu ganz großen Weinen. Sie erinnern in der Farbe an Nebbiolo aus Italien und auch im Geschmack sind oft kräftig.
Das Gut Heinrich verfolgt verstärkt den bilogischen Anbau. Die Originalität des Terroirs soll dadurch noch stärker zum Ausdruck kommen. Zunächst verzichtete man auf Pestizide und seit 2006 arbeitet Gernot Heinrich komplett biodynamisch.
Ich habe die Weine von Heinrich stets geschätzt: sein Pannobile, Gabarinza oder gar Salzberg sind für mich Referenzweine für das Gebiet am Neusiedlersee.
Hier spürte ich Bittertöne, Waldboden, Trüffelnoten oder gar Ponyhof. Wenn der Wein etwas länger im Glas stand, nahmen diese Eindrücke nach und nach ab. Doch Begeisterung klingt anders.
2012 Pinot Noir Reserve - Gerhard Markowitsch (32,50 €)
Einst war Carnuntum Hauptstadt der römischen Provinz Oberpannonien. Die mit Wein gefüllten Amphoren sind heute Barriques gewichen, in den modernen Weinkellern selbstbewusster Winzer. Gerhard Markowitsch ist einer von ihnen, ein geborener "Allrounder". Er ist ehrgeizig, konsequent in seiner Arbeit und dennoch mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität. Es macht ihm Spaß, verschiedene Rebsorten und unterschiedliche Stile zu vinifizieren.
Für mich war dieser Wein geschmeidig und rund. Marco Franzelin erläuterte, dass hier das Holz des Barrique vorbildlich eingebunden wurde. Für mich der beste Wein bei den Roten des Abends. V: Respektgruppe!
respekt-BIODYN ist ein Verein, dem 19 Weingüter aus Österreich, Deutschland, Italien und Ungarn angehören. Der Vereinssitz ist in Österreich.
respekt-BIODYN, das bedeutet Menschen, die sich dem Ziel verschrieben haben mit biodynamischen Methoden Wein von höchster Qualität zu erzeugen.
Mit der Aufnahme der deutschen VDP-Winzer Clemens Busch, Steffen Christmann, Hansjörg Rebholz und Philipp Wittmann im Jahr 2015 etabliert sich respekt-BIODYN neben Demeter und Biodyvin als weitere wichtige Kraft im biodynamischen Weinbau. Runde 5: Neuburger Freyheit
2015 Neuburger Freyheit - Gernot Heinrich (19,90 €)
Gernot Heinrich erzeugt mit der Freyheit Serie einen extremen Wein. Frei von Regeln und Zwängen sind Wein und Winzer: Heinrich nennt es vinophilen Expressionismus.
Mit dem Neuburger Freyheit verhilft er der seltenen, autochthonen Rebsorte ins Rampenlicht. Die Trauben werden nicht entrappt, bleiben 24 Stunden auf der Maische, vergären spontan, reifen im großen Eichenfass auf der Hefe, bleiben unfiltriert und ungeschwefelt. Freie Entfaltung ist also angesagt.
Ein Wein-Original für experimentierfreudige Weintrinker.
So nennen es die Anhänger dieser Richtung; andere Kritiker sind nicht so angetan:
Naturweine, auch „Orange Wines“ genannt, sind in aller Munde, duften aber nach Schnaps und alter Suppe und entpuppen sich meist als untrinkbar. Dabei sollen sie verblüffen und nicht verstören.
Marco Franzelin hält sich da mit Wertungen zurück. Der Wein wurde wie ein Rotwein zubereitet und dann nur wenig weiter verarbeitet.
Er meinte zum Ergebnis, dass es sicher Speisen gibt, die dazu gut passen. Eine ganze Flasche aus Spaß am Abend zu trinken, hält er für gewagt. Aber wer solche Weine verkosten möchte, kann sie bei ihm im Restaurant Vendome bekommen; denn sie werden im Keller vorgehalten.
Mich hat der Wein im Glas verschreckt: Er sieht trübe aus, unfertig, wie Most. Der Geruch erinnerte mich sofort an Feuerstein. Der Geschmack war dann gar nicht so schlimm, wie befürchtet: hefig und mostig - aber brauche ich das?
Mir fiel gleich ein: Aus Neugier habe ich einmal vor einiger Zeit eine Flasche Grüner Veltliner Qvevre gekauft. Es ist Amphorenwein aus Österreich. Der Winzer grub die Gefäße in den Löß am Wagram ein. Er hatte sie mit ausgewählten Beeren gefüllt und dann sich selbst überlassen. Das Ergebnis war ein Wein in sehr puristischen Form. Nach dem Öffnen soll er Luft bekommen, um sich richtig zu zeigen. - Ich werde von Bernhard Ott weiterhin seine normalen Weine verkosten. Für die Spezialität bin ich (noch) nicht zu haben.
2011 Riesling Steinmassl - Fred Loimer (0,75 l – 29,00 € - 1,5 l - 65,00 € - Doppelmagnum – 130,00 €)
Der Steinmassl Riesling von Fred Loimer erfreut zunächst die Nase mit Aromen von Weinbergspfirsich, Orangeblüten, Ananas und Kumquat. Am Gaumen zeigt er eine lebendige Säure, eine Saftigkeit und einen langen Abgang: es bleibt sicher nicht beim ersten Glas.
Wie der Name schon andeutet ist die Lage – in Österreich Ried genannt - Steinmassl reich an Steinen. Diese sind ausgezeichnete Wärmespeicher und lassen die Rieslingtrauben bestens ausreifen.
Er nennt diesen Wein – wie in Deutschland bei Spitzenprodukten – erste Lage.
Marco Franzelin öffnete eine Doppelmagnum (3 Liter). Er meinte, dass dieser Wein ein würdiger Abschluss sei – und so war es denn auch. Gerne nahmen die Teilnehmer davon noch ein weiteres Gläschen.
Vor Jahren hatte mir schon ein Mitarbeiter des Kölner Weinkellers die Weine von Loimer empfohlen. Nach einer kleinen Probe an der Theke waren für mich Langenlois Spiegel Grüner Veltliner und Steinmassl Riesling meine Lieblingslagen. Das wurde heute wieder bestätigt.
Fazit 5 - unbedingt wieder: Der Kölner Weinkeller feiert seinen Geburtstag zum Beispiel mit seiner Hausmesse am 20. Mai. 2017 von 11:00 - 16:00 Uhr (eine Eintrittskarten habe ich schon erworben).
Auch die nächsten YouDinner-Veranstaltungen, die ich gerne besuchen möchte, stehen schon auf meiner Liste.
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“) Datum des Besuchs: 23. Januar 2017 – abends
Als Mitglied im YouDinner-Club bekomme ich Hinweise auf alle Veranstaltungen. Mit großer Freude habe ich mich zu einer Weinprobe in Köln angemeldet.
Der Kölner Weinkeller an der Stollberger Straße in Köln-Braunsfeld feierte gerade sein 80-jähriges Bestehen. In dem Kellergewölbe lagern bei etwa 18 Grad mehr als 200.000 Flaschen von insgesamt rund 6500 Weingütern.
Auf den ersten Blick wirkt der Kölner Weinkeller im Hinterhof in einem Industriegebiet unweit der Rewe-Unternehmenszentrale eher unscheinbar.
Eine kleine Treppe führt in den Eingangsbereich.
Mit einem großen... mehr lesen
Kölner Weinkeller
Kölner Weinkeller€-€€€Catering, Weinkeller, Eventlocation02211397280Stolberger Str. 92, 50933 Köln
5.0 stars -
"Eine Reise in die Welt der österreichischen Weine" kgsbusAls Mitglied im YouDinner-Club bekomme ich Hinweise auf alle Veranstaltungen. Mit großer Freude habe ich mich zu einer Weinprobe in Köln angemeldet.
Der Kölner Weinkeller an der Stollberger Straße in Köln-Braunsfeld feierte gerade sein 80-jähriges Bestehen. In dem Kellergewölbe lagern bei etwa 18 Grad mehr als 200.000 Flaschen von insgesamt rund 6500 Weingütern.
Auf den ersten Blick wirkt der Kölner Weinkeller im Hinterhof in einem Industriegebiet unweit der Rewe-Unternehmenszentrale eher unscheinbar.
Eine kleine Treppe führt in den Eingangsbereich.
Mit einem großen
Geschrieben am 17.01.2017 2017-01-17| Aktualisiert am
17.01.2017
Besucht am 16.01.2017
Kurz vor Weihnachten erhielt ich eine Einladung: SOUL WINES – Douro Portugal lädt mit seinen Winzern und exzellenten Weinen zur Neujahrsverkostung ein.
In Köln wurde die Veranstaltung von der Agentur Simone Tilgert pst public relations durchgeführt.
Drei Dinge, die einen informativen und genüsslichen Nachmittag garantieren, kamen da zusammen: Simone Tilgert ist eine Expertin für Weinevents, das Excelsior Hotel Ernst als Luxushotel am Dom ein herrlicher Ort und natürlich die Weine aus Portugal ein Genuss. Ambiente
Das Fünf-Sterne Hotel befindet sich seit 1863 in Familienbesitz. Als einziges Mitglied der Leading Hotel of the World in Köln bietet es mit seinen 137 Zimmern und Suiten außergewöhnlichen Komfort und besten Service. Es befindet sich im absoluten Zentrum der Stadt am Hauptbahnhof und direkt gegenüber dem Dom.
Im Hause sind das Sternerestaurant „taku“ und die Hanse-Stube.
An der Rezeption wurde mir der Weg zur Weinprobe gezeigt und eine Servicekraft begleitete mich dorthin. Es ging an der eleganten Hausbar vorbei zu einer Garderobe.
Im Vorraum geschah die Anmeldung zum Seminar und zur Veranstaltung. Ich erhielt den Prospekt mit allen Weinen (in Englisch abgefasst). Und schon konnte ich den Raum mit den 15 Stationen der Weinproduzenten betreten.
Sauberkeit
Das Haus wird in diesem Bereich mit Leichtigkeit allen Ansprüchen gerecht.
Sanitär
Da muss man in den Keller steigen (ob es auch einen Aufzug gibt habe ich nicht bemerkt). Auch hier sind alle Bereichte gut gepflegt.
Service
Alle Mitarbeiter des Hauses, der Agentur und die Winzerinnen und Winzer waren sehr freundlich und hilfsbereit.
Frische Weingläser standen in großer Zahl bereit. Ein Griff und schon konnte die Verkostung losgehen. Die Damen und Herren an den Ständen schenkten die Proben ein. Sie sprachen überwiegend Englisch und waren recht kommunikativ. Aber es stand auch eine kompetente Dolmetscherin bereit. Auch Frau Tilgert und ihr Team sorgten für die Gäste. Neben der Tischpräsentation gab es auch noch einen Wine Walk – einen Verkostungsrundgang - zu ausgesuchten Winzern und Weinen mit Axel Biesler. Er ist gelernter Winzer und Sommelier. Er lebt, trinkt und schreibt in Köln und veröffentlicht unter anderem in WeinWisser, Effilee, Vinum und Zeo2.
Weine
Die Weinregion Douro im Norden Portugals gehört wegen seiner spektakulären Weinterrassen mit Böden aus Schiefer und Granit zum Weltkulturerbe der UNESCO (seit 2001).
Diese wunderschöne wildromantische Region bringt einzigartige charaktervolle Weine hervor, die international langsam aber zunehmend Aufmerksamkeit erregen.
Das seit jeher bekannte Portwein-Anbaugebiet östlich von Porto am Douro-Fluss kann aber noch mehr. Mittlerweile kommen aus dem Douro auch zunehmend klassische Rotweine von beachtlicher Qualität, etwas tanninärmer und säurebetonter als aus anderen Regionen. Auch Weißweine und Roses gehören zum Portfolio.
Die enorme Menge an autochthonen Rebsorten macht Portugal besonders attraktiv. Man hat hier bisher nicht auf die weltweiten Sorten wie Merlot oder Cabernet gesetzt. Ja, die Vielfalt ist so groß, dass viele Arten noch gar nicht erfasst sind.
Manche Winzer vermuten, dass auf ihrem Gut bis zu 80 oder mehr verschiedene Arten wachsen. Sie kreieren Weine mit der Bezeichnung „Old Vines“ oder “Vinho Velhas”. Diese Weine stammen aus alten Anpflanzungen, bei denen die Rebsorten kreuz und quer unsortiert im Weinberg stehen. Sie werden im gemischten Satz einfach verarbeitet. Aber es gibt auch Cuvee-Weine.
Früher lieferten viele Winzer auch ihre Ernte einfach bei den großen Herstellern ab. Doch nun möchte man auch selbst vermarkten. Die Erzeugung von Tafel-/Stilllwein wird erst seit ca. 20 Jahren ernsthaft verfolgt. Insofern steckt diese Region noch in der Entwicklungsphase. Doch die Ergebnisse sind recht hoffnungsvoll.
Dafür war diese Messe eben auch gedacht: Die Bekanntheit steigern. Deshalb waren die Gäste auch bunt gemischt. Gastronomen, Händler und Sommeliers (erkannt habe ich Thomas Sommer, früher Schloss Lerbach – heute Weinberater und Marco Franzelin, Vendome) waren dabei, aber eben auch Blogger, Gastrokritiker oder Journalisten.
Sicher gibt es bereits einige Stars in diesem Gebiet: zum Beispiel Pintas (Sandra Tavares) oder Dirk Niepoorts Produkte (Batuta etc.), die schon recht hochpreisig daher kommen und sich trotzdem auf dem Getränkekarten von Restaurants finden.
Aber viele Betriebe sind jung und noch wenig bekannt.
Die Winzer wollen den Spagat schaffen: Die Eigenarten der Region erhalten, aber auch internationale Interessenten ansprechen.
Gerade einige Weißweine sind mitunter recht trocken und andere Rote etwas kantig: eben gewöhnungsbedürftig.
Da ich von ziemlich trocken bis recht süß für viele Geschmacksrichtungen offen bin, habe ich davor keine Bedenken.
Axel Biesler startete bei „Vale da Veiga“ mit White old Vines 2015. Also einem gemischten Satz. 12,5 % Alkohol und 5,3g Restsüße. Also recht trocken, aber noch angenehm am Gaumen; frisch und leicht fruchtig.
Der nächste Halt war bei „Odisseia“ (hier ist ein französischer Winemaker am Start). Sein White Douro 2015 ist eine Cuvee aus Viosinho, Rabigato und Codega im Stahltank ausgebaut. 13,5% und 5,8g Restsüße. Er wirkt auf mich etwas kräftiger und aromatischer als der andere Weißwein. Gut gekühlt kann ich sie mir zu Vorspeisen gut vorstellen.
Der Odisseia Red 2013 besteht aus Touriga National und Franca sowie Tinta Roriz. Er wird nach dem Tank noch teilweise in gebrauchten Holzfässern veredelt. Die 14% bemerkt man wenig Temperierung kaum.
Zum Vergleich gingen wir nun zu „Peixotas“. Sein Rotwein hat die gleichen Rebsorten und auch die Verarbeitung ist vergleichbar. Aber die Lagen sind höheren kühleren Regionen des Tales. Der Wein war aus dem Jahrgang 2012 und wirkte insgesamt harmonischer als der andere Rotwein. Beide sind die einfachen Weine der Güter, beide haben auch einen Reserva im Angebot.
Das nächste Ziel war das Gut „Aneto“. Es wurde ert 2001 gegründet. Der Winzer stellt ebenso Weine aus den typischen Rebsorten her, hat aber auch ein Versuch mit Pinot Noir gestartet. Deshalb haben wir diesen Wein auch verkostet. Das Produkt wurde ein Jahr in gebrauchten französischen Holzfässern gereift. Hier entstand unter den Teilnehmern des Rundgangs die Frage, ob Spätburgunder als untypische Rebe dort angebaut werden muss oder soll. Mein Eindruck war, dass der Wein gar nicht so übel war und sehr ausgewogen schmeckte. Er war nicht zu wuchtig, sondern ein angenehmer Vertreter seiner Art. Jedoch war er vielleicht noch ein wenig jung oder sollte karaffiert werden. Jedenfalls schmeckte ein Schluck aus einer länger geöffneten Flasche besser als aus einer frischen.
Bei „Quinta das Brolhas“ probierten wir den Grande Escolha 2011. In der Cuvee steckten die typischen Sorten Touriga, Roriz, Barroca und noch Sousao. Der Wein war durchgängig 14 Monate in Barrique gelagert. Er hatte viel Kraft und Wucht und sollte auch noch lagern; denn wir bekamen auch noch einen Schluck vom Jahrgang 2008. Und der mundete mir großartig, obwohl es sich um kein großes Jahr gehandelt haben sollte.
Weiter ging es zu „Teoria“. Dort probierten wir Old Vines Great Reserva 2013. Hier wurden wieder sehr viele Rebsorten aus einer Lage gemeindsam verarbeitet und später in Holz ausgebaut. Er hatte 13,5%. Obwohl trocken nach der Analyseangabe wirkte er fast ein wenig süß im Mund und erinnerte an rote und dunkle reife Früchte und Beeren.
Dann steuerte die Gruppe zu „D´Origem“. Dort kosteten wir Velha Geracao Grande Reserva 2011. Die Rebsorten waren wieder Touriga National, Touriga Franca und Tinta Roriz. Diesmal war der Wein 18 Monate in amerikanischen und französischen Fässern. Dieser Wein war für uns schon alle ein feines Tröpfchen, aber auch schon weiterer weg von den einfachen typischen portugiesischen Erzeugnissen.
Zum Ende des Rundgangs sollte es auch noch einen Rosé, ein gespriteten Weißen und etwas Port geben.
Bei „Sabrosa“ (eine Kooperative aus 522 Mitgliedern – eine Winzerin ist hauptsächlich für die Verarbeitung zuständig) probierten wir Fernao de Magalhaes DOC Rose, der aus den roten Touriga und Roriz gemacht war. Sicher im Sommer gut gekühlt als Aperitif oder als Cocktail zu genießen.
Dann folgte der Moscatel Fernnao de Magalhaes DOC; ein gespriteter Süßwein (Moscatel Galego Branco) mit 17%. Auf den ersten Eindruck fast wie ein Port. Sicher zu Nachspeisen möglich.
„Quinta do Mourao“ hat sich nach wie vor dem klassischen Portwein hauptsächlich verschrieben. Hier probierten wir Porto Tawny 20,30 und 40 Jahre alt; alle leicht über 20%. Die Süße ist mächtig vorhanden. Wenn man den Schluck im Mund bewegt, sind aber auch weitere Aromen zu erkennen. Der Nachhall ist sehr lang zu spüren.
So schloss diese Lauf-Verkostung ab. Das war recht aufschlussreich und ich arbeite noch an der Verarbeitung der Eindrücke. Auch an den anderen Ständen habe ich noch den einen oder andern Wein verkostet. Damit die Eindrücke sich nicht zu sehr verwischen, habe ich auch reichlich Wasser und Brot dazuwischen zu mir genommen – und die meisten Proben nach dem Kosten in die Näpfe befördert, die überall leicht zu erreichen waren.
Fazit
5 – in jeder Hinsicht ungedingt wieder. Die Leistung der Agentur, das Hotel, die Präsentation, die Weine: Perfekt.
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“) Datum des Besuchs: 16.01.2017
PS
Keine Kosten - nur die An- und Abfahrt.
Kurz vor Weihnachten erhielt ich eine Einladung: SOUL WINES – Douro Portugal lädt mit seinen Winzern und exzellenten Weinen zur Neujahrsverkostung ein.
In Köln wurde die Veranstaltung von der Agentur Simone Tilgert pst public relations durchgeführt.
Drei Dinge, die einen informativen und genüsslichen Nachmittag garantieren, kamen da zusammen: Simone Tilgert ist eine Expertin für Weinevents, das Excelsior Hotel Ernst als Luxushotel am Dom ein herrlicher Ort und natürlich die Weine aus Portugal ein Genuss.
Ambiente
Das Fünf-Sterne Hotel befindet sich seit 1863 in Familienbesitz. Als... mehr lesen
Excelsior Hotel Ernst
Excelsior Hotel Ernst€-€€€02212701Trankgasse 1-5, 50667 Köln
5.0 stars -
"Douro ist mehr als nur Portwein" kgsbusKurz vor Weihnachten erhielt ich eine Einladung: SOUL WINES – Douro Portugal lädt mit seinen Winzern und exzellenten Weinen zur Neujahrsverkostung ein.
In Köln wurde die Veranstaltung von der Agentur Simone Tilgert pst public relations durchgeführt.
Drei Dinge, die einen informativen und genüsslichen Nachmittag garantieren, kamen da zusammen: Simone Tilgert ist eine Expertin für Weinevents, das Excelsior Hotel Ernst als Luxushotel am Dom ein herrlicher Ort und natürlich die Weine aus Portugal ein Genuss.
Ambiente
Das Fünf-Sterne Hotel befindet sich seit 1863 in Familienbesitz. Als
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Ob es sich auf Dauer nicht gerechnet hat oder einfach nicht mehr das war, was die beiden in ihrem Restaurant machen wollten, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war downsizing angesagt. Rustikaleres, aber dennoch gemütliches Ambiente, blanke Tische, eine übersichtliche Karte mit einfacheren Gerichten, die im besten Sinne bürgerlich sind und abgespeckten Preisen.
Schlechter gekocht wird seitdem sicherlich nicht, nur eben anders. Und das wird auch vom Michelin anerkannt, der hier seinen Bib Gourmand verteilt, mit dem gute Qualität zu vernünftigem Preis auszeichnet wird.
Die beiden Male, die wir nun im umbenannten „Metzger & Marie“ waren, war es jedesmal ausgebucht. Herzlichen Glückwunsch kann man da nur sagen: Neukonzeption offensichtlich geglückt.
Die Gerichte auf der Karte werden wahlweise ihm, Metzger, oder ihr, Marie (beides wohl Spitznamen von Marc und Nadine Flogaus) zugeschrieben, wobei sie mehr für Fisch und vegetarisch und er fürs Fleischliche zuständig ist. Ein deutlicher österreichischer Einschlag ist unverkennbar.
Die Küche grüßt mit Laugenstangen, Butter und köstlichem Schinken und Leberwurst. Das ist originell und von ausgezeichneter Qualität.
Wir wählen zum Start Marie's Rote Garnele und Färöerlachs, was als Salat kommt, der gut angemacht ist und von einer Avocadocreme begleitet ist. Der Lachs ist geräuchert, die Garnelen kurz gebraten. Alles in allem ein ordentlicher Einstieg.
Metzger's Backhendl ist als Vorspeisenportion gedacht und daher auch gut zu bewältigen. Es kommen drei knusprig ausgebackene Stücke vom Stubenküken, saftig und makellos, dazu leckerer Kartoffelsalat und Remoulade. Nun bin ich etwas voreingenommen, was Remoulade angeht, weil ich meine eigene so wundervoll finde, dass es alle anderen einfach schwer haben. Und auch diese hier ist mir zu wenig kräutrig und insgesamt zu flach und mayonnaisig, aber die Backhendl-Stücke und der Salat machen das wett.
Im „Metzger & Marie“ werden, und das finde ich äußerst lobenswert, auch den Innereien angemessenen Platz eingeräumt. Wo sonst kann man regelmäßig auch Kutteln oder Kalbsbries bekommen? Einen Stammplatz auf der Karte, weil scheinbar eines der beliebtesten Gerichte hier, haben die Kalbsknochen, aus denen das Mark mit Schnittlauch gelöffelt wird und zu dem es nichts weiter als geröstetes Brot gibt. Das hat etwas archaisches, ist fettig, aber ungemein g'schmackig.
Im Hauptgang wird es erneut fleischig. Zum einen kommt eine stattliche Portion geschmorter Lammhaxe auf den Tisch, mit getrockneten Tomaten, Artischocken und Kartoffelpüree leicht mediterran angehaucht. In Summe aber ist dies ein rustikales Wohlfühlgericht, das gut zur kalten Jahreszeit passt.
Mein Cordon Bleu steht dem in nichts nach. Besonders erwähnenswert sind hier aber die ganz ausgezeichneten Beilagen, wobei neben den leckeren Speckkroketten vor allem das saure Karottenpüree herauszuheben ist. Hier war ich beim Lesen der Karte erst skeptisch, aber tatsächlich schmeckt das stückige und in der Tat säuerliche Püree ganz fabelhaft. Den Kniff geben hier gepickelte Karotten und Reisessig, wie wir auf Nachfrage erfahren.
Nach so viel Fleisch reicht es nur noch für ein Dessert zum Teilen. Der Bananensplit kommt in dekonstruierter, aber nicht wirklich schlankerer Form im Glas. Mascarpone tut hier einen ordentlichen Dienst, um das Bananenkompott bloß nicht zu gesund wirken zu lassen. Das ist schon eine recht mächtige Angelegenheit, der wir dringend mit einigen der ausgezeichneten Obstbrände zu Leibe rücken müssen.
Die Weinkarte listet einige interessante deutsche und österreichische Weine und bei den offenen Weinen verfährt man so, dass die Flasche auf dem Tisch gelassen wird und anschließend nach Verbrauch abgewogen und abgerechnet wird. Gefährlich, weil man meistens doch mehr nimmt, als man will, aber unterm Strich auf jeden Fall fair berechnet.
Dass das „Metzger & Marie“ auch sonntags geöffnet hat, ist ein weiterer Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist, weil die Auswahl da in Köln doch überschaubar ist. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn man an so einem Abend das ein oder andere bekannte Gesicht an anderen Tischen erblickt.
Und wer vom Metzger & Marie auch etwas mit nach Hause nehmen will, kann speziell dafür konzipierte Gerichte auch im Weckglas erstehen. Nicht die schlechteste Idee.