Geschrieben am 28.04.2019 2019-04-28| Aktualisiert am
28.04.2019
Besucht am 02.03.2019Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 168 EUR
Es war ein kühler Samstag Anfang März und im Mannheimer Luisenpark leuchtete der Winter. Ein spontaner Trip nach „Monnem“ führte uns zusammen mit unseren Freunden (und ihrer kleinen Tochter) in die größte Parkanlage der Quadratestadt. Es war der vorletzte Tag der Veranstaltung „Winterlichter 2019“, die unseren Parkbesuch zu einem ganz besonderen Erlebnis machte. Dafür verzichteten wir sogar auf den geplanten Rundgang durchs Collini-Center mit anschließender Karl Schmucker-Ausstellung zum Thema „Brutalismus – Alles nur Sichtbeton?“.
Unsere Freunde hatten schon im Vorfeld einen Tisch für 5 Personen im Dachgeschoss des Musikparks, dem 2004 gegründeten, ersten Start-Up-Center für die deutsche Musikbranche, reserviert. Im Rooftop-Restaurant des Existenzgründungszentrums sollte uns laut deren Homepage „feines Urban-Cooking“ mit bester Aussicht erwarten. Der Ort gemahnte mich zwar an weniger erbauliche Zeiten meines Privatlebens, aber diese waren ja Gott sei Dank schon eine Weile her. Also warum nicht mal wieder das höchstgelegene Hafenrestaurant Mannheims besuchen?
Die Küche befindet sich im Mannheimer Stadtteil Jungbusch. Früher ein eher heruntergekommener Stadtbezirk mit hoher Sozialproblematik, gilt er heute als Multi-Kulti-Viertel mit Wachstumspotenzial. Da hat die ebenfalls in der Hafenstraße beheimatete Popakademie, die früher so manch bekannten „Sohn“ der Quadratestadt als Gastdozenten duldete, sicher auch ihren Anteil zur Aufwertung des Viertels beigetragen.
Unser Auto stellten wir ganz ungeniert direkt neben dem Gebäudekomplex ab. Der Open-Air-Club „Hafen 49“, Mannheims „durchgeknalltester Hideout“ bzw. „urbaner Wahnsinn in Reinform“ (laut deren Facebookseite) mit Sonnendeck und Electrobeats, befand sich ja noch im offline-Modus äh Winterschlaf. Wir also rein in den Aufzug und hoch in den 5. Stock. Dort war schon richtig was los. Ein bunter Klientelmix sorgte für belegte Tische und leider auch einen erhöhten Geräuschpegel.
Gut, dass wir im Vorfeld reserviert hatten. An einer längeren Tafel, die aus mehreren zusammengeschobenen Holztischen bestand, wurden wir von einer der vielen jungen, stets gut aufgelegten Servicekräfte platziert. Mein Blick fiel gleich auf den offenen Teil der Küche mit angeschlossenem Tresen. Dort wurde eifrig gewokt und gebrutzelt. Die hauptsächliche Küchenarbeit fand jedoch dahinter, in einem nicht einsehbaren, separaten Raum statt.
So wuselig es hinter dem Ausschanktresen zuging, so ausgelassen war auch die Stimmung im Raum. Unsere Tischgespräche bedurften schon einer gewissen Anstrengung. Trotzdem fühlten wir uns hier nicht unwohl, was in erster Linie der angenehmen Beleuchtung geschuldet war. Auch die Einrichtung des Ladens erleichtert uns das Ankommen. Retro-Chic meets urban-chabby: 70er Jahre Kugelleuchten, dezente Deckenspots und Lichttüten auf den derben Holztischen sorgten für ein stimmungsvolles Ambiente.
Alles ziemlich „casual“ halt, da passte natürlich auch das im Einmachglas aufbewahrte Besteck zur im Klemmbrett gereichten Speisenkarte wie der Zotteldutt zur Hornbrille der Mannheimer Dauerhipster um uns herum. Die Kola mit germanischem „K“ hörte selbstverständlich auf den Vornamen „Fritz“. Das Bier von der Privatbrauerei Welde stammte aus der Region, genauer gesagt aus dem kurpfälzischen, südöstlich von Mannheim gelegenen Örtchen Plankstadt. Natürlich stand auch eine respektable Aperitif- und Cocktail-Auswahl bereit, um sich in die lässig-coole „Küchenlandschaft“ adäquat einzugrooven.
Nach Durchsicht der auf zwei Seiten beschränkten Abendkarte war mir schon klar, dass man hier jedem Geschmack Rechnung tragen wollte, was natürlich zu Lasten einer eindeutigen kulinarischen Handschrift ging. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Crossover-Küche, aber ein roter Faden sollte schon vorhanden sein. So kam mir die bunte Speisenpallette eher wie ein willkürlich zusammengebastelter Food-Mix aus verschiedensten Regionen der Erde vor.
Indische Linsensuppe, Rote Bete Hummus, Miso Pot, Pfälzer Pasta, Asia Burger, Schweinebäckchen und Chicken Tikka Masala standen da so einträchtig nebeneinander, als hätte die World Cuisine das 5.Stockwerk eines Mannheimer Hafengebäudes zu ihrem Epizentrum erklärt.
Also gut, probieren geht ja bekanntlich über lamentieren. Wir bestellten dann mal munter drauflos, um uns ein möglichst breites Bild von der Kulinarik des Ladens zu machen. Das komplette Vorspeisenprogramm orderten wir als „Tapas-Variation“ (16,90 Euro) zum Teilen. Ein Lillet Wildberry (7,50 Euro), ein Welde IPA (0,33l für 4,80 Euro), eine Flasche Vöslauer Mineralwasser (0,75l für 6 Euro), eine Fritz-Orangenlimo (0,2l für 2,70 Euro) und ein Pernod mit Eis (und Wasser) machten den Anfang. Später gesellte sich noch eine Flasche Grüner Veltliner namens „Aufwind“ (28 Euro) vom Bad Dürkheimer Weingut Hensel dazu.
Der gemischte Tapas-Teller war mit einer abwechslungsreichen Auswahl an vornehmlich kalten Antipasti belegt. In der Mitte befand sich ein Schälchen mit Hummus. Die rot gefärbte Sesam-Kichererbsen-Paste wurde von gerösteten Sesamkörnern und Olivenöl geschmacklich etwas aufgewertet, blieb aber – ganz entgegen ihrer Farbe – im Vergleich mit orientalischen Vertretern der Gattung Fladenbrotaufstrich ziemlich blass. Die fehlte es doch deutlich an so entscheidenden „Geschmacksboostern“ wie Knoblauch oder Kreuzkümmel.
Die in Orangenöl marinierten Oliven überließ ich gerne meinen Tischkollegen. Bei dem Häuflein gebratener Zucchini bzw. Paprika, das in der Karte als „gebratenes winterliches (?) Gemüse“ angepriesen wurde, hatte man es mit der Dreingabe von Öl etwas übertrieben. Die mit Parmesankäse gratinierten Kürbisspalten wurden am Tisch gelobt. Auch der Parmaschinken und der mit Basilikumpesto und Cocktailtomaten garnierte Büffelmozzarella hatten anständige Qualitäten vorzuweisen. Insgesamt ein netter Einstieg, der keine großen geschmacklichen Ausreißer nach oben und nach unten implizierte.
Unsere Freunde hatten das Chicken Tikka Masala (15,50 Euro) und den Miso Pot (13,50 Euro) gebucht, während wir uns für die gebackene Aubergine (15,90 Euro) und das Entrecôte von der deutschen Färse (23,90 Euro) entschieden hatten. Dem indischen Hähnchenklassiker fehlte es eindeutig an Wumms. Die zusammen mit Duftreis servierte Bowl war leider allzu deutlich auf den deutschen Gaumen gemünzt und kam entsprechend entschärft auf den Tisch. Auch der Miso-Man neben mir hätte sich bei seinem mit Weizen-Pasta, Pak-Choi, Sprossen, Koriander und Sojabrühe gefüllten Pot sicher nicht über eine beherztere Asia-Würze beschwert. Handwerklich war jedoch beides solide zubereitet. Schade nur, dass das große Kino am Gaumen ausblieb.
Bei meiner als Zwischengang bestellten Linsensuppe (8,50 Euro) war wohl das Garam Masala ausgegangen. Ich dachte wehmütig an die letzten Sommer im Berliner Restaurant „Zaika“ genossene, ebenfalls auf Basis roter Linsen hergestellte Dal und war doch ein wenig enttäuscht. Trotz frischem Koriander on top ließ das feinpürierte Süppchen geschmacklich doch sehr zu wünschen übrig und leider auch jegliche indische Schärfe vermissen. Aromatisch betrachtet erschien mir der nahe Osten ferner denn je.
Hübsch anzusehen, aber auf der Zunge ebenfalls zu sehr auf Mainstream getrimmt, geriet der recht übersichtlich angelegte Hauptgang von der gebackenen Aubergine, die von leicht angeröstetem Blumenkohl, mehreren Klecksen Fetacrème sowie ein paar roten Granatapfeltupfern flankiert wurde, zum kleinsten gemeinsamen Geschmacksnenner für den eingefleischten Redundanzvegetarier. Meine Verlobte genoss ihn trotzdem, auch wenn die ein oder andere Aubergine mehr den stolzen Preis von fast 16 Euro eher gerechtfertigt hätte.
Zu meinem Entrecôte wurde das passende Schneidewerkzeug von Laguiole gereicht. Das schön durchwachsene Zwischenrippenstück (gut gewollte 230 g) mit charakteristischem Fettauge überzeugte mit kräftigem Fleischgeschmack und dem perfekten Gargrad, der wie gewünscht medium-rare ausfiel. Das marmorierte Stück Rind lag auf einem Bett aus Fregola-Pasta, die das klassische Risotto ersetzen sollte. Genauso wie ein Risotto waren die sardischen Kugelnudeln nämlich auch zubereitet. Auch hier hielt man sich mit dem Würzen eher zurück und überließ den Gaumenkitzel lieber den crunchigen Parmesanchips und der dunklen Jus, die das Ensemble stimmig komplettierten. Ein guter Hauptgang zweifellos, der mit mehr Schmackes sogar das Zeug zum glücklich machenden Soulfood gehabt hätte. Dazu hätte es nur ein wenig mehr Risikobereitschaft beim Abschmecken bedurft. In der Summe hat das aber gepasst, zumal ich die Fregola-Kügelchen auf meinen Reisen nach Sardinien in Kombination mit Meeresfrüchten kennen und schätzen gelernt habe.
Auch lobenswert: der „grüne“ Weiße von Hensel, der nach Apfel oder Aprikose oder Birne oder was weiß ich nicht alles roch. Ein eleganter und gleichzeitig fülliger Weißwein, der zudem mit sehr angenehmer Säure ausgestattet war.
Fazit:
In der Küche im Jungbusch möchte man es kulinarisch jedem Gast recht machen und zollt mit einer breit aufgestellten Auswahl an Speisen den unterschiedlichsten Geschmäckern und Küchentrends Tribut. Leider kratzt man hier - was die Aromentiefe betrifft - nur an der Oberfläche. Überraschende Gaumenerlebnisse haben wir genauso vermisst wie eine klare Handschrift des Küchenchefs. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Anbetracht der verarbeiteten Produkte und ihrer recht unspektakulären Darbietung als etwas zu hoch einzuordnen, was sich aber mit äußeren Standortfaktoren wie Hafenflair, Jungbuschfeeling und Industrieromantik erklären lässt. Egal, dem Hipster aus der urbanen Mittelschicht wird es hier genauso gefallen wie dem Dozenten von der benachbarten Popakademie. Denn jede Subkultur sehnt sich ab und zu nach Mainstream. Im Dachgeschoss der Hafenstraße hat man dafür sogar den passenden Ausblick.
Es war ein kühler Samstag Anfang März und im Mannheimer Luisenpark leuchtete der Winter. Ein spontaner Trip nach „Monnem“ führte uns zusammen mit unseren Freunden (und ihrer kleinen Tochter) in die größte Parkanlage der Quadratestadt. Es war der vorletzte Tag der Veranstaltung „Winterlichter 2019“, die unseren Parkbesuch zu einem ganz besonderen Erlebnis machte. Dafür verzichteten wir sogar auf den geplanten Rundgang durchs Collini-Center mit anschließender Karl Schmucker-Ausstellung zum Thema „Brutalismus – Alles nur Sichtbeton?“.
Unsere Freunde hatten schon im Vorfeld einen... mehr lesen
Die Küche - Jungbusch
Die Küche - Jungbusch€-€€€Restaurant, Bar, Loungebar0621 63745020Hafenstr. 49, 68159 Mannheim
3.0 stars -
"Hier war nur der „Roof“ top – auf den Tellern regierte hingegen trendig-urbane Durchschnittskost, die wohl eher den risikoscheuen Redundanzesser erfreut" Ehemalige UserEs war ein kühler Samstag Anfang März und im Mannheimer Luisenpark leuchtete der Winter. Ein spontaner Trip nach „Monnem“ führte uns zusammen mit unseren Freunden (und ihrer kleinen Tochter) in die größte Parkanlage der Quadratestadt. Es war der vorletzte Tag der Veranstaltung „Winterlichter 2019“, die unseren Parkbesuch zu einem ganz besonderen Erlebnis machte. Dafür verzichteten wir sogar auf den geplanten Rundgang durchs Collini-Center mit anschließender Karl Schmucker-Ausstellung zum Thema „Brutalismus – Alles nur Sichtbeton?“.
Unsere Freunde hatten schon im Vorfeld einen
Besucht am 22.04.20194 Personen
Rechnungsbetrag: 147 EUR
Das wunderschön im Stadtpark gelegene Landhaus Walter lädt förmlich zum Essen ein. Wir hatten uns zum Osterbrunch verabredet. Die Tische waren schön eingedeckt und das Landhaus war schon gut gefüllt.
Wie beim Brunch üblich herrschte Selbstbedienung.
Das Buffet war reichhaltig mit den üblichen Speisen bestückt, nicht aber außergewöhnlich in der Auswahl. Einige z.B. Eierspeisen wurden frisch zubereitet. So schön, so gut.
Das allerdings alle Getränke gesondert berechnet werden, hatten wir so nicht bedacht. Das machte diesen Brunch doch recht kostspielig.
Darüber hilft auch nicht der sehr nette und aufmerksame Service hinweg.
Ein Blick in die Karte wäre auch in diesem Fall vor der Reservierung / Bestellung hilfreich gewesen.
Das wunderschön im Stadtpark gelegene Landhaus Walter lädt förmlich zum Essen ein. Wir hatten uns zum Osterbrunch verabredet. Die Tische waren schön eingedeckt und das Landhaus war schon gut gefüllt.
Wie beim Brunch üblich herrschte Selbstbedienung.
Das Buffet war reichhaltig mit den üblichen Speisen bestückt, nicht aber außergewöhnlich in der Auswahl. Einige z.B. Eierspeisen wurden frisch zubereitet. So schön, so gut.
Das allerdings alle Getränke gesondert berechnet werden, hatten wir so nicht bedacht. Das machte diesen Brunch doch recht kostspielig.
Darüber hilft auch nicht der sehr nette und aufmerksame Service hinweg.
Ein Blick in die Karte wäre auch in diesem Fall vor der Reservierung / Bestellung hilfreich gewesen.
Landhaus Walter
Landhaus Walter€-€€€Restaurant, Bar, Biergarten040228584870Otto-Wels-Straße 2, 22303 Hamburg
3.5 stars -
"Essen im Stadtpark" Ehemalige UserDas wunderschön im Stadtpark gelegene Landhaus Walter lädt förmlich zum Essen ein. Wir hatten uns zum Osterbrunch verabredet. Die Tische waren schön eingedeckt und das Landhaus war schon gut gefüllt.
Wie beim Brunch üblich herrschte Selbstbedienung.
Das Buffet war reichhaltig mit den üblichen Speisen bestückt, nicht aber außergewöhnlich in der Auswahl. Einige z.B. Eierspeisen wurden frisch zubereitet. So schön, so gut.
Das allerdings alle Getränke gesondert berechnet werden, hatten wir so nicht bedacht. Das machte diesen Brunch doch recht kostspielig.
Darüber hilft auch nicht
Besucht am 22.04.2019Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 38 EUR
Allgemein
Nachdem wir uns am Ostersonntagabend beim traditionellen Ostertreffen unserer Familie mit der gesamten Sippschaft vonseiten meiner Frau schon ordentlich im Berghof Heeg in Johannesberg die Mägen vollgeschlagen hatten, wollten Schätzchen und ich am Ostermontag nur mal etwas Kleineres zum Mittagessen einnehmen. Der Plan war, dafür das Baaila in Alzenau aufzusuchen. Die haben zwar montags Ruhetag, aber an einem Feiertag sollte doch wohl geöffnet sein. So meine Gedanken.
Also rauf aufs Fahrrad und bei dem schönen Wetter ab nach Alzenau. Als wir unser geplantes Ziel erreicht hatten, war schnell zu erkennen, dass sie tatsächlich geschlossen hatten. Zum Glück hatten wir schon einen Plan B im Hinterkopf. Nur ca. 200 m weiter ins Ristorante Da Gino in der Entengasse, welches mir von einem Freund schon mehrmals empfohlen wurde.
Das Ristorante liegt etwas versteckt, aber nicht weit weg vom Flüsschen Kahl, in mitten etlicher Wohnkomplexe. Parkplätze gibt es wohl nur für Anwohner. Wer mit dem Auto kommt, der sollte in der näheren Umgebung ein Plätzchen für seinen Boliden finden. Die Gäste, die gestern Mittag im Ristorante speisten waren wohl alle zu Fuß oder mit dem Rad gekommen.
Service 3,5*
Direkt gegenüber vom schattigen Außenbereich der Location konnten wir unsere Räder in Sichtweite abstellen. Ein freier 4er-Tisch wurde von uns in Beschlag genommen. Kurz darauf wurden wir von einer männlichen Servicekraft begrüßt, der auch gleich die Speisenkarten mitbrachte und fragte, ob wir schon was zu trinken bestellen wollen.
Ja, wollen wir, für Schätzchen ein alkoholfreies Weizen Bavaria, (0,5 l, 3,30 €, aus der Flasche eingeschenkt), für mich ein frisch gezapftes Bitburger Pils, (0,4 l, 3.- €). Die Getränke kamen ordentlich kühl, schön eingeschenkt bzw. gezapft recht zügig an den Tisch. Da wir in der Zwischenzeit eifrig die Speisekarte studiert hatten, konnten wir gleich, nachdem die Getränke auf dem Tisch standen, unsere Essenswünsche weitergeben.
Nach angenehmer Wartezeit wurden die Essen serviert. Wir haben es Küche und Kellner leicht gemacht, denn wir bestellten beide das gleiche Gericht.
Der Servicemann hatte mit uns nicht viel zu tun, die Anzahl der weiteren Gäste war überschaubar, so konnte er die Terrasse locker alleine bedienen. Aufmerksam war er auf alle Fälle. Er fragte nach, ob alles schmeckt, mein leeres Bierglas wurde gesehen und nach Rückfrage an mich gleich noch eins präsentiert. Meine Frage nach einer Pfeffermühle wurde sofort mit dem Bringen derselben in die Tat umgesetzt. Es reichte sogar noch zu einem Smalltalk, nachdem ich die Rechnung, ein ordentlicher Bon, wie es sich gehört, bezahlte. Dabei stellte sich heraus, dass weder die Inhaberin Ioana Morsbach noch das Personal Italiener sind. Das Ristorante bietet deutsche sowie italienische Küche. Der Name des Restaurants wurde vom Vorpächter einfach übernommen.
Essen 3*
Wir entschieden uns beide aus der Rubrik „Empfehlung der Küche“ für die Spaghetti mit Gambas, Knoblauch und Tomate (12,- €). Serviert wurde in einem großen Pastateller, wie wir auch ein paar zu Hause haben. Spaghetti Gambas
Duften tat es schon mal ganz gut. Die Spaghetti waren auf den Punkt, was ja nichts Besonderes ist, sogar ich krieg das zu Hause hin, die Gambas bissfest. Nur wo war der Knobi? Drei kleine Fitzelchen entdeckte ich während des Essens auf dem Teller. Auch allgemein etwas fad. Dies konnte durch den Einsatz der Pfeffermühle einigermaßen kompensiert werden. So konnten wir ruhigen Gewissens dem Kellner auf seine diesbezügliche Frage hin attestieren, dass es uns geschmeckt hat.
Zum Abschluss bestellten wir uns noch je einen Espresso (1,70 €). Nachdem wir schon bis draußen gehört hatten, dass ein Kaffeevollautomat zum Einsatz kam, war uns klar, der taugt nix. Und so war es auch. Nicht ordentlich heiß, dünne Brühe, kein Espresso-Aroma, rausgeschmissenes Geld. Dabei freuen wir uns immer auf den Espresso bei einem Italiener. Ach ja, ich vergaß, es gibt ja gar keine Italiener, in der Küche wird halt italienisch und deutsch gekocht. Wir hätten also auch Spargel essen können.
Ambiente 3*
Blick vom Außenbereich auf die wenig befahrene Straße
Da wir nur auf der Außenterrasse saßen, kann ich zum Innenraum nichts sagen. Draußen jedenfalls hat es uns gefallen, angenehm zu sitzen, von Pflanztöpfen umrandet, teilweise überdacht, den Rest beschatten große Sonnenschirme. Bequeme Bänke mit Lehne, auch der nackte Tisch, kein Blümchen und Gott sei Dank auch kein Aschenbecher.
Sauberkeit 4*
Nichts zu bemängeln, Gläser, Bestecke mit Papierservietten, Teller, alles sauber.
Fazit
War alles okay, aber nicht jetzt so, dass wir unbedingt gleich nächste Woche wiederkommen. Die Euphorie, mit der mir mein Freund diese Lokalität schmackhaft machte, kam bei uns nicht auf. Es muss halt ein jeder seine eigenen Erfahrungen machen.
Gesamteindruck:
3 – wenn es sich ergibt, wieder
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt, wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)
Allgemein
Nachdem wir uns am Ostersonntagabend beim traditionellen Ostertreffen unserer Familie mit der gesamten Sippschaft vonseiten meiner Frau schon ordentlich im Berghof Heeg in Johannesberg die Mägen vollgeschlagen hatten, wollten Schätzchen und ich am Ostermontag nur mal etwas Kleineres zum Mittagessen einnehmen. Der Plan war, dafür das Baaila in Alzenau aufzusuchen. Die haben zwar montags Ruhetag, aber an einem Feiertag sollte doch wohl geöffnet sein. So meine Gedanken.
Also rauf aufs Fahrrad und bei dem schönen Wetter ab nach Alzenau. Als wir... mehr lesen
Ristorante Da Gino
Ristorante Da Gino€-€€€Restaurant0602332965Entengasse 3, 63755 Alzenau in Unterfranken
3.0 stars -
"Kein echter Italiener, nur die Küche hat außer deutsch auch italienisch zu bieten!" Ehemalige User
Allgemein
Nachdem wir uns am Ostersonntagabend beim traditionellen Ostertreffen unserer Familie mit der gesamten Sippschaft vonseiten meiner Frau schon ordentlich im Berghof Heeg in Johannesberg die Mägen vollgeschlagen hatten, wollten Schätzchen und ich am Ostermontag nur mal etwas Kleineres zum Mittagessen einnehmen. Der Plan war, dafür das Baaila in Alzenau aufzusuchen. Die haben zwar montags Ruhetag, aber an einem Feiertag sollte doch wohl geöffnet sein. So meine Gedanken.
Also rauf aufs Fahrrad und bei dem schönen Wetter ab nach Alzenau. Als wir
Besucht am 21.04.2019Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 87 EUR
Schöner kann man die Spargelsaison kaum beginnen.
Stilvoll weiß gedeckte Tische erwarten uns im konservativ gehaltenen Gasthaus. Der Patron nimmt sich die Zeit zur Begrüßung.
Ohne Vorspeise starten wir mit frischem Spargel mit Katenschinken. Dazu werden Pellkartoffeln mit Sauce Hollandaise und zerlassener Butter gereicht. Wirklich ein Genuss. Statt des Schinken besteht laut Spargelkarte auch die Möglichkeit zwischen (Tages) Fisch, Rumsteak (?!) oder Lammrücken zu wählen. Hört sich auch sehr gut an, aber wir hatten uns für den Klassiker entschieden.
Ein gut gekühlter Sauvignon und eine Karaffe Wasser runden das Essen ab.
Aufgrund des guten Wetters nahmen wir das Dessert im durch Kastanien beschatteten Patio ein.
Die Dessert Auswahl war über Ostern eher bescheiden. Das bestellte Mascapone Mousse war aber super zubereitet.
Insgesamt war es ein sehr schönes Essen.
Wer im Bereich Kiel gut heimische Küche genießen möchte, kommt am Bärenkrug nicht vorbei.
Schöner kann man die Spargelsaison kaum beginnen.
Stilvoll weiß gedeckte Tische erwarten uns im konservativ gehaltenen Gasthaus. Der Patron nimmt sich die Zeit zur Begrüßung.
Ohne Vorspeise starten wir mit frischem Spargel mit Katenschinken. Dazu werden Pellkartoffeln mit Sauce Hollandaise und zerlassener Butter gereicht. Wirklich ein Genuss. Statt des Schinken besteht laut Spargelkarte auch die Möglichkeit zwischen (Tages) Fisch, Rumsteak (?!) oder Lammrücken zu wählen. Hört sich auch sehr gut an, aber wir hatten uns für den Klassiker entschieden.
Ein gut gekühlter Sauvignon und eine Karaffe Wasser runden das Essen ab.
Aufgrund des guten Wetters nahmen wir das Dessert im durch Kastanien beschatteten Patio ein.
Die Dessert Auswahl war über Ostern eher bescheiden. Das bestellte Mascapone Mousse war aber super zubereitet.
Insgesamt war es ein sehr schönes Essen.
Wer im Bereich Kiel gut heimische Küche genießen möchte, kommt am Bärenkrug nicht vorbei.
5.0 stars -
"feinheimischer Genuss" Ehemalige UserSchöner kann man die Spargelsaison kaum beginnen.
Stilvoll weiß gedeckte Tische erwarten uns im konservativ gehaltenen Gasthaus. Der Patron nimmt sich die Zeit zur Begrüßung.
Ohne Vorspeise starten wir mit frischem Spargel mit Katenschinken. Dazu werden Pellkartoffeln mit Sauce Hollandaise und zerlassener Butter gereicht. Wirklich ein Genuss. Statt des Schinken besteht laut Spargelkarte auch die Möglichkeit zwischen (Tages) Fisch, Rumsteak (?!) oder Lammrücken zu wählen. Hört sich auch sehr gut an, aber wir hatten uns für den Klassiker entschieden.
Ein gut gekühlter Sauvignon
Geschrieben am 20.04.2019 2019-04-20| Aktualisiert am
28.04.2019
Besucht am 20.04.20198 Personen
Rechnungsbetrag: 21 EUR
Nach mehr als einem Jahr Leerstand (ehemals Arcadia) endlich wieder eine Gastronomie eröffnet.
Das schöne hier ist, dass es im Innenhof einen großen, sehr locker bestuhlten Außenbereich gibt. Toll heute bei bestem Sonnenwetter!
Fünf Erwachsene, zwei Kinder mit Apfelschorle, Latte Macciato, Cappuccino und Milchkaffee, insgesamt acht Getränke zu EUR 21,50 zusammen. Preislich OK.
Die Tassen sind etwas altmodisch, aber schön:
Die Bedienung ist schnell, freundlich und aufmerksam - passt auch.
Das nächste Mal werden wir das Frühstück ausprobieren.
Die Inneneinrichtung ist sehr hell gehalten und nicht sehr eng bestuhlt.
Nach mehr als einem Jahr Leerstand (ehemals Arcadia) endlich wieder eine Gastronomie eröffnet.
Das schöne hier ist, dass es im Innenhof einen großen, sehr locker bestuhlten Außenbereich gibt. Toll heute bei bestem Sonnenwetter!
Fünf Erwachsene, zwei Kinder mit Apfelschorle, Latte Macciato, Cappuccino und Milchkaffee, insgesamt acht Getränke zu EUR 21,50 zusammen. Preislich OK.
Die Tassen sind etwas altmodisch, aber schön:
Die Bedienung ist schnell, freundlich und aufmerksam - passt auch.
Das nächste Mal werden wir das Frühstück ausprobieren.
Die Inneneinrichtung ist sehr hell gehalten und nicht sehr eng bestuhlt.
Jim & Joe Bistro
Jim & Joe Bistro€-€€€Bistro, Cafe, Take Away017624324247Mülheimer Straße 3a, 40878 Ratingen
4.0 stars -
"Neueröffnung in der City von Ratingen - kurz mal eine Kaffeepause eingelegt" Ehemalige UserNach mehr als einem Jahr Leerstand (ehemals Arcadia) endlich wieder eine Gastronomie eröffnet.
Das schöne hier ist, dass es im Innenhof einen großen, sehr locker bestuhlten Außenbereich gibt. Toll heute bei bestem Sonnenwetter!
Fünf Erwachsene, zwei Kinder mit Apfelschorle, Latte Macciato, Cappuccino und Milchkaffee, insgesamt acht Getränke zu EUR 21,50 zusammen. Preislich OK.
Die Tassen sind etwas altmodisch, aber schön:
Die Bedienung ist schnell, freundlich und aufmerksam - passt auch.
Das nächste Mal werden wir das Frühstück ausprobieren.
Die Inneneinrichtung ist sehr hell gehalten und nicht
Besucht am 03.04.2019Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 215 EUR
Eigentlich wollten wir ja nur nach Berlin, aber das C'est la vie war uns noch so gut in Erinnerung, dass wir "spontan" einen kleinen Umweg über Leipzig gefahren sind.
Wenn man die Lokalität von außen sieht, hat man nicht den Eindruck eine gehobene Küche vorzufinden. Sehr, sehr unscheinbar.
An diesem Abend waren einige Tische reserviert und mit der Zeit füllte sich das Restaurant. Genügend Servicekräfte, freundlich und aufmerksam, kümmern sich um die Gäste. Die Speisekarte wie gehabt, zwei Menüs stehen zur Auswahl und eine gute Auswahl ala Carte. Wir entschieden uns erneut für die Menüs mit entsprechender Weinbegleitung (EUR 30,—).
Vorab ein Glas Pierre Mignon Grande Réserve - Brut (EUR 10,—) und ein Glas Pierre Mignon Rosé · Brut (EUR 12,00).
Das erste Amuse Bouche machte schon optisch Appetit:
Spinat mit Joghurt - Rote Beete Macarons - Quiche Lorraine, ein guter Anfang!
Kurz darauf als weiteres Mise en bouche:
Meeresfrüchte Gelee auf rote Beete geeist mit einer Beurre blanc.
Zwischendurch wurde süßes Baguette und Butter mit Orangensalz gereicht.
Jetzt kommt der Teil Vorspeise und ich weiß, dass ich hier unsere Kritikerkollegin PertaIO bestimmt zu einem weiteren Kommentar „reize“ - bitte nicht böse sein: Bloc de foie gras an Brioche mit weißem Balsamapfel, Kokos und Aprikose. Dazu gab es einen trockenen Wein der Colombardtraube aus dem Languedoc , überraschenderweise kein Süßwein.
Auf unsere Nachfrage warum kein süßer Tropfen erhielten wir den Hinweis, dass die Foie Gras in Zitrone eingelegt wurde und auch der Balsamapfel leicht säuerlich wäre. Der Service hatte Recht, es war eine gute Begleitung.
Meine Frau Fisch und ich Fleisch. Bei dem Menü Amelie bei meiner Frau wurde Roulade de sole, eine Pochierte Seezungenroulade mit Safranrisotto, Artischocken und Lauch serviert:
Mein Fleischgericht war Boeuf Bourguignon, eine rosa geschmorte Rinderhüfte nach Burgunder Art mit Zweierlei von der Karotte und Kräuterseitlinge:
Dazu ein Glas Maranges 1er Cru - handverlesen - mit einer leichten Note von Gewürzen.
Das süße durfte dann auch nicht fehlen: Einmal Crémeux von Hibiskus und Sauerkirsche mit Krokant und Sauerkirschsorbet für meine Gattin
und ich durfte ein warm-flüssiges Schokoladenküchlein mit Lavendeleis und Passionsfrucht genießen.
Hier wurde dann der Süßwein serviert: ein Roussillion rot mit leichtem Feigengeschmack 16 % und ein Weißwein mit einer Note Aprikose und Pfirsich 15%.
Allerdings zum Abschluss dann noch „meine“ Himbeere - Fromboise (EUR 8,—) mit einem perfekten Espresso (EUR 2,60). Begleitet von leckeren Pralinen:
Der Preis für das Fischmenue lag bei EUR 59,— und meines bei EUR 64,— jeweils mit drei Gängen.
Es war wieder einmal alles rundum perfekt, das Ambiente, der Service, das Essen, die Weine. Alles in sich bestens abgestimmt und mit viel Liebe zum Detail. Es herrscht Hektik, eine Atmosphäre zum Wohlfühlen.
Eigentlich wollten wir ja nur nach Berlin, aber das C'est la vie war uns noch so gut in Erinnerung, dass wir "spontan" einen kleinen Umweg über Leipzig gefahren sind.
Wenn man die Lokalität von außen sieht, hat man nicht den Eindruck eine gehobene Küche vorzufinden. Sehr, sehr unscheinbar.
An diesem Abend waren einige Tische reserviert und mit der Zeit füllte sich das Restaurant. Genügend Servicekräfte, freundlich und aufmerksam, kümmern sich um die Gäste. Die Speisekarte wie gehabt, zwei Menüs stehen zur Auswahl... mehr lesen
C’est la vie
C’est la vie€-€€€Restaurant0341 97501210Zentralstraße 7, 04109 Leipzig
5.0 stars -
"Vor 15 Monaten waren wird begeistert und jetzt erneut!" Ehemalige UserEigentlich wollten wir ja nur nach Berlin, aber das C'est la vie war uns noch so gut in Erinnerung, dass wir "spontan" einen kleinen Umweg über Leipzig gefahren sind.
Wenn man die Lokalität von außen sieht, hat man nicht den Eindruck eine gehobene Küche vorzufinden. Sehr, sehr unscheinbar.
An diesem Abend waren einige Tische reserviert und mit der Zeit füllte sich das Restaurant. Genügend Servicekräfte, freundlich und aufmerksam, kümmern sich um die Gäste. Die Speisekarte wie gehabt, zwei Menüs stehen zur Auswahl
Besucht am 01.03.2019Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 87 EUR
Es ist Freitagmittag, ein paar Tage vor dem närrischen Höhepunkt der „Meenzer Fassenacht“ und nach einem Routinebesuch in der Uni-Klinik war uns nach einem leckeren Mittagsmahl zumute. Die große Ruhe vor dem Rosenmontagsumzug ließ unsere Landeshauptstadt fast schon idyllisch wirken. Beim Spaziergang entlang des Rheins konsultierte ich den roten Onkel, der online unter dem Webnamen „viamichelin“ firmiert.
Seinem Urteil zur Mainzer Genusssituation schlossen wir uns vorbehaltlos an, zumal uns unweit der Rheinallee ein Restaurant empfohlen wurde, dessen saisonal geprägter Frischeküche der „Guide“ ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis attestierte. Seit 2012 lacht hier dem einkehrenden Gourmand ein keckes Michelin-Männchen, das für „sorgfältig zubereitete und preiswerte Mahlzeiten“ steht, entgegen.
Die Rede ist vom Restaurant Geberts Weinstuben, dessen beeindruckende Historie bis ins Jahr 1887 zurückreicht. Ihr Namensgeber Johann Gebert war Bäcker und zudem mit einer Winzertochter verheiratet. Klar, dass der Backstube irgendwann eine Weinstube angegliedert wurde, was auch den Plural im Namen erklärt. Vor 45 Jahren war es Wolfgang Gebert, der Vater des heutigen Küchenchefs und Inhabers Frank, der aus der Weinstube eine Anlaufstelle für Feinschmecker und Genießer machte. Frank Gebert führt seit 2007 zusammen mit seiner Frau Dagmar das alteingesessene Lokal in der Mainzer Neustadt und setzt dabei auf deutsche Klassik mit klar erkennbarem französischem Akzent. Und dieser Küchenmix scheint richtig gut anzukommen.
Wir waren recht früh dran an jenem kalten Freitagmittag. Die Frage nach unserer Reservierung verneinten wir mit der gleichen Spontanität, die schon unserer Einkehr zugrunde lag. „Wolle mern roilosse?“ Beim Anblick der blau-gelb-roten Faschingsdekoration, welche die Fenstersimse bevölkerte, lag mir schon die Suggestivfrage aus „Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht“ auf der Zunge, aber die junge Dame vom Service hielt anscheinend noch ein paar Kapazitäten für Laufkundschaft bereit. Sie bot uns einen zentral gelegenen Tisch inmitten des vorfastnachtlich geschmückten „Wohnzimmers“ der Geberts an. Tanzende Harlekins und bunte Narrenkappen kündeten von der fünften Jahreszeit. An der Decke befestigte Farbbänder schwebten girlandenartig über den Dingen.
Doch auch ohne die zurückhaltend arrangierte Fassenachtsdeko hatte der Gastraum einige Hingucker in Sachen ungewöhnlicher Einrichtung zu bieten. Allein die kleinteilig gläsernen Retro-Kristallleuchter, die pompös von der Decke baumelten, sorgten für Aufsehen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine mit allen erdenklichen spirituellen Wassern ausstaffierte Anrichte entstammte wohl dem vorigen Jahrhundert. Ein Querspiegel mit breitem Silberrahmen hing raumvergrößernd über einer langen Couch, die mit ihren samtbezogenen Kissen im Schnörkellook den Vintage-Gedanken aufrechterhielt.
Bei den übrigen, sehr bequem gepolsterten Sitzmöbeln regierte die Farbe Violett, die sich auch bei den Vorhängen fortsetzte. Sie passte sowohl zur güldenen Wandtapete als auch zum rustikalen Holzdielenboden ganz prima. In stilvolles Weiß gehüllte Tische, auf Hochglanz polierte Weingläser, kleine Brottellerchen, Zweifachbesteck aus Silber und hübsch gefaltete Stoffservietten zeugten von klassischer Tafelkultur ohne jeglichen Muff. Ein rundum würdiger Rahmen für ein hoffentlich ebenso genussvolles Mahl war gegeben.
Schon beim Aufklappen der Speisenkarte jauchzte ich innerlich vor Freude. Großes Format – kleine Auswahl. Genauso mag ich es am liebsten. Bei den Aperitif-Empfehlungen fiel mir sofort der „Quitten Royal“, ein mit hausgemachtem Quittenlikör aufgefüllter Riesling-Sekt, ins Auge. Nicht die 7,80 Euro für das Gläschen (0,1l), sondern die Aussicht auf einen guten Rotwein zum Essen und die bevorstehende Rückfahrt in die Pfalz verwehrten mir den Trinkspaß vorweg. Klar hätte es auch eine mit Ingwer, Kurkuma und Zimt verfeinerte Quitten-Limonade (0,1 l für 4 Euro) sein können, aber in Anbetracht der überaus verlockend klingenden Vorspeisen, wurde jene schnell überlesen. Stattdessen sollte eine Flasche Gerolsteiner (0,75l für 6,50 Euro) unserem Durst Einhalt gebieten.
In Zitronenpfeffer geräucherter Label-Rouge-Lachs mit frischem Apfelmeerrettich (12,80 Euro), hausgemachte Geflügelterrine mit Quittenchutney (10 Euro) und französische, in Geberts Kräuterbutter gefallene Weinbergschnecken (das halbe Dutzend für 9,50 Euro) ließen mich gedanklich ins benachbarte Elsass abdriften. Klare Entenessenz mit Käsegebäck (7,80 Euro) und Hamburger Krebssüppchen mit Cognac (7,50 Euro) ließen schon den Suppenkasper in mir schlürfen, ehe eine dreigängige Menüempfehlung die à-la-Carte-Träume eines gestandenen Kulinaristen mühelos unter sich begrub.
Zum Preis von 36 Euro hatte Frank Gebert ein appetitlich klingendes Dreigang-Menü zusammengestellt. Es bestand aus der schon erwähnten Geflügelterrine, geschmorten Kalbsbäckchen auf Kartoffelpüree, glaciertem Marktgemüse und sautierten Pilzen sowie einem zartbitteren Schokomousse mit Pommeranzen-Sorbet und frischen Beeren. Selbst die verführerisch klingenden Hauptspeisen, unter denen sich so reizvolle Leib- und Magengerichte wie Züricher Kalbsgeschnetzeltes oder rosa gebratener Rehrücken an Wacholderrahmsauce tummelten, ließen uns nicht von dem Menügedanken abrücken. Zweimal drei Gänge wurden in Auftrag gegeben.
Beim Blick in die großzügige Flaschenweinkarte wurde die frühere Bestimmung dieses Anwesens mehr als deutlich in Erinnerung gebracht. Nach Rebsorten bzw. Weinbauregionen sortiert, waren es vor allem die viele Großen Gewächse aus der Riesling-Traube, die für Aufsehen sorgten. Rheinhessen, Rheingau, Mosel, Nahe, Saar und auch die Pfalz bestimmten das mit Bedacht zusammengestellte Angebot. Namhafte Pfälzer Winzer wie der Laumersheimer Philipp Kuhn oder Friedrich Becker aus Schweigen durften da nicht fehlen. Aber auch ein paar rote Trouvaillen aus dem Burgund und dem Rhônetal waren vertreten.
Mehr wie ein Viertel sollte es an diesem Tag allerdings nicht werden. Die Entscheidung fiel auf die saftig-fruchtige Rotweincuvée „Villa Bürklin“ vom Weingut Dr. Bürklin-Wolf aus Wachenheim an der Weinstraße. Das aus den Rebsorten Spätburgunder, Dornfelder und Sangiovese (!) verschnittene Trinkvergnügen zeichnete sich durch eine zugängliche Struktur und einen kraftvollen Körper aus. Die 8,50 Euro für den leckeren Roten aus der heimischen Pfalz waren definitiv gut angelegt.
Langsam füllte sich der Gastraum. Geschäftsleute, eine Gruppe von Pensionären, die anscheinend etwas zu feiern hatten und juvenile Mittvierziger bevölkerten die gute Stube der Geberts. Doch bevor das andächtige Schweigen der Schlemmer so richtig einsetzte, grüßte die Küche mit frischem Baguette und Gänseschmalz. Mit etwas Salz und Pfeffer verfeinert ein durchaus wohlschmeckender Appetitanreger, der als kulinarische Vorhut getarnt dem ersten Hunger trotzig die fettige Stirn bot.
Den ersten Gang hätte ich so auch in einem gehobenen Elsässer Landgasthof erwartet. Zwei veritable Scheiben von der hausgemachten Geflügelterrine wurden von einem schön sauer angemachten Salatbouquet und einem à part im Schälchen gereichten Quittenchutney kongenial begleitet. Die würzige Terrine, die von einem weißen Speckrand umgeben war, hatte zwischen der pürierten Grundmasse viele Fleischstücke zu bieten. Zu den obligatorischen Pistazien gesellten sich noch eingeweichte Rosinen und rosa Pfefferkörner. Säure und Frische kam vom herzhaften Salattürmchen. Für ausgleichende Süße sorgte das geleeartige Quittenchutney. Besser hätte man die deftige Geflügelpaté nicht einrahmen können. Einziger kleiner Schwachpunkt war die Portionsgröße. Als Vorspeise eines dreigängigen Menüs hätte sie meiner Meinung nach etwas schmaler ausfallen dürfen. Ansonsten war das vom Geschmack ein sehr überzeugender Auftakt.
Maître Geberts unverkennbarer Hang zu ambitionierter Hausmutterküche im Sonntagskleid kam spätestens bei den geschmorten Kalbsbäckchen voll zum Tragen. „So und nicht anders müssen die gemacht werden!“ hätte der Bäckchen-Fachmann unseres Wörther Schlemmerclubs über die herrlich mürben Fleischhügel geurteilt. Langfaserig und kollagenhaltig präsentierte sich das saftige Schmorfleisch, das auf einem fein abgeschmeckten, dicken Klacks Kartoffelpüree thronte und von knackigem Wurzelgemüse begleitet wurde. Höhepunkt dieser Gaumenorgie war jedoch der dunkle Beiguss zu den beiden prächtigen Schmorbacken. Die beeindruckend tiefgründige Jus verriet den Aufwand und das Können, das in Frank Geberts Zubereitungen steckt. Und das ganz ohne kraftmeierische Attitüde, sondern mit sicherer Hand beim Ansetzen und Abschmecken. Süßlich-herbe Röstaromen ließen auf eine erfolgreiche Maillard-Reaktion schließen, die ein kräftiger Rotwein beim Ablöschvorgang zur richtigen Zeit unterband. So einen ehrlich gekochten, aromatisch-dichten Soßenfond hätte selbst der legendäre Haynaer Saucengott Karl-Emil Kuntz nicht besser hinbekommen. Großes Kompliment, das wir auch gegenüber der jungen Servicekraft äußerten und das bis in Frank Geberts Küche drang.
Dieser ließ sich nicht lumpen und schickte eine Extraladung des betörend leckeren Elixiers an unseren Tisch. Bis auf den letzten Tropfen leerten wir die silberne Sauciere und hätte es die gute Erziehung nicht verboten, ich hätte sie sogar vor Ort noch ausgeschleckt.
Auch hier war das einzige kleine Manko die Größe der Portion. Ein Bäckchen hätte locker gereicht, zumal auch das Pürée kein Kind von Spärlichkeit war. Sei es drum. Wir schafften den Hauptgang gerade so und wollten schon den Dessertverzicht signalisieren, da beschlich uns dann doch die Lust auf einen süßen Abschluss.
Der wurde uns nach angenehmer Wartezeit in Form zweier fluffiger Nocken Schokomousse, ein paar aufrechten Waldbeeren sowie einer Kugel vom säuerlich-frischen Pommeranzen-Sorbet serviert. Auf dem mit Schoko-Nuss-Lackierung versehenen, länglichen Porzellan steuerten rote Fruchttupfer und gelbe Mangowürfel weitere Farb- und Geschmacksakzente bei. Irgendwie passte der Teller farblich zur Fastnachtsdeko, so mein erster Eindruck. Damit es zwischen den Zähnen auch ein wenig kracht, fungierte eine Mandelhippe als Knuspersegel zwischen den beiden weichen Schokokissen. Dieser süß-herben Versuchung konnte selbst das fortgeschrittene Stadium der Sättigung wenig anhaben. Nur die durch den Pacojet gejagte Pommeranzenkugel war mir schlichtweg zu sauer.
Pappsatt und hochzufrieden machten wir uns wieder auf den Heimweg in Richtung Pfalz. Die nicht minder enthusiastische Rezension von GG-Kollege Nolux aus dem Jahr 2014 habe ich erst nach meinem Besuch bei den Geberts gelesen. Seine Empfehlung teile ich zu 100 Prozent. Essen, Service, Ambiente und PLV passen hier einfach. Seiner Schreibe nach zu urteilen dürfte der werte Herr Nolux immer noch von seiner Perlhuhnbrust mit Mandelbällchen träumen. Die würde ich dort auch nicht ausschlagen.
Es ist Freitagmittag, ein paar Tage vor dem närrischen Höhepunkt der „Meenzer Fassenacht“ und nach einem Routinebesuch in der Uni-Klinik war uns nach einem leckeren Mittagsmahl zumute. Die große Ruhe vor dem Rosenmontagsumzug ließ unsere Landeshauptstadt fast schon idyllisch wirken. Beim Spaziergang entlang des Rheins konsultierte ich den roten Onkel, der online unter dem Webnamen „viamichelin“ firmiert.
Seinem Urteil zur Mainzer Genusssituation schlossen wir uns vorbehaltlos an, zumal uns unweit der Rheinallee ein Restaurant empfohlen wurde, dessen saisonal geprägter Frischeküche... mehr lesen
5.0 stars -
"Gesamtkostwerk: Gemütlichkeit! - Altbekannte Mainzer Wohlfühladresse, die sich kulinarisch zwischen Ambition und Tradition bewegt und das mit Erfolg" Ehemalige UserEs ist Freitagmittag, ein paar Tage vor dem närrischen Höhepunkt der „Meenzer Fassenacht“ und nach einem Routinebesuch in der Uni-Klinik war uns nach einem leckeren Mittagsmahl zumute. Die große Ruhe vor dem Rosenmontagsumzug ließ unsere Landeshauptstadt fast schon idyllisch wirken. Beim Spaziergang entlang des Rheins konsultierte ich den roten Onkel, der online unter dem Webnamen „viamichelin“ firmiert.
Seinem Urteil zur Mainzer Genusssituation schlossen wir uns vorbehaltlos an, zumal uns unweit der Rheinallee ein Restaurant empfohlen wurde, dessen saisonal geprägter Frischeküche
Geschrieben am 13.04.2019 2019-04-13| Aktualisiert am
13.04.2019
Besucht am 12.04.2019Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 116 EUR
Bekannte von uns haben die Lokalität ausgesucht und als wir auf den Parkplatz fuhren und sahen, dass es sich um die Gastronomie eines Tennisclubs handelt, waren wir skeptisch. Mal wieder Vorurteile.
Und es kam anders als erwartet. Eine gepflegte Anlage mit Außenbereich.
Im Inneren war es voll, schon das erste Zeichen, dass das Essen nicht schlecht ist ;-) Im Gastraum auch eine kleine Bar/Theke.
Die freundliche und aufmerksame Bedienung brachte uns die Speisekarten und fragte direkt nach unseren Getränkewünschen. Neben der Standardkarte gab es eine aktuelle Spargelkarte und zusätzlich noch Tagesgerichte an einer Tafel.
Von den Tagesangeboten wählte meine bessere Hälfte die Hähnchenbruststreifen in süßer Chilisauce auf frischen Nudeln mit Curry-Kokos-Wok-Gemüse. Hört sich zu erst ein wenig durcheinander an, aber die süßliche Chilisauce passte sehr gut zu dem Curry-Kokos. Das Gemüse knackig und die Nudeln frisch (könnten sogar hausgemacht sein). Da Ganze zu EUR 17,50.
Mein Rumpsteak - von der Standardkarte - medium gebraten mit einer Pfeffersauce, die nicht nur Pfeffer im Namen hat und einem bissfestem Marktgemüse hat mir äußerst gut geschmeckt. Der Preis von EUR 21,50 ist fair.
Wir waren sehr positiv überrascht und haben erneut gelernt, dass Vorurteile fehl am Platze waren.
Bekannte von uns haben die Lokalität ausgesucht und als wir auf den Parkplatz fuhren und sahen, dass es sich um die Gastronomie eines Tennisclubs handelt, waren wir skeptisch. Mal wieder Vorurteile.
Und es kam anders als erwartet. Eine gepflegte Anlage mit Außenbereich.
Im Inneren war es voll, schon das erste Zeichen, dass das Essen nicht schlecht ist ;-) Im Gastraum auch eine kleine Bar/Theke.
Die freundliche und aufmerksame Bedienung brachte uns die Speisekarten und fragte direkt nach unseren Getränkewünschen. Neben der Standardkarte gab... mehr lesen
Restaurant Am Kamin im BTC-Clubhaus
Restaurant Am Kamin im BTC-Clubhaus€-€€€Restaurant, Vereinsheim0217367420Sandstraße 126, 40789 Monheim am Rhein
4.0 stars -
"Verdammt gut und das im Tennisclub, warum eigentlich nicht?" Ehemalige UserBekannte von uns haben die Lokalität ausgesucht und als wir auf den Parkplatz fuhren und sahen, dass es sich um die Gastronomie eines Tennisclubs handelt, waren wir skeptisch. Mal wieder Vorurteile.
Und es kam anders als erwartet. Eine gepflegte Anlage mit Außenbereich.
Im Inneren war es voll, schon das erste Zeichen, dass das Essen nicht schlecht ist ;-) Im Gastraum auch eine kleine Bar/Theke.
Die freundliche und aufmerksame Bedienung brachte uns die Speisekarten und fragte direkt nach unseren Getränkewünschen. Neben der Standardkarte gab
Geschrieben am 12.04.2019 2019-04-12| Aktualisiert am
13.04.2019
Besucht am 05.04.2019Besuchszeit: Abendessen 6 Personen
Rechnungsbetrag: 212 EUR
Wir waren mal von Jahren hier und haben uns nun wieder an diesen netten Ort erinnert. Etwas abseits von allen Touristenströmen, kaum Parkplätze in dem Wohngebiet zu finden, aber mit dem Bus auch gut erreichbar (ca. 300 Meter noch zu Fuß!)
Rustikal und einfach eingerichtet, einladend ist es alle Mal.
Wichtig - egal welcher Abend, ohne Reservierung geht hier nichts! Das spricht schon für sich, oder?
Kaum sitzt man, bekommt der Gast ein kleines Bier (0,1 l) kostenfrei auf den Tisch gestellt. Guter Anfang und so nach 300 m Fußweg ist man ja auch schon durstig.... ;-)
Es folgten dann einige Berliner Kind Jubiläumsbiere (0,3 l zu EUR 3,30).
Ja, es gibt hier Berliner/Deutsche Tapas, kleine Schälchen, 3, 6 oder 9 Stück für sich alleine oder mit anderen teilen, was kostenmäßig deutlich günstiger bei 9 Stück ist. 3er kosten EUR 9,50, 6er EUR 15,50 und die 9er EUR 20,50. Zur Auswahl stehen viele kleine Köstlichkeiten, auch vegan, wenn es sein sollte. Wir hatten die Pflaumen im Speckmantel, die Berliner Currywurst, Minikohlroulade mit Speckstippe, Berliner Boulette mit Bärlauchsenf, gratinierter Ziegenfrischkäse mit Honig und Thymian und noch einige mehr. Eine tolle Art der Vorspeise! Von allem ein bisschen und noch etwas mehr....
Dann die Schnitzel: Jäger-, Wiener-, Lamm-Schnitzel, so weit ich weiß auch Pute, aber auch ein Zanderfilet oder Gnocchi für nicht Schnitzelfreunde. Zu empfehlen sind aber die Schnitzel.
Das Wienerschnitzel mit (Milchkalb, sehr dünn) mit Gurken- UND Kartoffelsalat, nicht untereinander vermengt, sondern separat in kleinen Schälchen (EUR 19,50).
Das Jägerschnitzel "aus dem Roastbeef des Simmentaler Weiderinds" mit eine absolut frischen Pilzrahmsoße und Spätzle (EUR 21,50).
Schnitzel und die dazugehörigen Beilagen absolut perfekt. Aufgrund der sehr hohen Fleischqualität preislich vollkommen in Ordnung.
Nachtisch gibt es hier auch ein Vanilleeis-Schnitzelchen (EUR 6,50), die Mousse von der Kinderschokolade (EUR 6,50) oder den Kaiserschmarren zu EUR 7,50.
Mein "flüssiger Nachtisch" war die 3 Jahre gereifte Waldhimbeere von Aldi Gott, verdammt weich, zu EUR 3,50. Es gibt eine gute Auswahl an Obstbränden:
Der Service ist super. Genug Personal und die Verständigung untereinander ist sehr gut. Ein besonderes Lob!
Der einzige Nachteil wäre nur die Lautstärke. Ist das Restaurant voll ist der Geräuschpegel entsprechend, je später die Stunde, je ruhiger wird es.
Eine kleine Bar lädt ebenfalls ein.
Wir waren mal von Jahren hier und haben uns nun wieder an diesen netten Ort erinnert. Etwas abseits von allen Touristenströmen, kaum Parkplätze in dem Wohngebiet zu finden, aber mit dem Bus auch gut erreichbar (ca. 300 Meter noch zu Fuß!)
Rustikal und einfach eingerichtet, einladend ist es alle Mal.
Wichtig - egal welcher Abend, ohne Reservierung geht hier nichts! Das spricht schon für sich, oder?
Kaum sitzt man, bekommt der Gast ein kleines Bier (0,1 l) kostenfrei auf den Tisch gestellt. Guter... mehr lesen
Schnitzelei Charlottenburg
Schnitzelei Charlottenburg€-€€€Restaurant03034702777Röntgenstraße 7, 10587 Berlin
4.0 stars -
"Schnitzelei - der Name ist Programm! Aber es gibt auch Berliner Tapas" Ehemalige UserWir waren mal von Jahren hier und haben uns nun wieder an diesen netten Ort erinnert. Etwas abseits von allen Touristenströmen, kaum Parkplätze in dem Wohngebiet zu finden, aber mit dem Bus auch gut erreichbar (ca. 300 Meter noch zu Fuß!)
Rustikal und einfach eingerichtet, einladend ist es alle Mal.
Wichtig - egal welcher Abend, ohne Reservierung geht hier nichts! Das spricht schon für sich, oder?
Kaum sitzt man, bekommt der Gast ein kleines Bier (0,1 l) kostenfrei auf den Tisch gestellt. Guter
Besucht am 04.04.2019Besuchszeit: Abendessen 4 Personen
Rechnungsbetrag: 88 EUR
Wie sagte Howpromotion in seiner Restaurantkritik: "Hochwertige Hausmannskost at it's best" - mein Kommentar: "Stimmt zu 100%"
Normalerweise meide ich Restaurants, welche in Reiseführern angepriesen werden. Meist von Touristen aufgesuchte Orte, die nicht so das erwarten lassen, was ich mir so wünsche. Sicherlich in einigen Fällen ein - falsches - Vorurteil, so auch hier. OK, bin ja auch kein Berliner, aber mindestens so fünfmal im Jahr hier, ich mag Berlin!
Nun nach dem Studium der Vorkritik stand fest, wir müssen hier hin. Tisch reserviert und dann hin. Wie ich nun mal so bin warte ich nach dem Betreten des Restaurants auf eine Servicekraft um mitzuteilen, dass ich einen Tisch reserviert habe. Nein...aus einer etwas größeren Entfernung kam kamen die Worte "Kommse näher junger Mann!" und dann wurden wir zu unserem Tisch begleitet. Die Speisekarten kamen schnell und wir staunten nicht schlecht über die riesige Bierauswahl.
Köstritzer (0,5 zu EUR 4,50) für die Damen und für mich ein Samuel Adams (0,33 zu EUR 4,45) - mein Lieblingsbier in den Staaten - musste sein, habe ich bisher in Deutschland noch nirgends gesehen.
Die Speisen sind wirklich Hausmannskost und schon beim Lesen kommt richtig Hunger auf. Zweimal Schnitzel nach Wiener Art mit Pommes und gemischtem Salat (EUR 13,95) - ein sehr großes Schnitzel, zartes Fleisch.
sowie zweimal Berliner Rinderleber mit Zwiebeln, Apfelscheiben und Kartoffelpüree (ebenfalls EUR 13,95). Das/der Kartoffelpüree hausgemacht, die Leber super zart und klasse gewürzt.
Fazit: kein Schicki-Micki, nette Atmosphäre, die sicherlich lauter sein wird, wenn das Lokal richtig voll ist und sehr bodenständig. Das war nicht unser letzter Besuch!
Wie sagte Howpromotion in seiner Restaurantkritik: "Hochwertige Hausmannskost at it's best" - mein Kommentar: "Stimmt zu 100%"
Normalerweise meide ich Restaurants, welche in Reiseführern angepriesen werden. Meist von Touristen aufgesuchte Orte, die nicht so das erwarten lassen, was ich mir so wünsche. Sicherlich in einigen Fällen ein - falsches - Vorurteil, so auch hier. OK, bin ja auch kein Berliner, aber mindestens so fünfmal im Jahr hier, ich mag Berlin!
Nun nach dem Studium der Vorkritik stand fest, wir müssen hier hin. Tisch... mehr lesen
Mommsen-Eck | Haus der 100 Biere
Mommsen-Eck | Haus der 100 Biere€-€€€Kneipe, Gaststätte0303242580Mommsenstraße 45, 10629 Berlin
4.0 stars -
"Typisch Berliner Kneipe... - Qualität und Preis sind sehr gut!" Ehemalige UserWie sagte Howpromotion in seiner Restaurantkritik: "Hochwertige Hausmannskost at it's best" - mein Kommentar: "Stimmt zu 100%"
Normalerweise meide ich Restaurants, welche in Reiseführern angepriesen werden. Meist von Touristen aufgesuchte Orte, die nicht so das erwarten lassen, was ich mir so wünsche. Sicherlich in einigen Fällen ein - falsches - Vorurteil, so auch hier. OK, bin ja auch kein Berliner, aber mindestens so fünfmal im Jahr hier, ich mag Berlin!
Nun nach dem Studium der Vorkritik stand fest, wir müssen hier hin. Tisch
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Unsere Freunde hatten schon im Vorfeld einen Tisch für 5 Personen im Dachgeschoss des Musikparks, dem 2004 gegründeten, ersten Start-Up-Center für die deutsche Musikbranche, reserviert. Im Rooftop-Restaurant des Existenzgründungszentrums sollte uns laut deren Homepage „feines Urban-Cooking“ mit bester Aussicht erwarten. Der Ort gemahnte mich zwar an weniger erbauliche Zeiten meines Privatlebens, aber diese waren ja Gott sei Dank schon eine Weile her. Also warum nicht mal wieder das höchstgelegene Hafenrestaurant Mannheims besuchen?
Die Küche befindet sich im Mannheimer Stadtteil Jungbusch. Früher ein eher heruntergekommener Stadtbezirk mit hoher Sozialproblematik, gilt er heute als Multi-Kulti-Viertel mit Wachstumspotenzial. Da hat die ebenfalls in der Hafenstraße beheimatete Popakademie, die früher so manch bekannten „Sohn“ der Quadratestadt als Gastdozenten duldete, sicher auch ihren Anteil zur Aufwertung des Viertels beigetragen.
Unser Auto stellten wir ganz ungeniert direkt neben dem Gebäudekomplex ab. Der Open-Air-Club „Hafen 49“, Mannheims „durchgeknalltester Hideout“ bzw. „urbaner Wahnsinn in Reinform“ (laut deren Facebookseite) mit Sonnendeck und Electrobeats, befand sich ja noch im offline-Modus äh Winterschlaf. Wir also rein in den Aufzug und hoch in den 5. Stock. Dort war schon richtig was los. Ein bunter Klientelmix sorgte für belegte Tische und leider auch einen erhöhten Geräuschpegel.
Gut, dass wir im Vorfeld reserviert hatten. An einer längeren Tafel, die aus mehreren zusammengeschobenen Holztischen bestand, wurden wir von einer der vielen jungen, stets gut aufgelegten Servicekräfte platziert. Mein Blick fiel gleich auf den offenen Teil der Küche mit angeschlossenem Tresen. Dort wurde eifrig gewokt und gebrutzelt. Die hauptsächliche Küchenarbeit fand jedoch dahinter, in einem nicht einsehbaren, separaten Raum statt.
So wuselig es hinter dem Ausschanktresen zuging, so ausgelassen war auch die Stimmung im Raum. Unsere Tischgespräche bedurften schon einer gewissen Anstrengung. Trotzdem fühlten wir uns hier nicht unwohl, was in erster Linie der angenehmen Beleuchtung geschuldet war. Auch die Einrichtung des Ladens erleichtert uns das Ankommen. Retro-Chic meets urban-chabby: 70er Jahre Kugelleuchten, dezente Deckenspots und Lichttüten auf den derben Holztischen sorgten für ein stimmungsvolles Ambiente.
Alles ziemlich „casual“ halt, da passte natürlich auch das im Einmachglas aufbewahrte Besteck zur im Klemmbrett gereichten Speisenkarte wie der Zotteldutt zur Hornbrille der Mannheimer Dauerhipster um uns herum. Die Kola mit germanischem „K“ hörte selbstverständlich auf den Vornamen „Fritz“. Das Bier von der Privatbrauerei Welde stammte aus der Region, genauer gesagt aus dem kurpfälzischen, südöstlich von Mannheim gelegenen Örtchen Plankstadt. Natürlich stand auch eine respektable Aperitif- und Cocktail-Auswahl bereit, um sich in die lässig-coole „Küchenlandschaft“ adäquat einzugrooven.
Nach Durchsicht der auf zwei Seiten beschränkten Abendkarte war mir schon klar, dass man hier jedem Geschmack Rechnung tragen wollte, was natürlich zu Lasten einer eindeutigen kulinarischen Handschrift ging. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Crossover-Küche, aber ein roter Faden sollte schon vorhanden sein. So kam mir die bunte Speisenpallette eher wie ein willkürlich zusammengebastelter Food-Mix aus verschiedensten Regionen der Erde vor.
Indische Linsensuppe, Rote Bete Hummus, Miso Pot, Pfälzer Pasta, Asia Burger, Schweinebäckchen und Chicken Tikka Masala standen da so einträchtig nebeneinander, als hätte die World Cuisine das 5.Stockwerk eines Mannheimer Hafengebäudes zu ihrem Epizentrum erklärt.
Also gut, probieren geht ja bekanntlich über lamentieren. Wir bestellten dann mal munter drauflos, um uns ein möglichst breites Bild von der Kulinarik des Ladens zu machen. Das komplette Vorspeisenprogramm orderten wir als „Tapas-Variation“ (16,90 Euro) zum Teilen. Ein Lillet Wildberry (7,50 Euro), ein Welde IPA (0,33l für 4,80 Euro), eine Flasche Vöslauer Mineralwasser (0,75l für 6 Euro), eine Fritz-Orangenlimo (0,2l für 2,70 Euro) und ein Pernod mit Eis (und Wasser) machten den Anfang. Später gesellte sich noch eine Flasche Grüner Veltliner namens „Aufwind“ (28 Euro) vom Bad Dürkheimer Weingut Hensel dazu.
Der gemischte Tapas-Teller war mit einer abwechslungsreichen Auswahl an vornehmlich kalten Antipasti belegt. In der Mitte befand sich ein Schälchen mit Hummus. Die rot gefärbte Sesam-Kichererbsen-Paste wurde von gerösteten Sesamkörnern und Olivenöl geschmacklich etwas aufgewertet, blieb aber – ganz entgegen ihrer Farbe – im Vergleich mit orientalischen Vertretern der Gattung Fladenbrotaufstrich ziemlich blass. Die fehlte es doch deutlich an so entscheidenden „Geschmacksboostern“ wie Knoblauch oder Kreuzkümmel.
Die in Orangenöl marinierten Oliven überließ ich gerne meinen Tischkollegen. Bei dem Häuflein gebratener Zucchini bzw. Paprika, das in der Karte als „gebratenes winterliches (?) Gemüse“ angepriesen wurde, hatte man es mit der Dreingabe von Öl etwas übertrieben. Die mit Parmesankäse gratinierten Kürbisspalten wurden am Tisch gelobt. Auch der Parmaschinken und der mit Basilikumpesto und Cocktailtomaten garnierte Büffelmozzarella hatten anständige Qualitäten vorzuweisen. Insgesamt ein netter Einstieg, der keine großen geschmacklichen Ausreißer nach oben und nach unten implizierte.
Unsere Freunde hatten das Chicken Tikka Masala (15,50 Euro) und den Miso Pot (13,50 Euro) gebucht, während wir uns für die gebackene Aubergine (15,90 Euro) und das Entrecôte von der deutschen Färse (23,90 Euro) entschieden hatten. Dem indischen Hähnchenklassiker fehlte es eindeutig an Wumms. Die zusammen mit Duftreis servierte Bowl war leider allzu deutlich auf den deutschen Gaumen gemünzt und kam entsprechend entschärft auf den Tisch. Auch der Miso-Man neben mir hätte sich bei seinem mit Weizen-Pasta, Pak-Choi, Sprossen, Koriander und Sojabrühe gefüllten Pot sicher nicht über eine beherztere Asia-Würze beschwert. Handwerklich war jedoch beides solide zubereitet. Schade nur, dass das große Kino am Gaumen ausblieb.
Bei meiner als Zwischengang bestellten Linsensuppe (8,50 Euro) war wohl das Garam Masala ausgegangen. Ich dachte wehmütig an die letzten Sommer im Berliner Restaurant „Zaika“ genossene, ebenfalls auf Basis roter Linsen hergestellte Dal und war doch ein wenig enttäuscht. Trotz frischem Koriander on top ließ das feinpürierte Süppchen geschmacklich doch sehr zu wünschen übrig und leider auch jegliche indische Schärfe vermissen. Aromatisch betrachtet erschien mir der nahe Osten ferner denn je.
Hübsch anzusehen, aber auf der Zunge ebenfalls zu sehr auf Mainstream getrimmt, geriet der recht übersichtlich angelegte Hauptgang von der gebackenen Aubergine, die von leicht angeröstetem Blumenkohl, mehreren Klecksen Fetacrème sowie ein paar roten Granatapfeltupfern flankiert wurde, zum kleinsten gemeinsamen Geschmacksnenner für den eingefleischten Redundanzvegetarier. Meine Verlobte genoss ihn trotzdem, auch wenn die ein oder andere Aubergine mehr den stolzen Preis von fast 16 Euro eher gerechtfertigt hätte.
Zu meinem Entrecôte wurde das passende Schneidewerkzeug von Laguiole gereicht. Das schön durchwachsene Zwischenrippenstück (gut gewollte 230 g) mit charakteristischem Fettauge überzeugte mit kräftigem Fleischgeschmack und dem perfekten Gargrad, der wie gewünscht medium-rare ausfiel. Das marmorierte Stück Rind lag auf einem Bett aus Fregola-Pasta, die das klassische Risotto ersetzen sollte. Genauso wie ein Risotto waren die sardischen Kugelnudeln nämlich auch zubereitet. Auch hier hielt man sich mit dem Würzen eher zurück und überließ den Gaumenkitzel lieber den crunchigen Parmesanchips und der dunklen Jus, die das Ensemble stimmig komplettierten. Ein guter Hauptgang zweifellos, der mit mehr Schmackes sogar das Zeug zum glücklich machenden Soulfood gehabt hätte. Dazu hätte es nur ein wenig mehr Risikobereitschaft beim Abschmecken bedurft. In der Summe hat das aber gepasst, zumal ich die Fregola-Kügelchen auf meinen Reisen nach Sardinien in Kombination mit Meeresfrüchten kennen und schätzen gelernt habe.
Auch lobenswert: der „grüne“ Weiße von Hensel, der nach Apfel oder Aprikose oder Birne oder was weiß ich nicht alles roch. Ein eleganter und gleichzeitig fülliger Weißwein, der zudem mit sehr angenehmer Säure ausgestattet war.
Fazit:
In der Küche im Jungbusch möchte man es kulinarisch jedem Gast recht machen und zollt mit einer breit aufgestellten Auswahl an Speisen den unterschiedlichsten Geschmäckern und Küchentrends Tribut. Leider kratzt man hier - was die Aromentiefe betrifft - nur an der Oberfläche. Überraschende Gaumenerlebnisse haben wir genauso vermisst wie eine klare Handschrift des Küchenchefs. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Anbetracht der verarbeiteten Produkte und ihrer recht unspektakulären Darbietung als etwas zu hoch einzuordnen, was sich aber mit äußeren Standortfaktoren wie Hafenflair, Jungbuschfeeling und Industrieromantik erklären lässt. Egal, dem Hipster aus der urbanen Mittelschicht wird es hier genauso gefallen wie dem Dozenten von der benachbarten Popakademie. Denn jede Subkultur sehnt sich ab und zu nach Mainstream. Im Dachgeschoss der Hafenstraße hat man dafür sogar den passenden Ausblick.